{"id":903094,"date":"2026-03-28T10:44:19","date_gmt":"2026-03-28T10:44:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/903094\/"},"modified":"2026-03-28T10:44:19","modified_gmt":"2026-03-28T10:44:19","slug":"hinter-binge-eating-stehen-oft-verarbeitete-lebensmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/903094\/","title":{"rendered":"Hinter Binge Eating stehen oft verarbeitete Lebensmittel"},"content":{"rendered":"<p>Bei Essanf\u00e4llen landen selten Obst oder Gem\u00fcse auf dem Teller. Stattdessen tauchen immer wieder dieselben Produkte auf: Kuchen, Kekse, Eiscreme und Schokolade. Dass das kein Zufall sein k\u00f6nnte, legt eine neue <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1002\/eat.70069\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Studie <\/a>der <a href=\"https:\/\/news.umich.edu\/processed-foods-may-be-fueling-the-rise-in-binge-eating\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">University of Michigan<\/a> nahe.<\/p>\n<p>Der Befund ist so relevant, weil Binge Eating lange vor allem als psychisches oder pers\u00f6nliches Problem galt. Die ausgewerteten Studien aus den Jahren 1973 bis 2023 richten den Blick nun st\u00e4rker auf das, was bei Essanf\u00e4llen tats\u00e4chlich gegessen wird. Dabei tauchen auffallend oft verarbeitete Lebensmittel auf, die viel <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/zucker-im-mund-der-angriff-auf-die-zaehne-beginnt-sofort\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Zucker<\/a>, Wei\u00dfmehl und Fett enthalten.<\/p>\n<p>Verarbeitete Lebensmittel f\u00fchren oft zu Binge Eating<\/p>\n<p>In allen 41 ausgewerteten Studien tauchte bei einem Essanfall mindestens ein stark verarbeitetes Lebensmittel auf. Insgesamt erfassten die Autoren 404 verschiedene Lebensmittel. Davon ordneten sie 70,3 Prozent als stark verarbeitet ein. Nur 14,9 Prozent galten als wenig verarbeitet.<\/p>\n<p>Auch bei der Auswahl zeigt sich ein klares Muster. Besonders oft genannt wurden:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Kuchen (20 Nennungen)<\/li>\n<li>Eiscreme (19)<\/li>\n<li>Kekse (18)<\/li>\n<li>Schokolade (16)<\/li>\n<li>Sandwiches (13)<\/li>\n<li>Geb\u00e4ck (12)<\/li>\n<li>Pizza (11)<\/li>\n<li>Chips (10)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Frische Lebensmittel spielen dagegen kaum eine Rolle. Obst und Gem\u00fcse wurden jeweils nur neunmal genannt. Auff\u00e4llig ist au\u00dferdem: Kein Datensatz beschreibt Essanf\u00e4lle, die ausschlie\u00dflich aus wenig verarbeiteten Lebensmitteln bestehen.<\/p>\n<p>Immer wieder dieselben Produkte tauchen bei Essanf\u00e4llen auf<\/p>\n<p>\u201eWenn Menschen Essanf\u00e4lle haben, stehen selten Brokkoli oder \u00c4pfel auf dem Speiseplan\u201c, sagt die leitende Autorin <a href=\"https:\/\/lsa.umich.edu\/psych\/people\/research-staff\/worthin.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Ingrid Worth<\/a>. Das zeigt sich durch die gesamte Auswertung: Immer wieder tauchen dieselben stark verarbeiteten Produkte auf.<\/p>\n<p>Das Bild bleibt dabei \u00fcber L\u00e4nder und Jahrzehnte hinweg erstaunlich \u00e4hnlich. Die meisten Studien stammen zwar aus den USA und aus Gro\u00dfbritannien. Am Ergebnis \u00e4ndert das aber wenig. Auch in neueren Arbeiten dominieren stark <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/wer-abnehmen-will-sollte-hochverarbeitete-lebensmittel-meiden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">verarbeitete Lebensmittel<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Die Zahlen der Auswertung<\/strong>:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In 100 Prozent der Studien tauchen stark verarbeitete Lebensmittel auf<\/li>\n<li>Nur 31,7 Prozent nennen \u00fcberhaupt wenig verarbeitete Produkte<\/li>\n<li>56,1 Prozent enthalten unklare Angaben wie \u201eSnacks\u201c oder \u201eBrot\u201c<\/li>\n<li>14,9 Prozent der Lebensmittel lassen sich nicht eindeutig einordnen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Seit den 1970ern ver\u00e4ndert sich die Ern\u00e4hrung grundlegend<\/p>\n<p>Parallel dazu hat sich auch das Lebensmittelangebot stark ver\u00e4ndert. Seit den 1970er-Jahren breiten sich industriell hergestellte Produkte immer weiter aus. Sie sind billig, lange haltbar und fast \u00fcberall sofort verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit taucht Binge Eating auch in der Fachliteratur deutlich h\u00e4ufiger auf. Diese zeitliche Entwicklung f\u00e4llt auf. Sie liefert den Rahmen f\u00fcr das Muster, das sich durch die Auswertung zieht.