{"id":901503,"date":"2026-03-27T19:13:17","date_gmt":"2026-03-27T19:13:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/901503\/"},"modified":"2026-03-27T19:13:17","modified_gmt":"2026-03-27T19:13:17","slug":"muenchen-bangt-wird-der-gasteig-zur-ewigen-ruine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/901503\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen bangt: Wird der Gasteig zur ewigen Ruine?"},"content":{"rendered":"<p>M\u00fcnchens teuerste aller offenen Fragen ist der <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/thema\/gasteig\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gasteig<\/a>. Wie geht es mit der Sanierung weiter? Kommt sie \u00fcberhaupt? Wann endet die Zwischennutzung durch die Fat Cat? \u00dcber alle diese Fragen hat sich der Bezirksausschuss Haidhausen-Au am Donnerstagabend in der Black Box informieren lassen.<\/p>\n<p><b>DIE GEGENWART<br \/><\/b> Im Sommer 2022 wurde der Gasteig ger\u00e4umt: Die Philharmonie, Teilbereiche der Volkshochschule und der Musikhochschule zogen nach Sendling um, die Stadtbibliothek er\u00f6ffnete ein Interim im Motorama gegen\u00fcber dem Kulturzentrum an der Rosenheimer Stra\u00dfe. Wegen ungekl\u00e4rter Finanzierungsfragen verz\u00f6gerte sich jedoch der Beginn der 2017 im Grundsatz vom Stadtrat beschlossenen Sanierung.<\/p>\n<p><b>WARUM SANIEREN?<br \/><\/b> Die f\u00fcr Besucher nicht sichtbare Haustechnik ist veraltet und teilweise nicht mehr genehmigungsf\u00e4hig. Es gibt Probleme mit dem Brandschutz, viele Bereiche sind nicht barrierefrei. Die Akustik der Philharmonie ist \u2013 vorsichtig gesagt \u2013 umstritten. B\u00fcros verschwenden viel Raum, die Bibliothek m\u00fcsste gegenw\u00e4rtigen Anforderungen angepasst werden.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1673728_artikelbild_1FNGNj_hq3UbV.jpg\" alt=\"Mit viel Dinderassabum und einem Marsch durch U-Bahn M\u00fcnchner Freiheit zog die Lach &amp; Schie\u00df von Schwabing nach Haidhausen in den Gasteig, respektive die Fat Cat ein.\" title=\"Mit viel Dinderassabum und einem Marsch durch U-Bahn M\u00fcnchner Freiheit zog die Lach &amp; Schie\u00df von Schwabing nach Haidhausen in den Gasteig, respektive die Fat Cat ein.\" width=\"812\" height=\"459\"\/><\/p>\n<p>      Mit viel Dinderassabum und einem Marsch durch U-Bahn M\u00fcnchner Freiheit zog die Lach &amp; Schie\u00df von Schwabing nach Haidhausen in den Gasteig, respektive die Fat Cat ein.<br \/>\n      \u00a9 Felix H\u00f6rhager, dpa<\/p>\n<p>    Mit viel Dinderassabum und einem Marsch durch U-Bahn M\u00fcnchner Freiheit zog die Lach &amp; Schie\u00df von Schwabing nach Haidhausen in den Gasteig, respektive die Fat Cat ein.<\/p>\n<p>von Felix H\u00f6rhager, dpa <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Rundum-Unterhaltung in der Fat Cat<\/p>\n<p><b>ZWISCHENNUTZUNG<br \/><\/b> Seit Juli 2023 nutzt die Fat Cat die R\u00e4ume: eine gemeinn\u00fctzige GmbH, die in den R\u00e4umen Kabarett, Comedy und Konzerte veranstaltet. Au\u00dferdem proben in den R\u00e4umen Ch\u00f6re, auch Ateliers wurden eingerichtet. Zuletzt zog die Lach &amp; Schie\u00df in den Kleinen Konzertsaal ein.<\/p>\n<p><b>WARUM DAUERT DAS?<br \/><\/b> Der Stadtrat beschloss 2017 die Generalsanierung nach dem Entwurf des B\u00fcros Henn. Die damalige Zweite B\u00fcrgermeisterin <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/person\/katrin-habenschaden\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Katrin Habenschaden<\/a> bevorzugte angesichts der hohen Kosten ein Investorenmodell. Doch es fand sich niemand. 