{"id":910509,"date":"2026-03-31T11:12:17","date_gmt":"2026-03-31T11:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/910509\/"},"modified":"2026-03-31T11:12:17","modified_gmt":"2026-03-31T11:12:17","slug":"isar-muenchen-flussuferlaeufer-und-flussregenpfeifer-brueten-geschuetzt-landkreis-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/910509\/","title":{"rendered":"Isar M\u00fcnchen: Flussuferl\u00e4ufer und Flussregenpfeifer br\u00fcten gesch\u00fctzt &#8211; Landkreis M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Flussuferl\u00e4ufer ist zur\u00fcck aus Afrika. Er ist die N\u00e4chte durchgeflogen. Und jetzt, Anfang April, macht er sich auch in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bayern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bayern<\/a> f\u00fcr die Zeit seiner monogamen Saisonehe auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Die Kiesb\u00e4nke der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Isar\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Isar<\/a> sind geradezu perfekt zum Br\u00fcten f\u00fcr diesen kleinen Schnepfenvogel. W\u00e4ren da nicht die zahlreichen Spazierg\u00e4nger, Bootsfahrer und Hunde.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Druck auf die Naherholungsgebiete w\u00e4chst mit den steigenden Temperaturen. Das Isartal z\u00e4hlt dabei zu den\u00a0meistgenutzten Bereichen in Stadt und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Landkreis_M%C3%BCnchen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Landkreis M\u00fcnchen<\/a>. Und weil die Besucher \u2013 egal, ob sie nun zu Fu\u00df, mit dem Rad oder mit dem Boot unterwegs sind \u2013 teilweise auch in sensible R\u00fcckzugs- und Fortpflanzungsr\u00e4ume gesch\u00fctzter Tierarten gelangen, bittet die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises M\u00fcnchen insbesondere in den kommenden Wochen um erh\u00f6hte R\u00fccksichtnahme.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Flussuferl\u00e4ufer, aber auch der Flussregenpfeifer br\u00fcten direkt im Kies in kleinen Mulden. Als besonders geeignet gelten die Kiesfl\u00e4chen im oberen Isartal, dort, wo der Talraum noch oder wieder sehr naturnah ist. Die Eier und K\u00fcken sind gut getarnt und werden im Kies leicht \u00fcbersehen und zertreten. Auch gelten die mittlerweile seltenen V\u00f6gel als sehr st\u00f6rungsempfindlich. Die Natursch\u00fctzer haben daher m\u00f6gliche Brutpl\u00e4tze zwischen Kloster <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Sch%C3%A4ftlarn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sch\u00e4ftlarn<\/a> und Buchenhain mit Schildern sowie teilweise mit Absperrleinen gekennzeichnet. F\u00fcr diese Bereiche gilt vom 15. M\u00e4rz bis zum 10. August ein absolutes Betretungsverbot.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Einst haben die Kiesbr\u00fcter auf den ausgedehnten Schotter- und Sandb\u00e4nken der Isarauen zahlreiche Brut- und Lebensr\u00e4ume gefunden. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein war die ungez\u00e4hmte, vielarmige Isar, die durch Hochwasser st\u00e4ndig ihren Verlauf und das Aussehen ihrer Ufer ver\u00e4nderte, das unbeeintr\u00e4chtigte Revier von Flussuferl\u00e4ufern und Flussregenpfeifern. Seit dem Ausbau und der Begradigung des Flusslaufs sowie dem Bau von Kraftwerken hat sich das Bild ver\u00e4ndert. Nur noch wenige Schotterfl\u00e4chen blieben erhalten. Durch verminderte Hochwasserereignisse verbuschen die Kiesb\u00e4nke h\u00e4ufig. Vogelarten wie der Flussuferl\u00e4ufer aber sind auf offene Flussauen, auf kiesige Fl\u00e4chen mit niedriger Vegetation angewiesen. Sie verloren gro\u00dfe Teile ihrer angestammten Lebensr\u00e4ume.