{"id":899378,"date":"2026-03-26T23:37:15","date_gmt":"2026-03-26T23:37:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/899378\/"},"modified":"2026-03-26T23:37:15","modified_gmt":"2026-03-26T23:37:15","slug":"berlin-so-verstehen-sie-ihren-heuschnupfen-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/899378\/","title":{"rendered":"Berlin | So verstehen Sie Ihren Heuschnupfen besser"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Hatschi! Jetzt im Fr\u00fchling m\u00fcssen Sie wieder niesen &#8211; und zwar so oft hintereinander, dass es Sie durchsch\u00fcttelt? Willkommen in der Pollensaison!\u00a0<\/p>\n<p>Heuschnupfen ist hierzulande die h\u00e4ufigste Allergie: Sch\u00e4tzungsweise 15 von 100 Erwachsenen sind laut dem Portal \u00abgesund.bund.de\u00bb davon betroffen, Frauen etwas h\u00e4ufiger als M\u00e4nner. Immerhin: Ein paar Dinge k\u00f6nnen Betroffene tun, um besser mit ihrer Pollenallergie zu leben. Sieben Fragen und Antworten.\u00a0<\/p>\n<p>Warum raten Experten davon ab, Heuschnupfen zu ignorieren?<\/p>\n<p>Aus gleich mehreren Gr\u00fcnden ist es keine gute Idee, bei einer Pollenallergie gar nicht aktiv zu werden. Der Allergologe Prof. Torsten Zuberbier von der Berliner Charit\u00e9 z\u00e4hlt auf:\u00a0<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Aus einer unbehandelten Pollenallergie kann sich mit der Zeit ein allergisches Asthma mit Atemnot, starkem Husten und Engegef\u00fchl in der Brust entwickeln.<\/li>\n<li>Die Leistungsf\u00e4higkeit in Job oder Schule kann einen Knick erleiden. Das liegt auch daran, dass der Schlaf oft schlechter ausf\u00e4llt.<\/li>\n<li>Es drohen gef\u00e4hrliche Situationen, etwa im Stra\u00dfenverkehr. \u00abWenn Sie pl\u00f6tzlich niesen, schlie\u00dfen Sie die Augen. Das ist ein Reflex. Wenn das auf einer Landstra\u00dfe in der Kurve passiert, kann es das letzte Mal gewesen sein\u00bb, sagt Torsten Zuberbier.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was passiert \u00fcberhaupt bei einer Pollenallergie im K\u00f6rper?\u00a0<\/p>\n<p>Unser Immunsystem meint es einfach nur gut mit uns, schie\u00dft dabei aber \u00fcber das Ziel hinaus. Konkret deutet es Bl\u00fctenstaub bzw. die darin enthaltenen Eiwei\u00dfe f\u00e4lschlicherweise als Gefahr, wenn sie auf unseren Schleimh\u00e4uten landen &#8211; und wehrt sich dagegen. Dabei kommt es zur Aussch\u00fcttung des Botenstoffs Histamin, das die klassischen Allergiesymptome ausl\u00f6st.\u00a0<\/p>\n<p>Was sind typische Symptome?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWenn ich ger\u00f6tete, juckende Augen, Niesreiz und eine laufende Nase habe, vielleicht auch ein Kratzen im Hals, spricht das f\u00fcr eine Pollenallergie\u00bb, sagt Torsten Zuberbier, der Vorsitzender der Europ\u00e4ischen Stiftung f\u00fcr Allergieforschung Ecarf ist.\u00a0<\/p>\n<p>Der Verdacht erh\u00e4rtet sich umso mehr, wenn die Symptome nicht nach wenigen Tagen wieder verschwinden und vor allem, wenn sie stets in einem bestimmten Zeitraum im Jahr und vor allem drau\u00dfen auftreten.\u00a0<\/p>\n<p>Wer auf Fr\u00fchbl\u00fcher wie Hasel und Erle reagiert, kann &#8211; abh\u00e4ngig von der Witterung &#8211; schon ab Februar Symptome erleiden, im M\u00e4rz kommt dann die Birke hinzu. Die Hauptsaison f\u00fcr eine Allergie gegen Gr\u00e4serpollen setzt im Mai ein und dauert etwa bis Ende Juli, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB).\u00a0<\/p>\n<p>Wo und wie kann ich abkl\u00e4ren lassen, ob es Heuschnupfen ist?