{"id":899292,"date":"2026-03-26T22:50:17","date_gmt":"2026-03-26T22:50:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/899292\/"},"modified":"2026-03-26T22:50:17","modified_gmt":"2026-03-26T22:50:17","slug":"ki-an-schulen-in-stuttgart-deepfakes-im-klassenzimmer-schulen-brauchen-mehr-handwerkszeug-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/899292\/","title":{"rendered":"KI an Schulen in Stuttgart: Deepfakes im Klassenzimmer: \u201eSchulen brauchen mehr Handwerkszeug\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.digitale-gewalt-was-plant-die-regierung-gegen-deepfakes.320b81a5-3a6a-4f65-8a58-fa60fd4bc292.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Fall um Schauspielerin Collien Fernandes<\/a> lenkt die Aufmerksamkeit derzeit auf digitale Gewalt und Deepfakes. Doch nicht nur Prominente und Erwachsene laufen Gefahr, Opfer zu werden. Auch unter Kindern und Jugendlichen haben K\u00fcnstliche Intelligenz (<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/KI\" title=\"KI\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">KI<\/a>) und damit entsprechende Anwendungen, mit deren Hilfe etwa Deepfakes \u2013 also KI-generierte, gef\u00e4lschte Medien \u2013 angefertigt werden k\u00f6nnen, l\u00e4ngst Einzug gehalten. Das best\u00e4tigt auch die <a href=\"https:\/\/medienanstalt-rlp.de\/aktuelles\/news\/detail\/jim-studie-2025-zeigt-ki-ist-im-alltag-von-jugendlichen-fest-verankert\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">JIM-Studie aus dem Jahr 2025<\/a>. Auch an Schulen in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> und Baden-W\u00fcrttemberg sind Deepfakes ein Thema.<\/p>\n<p>Genaue Zahlen zu F\u00e4llen in Verbindung mit Deepfakes gibt es laut Angaben der Polizei nicht. Das Problem: Derzeit ist die Anfertigung solcher KI-Inhalte kein expliziter Straftatbestand und daher auch nicht direkt anzeigbar. Betroffene k\u00f6nnen lediglich auf andere Paragrafen im Strafrecht verweisen, etwa das Recht am eigenen Bild. <\/p>\n<p>Deepfakes und KI-Missbrauch sind auch an Schulen in Stuttgart Thema <\/p>\n<p>Auch das Staatliche Schulamt Stuttgart kann auf Anfrage unserer Redaktion keine konkreten F\u00e4lle oder Zahlen nennen. Dass das Thema an Schulen pr\u00e4sent ist, best\u00e4tigen jedoch Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen rund um das Thema KI, die im Bildungsplan enthalten sind, etwa das Fach Information- und Medienbildung. Darauf verweist die stellvertretende Amtsleiterin Birgit Popp-Kreckel auf Anfrage. Sie erkl\u00e4rt zudem: Fast alle Schulen der Sekundarstufe 1 in Stuttgart nehmen zudem an Pr\u00e4ventionsprogrammen der Polizei teil. <\/p>\n<p>Manfred Birk, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Schullleiter der Stuttgarter Gymnasien, erg\u00e4nzt einen Aufruf des Zentrums f\u00fcr Schulqualit\u00e4t und Lehrerbildung (ZSL). Demnach sind Schulen in Stuttgart und Baden-W\u00fcrttemberg seit M\u00e4rz 2025 dazu verpflichtet, eigene Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt zu entwickeln. <\/p>\n<p>Der Schulleiter berichtet von einem Fall, in dem eine Sch\u00fclerin ans Stuttgarter Gymnasium gekommen sei, die ihre vorige <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Schule\" title=\"Schule\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schule<\/a> aufgrund eines Falles von digitaler Gewalt verlassen habe. Damit es zu F\u00e4llen wie diesen gar nicht erst komme, sei die pr\u00e4ventive Aufkl\u00e4rung im Klassenzimmer entscheidend, so Birk.