{"id":906665,"date":"2026-03-29T21:58:15","date_gmt":"2026-03-29T21:58:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/906665\/"},"modified":"2026-03-29T21:58:15","modified_gmt":"2026-03-29T21:58:15","slug":"eklat-in-jerusalem-israel-laesst-kardinal-nicht-in-die-grabeskirche-praesident-herzog-bedauert-ungluecklichen-vorfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/906665\/","title":{"rendered":"Eklat in Jerusalem: Israel l\u00e4sst Kardinal nicht in die Grabeskirche \u2013 Pr\u00e4sident Herzog bedauert \u201eungl\u00fccklichen Vorfall\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die israelische Polizei hat Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa daran gehindert, die Grabeskirche zu betreten. Politiker in Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland reagieren emp\u00f6rt. Israels Staatspr\u00e4sident Isaac Herzog greift zum Telefon und bedauert den Vorfall.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Israel hat die beiden wichtigsten katholischen Vertreter des Heiligen Landes daran gehindert, die Grabeskirche in Jerusalem zu betreten. Israelische Polizisten hielten den Lateinischen Patriarchen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und Franziskanerkustos Francesco Ielpo am Sonntag von der Teilnahme der Palmsonntagsmesse ab, und das in dem wichtigsten Gotteshaus der Christenheit, wie das Patriarchat und die Kustodie gemeinsam mitteilten.<\/p>\n<p>Sie sprachen von einem \u201eschwerwiegenden Pr\u00e4zedenzfall\u201c, der die Gef\u00fchle von Milliarden Menschen verletze, die in der Kar- und Osterwoche ihren Blick auf Jerusalem richteten. Nach Kirchenangaben ist es das erste Mal seit Jahrhunderten, dass die Kirchenoberh\u00e4upter an der Feier des Palmsonntagsgottesdienstes in der Grabeskirche gehindert wurden. <\/p>\n<p>Pizzaballa und Ielpo seien auf dem Weg angehalten und zur Umkehr gezwungen worden, \u201eobwohl sie sich privat und ohne jegliche Merkmale einer Prozession oder eines zeremoniellen Aktes bewegten\u201c. Es handele sich um \u201eeine unangemessene und grob unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Ma\u00dfnahme\u201c, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Kirchenf\u00fchrer sich seit Kriegsbeginn an alle auferlegten kriegsbedingten Einschr\u00e4nkungen gehalten h\u00e4tten, hei\u00dft es in der Stellungnahme. <\/p>\n<p>Augenzeugen berichteten, dass die Polizei seit den Morgenstunden Barrieren an der Altstadt errichtet hatten, offensichtlich in dem Bem\u00fchen, Gl\u00e4ubige davon abzuhalten, zu den heiligen St\u00e4tten zu gelangen.<\/p>\n<p>Die israelische Polizei betonte in einer Mitteilung, dass alle heiligen St\u00e4tten in der Altstadt von Jerusalem aus Sicherheitsgr\u00fcnden wegen des Iran-Kriegs derzeit geschlossen sind \u2013 vor allem solche, die \u201enicht \u00fcber standardm\u00e4\u00dfige Schutzr\u00e4ume verf\u00fcgen, um die \u00f6ffentliche Sicherheit zu gew\u00e4hrleisten\u201c. Eine Anfrage von Pizzaballa sei am Vortag gepr\u00fcft und ihr in \u00dcbereinstimmung mit den Schutzma\u00dfnahmen des Zivilschutzes nicht stattgegeben worden.<\/p>\n<p>Das Gebiet in der Altstadt sei bei Notf\u00e4llen schwer f\u00fcr Rettungskr\u00e4fte zu erreichen, was ein \u201ereales Risiko f\u00fcr Menschenleben\u201c darstelle. Die Religionsfreiheit bleibe dennoch weiterhin gewahrt, jedoch unter den notwendigen Einschr\u00e4nkungen, hie\u00df es von der Polizei weiter. Wie Fotos aus der Altstadt Jerusalems zeigen, wird derzeit auch Juden der Zugang zur Klagemauer verwehrt, auch die Al-Aksa-Moschee ist seit dem 28. Februar geschlossen.