<\/p>\n<p>Warum stark verarbeitete Lebensmittel besonders h\u00e4ufig gew\u00e4hlt werden<\/p>\n<p>\u201eDiese Lebensmittel sind gezielt so entwickelt, dass sie besonders auf das Belohnungszentrum wirken und man sich daran leicht \u00fcberessen kann\u201c, erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/experts.umich.edu\/2416-ashley-gearhardt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Ashley Gearhardt<\/a> von der University of Michigan. Gemeint sind Produkte mit raffinierten Kohlenhydraten und Fetten, die schnell Energie liefern und besonders intensiv schmecken.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit. Superm\u00e4rkte, Lieferdienste und Automaten bieten rund um die Uhr Zugang zu solchen Lebensmitteln. Entscheidungen fallen oft spontan \u2013 und unter Stress.<\/p>\n<p>Pers\u00f6nliche Faktoren bleiben wichtig. Emotionen, Anspannung oder Gewohnheiten spielen eine Rolle. Doch die Auswahl der Lebensmittel folgt offenbar einem klaren Muster. Sie ist eng mit dem Angebot verbunden, das jederzeit greifbar ist.<\/p>\n<p>Forschung k\u00e4mpft mit unklaren Angaben zu Lebensmitteln<\/p>\n<p>Ein Problem steckt in den Daten selbst. Viele Studien beschreiben die gegessenen Lebensmittel nur sehr grob. Oft stehen dort nur Begriffe wie \u201eFast Food\u201c oder \u201eSnack\u201c. Was genau auf dem Teller lag, bleibt damit h\u00e4ufig offen.<\/p>\n<p>Das erschwert die Auswertung deutlich. In mehr als der H\u00e4lfte der Studien lassen sich einzelne Lebensmittel deshalb nicht sauber einordnen. H\u00e4ufig fehlen auch Angaben dazu, wie viel gegessen wurde.<\/p>\n<p><strong>Weitere Schw\u00e4chen kommen hinzu:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>65,9 Prozent der Studien machen keine genaueren Angaben zur Herkunft der Teilnehmer<\/li>\n<li>Nur 12,2 Prozent enthalten Informationen zum Einkommen<\/li>\n<li>82,9 Prozent untersuchen Erwachsene<\/li>\n<li>38 von 41 Studien arbeiten mit \u00fcberwiegend weiblichen Teilnehmern<\/li>\n<li>In 68,3 Prozent der F\u00e4lle beruhen die Angaben auf Erinnerungen aus Interviews<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese L\u00fccken ziehen sich durch viele Arbeiten. Die Autoren verlangen deshalb pr\u00e4zisere Angaben dazu, was genau gegessen wurde, in welcher Menge und unter welchen klinischen und pers\u00f6nlichen Voraussetzungen die Daten erhoben wurden. Nur so k\u00f6nnen die Daten verl\u00e4ssliche Ergebnisse liefern.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine Auswertung von 41 Studien zeigt: Bei Binge Eating werden besonders oft stark verarbeitete Lebensmittel wie Kuchen, Eis, Kekse und Schokolade gegessen.<\/li>\n<li>Essanf\u00e4lle h\u00e4ngen damit nicht nur mit Gef\u00fchlen und Kontrollverlust zusammen, sondern auff\u00e4llig oft auch mit Lebensmitteln selbst.<\/li>\n<li>Von 404 erfassten Lebensmittelangaben waren 70,3 Prozent stark verarbeitet, nur 14,9 Prozent wenig verarbeitet, und in allen 41 Studien tauchte mindestens ein stark verarbeitetes Produkt auf.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbrigens: <\/strong>W\u00e4hrend bei Binge Eating oft immer dieselben stark verarbeiteten Produkte auftauchen, zeigt eine weitere Studie, wie gezielt die Lebensmittelindustrie genau solche Produkte f\u00fcr junge Menschen attraktiv macht. Schon ein kurzes Video \u00fcber diese Strategien kann die Sicht auf Chips, Pommes und Fertigpizza ver\u00e4ndern. Mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesellschaft\/gezielt-verfuehrt-manipulation-durch-die-lebensmittelindustrie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Bild: \u00a9 <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/frau-isst-burger-7qeQXRppR9o\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Unsplash<\/a><\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei Essanf\u00e4llen landen selten Obst oder Gem\u00fcse auf dem Teller. Stattdessen tauchen immer wieder dieselben Produkte auf: Kuchen,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":903095,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[137],"tags":[177065,29,5763,198263,5769,139571,597,30,141,232,702,26916,9120],"class_list":["post-903094","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-binge-eating","tag-deutschland","tag-ernaehrung","tag-essanfaelle","tag-essstoerung","tag-fertigprodukte","tag-forschung","tag-germany","tag-gesundheit","tag-health","tag-lebensmittel","tag-lebensmittelindustrie","tag-psyche"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116306396136921986","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/903094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=903094"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/903094\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/903095"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=903094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=903094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=903094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}