{"id":899920,"date":"2026-03-27T04:40:17","date_gmt":"2026-03-27T04:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/899920\/"},"modified":"2026-03-27T04:40:17","modified_gmt":"2026-03-27T04:40:17","slug":"maduro-vor-gericht-aber-erst-mal-streit-ums-geld-zweiter-prozesstag-in-new-york-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/899920\/","title":{"rendered":"Maduro vor Gericht \u2013 aber erst mal Streit ums Geld: Zweiter Prozesstag in New York | Politik"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Prozess gegen Venezuelas Ex-Machthaber Nicol\u00e1s Maduro l\u00e4sst auf sich warten. Statt um Kokain, Waffen und Terror-Vorw\u00fcrfe ging es beim zweiten Prozesstag vor Gericht erst einmal um eine profane Frage: Wer bezahlt seine Star-Anw\u00e4lte?<\/p>\n<p><b>Jacob Shamsian<\/b> ist Korrespondent im Ressort Recht und Justiz von Business Insider. Sein Text erscheint bei BILD im Rahmen des Global Reporters Network von Axel Springer.<\/p>\n<p>New York \u2013 <b>82 Tage nach seiner Festnahme durch US-Milit\u00e4rkr\u00e4fte in Caracas erschien Nicol\u00e1s Maduro am Donnerstag zum zweiten Mal vor Gericht in Manhattan \u2013 und zwar auffallend gut gelaunt. Mit breitem Grinsen betrat er den Gerichtssaal. \u201eGood morning!\u201c, rief er laut. Er trug einen tristen khakifarbenen Gef\u00e4ngnis-\u00dcberwurf \u00fcber einem leuchtend orangefarbenen Shirt. Er sch\u00fcttelte seinem prominenten Anwalt Barry Pollack die Hand, der auch WikiLeaks-Gr\u00fcnder Julian Assange vertreten hat. Danach gr\u00fc\u00dfte Maduro sogar noch einmal die Journalisten im Saal. Seine Frau Cilia Flores sagte kein Wort.<\/b><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"730\" alt=\"Nicol\u00e1s Maduro\u00a0(r.) am Donnerstag im Gericht, auch seine Frau Cilia Flores (69) ist in New York angeklagt\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/f9a299e053ef56315b2c00770ce53314,98a88fb3.jpeg\"   class=\"dynamic\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Nicol\u00e1s Maduro\u00a0(r.) am Donnerstag im Gericht, auch seine Frau Cilia Flores (69) ist in New York angeklagt<\/p>\n<p>Foto: REUTERS<\/p>\n<p>Bei der Anh\u00f6rung am Donnerstag ging es zun\u00e4chst nicht um die harten Vorw\u00fcrfe des US-Justizministeriums, sondern ums Geld. Die venezolanische Regierung will die Anw\u00e4lte von Maduro und seiner Frau Cilia Flores bezahlen. Doch genau das wird vom US-Finanzministerium blockiert. Wegen der Sanktionen gegen Venezuela fehlt bislang die n\u00f6tige Ausnahmegenehmigung. Der leitende Staatsanwalt Kyle Wirshba begr\u00fcndete das mit \u201enationaler Sicherheit und Au\u00dfenpolitik\u201c.<\/p>\n<p>Richter Alvin Hellerstein hielt davon sichtbar wenig. Wie Maduro und Flores eine Gefahr f\u00fcr die nationale Sicherheit sein sollten, wenn die Trump-Regierung zugleich Gesch\u00e4fte mit <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/orte\/venezuela\/nachrichten-news-fotos-videos-17303076.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Venezuela<\/a> mache, wollte der 92-J\u00e4hrige vom Staatsanwalt wissen. \u201eDer Angeklagte ist hier. Flores ist hier. Sie stellen keine Gefahr f\u00fcr die nationale Sicherheit dar\u201c, sagte der Richter.<\/p>\n<p>Maduros Frau darf nicht als \u201eFirst Lady\u201c bezeichnet werden<\/p>\n<p>Seit ihrer Festnahme sitzen Maduro und Flores im ber\u00fcchtigten Metropolitan Detention Center in Brooklyn. Dort waren zeitweise auch Sean \u201eDiddy\u201c Combs, Sam Bankman-Fried und Ghislaine Maxwell inhaftiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Venezuela-Diktator Nicol\u00e1s Maduro nach der Festnahme durch die US-Army an Bord der USS Iwo Jima\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/f62610c7bd3bfcaddaaa1608ef73cfca,4cafa749.jpeg\"   class=\"landscape\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Venezuela-Diktator Nicol\u00e1s Maduro nach der Festnahme durch die US-Army an Bord der USS Iwo Jima<\/p>\n<p>Foto: Truth Social<\/p>\n<p>F\u00fcr einen kleinen Eklat sorgte Flores\u2019 Anwalt Mark Donnelly, als er sie im Gerichtssaal als \u201eFirst Lady Maduro\u201c bezeichnete. Richter Hellerstein stoppte ihn sofort: \u201eIn diesem Gericht werden keine Titel verwendet.