{"id":895856,"date":"2026-03-25T14:59:14","date_gmt":"2026-03-25T14:59:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/895856\/"},"modified":"2026-03-25T14:59:14","modified_gmt":"2026-03-25T14:59:14","slug":"studie-bei-fruehchen-automatische-sauerstoffgabe-ist-sicher-und-kann-personal-entlasten-staedtisches-klinikum-karlsruhe-gmbh-story","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/895856\/","title":{"rendered":"Studie bei Fr\u00fchchen: Automatische Sauerstoffgabe ist sicher und kann Personal entlasten, St\u00e4dtisches Klinikum Karlsruhe GmbH, Story"},"content":{"rendered":"<p><b>Extrem fr\u00fchgeborene Kinder ben\u00f6tigen meist zus\u00e4tzlichen Sauerstoff, da die Lunge noch nicht voll ausgebildet ist. Eine gro\u00dfe Studie unter Beteiligung des Klinikums Karlsruhe hat nun untersucht, ob die maschinengesteuerte Sauerstoffgabe der manuellen Gabe und Kontrolle von Sauerstoff durch das Fachpersonal \u00fcberlegen ist.<\/b><\/p>\n<p>Je fr\u00fcher ein Kind zur Welt kommt, desto unreifer sind seine Organe. Das gilt auch f\u00fcr die Lunge, weshalb vor der 28. Schwangerschaftswoche geborene Kinder meist eine Atemunterst\u00fctzung samt Sauerstoffgabe ben\u00f6tigen. Die Gabe von Sauerstoff muss allerdings in engen Grenzen erfolgen, da sowohl ein \u201eZuwenig\u201c als auch ein \u201eZuviel\u201c sch\u00e4dlich f\u00fcr diese extrem kleinen Patientinnen und Patienten sind. Die Folgen k\u00f6nnen chronische Lungenerkrankungen, schwerwiegende Netzhauterkrankungen oder sogar der Tod sein.<\/p>\n<p>Eine internationale Studie unter Beteiligung des St\u00e4dtischen Klinikums Karlsruhe hat nun untersucht, ob eine automatische Steuerung des Sauerstoffanteils in der Atemluft der Fr\u00fchgeborenen der bisher \u00fcblichen Gabe und Kontrolle von Sauerstoff durch das Fachpersonal mittels S\u00e4uglingsbeatmungsger\u00e4ten \u00fcberlegen ist. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Prof. Dr. Axel Franz vom Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen.<\/p>\n<p>32 neonatologische Intensivstationen in China, Deutschland, Gro\u00dfbritannien und den Niederlanden haben sich an der Studie beteiligt, sie verglichen die manuelle mit der automatischen Sauerstoffgabe bei 1.082 Neugeborenen, die zwischen der 23. und 28. Schwangerschaftswoche geboren waren.<\/p>\n<p>\u201eDie Studie hat gezeigt, dass es keine relevanten klinischen Unterschiede zwischen der herk\u00f6mmlichen manuellen und der automatischen Sauerstoffgabe gibt\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Sascha Meyer, Direktor der Franz-Lust-Klinik f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Karlsruhe. \u201eDas Risiko f\u00fcr schwerwiegende Erkrankungen sinkt also nicht, wenn der Sauerstoffanteil in der eingeatmeten Luft automatisch \u00fcber Algorithmen gesteuert wird.\u201c<\/p>\n<p>Gleichwohl habe die Studie wichtige Erkenntnisse gebracht: \u201eAufgrund der unregelm\u00e4\u00dfigen Atemmuster von S\u00e4uglingen und der Schwankungen in der Lungenbel\u00fcftung und -funktion sind h\u00e4ufige, vorsichtige Anpassungen der Atemluft erforderlich, was angesichts knapper Personalressourcen schwierig, zeitaufw\u00e4ndig und oft unm\u00f6glich ist\u201c, sagt Prof. Meyer. \u201eDie automatische Anpassung der Sauerstoffkonzentration hat deshalb das Potenzial, die Arbeitsbelastung des \u00e4rztlichen und pflegerischen Personals in Zukunft zu reduzieren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAuch, wenn wir keine Auswirkungen auf die untersuchten schwerwiegenden Krankheitsbilder nachweisen konnten, ist es denkbar, dass die automatische Steuerung der Sauerstoffkonzentration zur physiologischen Stabilit\u00e4t bei diesen besonders vulnerablen Patientinnen und Patienten beitr\u00e4gt und die H\u00e4ufigkeit von Alarmen der \u00dcberwachungsmonitore im Patientenzimmer senkt\u201c, erl\u00e4utert Prof. Dr. Axel Franz vom Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen, Erstautor der Studie. \u201eDas bedeutet mehr Ruhe \u2013 und Ruhe kann die Entwicklung der unreifen Fr\u00fchgeborenen g\u00fcnstig beeinflussen.\u201c<\/p>\n<p>Vonseiten der Franz-Lust-Klinik waren an der Studie beteiligt: Das Team der Station S26 um Dr. Sandra Holz und die Pflegerische Bereichsleitung Kerstin Klein, der fr\u00fchere Klinikdirektor Prof. Dr. Joachim K\u00fchr, Ober\u00e4rztin Dr. Silvia Welcker, Studienassistentin Heike Scheer-Baumann, Julia Hertel sowie Prof. Meyer.<\/p>\n<p>\u201eIch freue mich sehr, dass unser Team an dieser multizentrischen Studie teilgenommen hat\u201c, betont der Klinikdirektor. \u201eDurch diese wissenschaftlich-fachliche Anbindung an gro\u00dfe neonatologische Zentren in Deutschland \u2013 hier insbesondere an das Universit\u00e4tsklinikum T\u00fcbingen \u2013 bleiben wir immer \u201aUp-2-date\u2018 im hochspezialisierten Fachgebiet Neonatologie.\u201c<\/p>\n<p>Seit 2003 sind die Franz-Lust-Klinik, die Frauenklinik und die Kinderchirurgische Klinik unter einem Dach im Zentrum f\u00fcr Kinder und Frauen vereint. Damit ist ein Perinatalzentrum der h\u00f6chsten Stufe geschaffen worden, das die Maximalversorgung von Fr\u00fch- und Neugeborenen bietet: Dieses Zentrum verf\u00fcgt beispielsweise \u00fcber eine st\u00e4ndige Hebammen- und Arztbereitschaft, zudem ist f\u00fcr jedes intensivtherapiebed\u00fcrftige bzw. zwei intensiv\u00fcberwachungsbed\u00fcrftige Fr\u00fchgeborene unter 1.500 Gramm eine Pflegefachkraft mit abgeschlossener Fachweiterbildung f\u00fcr neonatologische Intensivpflege anwesend. Entbindungsstation, Operationss\u00e4le und Neugeborenen-Intensivstation befinden sich im selben Geb\u00e4ude.<\/p>\n<p>Publiziert wurde die Studie in der renommierten p\u00e4diatrischen Fachzeitschrift The Lancet. Eine Zusammenfassung der Studie ist\u00a0<a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lanchi\/article\/PIIS2352-4642(25)00351-7\/fulltext\" class=\"bbcode_url\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">hier<\/a>\u00a0zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Extrem fr\u00fchgeborene Kinder ben\u00f6tigen meist zus\u00e4tzlichen Sauerstoff, da die Lunge noch nicht voll ausgebildet ist. 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