{"id":909571,"date":"2026-03-31T02:15:14","date_gmt":"2026-03-31T02:15:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/909571\/"},"modified":"2026-03-31T02:15:14","modified_gmt":"2026-03-31T02:15:14","slug":"michael-koesters-eine-schoene-landschaft-allein-reicht-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/909571\/","title":{"rendered":"Michael K\u00f6sters | \u201eEine sch\u00f6ne Landschaft allein reicht nicht aus\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Was macht das M\u00fcnsterland so beliebt?\u00a0<\/strong><br \/>Das M\u00fcnsterland ist vor allem f\u00fcrs Fahrradfahren bekannt. Mit rund 5.000 Kilometern einheitlich rot-wei\u00df ausgeschilderten Radwegen, dem etablierten Knotenpunktsystem und der abwechslungsreichen Landschaft mit verschiedenen Sehensw\u00fcrdigkeiten h\u00e4lt das M\u00fcnsterland eine der besten Radinfrastrukturen in Deutschland vor. Wir haben eine abwechslungsreiche Parklandschaft und bei uns sind Stadt und Land ideal miteinander verbunden. Dazu geh\u00f6ren Themen- und Premiumrouten, die G\u00e4sten Orientierung geben und gleichzeitig besondere landschaftliche und kulturelle Highlights verbinden.<\/p>\n<p><strong>Nennen Sie mal Beispiele.\u00a0<\/strong><br \/>Einzelne Highlights herauszunehmen, f\u00e4llt mir schwer. Ein Aush\u00e4ngeschild ist sicherlich die 100-Schl\u00f6sser-Route, die unter anderem zum Schloss Nordkirchen f\u00fchrt. Daneben spielen naturnahe Erlebnisr\u00e4ume eine gro\u00dfe Rolle, wie etwa das Zwillbrocker Venn mit seiner Flamingo-Kolonie. F\u00fcr Wanderfreunde bieten das Tecklenburger Land, die Baumberge und der Naturpark Hohe Mark mit ihren H\u00f6henz\u00fcgen, W\u00e4ldern und Fernblicken einen reizvollen Kontrast zur sonst eher flachen Landschaft. Im Osten des M\u00fcnsterlandes setzt Warendorf als Pferdestadt besondere Akzente. Und nat\u00fcrlich die Stadt M\u00fcnster mit ihrer sehenswerten Altstadt.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht der typische Besucher der Region aus?<\/strong><br \/>Zu den typischen Besuchern z\u00e4hlen weniger Familien, sondern h\u00e4ufiger Paare im mittleren bis h\u00f6heren Alter, zwischen Mitte 50 und 60 Jahren. Sie kommen \u00fcberwiegend aus den Niederlanden oder aus st\u00e4dtischen Ballungsr\u00e4umen wie dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland. Die G\u00e4ste wollen bewusst einen Kontrast zu ihrem Alltag. Sie suchen Erholung und wollen gleichzeitig aktiv sein \u2013 etwa beim Radfahren\u2013, und kulturelle Angebote erleben. Und: Sie m\u00f6chten regional typisch essen.<\/p>\n<p><strong>Also lieber Pumpernickel statt Pizza.\u00a0<\/strong><br \/>Ja (lacht). Pizza und Pasta bekommen sie auch beim Italiener in ihrer Heimat. Aber die echten M\u00fcnsterl\u00e4nder Spezialit\u00e4ten wie Herrencreme oder Pumpernickel gibt es eben nur hier. \u00a0<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielt Social Media f\u00fcr die Tourismusarbeit?\u00a0<\/strong><br \/>Social Media spielt f\u00fcr die Tourismusarbeit eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle, gerade bei der Inspiration. Wir k\u00f6nnen vor allem j\u00fcngere Zielgruppen online gezielter erreichen, sie sind schlie\u00dflich die G\u00e4ste von morgen. Vor 20 Jahren pr\u00e4sentierte man sich noch mit gro\u00dfen St\u00e4nden auf Tourismusmessen. Das war nicht nur aufwendig und anonym, sondern auch teuer. Deshalb sind wir dort bis auf kleine Ausnahmen gar nicht mehr vertreten. Heute erreichen wir unsere Zielgruppen effizienter und gezielter \u00fcber Social Media in Kombination mit der eigenen Website. Auf diesen Kan\u00e4len lassen sich Geschichten, Emotionen und besondere Erlebnisse authentisch vermitteln.