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1774565416_325_media.media.5cd4c5b1-7304-4684-99c1-458dff95f243.original1024.media.jpeg\"\/>     Der gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Schulleiter f\u00fcr die Stuttgarter Gymnasien und Schulleiter des Stuttgarter Dillmann-Gymnasiums, Manfred Birk    Foto: Lichtgut\/Leif Piechowski    Medienp\u00e4dagogin berichtet von gef\u00e4lschten Nacktbildern von Sch\u00fclerin <\/p>\n<p>Dass Deepfakes auch an Schulen ein Thema sind, best\u00e4tigen nicht nur Schulvertreter. \u201eEs ist ein Ph\u00e4nomen, das auch Kinder und Jugendliche betrifft\u201c, sagt auch Saskia Nakari. Die Medienp\u00e4dagogin gibt im Auftrag des Landesmedienzentrums Baden-W\u00fcrttemberg und des Stadtmedienzentrums Stuttgart Workshops f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, bildet Lehrkr\u00e4fte, Kriminalbeamte und p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte zu digitalen Grenz\u00fcberschreitungen weiter und informiert Eltern. Zudem ist sie Host des <a href=\"https:\/\/www.lmz-bw.de\/schoolcrime\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Podcasts \u201eSchoolCrime \u2013 Smartphones in Kinderhand\u201c<\/a>, der Kriminalf\u00e4lle aus dem Schulalltag aus Expertensicht beleuchtet.<\/p>\n<p>Die Medienp\u00e4dagogin berichtet von einem Fall an einer Schule in Baden-W\u00fcrttemberg, bei dem ein Sch\u00fcler ein Klassenfoto genutzt habe, um gef\u00e4lschte Nacktbilder seiner Mitsch\u00fclerinnen anzufertigen. In einem anderen Fall seien KI-generierte Fake-Fotos \u00fcber die Social-Media-Plattform TikTok verbreitet worden. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1774565417_414_media.media.70255bdb-d59a-4cf6-a7e5-0c57e4237af9.original1024.media.jpeg\"\/>     Schulen Handwerkszeug mitgeben und Sch\u00fcler und Eltern aufkl\u00e4ren: Medienp\u00e4dagogin Saskia Nakari arbeitet zum Thema Jugendmedienschutz.    Foto: Landesmedienzentrum BW    <\/p>\n<p>Das Problem von Deepfakes habe mit dem Einzug von KI in den vergangenen Jahren zugenommen. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gerieten h\u00e4ufig an sogenannte \u201eNudify\u201c-Apps, die mithilfe von KI ohne Einwilligung der betroffenen Personen gef\u00e4lschte Nacktbilder erstellen, so die Expertin. \u201eWenn heute mit KI so viel m\u00f6glich ist, muss ja klar sein, dass das auch diesen Bereich betrifft.\u201c\ufeff<\/p>\n<p> Sexualisierte Gewalt im digitalen Raum durch Aufkl\u00e4rung vermeiden <\/p>\n<p>Das unterstreicht auch Benjamin K\u00f6hler, Rektor des K\u00f6nigin-Charlotte-Gymnasiums (KCG) in Stuttgart-M\u00f6hringen. \u201eWenn ein Problem in der Gesellschaft vorhanden ist, ist das auch an Schulen ein Thema. Nat\u00fcrlich spielen Deepfakes bei Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern eine Rolle, seitdem es diese M\u00f6glichkeit gibt.\u201c <\/p>\n<p>Dar\u00fcber will der Lehrer aufkl\u00e4ren. Mit Unterst\u00fctzung der Vector-Stiftung und der Stadt Stuttgart hat er seine Schule im vergangenen Jahr zur<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.kuenstliche-intelligenz-in-der-schule-was-kinder-jetzt-noch-lernen-muessen-und-was-nicht.26d102a1-2acb-4154-a92b-3c7963c1b46f.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Pilotschule in Sachen KI<\/a> gemacht. Viermal pro Schuljahr finden dort KI-Schulungen statt, zudem gehen spezielle Teams in die Klassen und informieren zum Thema sexualisierte Darstellungen und deren Folgen f\u00fcr Betroffene.<\/p>\n<p>Ein Schritt, den auch Medienp\u00e4dagogin Saskia Nakari unterst\u00fctzt. Gleicherma\u00dfen spielt f\u00fcr sie die Aufkl\u00e4rung des Lehrpersonals eine wichtige Rolle. \u201eDie Schulen brauchen zum Teil noch mehr Handwerkszeug, um in solchen Situationen richtig zu reagieren und dem betroffenen Kind geholfen werden kann, ohne, dass es blo\u00dfgestellt wird\u201c, sagt sie. Schulen seien dazu angehalten, auch spezialisierte Fachberatungsstellen im Bereich sexualisierter Gewalt hinzuzuziehen.