{"id":894391,"date":"2026-03-25T01:11:13","date_gmt":"2026-03-25T01:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/894391\/"},"modified":"2026-03-25T01:11:13","modified_gmt":"2026-03-25T01:11:13","slug":"frank-stauss-auf-der-albtraum-skala-von-eins-bis-zehn-war-das-eine-glatte-20-sagt-der-spd-wahlkampfmanager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/894391\/","title":{"rendered":"Frank Stauss: \u201eAuf der Albtraum-Skala von eins bis zehn war das eine glatte 20\u201c, sagt der SPD-Wahlkampfmanager"},"content":{"rendered":"<p>Der SPD-Wahlkampfmanager blickt auf den Wahlabend von Rheinland-Pfalz zur\u00fcck. Obwohl Ministerpr\u00e4sident Schweitzer bei den pers\u00f6nlichen Werten stets vor seinem Kontrahenten gelegen hat, unterlag Stauss mit seiner Kampagne erstmals dem CDU-Kandidaten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Noch Anfang M\u00e4rz hatte er sich \u201eextrem zuversichtlich\u201c gezeigt. Auf die Einsch\u00e4tzung <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/open.spotify.com\/episode\/6EdrAlols2B9AK9ZFhEwRc\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/open.spotify.com\/episode\/6EdrAlols2B9AK9ZFhEwRc&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">seines Podcast-Partners<\/a> Hajo Schumacher, dass es f\u00fcr den Ministerpr\u00e4sidenten Alexander Schweitzer \u201edeutlich knapper\u201c in Rheinland-Pfalz aussehe als f\u00fcr den Gr\u00fcnen-Politiker Cem \u00d6zdemir bei der Landtagswahl in Baden-W\u00fcrttemberg, erwiderte Frank Stauss: \u201eNein, das sehe ich ehrlich gesagt nicht so.\u201c Auch bei der vorangegangenen Wahl habe die SPD erst wenige Tage vor dem eigentlichen Termin die konservative Konkurrenz in Umfragen \u00fcberholt. \u201eDie CDU hat deutlich unterperformt und die SPD hat \u00fcberperformt.\u201c <\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten ist Stauss f\u00fcr die SPD als Wahlkampfmanager t\u00e4tig. Allein in Rheinland-Pfalz hat er bislang f\u00fcnf Kampagnen geleitet, angefangen mit dem Spitzenkandidaten Kurt Beck, mit dem er 2006 die absolute Mehrheit hatte erringen k\u00f6nnen. Mit dem amtierenden Ministerpr\u00e4sidenten Schweitzer musste sich der Werbetexter nun erstmals dem CDU-Kontrahenten geschlagen geben. \u201eWenn du es dreimal hintereinander in deine Richtung kippst, gibt es keine Garantie, dass es beim vierten Mal auch in deine Richtung kippt\u201c, sagte er <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/open.spotify.com\/episode\/2s0LrtzjZv1dtEy84UOFaZ\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/open.spotify.com\/episode\/2s0LrtzjZv1dtEy84UOFaZ&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">in seinem Podcast \u201eElefantenrunde\u201c<\/a>. <\/p>\n<p>\u201eEs war nat\u00fcrlich ein irrsinniger Schlag in die Magengrube\u201c, konstatierte Stauss. Sowohl der Ministerpr\u00e4sident als auch die Wahlk\u00e4mpfer h\u00e4tten \u201eseit Wochen und Monaten unter Dauerstrom\u201c gelaufen. \u201eAuf der Albtraum-Skala von eins bis zehn war das nat\u00fcrlich eine glatte 20.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAb 14:00 Uhr fangen irgendwelche Nerds an, Zahlen zu verschicken \u2013 oder angebliche Zwischenst\u00e4nde. Meine Faustregel seit einigen Jahren ist, ich glaube keine Zahl vor 17:00 Uhr\u201c, berichtete Stauss \u00fcber die vorab in Umlauf gebrachten geheimen Daten, die den Parteien helfen sollen, sich auf das kommende Ergebnis einzustellen. In diesen habe die SPD stets gef\u00fchrt. Um 17:00 Uhr habe die CDU erstmals vor den Sozialdemokraten gelegen, erinnerte sich Schumacher. \u201eDas war die erste der ganzen vielen Zahlenkolonnen, die mit der Realit\u00e4t zu tun hatte.