{"id":909595,"date":"2026-03-31T02:31:14","date_gmt":"2026-03-31T02:31:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/909595\/"},"modified":"2026-03-31T02:31:14","modified_gmt":"2026-03-31T02:31:14","slug":"reform-des-jagdrechts-kritiker-laufen-sturm-gegen-neues-hessisches-jagdrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/909595\/","title":{"rendered":"Reform des Jagdrechts: Kritiker laufen Sturm gegen neues hessisches Jagdrecht"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\"><a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/hessen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hessen<\/a> lockert zum 1. April das Jagdrecht &#8211; und l\u00f6st damit eine Welle der Emp\u00f6rung bei Natur- und Tiersch\u00fctzern aus. Die vorgesehene Bejagung der kleinen S\u00e4ugetiere Baummarder und Iltis versto\u00dfe gegen EU-Recht, kritisiert der Experte Mark Harthun vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen. Sie seien einer EU-Richtlinie zufolge gesch\u00fctzt und d\u00fcrften nur bei einem nachgewiesenen \u00abg\u00fcnstigen Erhaltungszustand\u00bb bejagt werden. Diese Voraussetzung gebe es f\u00fcr Hessen nicht. \u00abWir denken \u00fcber rechtliche Schritte nach\u00bb, sagte Harthun.\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2026-03\/bundestag-wolf-erleichterter-abschuss-weidetiere\" data-ct-label=\"Jagdrecht: Bundestag erleichtert den Abschuss von W\u00f6lfen\" data-uuid=\"f990c8e2-3b60-431d-9c9d-93c95334dfcf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Jagdrecht:<br \/>\n                        Bundestag erleichtert den Abschuss von W\u00f6lfen<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/2026-03\/bundesrat-aus-fuer-buergergeld-tariftreue-gesetz-grundsicherung\" data-ct-label=\"Bundesrat: Neue Grundsicherung und Krankenhausreform passieren den Bundesrat\" data-uuid=\"47fec02d-f608-48e7-9417-0a9a0fc4208f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Bundesrat:<br \/>\n                        Neue Grundsicherung und Krankenhausreform passieren den Bundesrat<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/umwelt\/2026-03\/wildtiere-vereinte-nationen-artenschutzabkommen-erweiterung\" data-ct-label=\"Wildtiere: Vereinte Nationen wollen 40 Tierarten besser sch\u00fctzen\" data-uuid=\"b31012b6-180b-44ec-8122-0449c7df3505\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Wildtiere:<br \/>\n                        Vereinte Nationen wollen 40 Tierarten besser sch\u00fctzen<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Iltis werde in der Roten Liste Hessens als stark gef\u00e4hrdet gelistet. Gr\u00fcnde daf\u00fcr seien schwindende Lebensr\u00e4ume, mehr Stra\u00dfenverkehr sowie der Verlust von Nahrungsgrundlagen und Umweltgifte, erkl\u00e4rt der Experte. Der Baummarder gelte in Hessen als \u00abm\u00e4\u00dfig h\u00e4ufig\u00bb. F\u00fcr seinen Bestand s\u00e4hen die Prognosen langfristig schlecht aus. \u00abAuch f\u00fcr das Mauswiesel und das Hermelin gilt: F\u00fcr alle vier Arten gibt es aktuell keinen vern\u00fcnftigen Grund, sie zu fangen und zu t\u00f6ten\u00bb, erg\u00e4nzt Harthun.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00ab\u00dcber den Erhaltungszustand von Hermelin und Mauswiesel ist derzeit wenig bekannt.\u00bb Die vom Land ins Feld gef\u00fchrten Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Bejagung, angebliche Hilfe f\u00fcr Bodenbr\u00fcter und Singv\u00f6gel, seien fachlich nicht haltbar, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Naturschutz beim Nabu. Die V\u00f6gel ben\u00f6tigten vielmehr einen besseren Schutz ihrer Lebensgrundlagen. Das Mauswiesel sei ein n\u00fctzliches <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/tiere\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tier<\/a> f\u00fcr Landwirte, da es M\u00e4use fresse, erg\u00e4nzte Harthun. Derzeit gebe es sogar Kampagnen speziell zum Schutz der Marderart.