{"id":90951,"date":"2025-05-07T06:47:11","date_gmt":"2025-05-07T06:47:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/90951\/"},"modified":"2025-05-07T06:47:11","modified_gmt":"2025-05-07T06:47:11","slug":"shoot-film-not-people-dok-fest-muenchen-special","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/90951\/","title":{"rendered":"Shoot Film, Not People! \u2013 DOK.fest M\u00fcnchen | Special"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n  &#13;<\/p>\n<p>Das M\u00fcnchner Dokumentarfilmfestival schaut zum 40. Jubil\u00e4um vor und zur\u00fcck, und greift dabei die Themen unserer Zeit auf. Wir haben uns das Programm schon einmal angesehen und geben einige Tipps. <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n  <a href=\"https:\/\/www.critic.de\/special\/shoot-film-not-people-dokfest-muenchen-4753\/bilder\/273336\/\" title=\"\" class=\"bild-left\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/dokfest-muenchen-poster-cb76b.png\" width=\"215\"   alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p> Es gilt als eines der gr\u00f6\u00dften und renommiertesten Dokumentarfilmfestivals Europas. Jetzt feiert das DOK.fest M\u00fcnchen sein 40. Jubil\u00e4um mit vollgepacktem Programmkalender, 16 Preiskategorien, Pitching-Sessions f\u00fcr neue Projekte, Workshops und Netzwerk-Events f\u00fcr den Filmnachwuchs, und nat\u00fcrlich jeder Menge Dokus. Ab 7. Mai sind 105 Filme in M\u00fcnchner Kinos zu sehen \u2013 und fast alle davon auch deutschlandweit online. Nachdem das Festival 2020 und 2021 Corona-bedingt nur online stattfinden konnte, entschloss sich die Leitung f\u00fcr eine Zukunft in dualem Format. Seitdem kann ein Gro\u00dfteil der Filme w\u00e4hrend der Festivallaufzeit mit entsprechendem Ticket auch Zuhause gestreamt werden. &#13;<\/p>\n<p> Angesichts anhaltender Krisen und Kriege \u00fcberrascht es nicht, dass die diesj\u00e4hrige Filmauswahl diese weltweiten Konflikte spiegelt. In Festivalreihen wie \u201eNie wieder ist jetzt?\u201c, \u201eCrossing Boundaries\u201c oder \u201eReframing History\u201c laufen Filme, die sich um politischen Widerstand und Migrationserfahrungen drehen. Oder in denen es darum geht, wie die Vergangenheit unsere Gegenwart formt. Zudem gibt es experimentelle Formate, Filme aus tierischer Perspektive, Found-Footage-Produktionen und Dokus \u00fcber K\u00fcnstler:innen wie Meredith Monk, Simon Rattle und Ai Weiwei.&#13;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.critic.de\/special\/shoot-film-not-people-dokfest-muenchen-4753\/bilder\/273337\/\" title=\"\" class=\"bild-right\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/monk-in-pieces-b89d0.jpg\" width=\"215\"   alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p> Aus Anlass des Jubil\u00e4ums g\u00f6nnt sich das Festival auch den Blick zur\u00fcck auf die eigene Vergangenheit. Gegr\u00fcndet wurde es 1985 auf Initiative der bayerischen Sektion der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK). Die Dokfilmer:innen wollten damit auf ihre prek\u00e4re Lage aufmerksam machen. In den 80ern galt der Dokumentarfilm in Deutschland noch als Stiefkind des Kinos. Abspielm\u00f6glichkeiten gab es meist nur im Fernsehen, wo alles, was nicht den g\u00e4ngigen TV-Konventionen entsprach, ins sp\u00e4tabendliche Sende-Nirvana verbannt wurde. Auf der Festival-Website gibt es einen sch\u00f6nen Kurzfilm, Shoot Film Not People, mit Archivmaterial von den turbulenten Anf\u00e4ngen des Festivals und Interviews mit einigen der Gr\u00fcndungsmitglieder. Darin erf\u00e4hrt man zum Beispiel, dass das erste DOK.fest erst dank eines st\u00e4dtischen Zuschusses von 30.000 D-Mark zustande kam. Schon kurze Zeit sp\u00e4ter jedoch gab es einen herben D\u00e4mpfer f\u00fcr die lokale Dokumentarfilmszene, als das zwei Jahre zuvor gegr\u00fcndete Filmfest M\u00fcnchen bekanntgab, Dokumentarfilme von nun an aus seinem Programm auszuschlie\u00dfen. Dagegen protestierte die AG DOK mit Plakaten und einem Dokumentarfilm-Bus, der vor dem Festivalzentrum im Gasteig geparkt wurde.