{"id":902828,"date":"2026-03-28T08:07:47","date_gmt":"2026-03-28T08:07:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/902828\/"},"modified":"2026-03-28T08:07:47","modified_gmt":"2026-03-28T08:07:47","slug":"hochleistungschips-auch-mit-europaeischer-fertigungstechnologie-realisierbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/902828\/","title":{"rendered":"\u201eHochleistungschips auch mit europ\u00e4ischer Fertigungstechnologie realisierbar\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/INCIRT.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-197015\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/INCIRT.jpg\" alt=\"Das Incirt-Team entwickelt in Aachen schnelle Datenwandler. Foto: Incirt\" width=\"1000\" height=\"519\"  \/><\/a>Das Incirt-Team entwickelt in Aachen schnelle Datenwandler. Foto: Incirt<\/p>\n<p>Incirt aus Aachen l\u00e4sst schnelle Datenwandler f\u00fcr Raumfahrt bei Globalfoundries Dresden statt in Fernost in Silizium gie\u00dfen<\/p>\n<p><strong>Aachen\/Dresden<\/strong>, 27. M\u00e4rz 2026. Viele Tech-Firmengr\u00fcnder haben zwar eine innovative Idee, oft genug aber fehlt ihnen die eigene Fabrik, um das neue Tech-Produkt auch herstellen zu k\u00f6nnen. Viele greifen deshalb auf preiswerte Auftragsfertiger (\u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Foundry\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Foundries<\/a>\u201c) aus Fernost zur\u00fcck \u2013 die niedrigen Kosten dort erscheinen unschlagbar. Nicht so Oner Hanay: \u201eWir zeigen, dass Hochleistungschips auch mit europ\u00e4ischer Fertigungstechnologie realisierbar sind\u201c, erkl\u00e4rt der Mitgr\u00fcnder und Chef der Aachener Mikroelektronik-Firma \u201e<a href=\"https:\/\/www.incirt.de\/company\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Incirt<\/a>\u201c. \u201eDas ist technologisch wie strategisch ein entscheidender Schritt in Richtung digitaler Souver\u00e4nit\u00e4t Europas.\u201c<\/p>\n<p>Gr\u00fcnder wollen \u201eAbh\u00e4ngigkeit von hochskalierter, au\u00dfereurop\u00e4ischer Fertigung\u201c vermeiden<\/p>\n<p>Deshalb hat Incirt nun <a href=\"https:\/\/news.cision.com\/de\/corporate-team\/r\/incirt-schliesst-finanzierungsrunde-uber-4-8-millionen-euro-ab,c4326412\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">4,8 Millionen Euro Risikokapital eingesammelt<\/a>. Mit dem Geld kann die Ausgr\u00fcndung der RWTH Aachen ihre schnellen Datenwandler f\u00fcr Satelliten nicht nur weiterentwickeln, sondern auch gleich herstellen lassen: nicht in Taiwan, China oder Korea, sondern in der Globalfoundries-Chipfabrik in Dresden. \u201eDas Einzigartige unserer Produkte ist \u2013 neben den \u00fcberragenden technischen Eigenschaften \u2013 dass die Produktion in Europa und eben nicht nur in den USA oder Asien stattfinden kann\u201c, erl\u00e4utert das Unternehmen auf Oiger-Anfrage diese Entscheidung. \u201eDie Chips werden auf 22-Nanometer-Technologie in Europa gefertigt und erm\u00f6glichen damit leistungsf\u00e4hige Halbleiterproduktion ohne Abh\u00e4ngigkeit von hochskalierter, au\u00dfereurop\u00e4ischer Fertigung. Statt immer kleinerer Strukturen steht bessere Architektur im Mittelpunkt.\u201c<\/p>\n<p>Seit Corona mehren sich die Lieferketten-St\u00f6rungen \u2013 nahe und zus\u00e4tzliche Chip-Quellen in Europa werden daher beliebter<\/p>\n<p>Diese Argumente z\u00e4hlen seit Corona doppelt: Schon w\u00e4hrend der Pandemie legten nicht nur staatliche Auflagen, sondern auch daraus erwachsende Lieferketten-St\u00f6rungen viele Produktionsst\u00e4tten weltweit lahm. Dass dies keine singul\u00e4re Krise war, zeigten in den Folgejahren der <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2022\/08\/07\/24-containerschiffe-vor-deutschland-im-stau\/183898\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schiffsunfall im Suezkanal<\/a>, der russische Angriff auf die Ukraine, mehrere <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2024\/04\/11\/speicherchip-fabriken-starten-nach-erdbeben-in-taiwan-wieder\/190492\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erdbeben,<\/a> Br\u00e4nde oder <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2021\/02\/18\/wintereinbruch-friert-samsungs-chipproduktion-in-texas-ein\/177936\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wintersch\u00e4den in Halbleiterfabriken<\/a> weltweit, die <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2025\/10\/30\/nexperia-chipkrise-sachsen-will-mikroelektronik-ausbau-forcieren\/195600\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nexperia-Krise<\/a>, Donald Trumps <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2024\/09\/23\/ifo-trump-koennte-mit-seinen-handelskriegen-deutsche-exporte-um-15-prozent-druecken\/192404\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wirtschaftskriege gegen den Rest der Welt<\/a>, au\u00dferdem j\u00fcngst der israelisch-amerikanische <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2026\/03\/12\/wegen-angriffskrieg-von-usa-und-israel-ifo-senkt-deutsche-wachstumsprognose\/196893\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angriffskrieg gegen den Iran<\/a>. Seither m\u00fchen sich viele europ\u00e4ische Unternehmen darum, beispielsweise zus\u00e4tzliche Chip-Quellen in Europa zu erschlie\u00dfen, um zumindest nicht ausschlie\u00dflich auf Lieferanten in China oder Taiwan angewiesen zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Shuttle_Wafer-ChatGPT-Image-18.-Nov.-2025-08_08_06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-195741\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Shuttle_Wafer-ChatGPT-Image-18.-Nov.-2025-08_08_06.jpg\" alt=\"Auf &quot;Shuttle&quot;- bzw. &quot;Projekte&quot;-Wafern teilen sich mehrere Startups, Mittelst\u00e4ndler, Forschungsinstitute oder andere kleine Auftraggeber mit ihren Chips in jeweils eine gro\u00dfe Siliziumscheibe hinein. F\u00fcr Globalfoundries Dresden geh\u00f6rt auch dies zu Gesch\u00e4ftsmodell - und auch TSMC plant solch eine Sparte in seiner Dresdner Fab. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt\" width=\"1000\" height=\"667\"  \/><\/a>Auf \u201eShuttle\u201c- bzw. \u201eProjekte\u201c-Wafern teilen sich mehrere Startups, Mittelst\u00e4ndler, Forschungsinstitute oder andere kleine Auftraggeber mit ihren Chips in jeweils eine gro\u00dfe Siliziumscheibe hinein. F\u00fcr Globalfoundries Dresden geh\u00f6rt auch dies zu Gesch\u00e4ftsmodell \u2013 und auch TSMC plant solch eine Sparte in seiner Dresdner Fab. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>\u201eMulti-Projekt-Wafer\u201c f\u00fcr Mittelstand und Ausgr\u00fcndungen: Europas Megafabs sind sich auch f\u00fcr Kleinauftr\u00e4ge nicht zu schade<\/p>\n<p>Hinzu kommen neue M\u00f6glichkeiten, die europ\u00e4ische Foundries f\u00fcr den Mittelstand und \u201eStart-ups\u201c bieten. F\u00fcr den s\u00e4chsischen Ableger des US-Auftragsfertigers \u201eGlobalfoundries\u201c (Glofo) beispielsweise, der noch in den 90er und 2000er Jahren in AMD-Regie noch Computerprozessoren auf Masse baute, sind solche kleineren Auftr\u00e4ge wie aus Aachen l\u00e4ngst Teil des Gesch\u00e4ftsmodelles geworden: Einen Teil der Siliziumscheiben, die Europas gr\u00f6\u00dfte Reinraum-Fab durchlaufen, enthalten als \u201eShuttle-Wafer\u201c beziehungsweise \u201eMulti Project Wafer\u201c Kleinserien oder Prototypen innovativer Schaltkreise, die Jungunternehmen, Mittelst\u00e4ndler oder Uni-Institute bei den Dresdnern bestellt haben. Normalerweise sind solche Serien in modernen Megafabs f\u00fcr solche kleinen Auftraggeber viel zu teuer, schon allein wegen der hohen Kosten f\u00fcr die Chipbelichtungsmasken. Durch das Shuttle-Wafer-Prinzip k\u00f6nnen sich aber eben mehrere Kunden in jeweils ein Produktionslos hinein teilen, das f\u00fcr sie \u00fcberhaupt erst erschwinglich wird.