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch nach den Worten der Naturschutzreferentin vom BUND Hessen, Josephin Bruhn, gibt es keinen vern\u00fcnftigen Grund etwa f\u00fcr eine Jagd auf den Baummarder. Er richte keine Sch\u00e4den an und gef\u00e4hrde keine anderen Tierarten. Eine Bejagung w\u00fcrde die Populationen in ihrem Bestand gef\u00e4hrden, warnt Bruhn.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Beide Experten sehen es \u00e4u\u00dferst kritisch, dass Hessen f\u00fcr einige Vogelarten wie Elster und Rabenkr\u00e4he die Jagdzeit verl\u00e4ngert. Auch dies versto\u00dfe gegen EU-Recht, lautet die Einsch\u00e4tzung. Denn nach der EU-Vogelschutzrichtlinie d\u00fcrfe nicht w\u00e4hrend der Brut- und Aufzuchtzeit gejagt werden, erg\u00e4nzte Harthun. Beim Rebhuhn, dem Vogel des Jahres 2026, sei eine Bejagung geradezu absurd: \u00abEs flie\u00dfen in vielen Teilen Deutschlands Steuergelder f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere und kleinere Rebhuhn-Projekte in den Schutz der Art, auch in Hessen.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bruhn bekr\u00e4ftigt, die Bejagung von Elstern und Rabenkr\u00e4hen sei \u00f6kologisch nicht gerechtfertigt. \u00abBislang konnte kein signifikanter Einfluss von Rabenv\u00f6geln auf die Best\u00e4nde von Singv\u00f6geln oder Bodenbr\u00fctern wissenschaftlich nachgewiesen werden.\u00bb Eine Bejagung, die auf blo\u00dfen Vermutungen \u00fcber negative Auswirkungen Arten basiere, entbehre jeder fachlichen Grundlage.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vielmehr bestehe das Risiko, bestehende \u00f6kologische Gleichgewichte unn\u00f6tig zu st\u00f6ren. \u00abStatt auf jagdliche Eingriffe zu setzen, sollte der Fokus auf dem Schutz, der Wiederherstellung und der Pflege vielf\u00e4ltiger, strukturreicher Lebensr\u00e4ume liegen\u00bb, betont Bruhn.\n<\/p>\n<p>        Minister: Bed\u00fcrfnisse der J\u00e4gerschaft stehen im Mittelpunkt        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Hessens Jagdminister Ingmar Jung (CDU) sieht mit dem reformierten Jagdrecht \u00abJagd und Hege durch die tausenden J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger &#8230; deutlich gest\u00e4rkt\u00bb. Zahlreiche Jagdzeiten w\u00fcrden an wildbiologische Erfordernisse angepasst. Die modernisierten Regeln seien \u00abpraxisnah, rechtssicher und mit klarem Blick auf die tats\u00e4chlichen Anforderungen in Wald und Flur\u00bb. F\u00fcr Baummarder, Iltis, Hermelin und Mauswiesel gab es in Hessen bislang keine Jagdzeiten. K\u00fcnftig gilt die Verordnung des Bundes, die f\u00fcr verschieden lange Phasen eine Jagd auf diese Arten erlaubt.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abIm Mittelpunkt der Novelle stehen praxisgerechte Jagdzeiten, mehr Handlungsspielr\u00e4ume f\u00fcr unsere J\u00e4gerinnen und J\u00e4ger, der Schutz des Eigentums, sachgerechte Anpassungen bei der Fallenjagd sowie eine ma\u00dfvolle Reform der J\u00e4gerpr\u00fcfung\u00bb, erl\u00e4uterte das Jagdministerium zum Beginn der neuen Jagdsaison am 1. April. Demnach entf\u00e4llt bei der Fallenjagd die verpflichtende t\u00e4gliche Vor-Ort-Kontrolle, wenn Fallen mit einem zuverl\u00e4ssigen elektronischen Meldesystem ausgestattet sind. Im Falle eines Fangs bleibt die unverz\u00fcgliche Kontrolle verpflichtend.\u00a0\n<\/p>\n<p>        Gr\u00fcne kritisieren \u00abFreude am T\u00f6ten\u00bb        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Das Urteil der Gr\u00fcnen Landtags-Opposition zum neuen hessischen Jagdrecht f\u00e4llt vernichtend aus: Die Entscheidung des Ministers etwa f\u00fcr die Iltis-Jagd entbehre jeglicher wissenschaftlicher Grundlage, kritisierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Vanessa Gronemann. Baummarder und das Mauswiesel seien als M\u00e4usej\u00e4ger sogar N\u00fctzlinge in der Land- und Forstwirtschaft. \u00abWer sie schie\u00dft, tut das nur aus Freude am T\u00f6ten, denn eine Verwendung finden die erlegten Tiere nicht.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260331-930-888057\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hessen lockert zum 1. 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