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nun hat Naturschutz heutzutage einen anderen Stellenwert und die Isar wurde seit Ende der 1980er-Jahre renaturiert, in einen naturnahen Wildfluss r\u00fcckgebaut. Den Kiesbr\u00fctern nutzen diese Ma\u00dfnahmen aber nur teilweise etwas. Ihre Brutpl\u00e4tze bleiben weiterhin selten. Denn ihr Problem ist vor allem die hohe Freizeitnutzung der Landschafts- und Naturschutzgebiete auf und entlang der Isar. Der Flussuferl\u00e4ufer fl\u00fcchtet h\u00e4ufig bereits, wenn sich Menschen dem Brutplatz auf weniger als 100 Meter n\u00e4hern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/555b141c-212c-4df6-8a95-6a802a704eeb.jpeg\"   alt=\"Der Flussregenpfeifer ist in Bayern noch etwas h\u00e4ufiger anzutreffen, steht aber auch auf der Vorwarnliste des LBV.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Der Flussregenpfeifer ist in Bayern noch etwas h\u00e4ufiger anzutreffen, steht aber auch auf der Vorwarnliste des LBV. Fabian Unger\/LBV<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/28999871-10c9-4207-98e9-be4d364794ef.jpg\"   alt=\"Seine Eier sind so gut getarnt, dass man sie im Kiesbett kaum sieht.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Seine Eier sind so gut getarnt, dass man sie im Kiesbett kaum sieht. Marcus Bosch, LBV Bildarchiv<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Um zu unterstreichen, wie bedroht die in den Isarauen br\u00fctenden V\u00f6gel sind, verweist die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde auf die j\u00fcngste bayernweite Bestandserfassung. Demnach gab es im Jahr 2012 etwa 150 Brutpaare. Die Anzahl ist innerhalb von etwa zehn Jahren bis 2022 auf weniger als 100 Paare gesunken. Flussregenpfeifer-Paare gibt es in Bayern nur noch etwa 1000. Im Gegensatz zum Flussuferl\u00e4ufer br\u00fctet diese Art auch auf vom Menschen geschaffenen Kiesfl\u00e4chen abseits von Fl\u00fcssen und B\u00e4chen, etwa in Kiesgruben. Ihre Situation ist daher weniger kritisch. Gleichwohl stehen auch sie laut Landesbund f\u00fcr Vogelschutz auf der Vorwarnliste, da die Best\u00e4nde aufgrund ungeeigneter Bruthabitate regional r\u00fcckl\u00e4ufig sind. Seit 2021 werden Flussuferl\u00e4ufer und Flussregenpfeifer in einem Artenhilfsprogramm vom LBV f\u00fcr das Bayerische Landesamt f\u00fcr Umwelt (LfU) gesch\u00fctzt. Weitere Informationen findet man unter <a href=\"https:\/\/kiesbrueter.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.kiesbrueter.de<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/e036a066-0d33-4e1e-b9dd-fa722a5c12f0.jpg\"   alt=\"Gesperrte Kiesb\u00e4nke an der Isar.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Gesperrte Kiesb\u00e4nke an der Isar. Landratsamt M\u00fcnchen \/Geobasisdaten Copyright \u2013 Bayerische Vermessungsverwaltung<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die abgesperrten Brutpl\u00e4tze d\u00fcrfen daher bis Mitte August weder von Land noch von der Wasserseite aus betreten werden. Denn f\u00fcr den Erhalt dieser seltenen Vogelarten z\u00e4hlt jeder einzelne Brutplatz. Das Landratsamt weist darauf hin, dass entlang des Flusslaufs ausreichend \u201eunkritische Bereiche\u201c f\u00fcr die Erholungsnutzung zur Verf\u00fcgung stehen. Das gilt auch f\u00fcr frei laufende Hunde. Auch sie stellen eine Gef\u00e4hrdung f\u00fcr die br\u00fctenden V\u00f6gel dar und sind daher von den gesperrten Zonen fernzuhalten. Die Beh\u00f6rde erinnert zudem daran, dass an der Isar Feuermachen und Grillen au\u00dferhalb der ausgewiesenen Bereiche grunds\u00e4tzlich verboten ist. Bei Verst\u00f6\u00dfen gegen das Betretungsverbot drohen Geldbu\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Flussuferl\u00e4ufer ist zur\u00fcck aus Afrika. Er ist die N\u00e4chte durchgeflogen. 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