<\/p>\n<p>Chipfabrik \u201eum die Ecke\u201c ist Chance f\u00fcr Innovatoren<\/p>\n<p>Beispiele daf\u00fcr sind etwa die neuronalen Schaltkreise, die TU-Forscher f\u00fcr einen gehirn\u00e4hnlichen Computer bei Glofo in Auftrag gegeben hatten, die Prozessoren und Signalchips aus dem Barkhausen-Institut Dresden, die Marathon-L\u00e4ufer-Tracker von \u201e<a href=\"https:\/\/oiger.de\/2021\/09\/13\/kallisto-aus-dresden-wacht-ueber-marathon-laeufer\/180557\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Racemap<\/a>\u201c oder die KI-Beschleuniger der TU M\u00fcnchen, die <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2025\/05\/27\/muenchner-professor-laesst-neue-ki-beschleuniger-in-dresden-bauen\/194501\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Prof. Hussam Amrouch ausdr\u00fccklich in der Dresdner Glofo-Technologie auf 22FDX-Basis fertigen lassen will<\/a>, weil die besonders stromsparsame Elektronik m\u00f6glich macht. Generell nutzen gerade in Sachsen viele kleinere Unternehmen und Institute die besonderen M\u00f6glichkeiten, die sich ergeben, weil im Gro\u00dfraum Dresden gleich mehrere Chip-Foundries \u201eum die Ecke\u201c zu finden sind.<\/p>\n<blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Amrouch_KI-Chip.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-194503\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Amrouch_KI-Chip.jpg\" alt=\"Prof. Hussam Amrouch zeigt seinen KI-Chip. Foto: Andreas Heddergott f\u00fcr die TU M\u00fcnchen\" width=\"670\" height=\"377\"  \/><\/a>Prof. Hussam Amrouch zeigt seinen KI-Chip. Foto: Andreas Heddergott f\u00fcr die TU M\u00fcnchen<\/p>\n<p><strong><br \/>\u201eDer Energiehunger K\u00fcnstlicher Intelligenz ist eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der ganzen KI-Entwicklung. Daf\u00fcr empfiehlt sich die sparsame Globalfoundries-Technologie besonders. Es ist ja auch kein Zufallm, dass in so vielen Handys Globalfoundries-Chiptechnik steckt.\u201c<br \/><\/strong>Prof. Hussam Amrouch, TU M\u00fcnchen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Solche vergleichsweise preiswerten Chip-Kleinserien per Gro\u00dffoundry-Auftrag sind mittlerweile in Sachsen und ganz Deutschland so gefragt, dass <a href=\"https:\/\/oiger.de\/2025\/11\/18\/mittelstand-und-forscher-teilen-sich-die-grossen-chipwaffeln\/195739\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">auch der taiwanesische Platzhirsch \u201eTSMC\u201c einen Teil der Kapazit\u00e4ten in seiner entstehenden Dresdner Megafab f\u00fcr Projekt-Wafer reservieren will<\/a>. Und Spezialauftragsfertiger wie die ostdeutsch-belgische X-Fab machen ohnehin schon seit Jahr und Tag gro\u00dfe Teile ihrer Ums\u00e4tze mit eher kleinen Auftraggebern.<\/p>\n<p>Aachener wollen mit ihren schnellen Datenwandlern Tausende Satelliten ausr\u00fcsten<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu \u201eIncirt\u201c: Das Gr\u00fcnderteam hofft, mit seinen neuen Datenwandlern \u201eMade in Germany\u201c in der Raumfahrt einen Volltreffer zu landen: \u201eUnsere Architektur erm\u00f6glicht Leistungssteigerungen, die mit klassischer Halbleiterentwicklung kaum noch erreichbar sind\u201c, sch\u00e4tzt Incirt-Chef Hanay ein. Die neue Generation von Datenwandlern aus Aachen werde eine bis zu 100-mal schnellere Datenwandlung erm\u00f6glichen als bisherige Ans\u00e4tze \u2013 und dies, dank der Glofo-Halbleiterarchitektur, bei sehr geringem Energieverbrauch. Nachfrage wittert Hanay beim Ausbau der Handy-Netze, vor allem aber in der orbitalen Raumfahrt: \u201eDas schafft Spielraum im begrenzten Power-Budget, erlaubt mehr Antennen pro Satellit, mehr Daten pro Orbit und eine l\u00e4ngere Missionsdauer.\u201c Ein klares Ziel hat sein Team bereits vor Augen: \u201eIn zehn Jahren werden alle europ\u00e4ischen Satellitenkonstellationen \u2013 wir sprechen von 5000 bis 10.000 St\u00fcck \u2013 mit Incirt-Technologie ausger\u00fcstet sein.\u201c<\/p>\n<p>Autor: Heiko Weckbrodt<\/p>\n<p>Quellen: Incirt, Oiger-Archiv<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"285\" height=\"284\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Oiger-001.jpg\" alt=\"Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt\" class=\"wp-image-80160\" style=\"width:130px;height:auto\"  \/><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-e7a7d44989b57757e168b6fff7193e32\" style=\"color:#185c84\"><strong>Ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr Oiger.de!<\/strong><\/p>\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-918b69199ff2c1183b359612d6a15f37\" style=\"color:#154966\"><strong>Ohne hinreichende Finanzierung ist unabh\u00e4ngiger Journalismus nach professionellen Ma\u00dfst\u00e4ben nicht dauerhaft m\u00f6glich. 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