\u201c<\/p>\n<p>Alexander Schweitzer sei zwar beliebt gewesen bei jenen, die ihn kennen, insgesamt aber noch zu unbekannt. Er h\u00e4tte erst diese Wahl \u201e\u00fcberstehen m\u00fcssen\u201c, um sich einen \u00e4hnlichen Bekanntheitsgrad erarbeiten zu k\u00f6nnen, wie ihn Kurt Beck oder Malu Dreyer im Bundesland erreicht hatten. Nur eineinhalb Jahre in der Position des Ministerpr\u00e4sidenten sei \u201eeine verdammt enge Zeit\u201c gewesen. <\/p>\n<p>Bei den pers\u00f6nlichen Werten h\u00e4tte der SPD-Politiker dennoch stets vorne gelegen. \u201eNat\u00fcrlich lag Schweitzer vor Schnieder, aber \u2013 und das hat mir schon deutlich zu denken gegeben in der letzten Woche \u2013 wir waren irgendwo bei 40-42 Prozent steckengeblieben und Schnieder holte eigentlich permanent auf\u201c, f\u00fchrte der Wahlkampfmanager aus. \u201eJetzt saufen sie sich den Schnieder sch\u00f6n\u201c, habe er gedacht.<\/p>\n<p>Die Stimmung gegen die SPD habe sich verfestigt. \u201eEigentlich komme ich mit denen nicht mehr klar\u201c, sage eine zunehmende Anzahl an Menschen \u00fcber die Partei. Deswegen sei es anders als in der Vergangenheit auch nicht gelungen, entgegen der strukturkonservativen Bev\u00f6lkerung des Landes CDU-W\u00e4hler zu den Sozialdemokraten zu holen. Zudem h\u00e4tten die Konservativen \u201eeine sehr, sehr klare Strategie\u201c verfolgt und es \u2013 wie zuvor bereits Manuel Hagel in Baden-W\u00fcrttemberg \u2013 vermieden, in Richtung AfD zu blinken.<\/p>\n<p>Das bedeutendste Thema bei der Wahlentscheidung sei die Wirtschaft gewesen, gefolgt von sozialem Zusammenhalt und Bildung. Bei Wirtschaftsfragen habe die CDU schlicht bessere Kompetenzwerte als die Konkurrenz. Auf die Frage von Infratest dimap, wie die Menschen die allgemeine wirtschaftliche Lage einsch\u00e4tzten, hatten 34 Prozent \u201agut\u2018 und 61 Prozent \u201aschlecht\u2018 geantwortet. \u201eDann ist nat\u00fcrlich sowas wie Wirtschaftskompetenz entscheidend\u201c, unterstrich Stauss.  <\/p>\n<p>Auf die Frage nach der pers\u00f6nlichen Lage hatten wiederum 84 Prozent diese f\u00fcr gut befunden, 15 Prozent f\u00fcr schlecht. F\u00fcr Amtsinhaber ergebe sich daraus eine problematische Situation, \u201eweil im Moment die pers\u00f6nliche Zufriedenheit untergeordnet wird der gef\u00fchlten Unzufriedenheit mit allem \u2013 der gef\u00fchlten Unzufriedenheit mit der Wirtschaft, mit der Welt, mit dem Bundeskanzler, mit dem Vizekanzler, mit der Opposition. Die Leute sind einfach \u2013 ich sage es mal salopp \u2013 schei\u00dfe drauf.\u201c<\/p>\n<p>Ob auch eigene Fehler den Sieg Schweitzers verhindert h\u00e4tten? \u201eIch sehe ehrlich gesagt an der Gesamtanlage des Wahlkampfes gar nicht viele M\u00f6glichkeiten, den anders zu machen\u201c, sagte Stauss. Gordon Schnieder sei zwar \u201ekein Charismatiker\u201c, habe aber auch \u201ekeinen falschen Satz in die Kamera gesagt.\u201c Und was h\u00e4lt die Zukunft f\u00fcr den unterlegenen SPD-Politiker bereit? Schweitzer sei \u201eeine Top-Reserve dieser Partei\u201c, selbst wenn er nach seiner Niederlage zun\u00e4chst f\u00fcr sich entscheiden m\u00fcsse, ob er weitermachen m\u00f6chte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der SPD-Wahlkampfmanager blickt auf den Wahlabend von Rheinland-Pfalz zur\u00fcck. 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