\u00a0<\/p>\n<p>Hier ist ein Facharzt oder eine Fach\u00e4rztin mit der Zusatzbezeichnung Allergologie die richtige Adresse. Typischerweise sind das Haus-, Haut-, HNO- oder Lungen\u00e4rzte.<\/p>\n<p>Wer dort gut vorbereitet aufkreuzen m\u00f6chte, kann vorab eine Zeit lang ein Allergie-Tagebuch f\u00fchren, also festhalten: Wann genau hatte ich welche Beschwerden? Nutzen kann man daf\u00fcr eine Vorlage des <a href=\"https:\/\/www.allergieinformationsdienst.de\/fileadmin-allid\/user_upload\/Allergieinformationsdienst\/Downloads\/Heuschnupfentagebuch.pdf\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Allergieinformationsdienstes<\/a>.<\/p>\n<p>Bei der Diagnostik f\u00fchrt Arzt oder \u00c4rztin in der Regel einen sogenannten Prick-Test durch &#8211; bringt also L\u00f6sungen mit verschiedenen Allergenen in die Haut ein. Liefert diese Untersuchung kein klares Ergebnis, schlie\u00dft sich eine Blutuntersuchung an. Dabei wird gepr\u00fcft, ob darin bestimmte Antik\u00f6rper nachweisbar sind.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Medikamente helfen?\u00a0<\/p>\n<p>Medikamente k\u00f6nnen eine Pollenallergie an sich nicht wegzaubern, aber sie k\u00f6nnen die Symptome lindern. So wird Durchatmen m\u00f6glich &#8211; oder ein Spaziergang durchs Gr\u00fcn, ohne dass die Augen wie wild jucken. Zwei Medikamentengruppen sind f\u00fcr Pollenallergiker relevant, wobei es auch eine Kombination beider gibt.\u00a0<\/p>\n<p>Antihistaminika gibt es als Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen. Der jeweilige Wirkstoff unterbindet die allergischen Reaktionen, indem er daf\u00fcr sorgt, dass der Botenstoff Histamin nicht andocken kann. Das lindert Beschwerden wie juckende Augen, Niesanf\u00e4lle oder kribbelnde Schleimh\u00e4ute.<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>kortisonhaltige Nasensprays<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei einer verstopften Nase hingegen sind Nasensprays mit dem Wirkstoff Kortison meist hilfreicher als Antihistaminika. \u00abEs wirkt auf alle Entz\u00fcndungsreaktionen in der Nasenschleimhaut ein, f\u00fchrt also dazu, dass die Abwehrzellen insgesamt weniger aktiv sind\u00bb, sagt Torsten Zuberbier.\u00a0<\/p>\n<p>Viele greifen nur bei Bedarf zu Allergiemedikamenten &#8211; so wie man es von der Kopfschmerztablette kennt. Das bringt Allergologe Zuberbier zufolge einen Nachteil mit sich: \u00abSo laufen Sie dem Geschehen hinterher. Denn: Die Histamin-Rezeptoren werden immer empfindlicher und damit werden die Beschwerden st\u00e4rker im Laufe der Zeit.\u00bb Besser: In der Allergiesaison jeden Tag zu Tablette oder Spray greifen.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Bei leichteren Beschwerden am Auge reichen wom\u00f6glich schon Tr\u00e4nenersatzmittel aus. Sie befeuchten die Augen und helfen dabei, Pollen auszusp\u00fclen. \u00abWichtig ist aber, m\u00f6glichst konservierungsmittelfreie Pr\u00e4parate zu verwenden\u00bb, r\u00e4t Seleman Bedar, \u00e4rztlicher Leiter des OSG Augenzentrums Siegburg. Konservierungsmittel k\u00f6nnen das Auge n\u00e4mlich reizen und die Beschwerden verschlimmern.\u00a0<\/p>\n<p>Welche Verhaltenstipps kann ich im Alltag ausprobieren?\u00a0<\/p>\n<p>Die schlechte Nachricht: Pollen finden immer irgendwie den Weg ins Zuhause. Allergiker k\u00f6nnen daher die Anschaffung eines Luftreinigers erw\u00e4gen, der die Pollenkonzentration im Raum reduziert. Zus\u00e4tzlich wird das Zuhause mit folgenden Handgriffen, zu denen der DAAB r\u00e4t, etwas pollenfreier:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Pollenschutzgitter an den Fenstern anbringen. Gut zu wissen: F\u00fcr einen ausreichenden Luftaustausch muss man dann etwas l\u00e4nger l\u00fcften.