{"id":897682,"date":"2026-03-26T07:57:14","date_gmt":"2026-03-26T07:57:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/897682\/"},"modified":"2026-03-26T07:57:14","modified_gmt":"2026-03-26T07:57:14","slug":"es-ist-kurz-vor-zwoelf-fuer-deutschlands-wohlstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/897682\/","title":{"rendered":"\u201eEs ist kurz vor zw\u00f6lf f\u00fcr Deutschlands Wohlstand\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nicola Leibinger-Kamm\u00fcller spricht im LKZ-Podcast \u00fcber Wirtschaftskrise, KI-Wandel und Reformstau \u2013 und fordert mehr Mut, Leistung und weniger B\u00fcrokratie.<\/p>\n<p>Ludwigsburg, Ditzingen. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bereitet vielen Menschen Sorgen \u2013 das sp\u00fcrt auch Nicola Leibinger-Kamm\u00fcller, Vorstandsvorsitzende des Ditzinger Maschinenbauers Trumpf. Im LKZ-Podcast \u201eNewsCouch\u201c beschreibt sie eine \u201egro\u00dfe Gereiztheit\u201c in der Gesellschaft. Verunsicherung, internationale Krisen und der Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen belasteten die Menschen zunehmend.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Diese Stimmung zeige sich nicht nur in politischen Debatten, sondern auch im Alltag: Die Geduld nehme ab, die Nervosit\u00e4t zu. Gleichzeitig werde die finanzielle Lage der \u00f6ffentlichen Hand schwieriger, was sich auch im gesellschaftlichen Engagement bemerkbar mache \u2013 Unternehmen m\u00fcssten h\u00e4ufiger einspringen, k\u00f6nnten aber nicht alle Anfragen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Investitionen auf Eis \u2013 Zweifel am Standort<\/p>\n<p>Die angespannte Lage hat konkrete Folgen: Trumpf hat geplante Investitionen vorerst gestoppt. Ein neues Vorf\u00fchr- und Entwicklungszentrum wird verschoben.<\/p>\n<p>Als Gr\u00fcnde nennt Leibinger-Kamm\u00fcller neben der schwachen Konjunktur vor allem strukturelle Probleme in Deutschland. \u201eDie Bedingungen am Standort machen uns Sorgen\u201c, sagt sie. Damit steht das Unternehmen exemplarisch f\u00fcr viele Industriebetriebe, die derzeit vorsichtiger agieren.<\/p>\n<p>F\u00fchrung in schwierigen Zeiten<\/p>\n<p>Wie l\u00e4sst sich ein global t\u00e4tiges Unternehmen mit Tausenden Besch\u00e4ftigten durch diese Phase steuern? F\u00fcr Leibinger-Kamm\u00fcller ist die Antwort klar: mit Zusammenhalt, Transparenz und realistischer Zuversicht. Sie setzt auf ein starkes F\u00fchrungsteam und engagierte Mitarbeitende. Entscheidend sei, sich auf die eigenen Handlungsm\u00f6glichkeiten zu konzentrieren und Ver\u00e4nderungen aktiv anzugehen.<\/p>\n<p>\u201eWenn man sich anstrengt und zusammenh\u00e4lt, kann man viel bewegen\u201c, betont sie. Optimismus sei dabei keine naive Haltung, sondern Teil der F\u00fchrungsaufgabe.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz als Schl\u00fcsselthema<\/p>\n<p>Ein zentraler Umbruch steht f\u00fcr die Unternehmerin mit der K\u00fcnstlichen Intelligenz bevor. KI werde die Arbeitswelt grundlegend ver\u00e4ndern \u2013 Aufgaben automatisieren, neue Anforderungen schaffen und Unternehmen zu umfassenden Anpassungen zwingen.<\/p>\n<p>Trumpf setzt bereits stark auf Schulungen und Weiterbildung. Die Belegschaft zeige gro\u00dfes Interesse und Offenheit. F\u00fcr Leibinger-Kamm\u00fcller ist klar: Wer die Entwicklung nicht aktiv mitgestaltet, verliert den Anschluss. \u201eWenn wir es nicht tun, wird es f\u00fcr uns gestaltet werden\u201c, warnt sie. Besonders der industrielle Mittelstand m\u00fcsse hier schneller werden.