2023 entschied sich der Stadtrat daher f\u00fcr ein &#8222;Partnering-Verfahren\u201c mit einem Generalunternehmer. Die M\u00fcnchner Raumordnungsgesellschaft (MRG), eine st\u00e4dtische GmbH, wurde mit der Durchf\u00fchrung beauftragt. Ihr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Benedikt Schwering informierte in der Black Box den Bezirksausschuss.<\/p>\n<p><b>STAND DER DINGE<br \/><\/b> Die MRG hat die Sanierung im September 2025 \u00fcber ein Vergabeportal auf den Markt gebracht. Laut Schwering haben mehrere Generalunternehmer ihr Interesse bekundet, und zwar ernsthaft. Ihnen wurden am Beginn des Jahres weitere Unterlagen \u00fcbergeben. Die Interessenten k\u00f6nnen bis Ende April ein Angebot abgeben. Diese Angebote werden von der MRG gepr\u00fcft. Dann werden im Sommer Details der Vertr\u00e4ge verhandelt. Im November soll dann ein Angebot vorliegen, \u00fcber das am 2. Februar 2027 der Stadtrat abstimmen wird.<\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1673729_artikelbild-50proz_1FNH1N_RP3suW.jpg\" alt=\"Wenn die Pl\u00e4ne von Henn Architekten umgesetzt werden, sollte der Gasteig nach der Sanierung so aussehen.\" title=\"Wenn die Pl\u00e4ne von Henn Architekten umgesetzt werden, sollte der Gasteig nach der Sanierung so aussehen.\" width=\"406\" height=\"456\"\/><\/p>\n<p>      Wenn die Pl\u00e4ne von Henn Architekten umgesetzt werden, sollte der Gasteig nach der Sanierung so aussehen.<br \/>\n      \u00a9 Henn Architekten<\/p>\n<p>    Wenn die Pl\u00e4ne von Henn Architekten umgesetzt werden, sollte der Gasteig nach der Sanierung so aussehen.<\/p>\n<p>von Henn Architekten <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Ziemlich sicher: 600 bis 700 Millionen Euro f\u00fcr die Sanierung<\/p>\n<p><b>FINANZIERUNG<br \/><\/b> 2023 wurde ein Kostendeckel von 450 Millionen beschlossen. Angesichts der gestiegenen Baukosten gelten derzeit 600 bis 700 Millionen als realistisch. Schwering nannte ausdr\u00fccklich keine Zahlen, weil dar\u00fcber nur in nicht \u00f6ffentlichen Stadtratssitzungen beraten wurde. Die anwesende Vertreterin des Referats f\u00fcr Arbeit und Wirtschaft versprach in dem Punkt k\u00fcnftig mehr Transparenz. Schwering erl\u00e4uterte aber das Konzept: Der Betrag wird in mehreren Tranchen am Kapitalmarkt beschafft. Nach Fertigstellung vermietet die MRG den Gasteig an die Stadt. In \u00e4hnlicher Weise wurde bereits der Bau in den 1980er Jahren \u00fcber ein Leasing-Modell finanziert.<\/p>\n<p><b>SO GROSS IST DER GASTEIG<br \/><\/b> Das st\u00e4dtische Kulturzentrum, so Schwering, sei gr\u00f6\u00dfer als das ebenfalls sanierungsreife Centre Pompidou in Paris. Und er habe mehr R\u00e4ume als Versailles, so Norbert Wiesmann, der Leiter des Gasteig-Geb\u00e4udemanagements. Die Nutz- und Funktionsfl\u00e4chen umfassen 90.000 Quadratmeter. Mit einem Bau allein ist es nie getan: Eine Sanierung nach 30 Jahren sei Normalit\u00e4t in der Immobilienwirtschaft.<\/p>\n<p><b>ENDE DER FAT CAT<br \/><\/b> Die allgemein als gro\u00dfen Erfolg gewertete Zwischennutzung endet am 30. September. Dann wird das Geb\u00e4ude durch die Haustechniker der Gasteig GmbH stillgelegt. Teile der Einrichtung werden versteigert.<\/p>\n<p>Fertig? Silvester 2034 \u2013 wenn es gut l\u00e4uft<\/p>\n<p><b>WIE ES WEITERGEHT<br \/><\/b> W\u00e4hrend der Generalunternehmer plant, entsorgt ein anderes Unternehmen Schadstoffe und versetzt den Gasteig in den Rohbauzustand. 2029 beginnt die eigentliche Sanierung. Sie soll viereinhalb Jahre dauern. Danach wird das Geb\u00e4ude etwa eineinhalb Jahre Schritt f\u00fcr Schritt in Betrieb genommen. Schwering rechnet mit der Er\u00f6ffnung zu Silvester 2034. &#8222;Halten Sie sich den Termin frei\u201c, so seine optimistische Aussage.