\ufeff<\/p>\n<p> Medienp\u00e4dagogin: Viele Eltern wissen nicht, was im Netz m\u00f6glich ist <\/p>\n<p>Doch nicht nur an Schulen ist Aufkl\u00e4rung gefragt. W\u00e4hrend viele Kinder und Jugendliche \u00fcber die Anwendungen Bescheid wissen, seien die Gefahren bei Eltern oft noch nicht angekommen, so Saskia Nakari. \u201eErwachsene m\u00fcssen mehr dar\u00fcber Bescheid wissen, welche M\u00f6glichkeiten im digitalen Raum bestehen, virtuell Gewalt auszu\u00fcben.\u201c<\/p>\n<p>Das beginne bereits im Klassenchat, bei dem, wie auch im realen Klassenraum, klare Umgangsregeln gelten sollten. Ohnehin k\u00f6nne eine Unterscheidung zwischen analogem und digitalem Raum so gar nicht mehr getroffen werden, so die Expertin.<\/p>\n<p> \u201eSexting ist f\u00fcr Jugendliche zum Teil so etwas wie ein Vorspiel\u201c <\/p>\n<p>Denn Beziehungen unter Jugendlichen f\u00e4nden l\u00e4ngst auch digital statt. \u201eSexting via Kurznachrichten beispielsweise ist f\u00fcr Jugendliche zum Teil so etwas wie ein virtuelles Vorspiel\u201c, erkl\u00e4rt Nakari. <\/p>\n<p>Das berge Gefahren, wenn Jugendliche aus einem Impuls heraus Nacktbilder verschickten, ohne \u00fcber die Konsequenzen nachzudenken. \u201eWir d\u00fcrfen das Thema nicht tabuisieren, sondern m\u00fcssen mit Kindern und Jugendlichen offen dar\u00fcber sprechen und ihnen Tipps geben\u201c, so die Expertin. \u201eDa sollten wir als Erwachsene ernstzunehmende Ansprechpartner sein.\u201c<\/p>\n<p>Damit auch Deepfakes k\u00fcnftig als Straftat gewertet werden und F\u00e4lle zur Anzeige gebracht werden k\u00f6nnen,<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.gesetz-gegen-deepfake-hubigs-grosser-wurf-im-sexualstrafrecht.bf20f61f-e5f1-42ec-992b-a8a2e3f7eca4.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> k\u00fcndigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) k\u00fcrzlich an<\/a>, diese Gesetzesl\u00fccke schlie\u00dfen und Betroffene digitaler Gewalt dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzen zu wollen \u2013 etwa \u00fcber richterlich angeordnete Account-Sperren auf Social Media. <\/p>\n<p>   \u201eEine Katastrophe\u201c: Schulleiter fordern gesetzliche Grundlage und mehr Jugendschutz <\/p>\n<p>Auch Schulleiter Manfred Birk w\u00fcnscht sich in derartigen Missbrauchsf\u00e4llen eine gesetzliche Grundlage. \u201eWenn T\u00e4ter und Opfer auf dieselbe Schule gehen, ist ein solcher Fall zumindest innerhalb der schulischen Disziplinarma\u00dfnahmen justiziabel, f\u00fcr eine offizielle Strafanzeige fehlt daf\u00fcr aber noch die gesetzliche Grundlage.\u201c<\/p>\n<p>Auf eine juristische Entwicklung hofft auch Schulleiter Benjamin K\u00f6hler \u2013 auch was den Jugendschutz im Netz angeht. \u201eWenn ich mir anschaue, wann man Kindern und Jugendlichen derzeit online verf\u00fcgbar macht, das ist eine Katastrophe. Es ist eine st\u00e4ndige Einladung Dinge zu tun, die schlimme Konsequenzen haben.\u201c<\/p>\n<p> Studie zu Jugendlichen und KI <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>JIM-Studie 2025<\/strong><br \/>Die JIM-Studie des Medienp\u00e4dagogischen Forschungsverbunds S\u00fcdwest dokumentiert j\u00e4hrlich das Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen. Laut der Studie aus dem Jahr 2025 nutzt mit 91 Prozent eine gro\u00dfe Mehrheit der 12- bis 19-J\u00e4hrigen heutzutage KI. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Sexualisierte Gewalt durch KI<\/strong><br \/>\ufeffDas gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und L\u00e4ndern f\u00fcr den Jugendschutz im Internet, jugendschutz.net, bearbeitete laut Angaben des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung, Familie, Senioren und Jugend im Jahr 2023 bundesweit 7.645 Versto\u00dff\u00e4lle. Davon waren zwei Drittel sexualisierter Gewalt zuzuordnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Fall um Schauspielerin Collien Fernandes lenkt die Aufmerksamkeit derzeit auf digitale Gewalt und Deepfakes. 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