<\/p>\n<p><strong>Wie digital darf das touristische Erleben denn letztendlich sein?\u00a0<\/strong><br \/>Es ist ein Spagat zwischen beiden Welten. Die Digitalisierung l\u00e4sst sich nicht aufhalten und da, wo es Sinn ergibt, kann sie im Tourismus das Angebot gut erg\u00e4nzen und einen echten Mehrwert bringen. Die G\u00e4ste erwarten auch smarte Informationen. F\u00fcr unsere Highlight-Schl\u00f6sser wird zum Beispiel gerade an KI-gest\u00fctzten, individuellen Kurzf\u00fchrungen gearbeitet, die Besucher \u00fcber das Smartphone abrufen k\u00f6nnen. Dadurch k\u00f6nnen sie spontan die Schl\u00f6sser besichtigen, ohne sich vorab f\u00fcr eine F\u00fchrung anmelden zu m\u00fcssen, und visuell erleben, wie es sich in der Vergangenheit in den Schl\u00f6ssern gelebt hat. Auch direkte Buchungsm\u00f6glichkeiten \u00fcber QR-Codes und digitale Infos machen den Aufenthalt komfortabler. Nat\u00fcrlich w\u00fcnschen sich die Menschen aber nach wie vor den pers\u00f6nlichen Kontakt: Ein Hotel ohne Personal, in dem man per Code eincheckt, funktioniert in Gro\u00dfst\u00e4dten oder im Businessgesch\u00e4ft gut. Aber sicherlich deutlich weniger im Freizeittourismus, bei dem die Begegnung mit Menschen und Kultur das Erlebnis ausmacht.<\/p>\n<p><strong>Inwiefern hat sich das Reiseverhalten der Menschen ver\u00e4ndert?\u00a0<\/strong><br \/>Touristen buchen immer kurzfristiger, vielfach auch abh\u00e4ngig von der Wetterprognose. Und sie sind deutlich digitaler unterwegs. Auch die Dauer der Aufenthalte hat sich ver\u00e4ndert. W\u00e4hrend fr\u00fcher drei Wochen Sommerurlaub genommen wurde, sind es heutzutage eher k\u00fcrzere Urlaube, die dann \u00fcber mehrere Zeitr\u00e4ume aufgeteilt werden. Davon profitiert das M\u00fcnsterland, da unsere Region ohnehin eher ein Kurzreiseziel ist. Auch der Radtourismus w\u00e4chst und das ist nat\u00fcrlich f\u00fcr unsere Region f\u00f6rderlich. Seit Corona bleiben zudem Camping und der Reisemobiltourismus stark nachgefragt.<\/p>\n<p><strong>Was sind die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr die Tourismusbranche?\u00a0<\/strong><br \/>Eine gro\u00dfe Herausforderung ist generell die gute Erreichbarkeit, zum Beispiel per \u00d6PNV. Wenn ein Konzert stattfindet, muss gew\u00e4hrleistet sein, dass die Besucher auch mit Bus und Bahn an- und abreisen k\u00f6nnen. Das ist in l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Regionen wie dem M\u00fcnsterland nicht immer einfach. Auch in die Infrastruktur, etwa die Radwege, muss regelm\u00e4\u00dfig investiert werden. Au\u00dferdem m\u00fcssen besondere Angebote geschaffen werden. Ein Beispiel ist unsere Kampagne \u201eBlick ins M\u00fcnsterland\u201c. Dazu geh\u00f6ren etwa F\u00fchrungen auf Haus Geist in Oelde mit dem jungen Schlossbesitzer \u2013 fr\u00fcher war das Gel\u00e4nde nicht zug\u00e4nglich. So erhalten G\u00e4ste Einblick ins Leben einer Wasserburg mit landwirtschaftlicher Nutzung. Das ist \u00fcbrigens auch f\u00fcr Einheimische interessant, die ja von den touristischen Angeboten in ihrer Heimat auch profitieren. Weitere Themen der Branche sind \u2013 wie in anderen Wirtschaftszweigen auch \u2013 der Fachkr\u00e4ftemangel sowie die Digitalisierung. Ich sehe in einer weiteren Herausforderung aber auch eine Chance f\u00fcr unsere Region.<\/p>\n<p><strong>Und zwar?