<\/p>\n<p><b>EWIGE RUINE<br \/><\/b> Bei der Veranstaltung wurde der Zeitplan kritisiert: Man beginne mit der R\u00e4umung, w\u00e4hrend noch gar kein Generalunternehmer feststehe. Mitglieder des Bezirksausschusses f\u00fcrchten eine ewige Ruine. Schwering betonte, dass die Ausschreibung bereits Fakten geschaffen habe. Dass das Geld nicht komplett bewilligt sei, m\u00f6ge man nicht \u00fcberbewerten. Es sei \u00fcblich, die Finanzierung von Gro\u00dfprojekten in mehrere Tranchen aufzuteilen.<\/p>\n<p><b>HAUS F\u00dcR KINDER<br \/><\/b> Die Gasteig GmbH will im Haus f\u00fcr Kinder an der Kellerstra\u00dfe 8 eine Bauleitung einrichten. Schwering \u00e4u\u00dferte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Kritik an dieser Entscheidung. Aber ein Betrieb als Kindertagesst\u00e4tte sei nicht sinnvoll, wenn rund um das Geb\u00e4ude Tieflader Bauschutt und Schadstoffe abtransportieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p><b>BAUL\u00c4RM<br \/><\/b> Anwohner bef\u00fcrchten Baul\u00e4rm. Die Anlieferung der Baustelle soll \u00fcber die Kellerstra\u00dfe erfolgen. Ein Mitglied des Bezirksausschusses wollte durch einen Antrag verbindlich den Einsatz von Elektro-LKWs vorschreiben. Das sei unrealistisch, so Schwering, man k\u00f6nne derlei dem Generalunternehmer nicht vorschreiben.<\/p>\n<p><b>WEITERE KRITIK<br \/><\/b> 2034 wird der Gasteig mit einem dann fast 20 Jahre alten Nutzungskonzept ohne die Erfahrungen der Fat Cat er\u00f6ffnet. Schwering lie\u00df Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Einwand durchblicken. Aber: \u00d6ffentliches Bauen ist deshalb teuer, weil die Planungen immer wieder ge\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Der Freistaat dreht eigene Pirouetten<\/p>\n<p><b>DER FREISTAAT<br \/><\/b> In einer Wortmeldung wurde angesichts knapper Kassen eine Zusammenarbeit mit dem Freistaat angemahnt, der im <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/werksviertel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werksviertel<\/a> einen eigenen Konzertsaal bauen will. Schwering verwies in dieser Frage auf die Politik. Kunstminister <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/person\/markus-blume\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Markus Blume<\/a> hat mehrfach eine Zusammenarbeit mit der Stadt beim Gasteig abgelehnt. Der Freistaat wolle die eingegangenen Verpflichtungen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><b>NACH DER WAHL<br \/><\/b> Die neue Rathaus-Koalition hat sich noch nicht gebildet. Gr\u00fcne und <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/csu\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CSU<\/a> bef\u00fcrworten die Generalsanierung, bei der <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/spd\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a> schimmerte bei aller grunds\u00e4tzlichen Bereitschaft eine Skepsis angesichts der hohen Kosten durch. <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/person\/dieter-reiter\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dieter Reiter<\/a> war kein Fan des Projekts. Der k\u00fcnftige Oberb\u00fcrgermeister <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/person\/dominik-krause\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dominik Krause<\/a> war als Zweiter B\u00fcrgermeister Aufsichtsratsvorsitzender der Gasteig GmbH.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"M\u00fcnchens teuerste aller offenen Fragen ist der Gasteig. 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