{"id":906098,"date":"2026-03-29T16:18:16","date_gmt":"2026-03-29T16:18:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/906098\/"},"modified":"2026-03-29T16:18:16","modified_gmt":"2026-03-29T16:18:16","slug":"eklat-in-jerusalem-israel-laesst-kardinal-nicht-in-die-grabeskirche-laschet-spricht-von-reiner-schikane-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/906098\/","title":{"rendered":"Eklat in Jerusalem: Israel l\u00e4sst Kardinal nicht in die Grabeskirche \u2013\u00a0Laschet spricht von \u201ereiner Schikane\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die israelische Polizei hat Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa daran gehindert, die Grabeskirche zu betreten. Erstmals seit Jahrhunderten musste die Palmsonntagsmesse damit ohne den Patriarchen stattfinden. Politiker in Italien und Deutschland reagieren emp\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Israel hat die beiden wichtigsten katholischen Vertreter des Heiligen Landes daran gehindert, die Grabeskirche in Jerusalem zu betreten. Israelische Polizisten hielten den Lateinischen Patriarchen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und Franziskanerkustos Francesco Ielpo am Sonntag von der Teilnahme der Palmsonntagsmesse ab, und das in dem wichtigsten Gotteshaus der Christenheit, wie das Patriarchat und die Kustodie gemeinsam mitteilten.<\/p>\n<p>Sie sprachen von einem \u201eschwerwiegenden Pr\u00e4zedenzfall\u201c, der die Gef\u00fchle von Milliarden Menschen verletze, die in der Kar- und Osterwoche ihren Blick auf Jerusalem richteten. Nach Kirchenangaben ist es das erste Mal seit Jahrhunderten, dass die Kirchenoberh\u00e4upter an der Feier des Palmsonntagsgottesdienstes in der Grabeskirche gehindert wurden. <\/p>\n<p>Pizzaballa und Ielpo seien auf dem Weg angehalten und zur Umkehr gezwungen worden, \u201eobwohl sie sich privat und ohne jegliche Merkmale einer Prozession oder eines zeremoniellen Aktes bewegten\u201c. Es handele sich um \u201eeine unangemessene und grob unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Ma\u00dfnahme\u201c, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Kirchenf\u00fchrer sich seit Kriegsbeginn an alle auferlegten kriegsbedingten Einschr\u00e4nkungen gehalten h\u00e4tten, hei\u00dft es in der Stellungnahme. <\/p>\n<p>Augenzeugen berichteten, dass die Polizei seit den Morgenstunden Barrieren an der Altstadt errichtet hatten, offensichtlich in dem Bem\u00fchen, Gl\u00e4ubige davon abzuhalten, zu den heiligen St\u00e4tten zu gelangen.<\/p>\n<p>Die israelische Polizei betonte in einer Mitteilung, dass alle heiligen St\u00e4tten in der Altstadt von Jerusalem aus Sicherheitsgr\u00fcnden wegen des Iran-Kriegs derzeit geschlossen seien \u2013 vor allem solche, die \u201enicht \u00fcber standardm\u00e4\u00dfige Schutzr\u00e4ume verf\u00fcgen, um die \u00f6ffentliche Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten\u201c. Eine Anfrage von Pizzaballa sei am Vortag gepr\u00fcft und ihr in \u00dcbereinstimmung mit den Schutzma\u00dfnahmen des Zivilschutzes nicht stattgegeben worden.<\/p>\n<p>Das Gebiet in der Altstadt sei bei Notf\u00e4llen schwer f\u00fcr Rettungskr\u00e4fte zu erreichen, was ein \u201ereales Risiko f\u00fcr Menschenleben\u201c darstelle. Die Religionsfreiheit bleibe dennoch weiterhin gewahrt, jedoch unter den notwendigen Einschr\u00e4nkungen, hie\u00df es von der Polizei weiter.<\/p>\n<p>Italien bestellt israelischen Botschafter ein<\/p>\n<p>Kritik an der Zur\u00fcckweisung in Jerusalem kam von der italienischen Regierung. Regierungschefin Giorgia Meloni erkl\u00e4rte, das Vorgehen der Polizei sei \u201eeine Beleidigung nicht nur f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen, sondern f\u00fcr jede Gemeinschaft, die die Religionsfreiheit anerkennt\u201c. Italiens Au\u00dfenminister Antonio Tajani schrieb auf X, er habe den israelischen Botschafter in Rom einbestellt. Das Gespr\u00e4ch sei f\u00fcr Montag geplant.<\/p>\n<p>Auch in Deutschland l\u00f6ste der Vorfall Emp\u00f6rung aus. CDU-Au\u00dfenpolitiker Armin Laschet schrieb auf X, Deutschland stehe bei jeder Bedrohung an der Seite Israels. \u201eAber dem Kardinal den Zugang zur heiligsten St\u00e4tte der Christenheit zu verweigern, ist inakzeptabel. Dies ist reine Schikane ohne jedes Gesp\u00fcr und ohne jeden Verstand.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEin schlimmer Versto\u00df\u201c kommentierte auch der Beauftragte der Bundesregierung f\u00fcr Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), den ungew\u00f6hnlichen Vorgang in einem Post auf X. <\/p>\n<p>Bisher gab es keinen Kommentar der israelischen Polizei zu dem Vorfall. Begr\u00fcndet werden k\u00f6nnte er allerdings mit Sicherheitsvorkehrungen. Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar haben die israelischen Beh\u00f6rden aber gr\u00f6\u00dfere Versammlungen untersagt, auch in Kirchen und Moscheen. <\/p>\n<p>Zu Wochenbeginn hatten die Kirchen deshalb auch mitgeteilt, dass die traditionelle Palmprozession \u00fcber den \u00d6lberg zur Jerusalemer Altstadt kriegsbedingt nicht stattfinden werde. Statt der Prozession, an der \u00fcblicherweise tausende einheimische und ausl\u00e4ndische Christen teilnehmen, soll es einen Gebetsmoment f\u00fcr Jerusalem geben.<\/p>\n<p>Die Liturgien der Kar- und Ostertage in der Grabeskirche sollen dann unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit von den in dem Gotteshaus lebenden Ordensgemeinschaften gefeiert werden.<\/p>\n<p>dpa\/KNA\/krott\/sebe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die israelische Polizei hat Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa daran gehindert, die Grabeskirche zu betreten. 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