&#13;<\/p>\n<p> Der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Festivals ist jedoch l\u00e4ngst beigelegt. Auf dem Filmfest M\u00fcnchen, das Ende Juni stattfindet, laufen neben aktuellen Spielfilmproduktionen weiterhin auch Dokumentarfilme. Daneben hat sich auch das DOK.fest als feste Gr\u00f6\u00dfe im M\u00fcnchner Kulturkalender etabliert. Dabei steht dem Festival nun ein Umbruch bevor: Festivaleiter Daniel Sponsel wechselt nach dem diesj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um als Pr\u00e4sident an die M\u00fcnchner Hochschule f\u00fcr Fernsehen und Film. Neue DOK.fest-Chefin wird die bisherige stellvertretende Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Adele Kohout.&#13;<\/p>\n<p> Vor dem Festivalstart konnte critic.de schon mal durchs Programm browsen und vielversprechende Filme sichten. Hier ein paar Tipps.&#13;<\/p>\n<p> <strong>Facing War<\/strong><strong>, 2025, Regie: Tommy Gulliksen, 103 min.<\/strong>&#13;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.critic.de\/special\/shoot-film-not-people-dokfest-muenchen-4753\/bilder\/273338\/\" title=\"\" class=\"bild-left\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/facing-war-87725.jpg\" width=\"215\"   alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p> Eigentlich hatte Jens Stoltenberg seiner Frau versprochen, den Job als NATO-Generalsekret\u00e4r nach neun Jahren an den Nagel zu h\u00e4ngen. Doch angesichts sich zuspitzender Krisen \u2013 Ukraine-Krieg, Putins Drohungen gegen die West-Allianz, abtr\u00fcnnige NATO-Partner \u2013 l\u00e4sst er sich von US-Pr\u00e4sident Biden noch einmal zu einer Verl\u00e4ngerung seiner Amtszeit \u00fcberreden. Filmemacher Tommy Gulliksen begleitet den norwegischen Diplomaten \u00fcber ein Jahr lang bei seinen schwierigen Missionen, ist bei vertraulichen Gespr\u00e4chsrunden dabei, bei Staatsempf\u00e4ngen und Gipfeltreffen, aber auch in privaten Momenten, etwa wenn Stoltenberg morgens allein beim Fr\u00fchst\u00fcck sitzt oder die Schuhe abstreift und m\u00fcde in den Flugzeugsessel sinkt. Aus dem erwartbaren Material webt Gulliksen ein spannendes Polit-Drama, inklusive Showdowns mit Erdogan, Orb\u00e1n und Selenskyi. Facing War ist aber auch eine stille Heldengeschichte, die deutlich macht, wie unentbehrlich einf\u00fchlsame Politiker wie Stoltenberg in den kalten Hinterzimmern der Macht sind.&#13;<\/p>\n<p> <strong>Ai Weiwei\u2019s Turandot<\/strong><strong>, 2025, Regie: Maxim Dervianko, 78 min.<\/strong>&#13;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.critic.de\/special\/shoot-film-not-people-dokfest-muenchen-4753\/bilder\/273339\/\" title=\"\" class=\"bild-right\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/ai-weiwei-s-turandot-8334f.jpg\" width=\"215\"   alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p> Der chinesische K\u00fcnstler und Aktivist Ai Weiwei ist eigentlich nicht als Opernfreund bekannt. F\u00fcr Musik habe er nie viel \u00fcbrig gehabt, bekennt er freim\u00fctig. Trotzdem sagt er zu, als das Teatro dell\u2019Opera di Roma ihn einl\u00e4dt, Turandot zu inszenieren. Denn zu Puccinis letzter gro\u00dfen Oper gibt es eine biografische Verbindung: Mit Anfang 20 war Ai Weiwei in New York einst Statist bei einer Auff\u00fchrung des Werks an der Metropolitan Opera. In Rom st\u00fcrzt er sich als experimentierfreudiger Regisseur nun erneut in die Welt dieser Oper und l\u00e4dt das m\u00e4rchenhafte St\u00fcck mit pers\u00f6nlichen und weltpolitischen Bez\u00fcgen auf. Der Film dokumentiert die intensive Arbeit hinter den Kulissen, das Ringen um musikalische Werktreue und k\u00fcnstlerische Neuinterpretation, die Hingabe der B\u00fchnenarbeiter:innen und Musiker:innen, die Lost-in-Translation-Momente. Und er zeigt, wie einer der wichtigsten K\u00fcnstler der Gegenwart vibrierend neue Bilder f\u00fcr einen abgehangenen Opernklassiker schafft.&#13;<\/p>\n<p> <strong>Soldaten des Lichts<\/strong><strong>, 2024, Regie: Julian Vogel, 108 min.