{"id":9003,"date":"2025-04-05T01:36:27","date_gmt":"2025-04-05T01:36:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/9003\/"},"modified":"2025-04-05T01:36:27","modified_gmt":"2025-04-05T01:36:27","slug":"sand-kies-gips-warum-deutschland-seine-umwelt-weiter-zerstoeren-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/9003\/","title":{"rendered":"Sand, Kies, Gips: Warum Deutschland seine Umwelt weiter zerst\u00f6ren muss"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/shutterstock_2478186531-bcb2c0533eb8b6f8.jpeg\"  width=\"5000\" height=\"2809\"  alt=\"Haufen Kies und Sand auf Lager f\u00fcr Baustelle\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Unkas Photo \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/pile-gravel-sand-on-warehouse-construction-2478186531\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Deutschland braucht Rohstoffe f\u00fcr Bauprojekte. Recycling allein kann den Bedarf nicht decken. Doch woher sollen die Rohstoffe kommen, wenn nicht aus heimischen B\u00f6den?<\/p>\n<p>Neuer Wohnraum, moderne Infrastruktur, klimaneutrales Wirtschaften \u2013 die Herausforderungen der kommenden Jahre sind gro\u00df. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie ben\u00f6tigen gro\u00dfe Mengen an mineralischen Rohstoffen wie Kies, Sand, Naturstein, Kalkstein, Ton und Gips.<\/p>\n<p>Eine aktuelle Studie des RWI \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundesverbandes Baustoffe \u2013 Steine und Erden e. V. (bbs) zeigt nun: Auch im Jahr 2045 wird Deutschland noch stark von der Gewinnung heimischer Prim\u00e4rrohstoffe abh\u00e4ngig sein \u2013 trotz aller Bem\u00fchungen um mehr Recycling. <\/p>\n<p>Studie untersucht zwei Szenarien bis 2045<\/p>\n<p>Die RWI-Forscher haben in ihrer Studie zwei m\u00f6gliche Szenarien bis zum Jahr 2045 durchgespielt: eines mit einem moderaten Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 0,9 Prozent pro Jahr und eines mit einem schwachen Wachstum von nur 0,1 Prozent pro Jahr.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Selbst bei schwachem Wirtschaftswachstum wird die Nachfrage nach Prim\u00e4rrohstoffen im Jahr 2045 noch bei 452 Millionen Tonnen liegen. Das w\u00e4ren zwar 18,5 Prozent weniger als heute. Aber der Bedarf bliebe enorm.<\/p>\n<p>Und auch der Anteil der Sekund\u00e4rrohstoffe aus dem Recycling am gesamten Rohstoffbedarf wird der Studie zufolge nicht dramatisch steigen: von heute 15,2 Prozent auf maximal 16,3 Prozent im Jahr 2045, <a href=\"https:\/\/www.rwi-essen.de\/presse\/wissenschaftskommunikation\/pressemitteilungen\/detail\/rwi-rohstoffstudie-die-nachfrage-nach-primaerrohstoffen-bleibt-auch-kuenftig-hoch\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rt RWI-Wissenschaftler Jochen Dehio<\/a>:<\/p>\n<blockquote class=\"rte__textbox-blockquote\">\n<p>Unsere Studie zeigt: Wir werden den Rohstoffbedarf auch k\u00fcnftig bei Weitem nicht alleine durch Sekund\u00e4rrohstoffe decken k\u00f6nnen. Wer mit neuem Deutschlandtempo Wohnungen bauen, die Infrastruktur modernisieren und die Klimawende schaffen will, braucht eine verantwortungsvolle heimische Rohstoffgewinnung.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Energiewende l\u00e4sst wichtige Rohstoffquellen versiegen<\/p>\n<p>Warum kann selbst eine deutliche Steigerung des Recyclings den Bedarf an Prim\u00e4rrohstoffen nicht decken? Ein Grund ist laut Studie, dass mit der Energiewende wichtige Quellen f\u00fcr Sekund\u00e4rrohstoffe allm\u00e4hlich versiegen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Gips-Dilemma-Wenn-der-Kraftwerksrauch-ausgeht-10253211.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Ein Beispiel ist REA-Gips<\/a>, der als Nebenprodukt bei der Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken anf\u00e4llt. Bis zu 60 Prozent des in Deutschland verwendeten Gipses stammten bislang aus dieser Quelle. Mit dem Kohleausstieg bis sp\u00e4testens 2038 wird diese Quelle jedoch versiegen.<\/p>\n<p>Die Gipsindustrie fordert deshalb, wieder verst\u00e4rkt nat\u00fcrliche Gipsvorkommen abzubauen, etwa im S\u00fcdharz. Doch Umweltsch\u00fctzer warnen vor der Zerst\u00f6rung einzigartiger Karstlandschaften. Eine Alternative w\u00e4re das verst\u00e4rkte Recycling von Gipsabf\u00e4llen, etwa aus Bauschutt. Doch das ist bislang noch deutlich teurer als der Abbau von Naturgips.<\/p>\n<p>Vereinfachte Genehmigungsverfahren gefordert<\/p>\n<p>Was also tun, um die Rohstoffversorgung auch in Zukunft zu sichern? Das RWI empfiehlt mehrere Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n<p>Erstens sollten Planungs- und Genehmigungsverfahren f\u00fcr den Rohstoffabbau vereinfacht und beschleunigt werden. Zweitens sollten regulatorische H\u00fcrden f\u00fcr das Recycling abgebaut werden. Und drittens sei es wichtig, das Bewusstsein und die Akzeptanz der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr eine nachhaltige heimische Rohstoffgewinnung zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Klar ist: Ohne eine sichere Versorgung mit mineralischen Rohstoffen kann Deutschland seine ehrgeizigen Ziele beim Wohnungsbau, bei der Modernisierung der Infrastruktur und bei der Transformation zur Klimaneutralit\u00e4t nicht erreichen. Der Weg dorthin f\u00fchrt \u00fcber technische Innovationen, kluge Regulierung und gesellschaftlichen Dialog. Denn eines macht die Studie deutlich: Recycling allein reicht nicht aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Bild:\u00a0Unkas Photo \/ Shutterstock.com) Deutschland braucht Rohstoffe f\u00fcr Bauprojekte. Recycling allein kann den Bedarf nicht decken. 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