<\/p>\n<p>Kritik an B\u00fcrokratie und Reformstau<\/p>\n<p>Deutlich wird die Managerin bei ihren Forderungen an die Politik. Vor allem die zunehmende B\u00fcrokratie sieht sie als zentrales Problem. Trotz jahrzehntelanger Diskussionen gebe es kaum Fortschritte. Mehr noch: Die Verwaltung wachse weiter, statt sich zu verschlanken. Das bremse Innovationen und mache Unternehmen weniger wettbewerbsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Neben B\u00fcrokratieabbau fordert sie:<\/p>\n<ul class=\"disc\">\n<li>flexiblere Arbeitszeitmodelle<\/li>\n<li>st\u00e4rkere Digitalisierung staatlicher Strukturen<\/li>\n<li>bessere Kooperation zwischen Forschung und Wirtschaft<\/li>\n<li>steuerliche Anreize f\u00fcr mehr Erwerbsarbeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nur so k\u00f6nne Deutschland im internationalen Wettbewerb bestehen.<\/p>\n<p>Landtagswahl und politische Erwartungen<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Landtagswahl in Baden-W\u00fcrttemberg bewertet Leibinger-Kamm\u00fcller das Ergebnis differenziert. Die CDU habe deutlich zugelegt, nun komme es auf z\u00fcgige und kluge Koalitionsverhandlungen an, sagt Leibinger-Kamm\u00fcller, die selbst CDU-Mitglied ist. Wichtiger als parteipolitische Fragen sei jedoch, dass konkrete Reformen umgesetzt werden.<\/p>\n<p>\u201eNoch haben wir es in der Hand\u201c<\/p>\n<p>Trotz aller Kritik bleibt die Unternehmerin grunds\u00e4tzlich optimistisch. Deutschland verf\u00fcge \u00fcber starke Industrien, qualifizierte Fachkr\u00e4fte und ein stabiles System.<\/p>\n<p>Doch ohne Ver\u00e4nderungen sieht sie den Wohlstand gef\u00e4hrdet: \u201eWenn wir so weitermachen, wird es nicht reichen.\u201c<\/p>\n<p>Ihr Appell: mehr Leistungsbereitschaft, mehr Eigenverantwortung \u2013 und der Mut, notwendige Reformen endlich umzusetzen.<\/p>\n<p>Kraftquelle Literatur<\/p>\n<p>Abseits der Wirtschaft findet Leibinger-Kamm\u00fcller Ausgleich in der Literatur. Sie liest t\u00e4glich, aktuell unter anderem Werke von Mascha Kal\u00e9ko oder Klassiker wie \u201eRadetzkymarsch\u201c.<\/p>\n<p>Literatur er\u00f6ffne neue Perspektiven und erm\u00f6gliche es, in andere Lebenswelten einzutauchen. Diese Leidenschaft pr\u00e4gt auch ihr Engagement f\u00fcr das Deutsche Literaturarchiv in Marbach.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Trumpf-Chefin steht Deutschland an einem Wendepunkt. Die Herausforderungen sind gro\u00df \u2013 von globalen Krisen bis zum technologischen Wandel. \u201e\u00c4rmel hoch und anpacken\u201c \u2013 das ist die klare Botschaft von Nicola Leibinger-Kamm\u00fcller.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nicola Leibinger-Kamm\u00fcller spricht im LKZ-Podcast \u00fcber Wirtschaftskrise, KI-Wandel und Reformstau \u2013 und fordert mehr Mut, Leistung und weniger&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":897683,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,8552,30,92770,16033,197206,197207,1441],"class_list":["post-897682","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stuttgart","tag-baden-wuerttemberg","tag-de","tag-deutschland","tag-ditzingen","tag-germany","tag-give-me-perspective","tag-ludwigsburg","tag-newscouch","tag-regionalewirtschaft","tag-stuttgart"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116294414705785340","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/897682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=897682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/897682\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/897683"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=897682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=897682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=897682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}