{"id":907998,"date":"2026-03-30T11:32:16","date_gmt":"2026-03-30T11:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/907998\/"},"modified":"2026-03-30T11:32:16","modified_gmt":"2026-03-30T11:32:16","slug":"kuenstlerin-oeznur-cansever-gibt-starken-frauen-ein-gesicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/907998\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstlerin \u00d6znur Cansever gibt starken Frauen ein Gesicht"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Frauen erz\u00e4hlen, entstehen Bilder. Wenn Erinnerungen, Erfahrungen und Gef\u00fchle einen Raum bekommen, werden sie sichtbar \u2013 und zwar auf der Leinwand: In der Kreuzkirche Nordhorn ist ab Sonntag, 12. April, eine Ausstellung der K\u00fcnstlerin \u00d6znur Cansever aus Hannover zu sehen, die sich ganz den Geschichten von Frauen widmet. In eindringlichen Portr\u00e4ts zeigt sie St\u00e4rke, Verletzlichkeit und W\u00fcrde \u2013 und berichtet damit von Lebenswegen, die viele Menschen ber\u00fchren. <\/p>\n<p>\u00d6znur Cansever wird 1978 in Hannover-Mitte als Tochter einer t\u00fcrkischen Gastarbeiterfamilie geboren, die Eltern waren Ende der 1960er-Jahre nach Deutschland gekommen. Als j\u00fcngstes Kind mit zwei \u00e4lteren Br\u00fcdern w\u00e4chst sie zwischen zwei Kulturen auf. Viele Erfahrungen aus dieser Zeit pr\u00e4gen ihre Kunst bis heute: Sie erlebt Alltagsrassismus und begrenzte Bildungschancen \u2013 aber auch die Rolle als Vermittlerin zwischen den Welten. \u201eIch war oft Dolmetscherin f\u00fcr meine Eltern und sp\u00fcrte fr\u00fch, was es hei\u00dft, zwischen Kulturen hin und her zu schwingen\u201c, erz\u00e4hlt sie. <\/p>\n<p>Zun\u00e4chst schl\u00e4gt sie einen anderen Weg ein und macht eine Ausbildung zur Erzieherin. \u201eIch habe gedacht: Ich muss Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund retten\u201c, sagt sie r\u00fcckblickend. Doch die Kunst begleitet sie von Anfang an. Schon das Kinderzimmer wurde zum Atelier, Portr\u00e4ts und Comics entstanden, erste Auftr\u00e4ge kamen aus dem Freundeskreis. \u201eKunst war f\u00fcr mich immer wie Essen und Trinken\u201c, beschreibt sie diese Zeit. <\/p>\n<p>Die Chefin der Einrichtung, wo \u00d6znur Cansever als Erzieherin gearbeitet hat, bringt sie schlie\u00dflich auf den Gedanken, Kunst wirklich zu studieren. \u201eSie sagte: Du musst das machen \u2013 nicht um malen zu lernen, sondern um die Kunst zu verstehen.\u201c <\/p>\n<p>Dass sie fast ausschlie\u00dflich Frauen malt, ist Cansever zun\u00e4chst gar nicht bewusst aufgefallen. Erst ein Kommentar von au\u00dfen bringt sie zum Nachdenken: \u201eDann merkte ich: Das hat viel mit meiner Mutter zu tun.\u201c Diese war schon mit 16 Jahren nach Deutschland gekommen, arbeitete f\u00fcr wenig Geld und lebte in Armut, erfuhr Diskriminierungen als Migrantin und Benachteiligungen, die sie als Frau ohnehin trafen \u2013 und verlor doch nie den Blick nach vorn. Diese Lebensgeschichte ber\u00fchrt die Tochter bis heute tief: \u201eDa sehe ich, wie viel Frauen aushalten \u2013 und wie viel sie tragen.