\u201c Flores brauche ein Echokardiogramm wegen Herzproblemen, sagte ihr Anwalt. Der Richter verlangte, informiert zu werden, falls sie die n\u00f6tige Behandlung im Gef\u00e4ngnis nicht bekomme.<\/p>\n<p>In der Sache selbst ist der Vorwurf gegen das fr\u00fchere Machtpaar massiv: Die US-Justiz beschuldigt <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland-und-internationales\/nicolas-maduro-so-herrschte-der-lupenreine-karibik-diktator-6958e5ce666ac1993e7cc0d6\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Maduro<\/a> und Flores, Teil einer jahrzehntelangen Drogenhandels-Verschw\u00f6rung mit kolumbianischen Terrororganisationen gewesen zu sein. Es geht um Narco-Terrorismus, Kokain-Importe und Maschinengewehre.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/leute\/donald-trump\/thema-donald-trump-alle-infos-80018378.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a>\u00a0(79) hatte Maduro nach der Festnahme als \u201eillegitimen Diktator\u201c bezeichnet, der riesige Mengen t\u00f6dlicher Drogen in die USA geschleust habe. Im Wei\u00dfen Haus legte Trump am Donnerstag noch einmal nach. Maduro sei ein \u201esehr gef\u00e4hrlicher Mann, der viele Menschen get\u00f6tet hat\u201c. Die bisherigen Vorw\u00fcrfe betr\u00e4fen nur \u201eeinen Bruchteil\u201c seines Handelns \u2013 weitere Verfahren w\u00fcrden folgen.<\/p>\n<p>Doch davon war die Anh\u00f6rung am Donnerstag noch weit entfernt. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, es k\u00f6nne nicht sein, dass Maduro und Flores auf das Verm\u00f6gen des Landes zugreifen, das sie nach Ansicht der Anklage selbst \u201eausgepl\u00fcndert\u201c h\u00e4tten. Richter Hellerstein konterte mit Spott. Dass Maduro aus seinem Land nach New York gebracht werde und nun so tue, als sei die Geldfrage \u00fcberraschend, kommentierte der Richter sarkastisch: \u201eEr dachte also nicht, dass er einmal in diesem Gericht stehen w\u00fcrde?\u201c<\/p>\n<p>Ein Pflichtverteidiger komme f\u00fcr so einen Mammut-Prozess nach Ansicht des Richters kaum infrage. Die Ermittlungsarbeit in dem komplexen Narco-Terror-Verfahren w\u00fcrde einen staatlich finanzierten Anwalt v\u00f6llig \u00fcberfordern.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Frage bleibt: Was kann der Richter tun?<\/p>\n<p>Maduros Anwalt Pollack forderte deshalb gleich die maximale Konsequenz: Wenn das Geld nicht freigegeben werde, m\u00fcsse das Verfahren eingestellt und Maduro freigelassen werden. Zun\u00e4chst winkte der Richter ab. \u201eIch werde das Verfahren nicht einstellen\u201c, sagte Hellerstein. Dann schob er aber nach: Sollte die Regierung ihre Haltung nicht bald \u00e4ndern, werde er dar\u00fcber nachdenken.<\/p>\n<p>Nach anderthalb Stunden war die Anh\u00f6rung vorbei. Einen neuen Termin setzte der Richter noch nicht fest. Beim Hinausgehen blickte Maduro nur kurz in den Zuschauerraum, sch\u00fcttelte seinen Anw\u00e4lten die Hand und ging mit steifem Gang zur T\u00fcr. Flores verabschiedete ihren Anwalt mit einem Kuss auf die Wange. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Der gro\u00dfe Prozess gegen Venezuelas Ex-Machthaber Nicol\u00e1s Maduro l\u00e4sst auf sich warten. 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