<\/strong>\u00a0<br \/>Ohne diesem grunds\u00e4tzlich etwas positives abzugewinnen, m\u00fcssen wir uns mit dem Klimawandel besch\u00e4ftigen. Dieser sorgt daf\u00fcr, dass es in den s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern in den Sommermonaten fast schon zu hei\u00df ist, um dort entspannt Urlaub zu machen. Das k\u00f6nnte zum Umdenken der Urlauber f\u00fchren und f\u00fcr unsere Region zu einem Standortvorteil werden, weil die Sommer hier noch moderat warm sind.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Also k\u00fcnftig M\u00fcnsterland statt Mallorca. <\/strong>\u00a0<br \/>Ja, so k\u00f6nnte man es sagen, zumal in vielen s\u00fcdeurop\u00e4ischen Destinationen, wie in Teilen Mallorcas, auch das Thema Overtourism \u2013 befeuert auch durch die Sozialen Medien \u2013 immer problematischer wird und somit der Sommerurlaub in Deutschland die angenehmere Alternative sein k\u00f6nnte. F\u00fcr die Tourismusbranche hier gilt es, entsprechende Angebote zu schaffen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Welche strategischen Weichenstellungen sind denn in den kommenden Jahren notwendig, damit der Tourismus im M\u00fcnsterland langfristig ein stabiler Wirtschaftsfaktor bleibt?\u00a0<\/strong><br \/>In den kommenden Jahren geht es darum, den ganzheitlichen Ausbau und die Weiterentwicklung der Marke M\u00fcnsterland weiter voranzutreiben. Markenaufbau ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wichtig ist, dass man dranbleibt. Auch wenn \u2013 wie erl\u00e4utert \u2013 der pers\u00f6nliche Kontakt zu den G\u00e4sten und Besuchern essenziell ist, werden digitale L\u00f6sungen und KI zunehmend noch wichtiger, genauso wie Nachhaltigkeit. Konzepte wie die digitalen Schlossf\u00fchrungen wollen wir weiter testen und dann auch auf Museen sowie weitere Freizeiteinrichtungen \u00fcbertragen. Das Datenmanagement ist ebenfalls ein Thema: KI muss mit guten Informationen gef\u00fcttert werden, damit sie funktioniert. Deshalb erfassen wir s\u00e4mtliche Sehensw\u00fcrdigkeiten und Veranstaltungen im M\u00fcnsterland und spielen diese \u00fcber diverse Kan\u00e4le aus \u2013 von Weihnachtsm\u00e4rkten bis hin zu Konzerten. Das bedeutet aber auch, dass wir daf\u00fcr personelle und finanzielle Ressourcen brauchen, was in herausfordernden Zeiten nicht einfach ist.<\/p>\n<p><strong>Inwiefern st\u00e4rkt die gemeinsame Organisation \u00fcber den M\u00fcnsterland e.V. die Wahrnehmung des M\u00fcnsterlands als einheitliche Tourismusmarke \u2013 auch \u00fcber die Region hinaus?\u00a0<\/strong><br \/>Unsere St\u00e4rke ist, dass wir das M\u00fcnsterland als Gesamtes vermarkten. Bei \u00fcber 200 Tourismusgebieten in Deutschland ist es schon als Region nicht einfach, sich hervorzuheben. F\u00fcr einzelne Kommunen ist das erst recht schwer. Aber mit dem M\u00fcnsterland als emotionaler, positiv besetzter Klammer und einer entsprechenden Bekanntheit funktioniert das. Mit innovativen Ideen und Angeboten \u2013 zum Beispiel Open-Data-Tools \u2013 arbeiten wir daran, das Qualit\u00e4tsversprechen der Marke M\u00fcnsterland einzul\u00f6sen. Gleichzeitig unterst\u00fctzen wir unsere Leistungstr\u00e4ger vor Ort, unter anderem im Rahmen von F\u00f6rderprojekten, damit sie ihre Angebote weiterentwickeln k\u00f6nnen. Der Tourismus spielt eine zentrale Rolle, damit das M\u00fcnsterland als attraktive Lebens-, Arbeits- und Urlaubsregion wahrgenommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was macht das M\u00fcnsterland so beliebt?\u00a0Das M\u00fcnsterland ist vor allem f\u00fcrs Fahrradfahren bekannt. 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