<\/strong>&#13;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.critic.de\/special\/shoot-film-not-people-dokfest-muenchen-4753\/bilder\/273340\/\" title=\"\" class=\"bild-left\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/soldaten-des-lichts-b3b5c.jpg\" width=\"215\"   alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p> Bei \u201eDr. Raw\u201c gibt\u2019s nicht nur heilende Wildkr\u00e4uters\u00e4fte zu verkosten \u2013 der selbsternannte Naturheiler und TikTok-Guru hat auch weitaus radikalere Ideen zur Lebensgestaltung parat. Die gruselige Real-Live-Doku nimmt uns mit in die bizarre Welt der Verschw\u00f6rungstheoretiker, Impfgegner und Reichsb\u00fcrger, die mit Rohkost und Wunderheilungen ihre Sch\u00e4fchen auf das neue \u201eK\u00f6nigreich Deutschland\u201c einstimmen wollen. Was stellenweise wie eine Satire im Stil von Jan B\u00f6hmermann und seinem ZDF Magazin Royale wirkt, entpuppt sich als geschickt aufgebauter Investigativfilm, in dem sich die unversch\u00e4mten Protagonist:innen peu \u00e1 peu selbst entlarven.&#13;<\/p>\n<p> <strong>Khartoum<\/strong><strong>, 2025, Regie: Ahmad Ibrahim, Co-Regie: Rawia Alhag, Anas Saeed, Timeea M.Ahmed, Phil Cox, 80 min.<\/strong>&#13;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.critic.de\/special\/shoot-film-not-people-dokfest-muenchen-4753\/bilder\/271729\/\" title=\"\" class=\"bild-right\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/khartoum-badb0.jpg\" width=\"215\"   alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p> Als im von B\u00fcrgerkriegen zerrissenen Sudan kurzzeitig Ruhe zu herrschen scheint, startet ein britisches Filmkollektiv ein besonderes Projekt: In Khartoum sollen Menschen von sudanesischen Regisseur:innen portr\u00e4tiert und nach ihren Tr\u00e4umen f\u00fcr die Zukunft gefragt werden. Als Protagonist:innen werden zwei Stra\u00dfenkinder begleitet, eine Teeverk\u00e4uferin, ein Angestellter in der Stadtverwaltung und ein Student und Friedensaktivist. Doch die Dreharbeiten haben kaum begonnen, da bricht der Krieg zwischen der Milit\u00e4rregierung und den Milizen wieder aus. Das Filmteam und die Portr\u00e4tierten fliehen nach Kenia, das Projekt scheint gestorben. Doch so schnell geben die Sudanes:innen nicht auf. Gerade jetzt, als Fl\u00fcchtlinge, wollen sie \u00fcber ihre Heimat sprechen, auch \u00fcber das Schreckliche, das sie erlebt haben. Mit Green-Screen-Technik spielen sie in dem Lagerhaus, das ihnen als Unterkunft dient, Szenen aus ihrem Leben nach. Regisseur Ahmad Ibrahim mischt die Aufnahmen mit dem schon gedrehten Material aus Khartoum und verwebt alles zu einem traumhaft-traurigen Film \u00fcber Traumata und Krieg, Flucht und Verlust.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n  &#13;<br \/>\n   &#13;<br \/>\n   07.05.2025&#13;<br \/>\n   &#13;<br \/>\n   &#13;<br \/>\n   <a href=\"https:\/\/www.critic.de\/autor\/ute-thon\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ute  Thon<\/a>&#13;<br \/>\n   &#13;<br \/>\n   <a href=\"https:\/\/www.critic.de\/javascript:window.print()\" class=\"print\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Seite drucken<\/a>&#13;<br \/>\n   &#13;<br \/>\n   &#13;<br \/>\n  &#13;<br \/>\n\t&#13;<\/p>\n<p> DOK.fest M\u00fcnchen: 07.-18.5.2025, @home: 12.-25.5.2025&#13;<\/p>\n<p> Hier geht&#8217;s zum Programm: <a href=\"https:\/\/www.dokfest-muenchen.de\/Programm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.dokfest-muenchen.de\/Programm<\/a><\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; &#13; Das M\u00fcnchner Dokumentarfilmfestival schaut zum 40. Jubil\u00e4um vor und zur\u00fcck, und greift dabei die Themen unserer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":90952,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,20125,92,14499,37457,30,95,13860,1229,37458,1268,3337,684],"class_list":{"0":"post-90951","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-dvd","11":"tag-film","12":"tag-filmkritik","13":"tag-filmkritiken","14":"tag-germany","15":"tag-kino","16":"tag-kinoprogramm","17":"tag-kritik","18":"tag-kritiken","19":"tag-muenchen","20":"tag-trailer","21":"tag-tv"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114465213315521732","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90951"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90951\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/90952"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}