{"id":909777,"date":"2026-03-31T04:16:14","date_gmt":"2026-03-31T04:16:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/909777\/"},"modified":"2026-03-31T04:16:14","modified_gmt":"2026-03-31T04:16:14","slug":"milliardenvorhaben-in-stuttgart-spd-volt-wollen-oper-komplett-an-land-abgeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/909777\/","title":{"rendered":"Milliardenvorhaben in Stuttgart: SPD\/Volt wollen Oper komplett an Land abgeben"},"content":{"rendered":"<p>Ende 2026 soll \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.staatstheater-stuttgart-in-not-opern-interim-muss-abspecken.5983444a-ff48-499f-b13a-5b9f2b5c599b.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sanierung der Staatsoper am Eckensee<\/a> entschieden werden. Dann wird sich das Preisgericht \u00fcber die Arbeiten von anf\u00e4nglich 30 Architekturb\u00fcros beugen, die zum zweiphasigen Realisierungswettbewerb eingeladen worden sind. Auch die Stadt ist als parit\u00e4tischer Mitzahler f\u00fcr die Staatstheater im Boot. Doch kann sie wirklich bis zu 900 Millionen Euro f\u00fcr Sanierung und Neubauten aufbringen? Sozialdemokraten und Volt im Gemeinderat fordern, die Stadt solle aus dem Opernprojekt aussteigen.<\/p>\n<p>Bereits im Juli 2025 hatten die Genossen auf Landesebene den <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.prognose-in-stuttgart-nicht-haltbar-milliardenprojekt-spd-kuendigt-neustart-bei-opernsanierung-an.5c688db0-1935-4b5b-bd70-fb36f58a6d25.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eNeustart\u201c aller \u00dcberlegungen f\u00fcr das Opernhaus<\/a> und die Interims-Spielst\u00e4tte angek\u00fcndigt \u2013 f\u00fcr den Fall ihrer Regierungsbeteiligung nach der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Landtagswahl\" title=\"Landtagswahl\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Landtagswahl<\/a>. Die Wahl wurde f\u00fcr die Genossen zu einer Frage von Leben und Tod (5,5 Prozent, noch zehn Sitze), sie sind nun kleinste Oppositionsfraktion. Die Frage nach der Zukunft der W\u00fcrttembergischen Staatstheater bleibt davon aber unber\u00fchrt. Die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/SPD\" title=\"SPD\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a>-Kreiskonferenz <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> hat sie jetzt gestellt, auf Antrag des Kreisvorstandes. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Oper\" title=\"Oper\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Oper<\/a> Teil der Koalitionsverhandlungen  <\/p>\n<p>\u201eWenn das Land von dem exzellenten Ruf und der internationalen Strahlkraft der Staatstheater Stuttgart profitiert, muss es auch deutlich mehr Verantwortung \u00fcbernehmen\u201c, fordert die Abgeordnete und Stuttgarter Kreisvorsitzende Katrin Steinh\u00fclb-Joos. Das kommt passend zu den Koalitionsverhandlungen von Gr\u00fcnen und CDU. 2021 schrieben die Koalition\u00e4re in ihrem 162 Seiten starken Vertrag \u201eJetzt f\u00fcr Morgen\u201c zum Opernthema nur einen Satz: \u201eWir werden gemeinsam mit den St\u00e4dten Stuttgart und Karlsruhe die Sanierung und Erweiterung der Staatstheater vorantreiben.\u201c 2026 w\u00e4ren ein paar S\u00e4tze mehr samt weniger watteweicher Formulierung angebracht. Es geht allein in Stuttgart um bis zu 1,8 Milliarden Euro. <\/p>\n<p>SPD will die Tr\u00e4gerschaft f\u00fcr Oper abgeben <\/p>\n<p> Die Opernfinanzierung sei \u201egrundlegend neu zu ordnen\u201c fordert der SPD-Kreisverband. Perspektivisch solle die Verantwortung f\u00fcr das Dreispartenhaus \u201edeutlich st\u00e4rker \u2013 bis hin zu einer vollst\u00e4ndigen Tr\u00e4gerschaft \u2013 beim Land verankert werden\u201c. Volt schlie\u00dft sich an. Die Finanzierung m\u00fcsse \u201ezuk\u00fcnftig durch das Land erfolgen\u201c, hei\u00dft es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. <\/p>\n<p>Die Richtung, die SPD\/Volt einschlagen, hat ihren Grund: <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-beschliesst-neubau-personalstellen-fuer-filmhaus-halbiert.4b461fba-8c2b-48f3-8324-15cf19a0f336.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Die Stadtkasse ist leer<\/a>, Investitionen sollen bis Ende 2030 fast ausschlie\u00dflich \u00fcber Kredite finanziert werden. Wenn Gewerbesteuereinnahmen und Zuweisungen von Bund und Land nicht deutlich zulegen, st\u00fcnde Stuttgart am Ende mit 2,8 Milliarden Euro in der Kreide. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.forum-am-schlosspark-ludwigsburg-als-ort-fuer-stuttgarter-ersatz-oper-wieder-im-gespraech.2556f23c-d95d-4af7-aa38-282686b5b61d.