\u00a0<\/li>\n<li>Bettw\u00e4sche und andere Textilien in der Wohnung h\u00e4ufiger waschen als sonst. Vorsicht: Bei starkem Pollenflug h\u00e4ngt man sie aber besser nicht auf die W\u00e4scheleine drau\u00dfen.\u00a0<\/li>\n<li>Weil sich Pollen auf M\u00f6belfl\u00e4chen und dem Boden ansammeln, macht hier h\u00e4ufigeres Wischen Sinn.\u00a0<\/li>\n<li>Damit m\u00f6glichst wenig Pollen den Weg ins Bett finden, sollte man sich au\u00dferhalb des Schlafzimmers umziehen und am Abend die Haare waschen.\u00a0<\/li>\n<li>Pr\u00fcfen sollten Allergikerinnen und Allergiker auch, welche Blumen sie sich ins Haus holen &#8211; vor allem, wenn es Feldblumen sind. Wer auf Beifu\u00df reagiert, hat oft auch mit verwandten Pflanzen wie Sonnenblumen oder Goldrute Probleme, erkl\u00e4rt das Portal \u00abKlima Mensch Gesundheit\u00bb des Bundesinstituts f\u00fcr \u00d6ffentliche Gesundheit.\u00a0<\/li>\n<li>Es gibt zudem Torsten Zuberbier zufolge erste wissenschaftliche Erkenntnisse, dass eine ballaststoffreiche, ausgewogene Ern\u00e4hrung bei Allergien von Vorteil ist.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was muss ich \u00fcber eine Hyposensibilisierung wissen?\u00a0<\/p>\n<p>Medikamente behandeln blo\u00df die Symptome. Es gibt mit der spezifischen Immuntherapie &#8211; auch Hyposensibilisierung genannt &#8211; aber eine Behandlung, die an der Ursache ansetzt.\u00a0<\/p>\n<p>Der Plan: Der K\u00f6rper soll sich an das Allergen gew\u00f6hnen, indem er regelm\u00e4\u00dfig &#8211; per Spritze oder als Tropfen unter der Zunge &#8211; in Kontakt mit einer geringen Menge davon kommt. Dieser Prozess dauert rund drei Jahre. Mit der Zeit lernt das Immunsystem, beim Kontakt mit Pollen nicht direkt \u00abAlarmstufe Rot\u00bb zu signalisieren.\u00a0<\/p>\n<p>Bei anderen Allergien &#8211; etwa gegen Bienen- oder Wespengift &#8211; funktioniert eine spezifische Immuntherapie sehr gut, so Torsten Zuberbier. Auch bei Heuschnupfen kann die Therapie einen Unterschied machen, also die Symptome so sehr lindern, dass Betroffene weniger oder keine Medikamente mehr brauchen.\u00a0<\/p>\n<p>Es gibt allerdings ein \u00abAber\u00bb. \u00abDer Erfolg h\u00e4ngt davon ab, wie gut die Therapie auf die individuelle Allergieauspr\u00e4gung abgestimmt ist\u00bb, sagt der Allergologe. \u00abEs gibt zum Beispiel bei der Birke verschiedene Unterallergene, die sollten vorab gepr\u00fcft werden. Nur dann ist die Hyposensibilisierung mit hoher Wahrscheinlichkeit auch erfolgreich.\u00bb Eine Hyposensibilisierung kann also nur gelingen, wenn es vorher eine gute Diagnostik gab.\u00a0<\/p>\n<p>Letztes Jahr ging es mit dem Heuschnupfen, dieses Jahr ist`s schlimm. Ver\u00e4ndert sich meine Allergie?\u00a0<\/p>\n<p>Nicht unbedingt. Meist liegt die Erkl\u00e4rung, warum sich die Pollenallergie gef\u00fchlt ver\u00e4ndert, eher im Au\u00dfen. Jede Saison ist anders. \u00abEs h\u00e4ngt von der Menge des Pollenflugs ab, vom Wind, aber auch von der Luftfeuchtigkeit, die wiederum eine Rolle dabei spielt, wie sehr die Pollen platzen und das Allergen freisetzen\u00bb, z\u00e4hlt Torsten Zuberbier auf.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Wird man auch zu Hause immer wieder von Niesanf\u00e4llen oder einer verstopften Nase geplagt, gibt es wom\u00f6glich noch eine weitere Allergie &#8211; etwa gegen Hausstaubmilben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Hatschi! 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