<\/p>\n<p>Pizzaballa sprach sp\u00e4ter in einem Interview davon, dass die Polizei tats\u00e4chlich auf die Sicherheitsregeln verwiesen habe. \u201eAber wir hatten gar nicht um eine \u00f6ffentliche, sondern nur um eine kurze, kleine private Zeremonie gebeten, um die Idee einer Messe in der Grabeskirche aufrechtzuerhalten\u201c, sagte der Geistliche. Er betonte, es habe keine Zusammenst\u00f6\u00dfe gegeben, alles sei friedlich abgelaufen. Er wolle die kommenden Tage nutzen, um zu kl\u00e4ren, was sowohl mit Blick auf die Sicherheit, als auch die Religionsaus\u00fcbung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Nach Bekanntwerden des Vorfalls <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69c97d31b33459bf52773c1f\/respektlosigkeit-und-schikane-israel-verweigert-zugang-zur-grabeskirche-und-loest-welle-der-empoerung-aus.html?\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69c97d31b33459bf52773c1f\/respektlosigkeit-und-schikane-israel-verweigert-zugang-zur-grabeskirche-und-loest-welle-der-empoerung-aus.html?&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">reagierten viele westliche Staats- und Regierungschefs mit Emp\u00f6rung<\/a>. Italien bestellte den israelischen Botschafter ein, Spaniens Premier Pedro Sanchez beschuldigte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron \u201everurteilte\u201c die Entscheidung der Polizei. Deutsche Politiker schalteten sich ebenfalls ein, darunter auch Armin Laschet (CDU), der von \u201eSchikane\u201c sprach.<\/p>\n<p>Herzog bedauert Vorfall und verweist auf Sicherheitslage<\/p>\n<p>Israels Staatspr\u00e4sident Isaac Herzog telefonierte am Sonntagnachmittag mit Pizzaballa. Er habe ihm seine \u201etiefste Betroffenheit\u201c \u00fcber den \u201eungl\u00fccklichen Vorfall\u201c zum Ausdruck gebracht, schrieb er auf X. \u201eIch habe klargestellt, dass der Vorfall auf Sicherheitsbedenken zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die durch die anhaltende Bedrohung durch Raketenangriffe des iranischen Terrorregimes gegen die Zivilbev\u00f6lkerung in Israel verursacht wurden\u201c, schrieb Herzog und verwies auf Raketeneinschl\u00e4ge in der Altstadt.<\/p>\n<p>\u201eIch habe das unersch\u00fctterliche Bekenntnis des Staates Israel zur Religionsfreiheit f\u00fcr alle Glaubensrichtungen und zur Wahrung des Status quo an den heiligen St\u00e4tten Jerusalems bekr\u00e4ftigt\u201c, schrieb Herzog weiter.<\/p>\n<p>Das B\u00fcro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu teilte angesichts der Kritik am Vorgehen der Polizei mit, die israelischen Sicherheitsbeh\u00f6rden arbeiteten nun an einem Plan, um Pizzaballa und anderen W\u00fcrdentr\u00e4gern in den kommenden Tagen die Gottesdienste in der Grabeskirche zu erm\u00f6glichen. Es wurde betont, dass bei dem heutigen Vorfall \u201ekeinerlei b\u00f6swillige Absicht\u201c vorgelegen habe, sondern nur Sorge um die Sicherheit der Kirchenm\u00e4nner.<\/p>\n<p>Zu Wochenbeginn hatten das Patriarchat und die Kustodie bereits mitgeteilt, dass die traditionelle Palmprozession \u00fcber den \u00d6lberg zur Jerusalemer Altstadt kriegsbedingt nicht stattfinden werde. Statt der Prozession, an der \u00fcblicherweise tausende einheimische und ausl\u00e4ndische Christen teilnehmen, soll es einen Gebetsmoment f\u00fcr Jerusalem geben.<\/p>\n<p>Die Liturgien der Kar- und Ostertage in der Grabeskirche sollen dann unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit von den in dem Gotteshaus lebenden Ordensgemeinschaften gefeiert werden.<\/p>\n<p>sebe\/krott mit dpa\/KNA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die israelische Polizei hat Patriarch Kardinal Pierbattista Pizzaballa daran gehindert, die Grabeskirche zu betreten. 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