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Erst dann aber startet die teure Opernsanierung,<\/a> die bis zu 800 Millionen Euro von der Stadt braucht. Dabei w\u00fcrde das Regierungspr\u00e4sidium (RP) voraussichtlich die Aufnahme weiterer Kredite versagen. Schon die 2,8 Milliarden gelten als h\u00f6chst kritisch. Was w\u00fcrde aus der Opernsanierung, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.etatberatungen-in-stuttgart-harter-schlagabtausch-und-850-millionen-euro-neue-schulden.e5a97f69-4856-4a73-bd72-19a8cd901b88.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">wenn Stuttgart nicht mehr zahlen k\u00f6nnte? <\/a> <\/p>\n<p>Bei der Oper stellt sich die Verteilungsfrage <\/p>\n<p>Die SPD beantwortet die Frage verklausuliert so: \u201eWir stehen klar hinter der herausragenden Qualit\u00e4t der Staatstheater. Gerade aus Verantwortung f\u00fcr diese Qualit\u00e4t sind wir der \u00dcberzeugung, dass der klamme Stuttgarter Haushalt nicht zur Begrenzung der Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeit f\u00fchren sollte\u201c, sagt Stadtrat Dejan Perc. Man k\u00f6nne nicht dauerhaft kommunale Mittel in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung binden, \u201ew\u00e4hrend parallel zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge unter Druck geraten\u201c. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.haushaltsmisere-in-stuttgart-ob-bueroleiter-stadt-koennte-theoretisch-mehr-als-500-stellen-streichen.944ea9fd-b534-4e60-9db4-6f4be855b66d.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Es stellt sich die Verteilungsfrage.<\/a> <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/media.media.3977022f-e3a9-49c4-ad86-1c033f8ac5bc.original1024.media.jpeg\"\/>     F\u00fcr die Oper ist Ministerin Petra Olschowski (Gr\u00fcne) zust\u00e4ndig.    Foto: Lichtgut\/Leif Piechowski    <\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die gemeinsame Finanzierung der W\u00fcrttembergischen Staatstheater (WST) ist der Theatervertrag zwischen Stadt und Land vom 20. Dezember 1983. Die Vertragspartner tagen \u201egrunds\u00e4tzlich je zur H\u00e4lfte s\u00e4mtliche mit dem Betrieb der Staatstheater verbundenen, durch Betriebseinnahmen nicht gedeckten Sach- und Personalausgaben\u201c, so das Finanzministerium auf Anfrage. Die Grundsatzregelung sei in der Folge auch \u201ein allen erg\u00e4nzenden Vereinbarungen, insb. im Hinblick auf die anstehenden Sanierungsma\u00dfnahmen\u201c best\u00e4tigt worden. Was w\u00fcrde der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Landtag\" title=\"Landtag\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Landtag<\/a> zu der von SPD\/Volt geforderten Vertrags\u00e4nderung sagen?<\/p>\n<p> Stadt zahlt f\u00fcr Oper 59,6 Millionen Euro  <\/p>\n<p>In diesem Jahr kostet der Theaterbetrieb Land und Stadt zusammen 111,4 Millionen Euro \u2013 ohne Generalsanierung. Dazu k\u00e4men Investitionszusch\u00fcsse in H\u00f6he von 4,5 Millionen und Geld f\u00fcr das Kulissenzentrallager sowie das Probenzentrum und die Studiob\u00fchne am L\u00f6wentor, so das Ministerium. Insgesamt rede man von 119,2 Millionen Euro, je h\u00e4lftig, die Stadt zahlt also 59,6 Millionen Euro.<\/p>\n<p> Kredite f\u00fcr Oper werden nicht ausgelagert <\/p>\n<p>F\u00fcr Sanierung und Neubau haben die Partner die Projektgesellschaft W\u00fcrttembergische Staatstheater (ProWST) gegr\u00fcndet. Sie soll allerdings selbst keine Kredite aufnehmen. Das war beim Bau der Landesmesse anders. Die Projektgesellschaft Neue Messe (ProNM) hatte Kredite aufgenommen, das Land sie \u00fcber eine B\u00fcrgschaft abgesichert und bis 2011 Schuldendiensthilfe geleistet. Mit der Auslagerung w\u00fcrden Kredite nicht mehr in den Haushalten stehen.<\/p>\n<p>\u201eDie Art der Finanzierung f\u00fcr den Bau der Messe wurde Anfang der 2000er Jahre unter Ber\u00fccksichtigung der damaligen wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Lage festgelegt\u201c, so das Finanzministerium auf Anfrage unserer Zeitung. Bei der Oper sei \u201eeine Finanzierung \u00fcber Kredite der Projektgesellschaft nicht vorgesehen\u201c. Eine derartige Konstruktion w\u00e4re \u201ef\u00fcr das Land nicht wirtschaftlich, weil die Konditionen der Projektgesellschaft schlechter w\u00e4ren als die des Landes\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ende 2026 soll \u00fcber die Sanierung der Staatsoper am Eckensee entschieden werden. 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