{"id":905140,"date":"2026-03-29T06:54:14","date_gmt":"2026-03-29T06:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/905140\/"},"modified":"2026-03-29T06:54:14","modified_gmt":"2026-03-29T06:54:14","slug":"europa-profitiert-mehr-von-ukraine-aufbau-als-usa-suedtirol-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/905140\/","title":{"rendered":"Europa profitiert mehr von Ukraine-Aufbau als USA \u2013 S\u00fcdtirol News"},"content":{"rendered":"<p>Von: apa<\/p>\n<p>Ein polnischer Experte ist Bef\u00fcrchtungen entgegen getreten, dass die USA gr\u00f6\u00dferen Nutzen vom Wiederaufbau der Ukraine ziehen werden als Europa. \u201cIn gewissem Ausma\u00df ist das schon wahr\u201d, r\u00e4umt Bogdan Zawadewicz im APA-Interview ein. Wegen der geografischen N\u00e4he haben europ\u00e4ische Unternehmen aber einen weit besseren Zugang zum ukrainischen Markt \u201cund werden st\u00e4rker profitieren als die Amerikaner\u201d, so der Beauftragte f\u00fcr die Ukraine-Wiederaufbaukonferenz im Juni in Danzig.<\/p>\n<p>Zawadewicz verteidigt den Zugang, bereits vor Kriegsende in den Wiederaufbau zu investieren. Lasse man den Energiesektor beiseite, seien n\u00e4mlich haupts\u00e4chlich die besetzten Gebiete sowie jene in unmittelbarer Frontn\u00e4he von Zerst\u00f6rungen betroffen. Dort werde auch nicht investiert. Entsprechend unpassend sei auch der Begriff \u201cWiederaufbau\u201d. \u201cWir schlagen daher den Begriff Modernisierung vor\u201d, so der Leiter der Abteilung f\u00fcr Geo\u00f6konomische Risikoabw\u00e4gung der Polnischen Entwicklungsbank BGK. Dabei gehe es um verschiedene Dinge wie etwa die EU-Integration, Reformen oder auch die Verbesserung der Infrastruktur.<\/p>\n<p><strong>Milliardenhilfe soll \u201cin Form von Sicherheit zur\u00fcckkommen\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Die Milliardenhilfen f\u00fcr die Ukraine d\u00fcrften nicht unter rein finanziellen Gesichtspunkten gesehen werden. \u201cWenn man sich die Zahlen ansieht, dann ist klar, dass man das wohl nicht wieder zur\u00fcckbekommen wird. Aber wir werden es in Form von Sicherheit zur\u00fcckbekommen\u201d, betont Zawadewicz. Die Ukraine k\u00e4mpfe n\u00e4mlich nicht nur f\u00fcr sich, sondern f\u00fcr den europ\u00e4ischen Lebensstil und seine Werte. \u201cEs geht hier nicht nur um Territorium, sondern um etwas viel Gr\u00f6\u00dferes, das riesige Auswirkungen auf uns alle haben wird.\u201d<\/p>\n<p>Befragt zum Thema Korruption meint Zawadewicz, das Problem sei \u201cnicht so gro\u00df wie es in den Medien dargestellt wird, aber auch nicht so klein wie wir es gerne h\u00e4tten\u201d. Korruption lasse sich am wirksamsten bek\u00e4mpfen, wenn es demokratische Rechenschaftspflicht gebe. Daran mangle es aber in Kriegszeiten. \u201cDie regierenden Eliten sehen sich nicht dem Risiko ausgesetzt, die Macht zu verlieren.\u201d Die vom Westen tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzte Anti-Korruptions-Beh\u00f6rde sei kein gleichwertiger Ersatz f\u00fcr demokratische Kontrollmechanismen.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass dem Land die Kapazit\u00e4ten zur Umsetzung der geforderten Reformen fehlten. \u201cWir sehen, dass das ukrainische Parlament zwar jegliche Reform beschlie\u00dft, es bei der Umsetzung und Durchsetzung aber ein riesiges Problem gibt. Nicht wegen fehlenden politischen Willens, sondern wegen mangelnder institutioneller Kapazit\u00e4ten\u201d, so Zawadewicz etwa mit Blick auf fehlende Beamte auf allen Ebenen.<\/p>\n<p><strong>Ukraine in besserer Ausgangsposition als Westbalkan-Staaten<\/strong><\/p>\n<p>Der Politikwissenschafter war jahrelang auf dem Westbalkan t\u00e4tig. Grunds\u00e4tzlich sieht er die Ukraine in einer besseren Startposition als die dortigen Nachkriegsgesellschaften. Anders als dort gebe es in der Ukraine heute n\u00e4mlich keine ethnischen oder religi\u00f6sen Konflikte. Dazu kommt, dass es auf europ\u00e4ischer Seite \u201cviel Entschlossenheit gibt, die Ukraine in die westlichen Strukturen zu integrieren\u201d.<\/p>\n<p>Die soziodemografischen Herausforderungen sind allerdings \u00e4hnlich wie in den Westbalkan-Staaten. Zawadewicz erwartet n\u00e4mlich, dass ein Gro\u00dfteil der rund sieben Millionen Kriegsvertriebenen nicht wieder in die Ukraine zur\u00fcckkehren wird. \u201cDie Ukraine wird sich den neuen demografischen Realit\u00e4ten anpassen und ihr Wirtschaftsmodell \u00e4ndern m\u00fcssen. Es wird keine gro\u00dfe R\u00fcckkehr von Fl\u00fcchtlingen geben\u201d, sagte er. Auch die Streitkr\u00e4fte werden wohl auf Dauer eine wichtige Rolle spielen. \u201cDie russische Bedrohung wird nicht verschwinden, und man wird eine gro\u00dfe Armee zwischen 600.000 und 700.000 Soldaten haben m\u00fcssen\u201d, so Zawadewicz.<\/p>\n<p>Aktuell scheint ein Kriegsende weit entfernt, unter anderem wegen des Iran-Kriegs. \u201cDer gr\u00f6\u00dfte Nutznie\u00dfer der aktuellen Situation ist Russland\u201d, verweist Zawadewicz auf die gestiegenen \u00d6lpreise, aber auch die gesunkene Aufmerksamkeit f\u00fcr den Ukraine-Krieg. Schlie\u00dflich sei es f\u00fcr Kiew zentral, den Krieg auf der internationalen Tagesordnung zu halten, um weiterhin Unterst\u00fctzung zu bekommen. \u201cRussland hat derzeit keinen gro\u00dfen Anreiz, den Krieg zu beenden. Sie stecken in ihrer eigenen Logik fest.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von: apa Ein polnischer Experte ist Bef\u00fcrchtungen entgegen getreten, dass die USA gr\u00f6\u00dferen Nutzen vom Wiederaufbau der Ukraine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":905141,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-905140","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116311154193396096","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/905140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=905140"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/905140\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/905141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=905140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=905140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=905140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}