{"id":898908,"date":"2026-03-26T19:19:18","date_gmt":"2026-03-26T19:19:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/898908\/"},"modified":"2026-03-26T19:19:18","modified_gmt":"2026-03-26T19:19:18","slug":"ostsee-drama-kiel-hilft-dem-wal-ministerpraesident-guenther-sichert-unterstuetzung-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/898908\/","title":{"rendered":"Ostsee-Drama: Kiel hilft dem Wal \u2013 Ministerpr\u00e4sident G\u00fcnther sichert Unterst\u00fctzung zu"},"content":{"rendered":"<p>Vor dem Timmendorfer Strand ringen Einsatzkr\u00e4fte weiter um einen gestrandeten Buckelwal. Bagger haben eine Rinne vor dem Wal gegraben, um ihn aus der Sandbank zu l\u00f6sen. Sollte der Wal freikommen, sichert Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther ihm sicheres Geleit bis zur Nordsee zu.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Bereits seit Montag sitzt ein junger Buckelwal vor der Ostseek\u00fcste fest. Er hatte sich auf einer Art Sandbank vor dem Touristenort Timmendorfer Strand festgeschwommen und schaffte es bisher weder aus eigener Kraft noch mithilfe von Rettern aus seiner lebensbedrohlichen Lage heraus. Seit Donnerstagmorgen l\u00e4uft die bisher gr\u00f6\u00dfte Rettungsaktion f\u00fcr das gesch\u00e4tzt 15 Tonnen schwere Tier. Bagger haben vor dem Kopf des Wals eine Rinne gegraben. Ein Saugbagger versucht, die Sandbank unter dem Tier abzutragen.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag hatte sich Schleswig-Holsteins Ministerpr\u00e4sident Daniel G\u00fcnther (CDU) ein eigenes Bild vom Rettungsversuch des festsitzenden Wals gemacht. G\u00fcnther sagte die Hilfe des Landes zu. Sollte der Meeress\u00e4uger frei kommen, wolle Kiel etwa zwei Boote zur Verf\u00fcgung stellen, um das Tier durch die Ostsee zu geleiten. Damit soll verhindert werden, dass er wieder strandet.<\/p>\n<p>G\u00fcnther betonte zudem, dass er sich f\u00fcr die Hilfe bei den Rettern bedanken wolle. Er beobachtete die vor Ort stattfindenden Baggerarbeiten und sah bei der Verlegung der Bojen zu, mit denen die f\u00fcr den Wal ausgegrabene Rinne markiert wurde. Die Baggerarbeiten sollen den Angaben des Reporters nach bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt werden.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hatten mehrere Bagger eine Rinne Richtung Wal gegraben. Baggerfahrer Tim L\u00f6hndorf von der Firma \u00d6kologischer Gew\u00e4sserdienst Wandhoff hatte der dpa erkl\u00e4rt, dass mit mehreren Baggern eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals gegraben werden sollte. Besonders herausfordernd seien bei der Rettungsaktion Wind und Str\u00f6mung. <\/p>\n<p>Nachdem die Rinne gegraben war, trug ein schwimmender Schaufelbagger direkt um das Tier herum Sand ab. Um n\u00e4her an das Tier heranzukommen, wurde sogar eine Rampe aufgesch\u00fcttet. Inzwischen ist ein Saugbagger im Einsatz, der auch unter dem Tier Sand absaugen kann.<\/p>\n<p>Stephanie Gro\u00df, Walexpertin des Instituts f\u00fcr Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW), erkl\u00e4rte, der Wal sei zwar motiviert, bisher sei er aber nicht von der Sandbank losgekommen.<\/p>\n<p>Messungen haben unterdessen ergeben, dass der vor dem Ortsteil Niendorf liegende Buckelwal gr\u00f6\u00dfer ist als zun\u00e4chst angenommen: Er sei wohl zwischen 12 und 15 Meter lang und wiege gesch\u00e4tzt rund 15 Tonnen, sagte ITAW-Experte Joseph Schnitzler. Bei einem so massiven Tier ist es umso schwieriger, es wieder in tieferes Wasser zu bringen. Anders als in der Nordsee gibt es in der Ostsee auch keine deutliche Tide, die den Wal wieder in tieferes Wasser sp\u00fclen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zwischenzeitlich stand der Biologe Robert Marc Lehmann w\u00e4hrend der Rettungsaktion neben dem Wal im Wasser und leitete den Schwimmbagger an. Er begutachtete das Tier auch vor dem heute fr\u00fch gestarteten Rettungsversuch. Der Wal reagierte auf die Ann\u00e4herung mit lautem Schnauben und heftigen Bewegungen. Der BILD-Zeitung sagte Lehmann, der Walbulle sei nicht in einem so schlechten Zustand, wie zwischenzeitlich bef\u00fcrchtet worden war: \u201eEs ist noch Leben drinnen, wenn ich ihn antippe.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber Stunden versuchte Lehmann immer wieder den Wal ins Wasser zu schieben, beziehungsweise mit seinen Schubsern zum eigenst\u00e4ndigen Losschwimmen zu bewegen. Der BILD erkl\u00e4rte der Meeresbiologe, er habe das Gef\u00fchl der Wal wolle losschwimmen, schaffe es aber bis dato nicht.<\/p>\n<p>Auch zahlreiche Schaulustige versuchen in Timmendorfer Strand einen Blick auf den gestrandeten Wal zu erhaschen. Da der Bereich im Ortsteil Niendorf abgesperrt ist, sammeln sich die meisten am gegen\u00fcberliegenden Strand, berichtete ein dpa-Reporter. Von dort aus sei jedoch au\u00dfer dem Bagger kaum etwas zu erkennen. <\/p>\n<p>Der 15-j\u00e4hrige Marc aus L\u00fcbeck hat sich daher vorbereitet: Er kaufte sich am Vortag f\u00fcr seine Spiegelreflexkamera ein starkes Teleobjektiv. Einen Wal sieht man nicht oft hier, sagte er. Eine Frau aus dem drei\u00dfig Minuten entfernten Neustadt in Holstein zeigte sich hingegen entt\u00e4uscht, da sie nichts sehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Der Buckelwal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. \u201eLeider hat sich herausgestellt, dass der Sand zu fest ist\u201c, erkl\u00e4rte Gro\u00df. Zuvor waren bereits andere Versuche fehlgeschlagen. Zwar gelang es, den Wal in Richtung der tieferen Fahrrinne zu drehen, frei kam er aber nicht. <\/p>\n<p>Auch Versuche, mit Polizeibooten Wellen zu machen, damit sich der Wal freischwimmen kann, brachten nichts. Um den Wal nicht weiter zu stressen, waren die Versuche dann zun\u00e4chst abgebrochen worden. Doch auch die Hoffnung, dass sich das Tier mit dem Hochwasser in der Nacht zu Dienstag freischwimmen kann, erf\u00fcllte sich nicht.<\/p>\n<p>Am Abend sollte die Rettungsmission unterbrochen und am Freitag fortgesetzt werden.<\/p>\n<p>lno\/juve<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor dem Timmendorfer Strand ringen Einsatzkr\u00e4fte weiter um einen gestrandeten Buckelwal. 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