\u201c <\/p>\n<p>              &#13;<br \/>\n                <img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/in-ihren-werken-faengt-die-hannoveraner-kuenstlerin-oeznur-1181692.jpg\" title=\"K\u00fcnstlerin \u00d6znur Cansever gibt starken Frauen ein Gesicht \" alt=\"In ihren Werken f\u00e4ngt die Hannoveraner K\u00fcnstlerin \u00d6znur Cansever die St\u00e4rke, Verletzlichkeit und W\u00fcrde der portr\u00e4tierten Frauen ein. Bei der Ausstellungser\u00f6ffnung am 12. April steht sie den Besucherinnen und Besuchern f\u00fcr Fragen und Gespr\u00e4che zur Verf\u00fcgung. Foto: privat\" class=\"img-responsive\"\/>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p>In ihren Werken f\u00e4ngt die Hannoveraner K\u00fcnstlerin \u00d6znur Cansever die St\u00e4rke, Verletzlichkeit und W\u00fcrde der portr\u00e4tierten Frauen ein. Bei der Ausstellungser\u00f6ffnung am 12. April steht sie den Besucherinnen und Besuchern f\u00fcr Fragen und Gespr\u00e4che zur Verf\u00fcgung. Foto: privat <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n                &#13;<\/p>\n<p>Aus dieser pers\u00f6nlichen Erfahrung hat sich ein k\u00fcnstlerisches Konzept entwickelt. \u00d6znur Cansever l\u00e4dt Frauen in ihr Atelier ein \u2013 zu langen Gespr\u00e4chen, die oft Stunden oder sogar Tage dauern. Das Atelier wird zu einem Schutzraum. \u201eDie Frauen stehen im Mittelpunkt, mit Lachen und mit Tr\u00e4nen\u201c, sagt sie. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Gespr\u00e4che entstehen viele Fotografien \u2013 nicht gestellt, sondern mitten im Erz\u00e4hlen. Aus oft 2000 oder 3000 Bildern w\u00e4hlt die K\u00fcnstlerin schlie\u00dflich das eine aus, in dem Emotion, K\u00f6rperhaltung und Spannung zusammenfinden. Daraus entsteht das Gem\u00e4lde \u2013 in \u00d6l auf Leinwand, ihrer bevorzugten Technik. Mehr als 40 solcher Portr\u00e4ts sind im Laufe der Jahre entstanden. \u201eSie sind wie eine WG in meinem Atelier\u201c, meint Cansever. \u201eIch sage den Frauen auch nie: ,Das ist mein Bild\u2018, sondern immer: ,Das ist unser Bild.\u2018\u201c <\/p>\n<p>Anfangs portr\u00e4tiert sie vor allem Frauen mit Migrationsgeschichte. Doch bald merkt sie: Viele Themen verbinden Frauen unabh\u00e4ngig von Herkunft oder Religion \u2013 Verantwortung f\u00fcr Familie, gesellschaftliche Erwartungen oder der Umgang mit dem eigenen K\u00f6rper. \u201eDie Nationalit\u00e4t ist dabei gar nicht entscheidend\u201c, sagt sie. <\/p>\n<p>Heute zeigt \u00d6znur Cansever ihre Arbeiten regelm\u00e4\u00dfig in Ausstellungen, unter anderem war sie beim 39. Kirchentag in Hannover vertreten. Nun geht es f\u00fcr sie nach Nordhorn \u2013 eine Stadt, die ihr wegen einer pers\u00f6nlichen Verbindung schon vertraut ist: \u201eMeine erste gro\u00dfe Liebe kam aus Nordhorn\u201c, erz\u00e4hlt sie schmunzelnd. <\/p>\n<p>In der Kreuzkirche werden 17 ihrer eindrucksvollen Frauenportr\u00e4ts zu sehen sein. Die K\u00fcnstlerin hofft, dass sich Besucherinnen und Besucher darin wiederfinden k\u00f6nnen: \u201eJeder kann einen Teil der eigenen Geschichte in diesen Bildern entdecken.\u201c <\/p>\n<p>Die Ausstellung wird am Sonntag, 12. April, um 10 Uhr mit einem Kunst-Gottesdienst und anschlie\u00dfender Vernissage er\u00f6ffnet. Dabei besteht Gelegenheit zum Gespr\u00e4ch mit der K\u00fcnstlerin. Anschlie\u00dfend ist die Ausstellung bis zum 10. Mai w\u00e4hrend der \u00d6ffnungszeiten der offenen Kirche sowie nach den sonnt\u00e4glichen Gottesdiensten zu besichtigen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn Frauen erz\u00e4hlen, entstehen Bilder. 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