{"id":911675,"date":"2026-03-31T21:57:17","date_gmt":"2026-03-31T21:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/911675\/"},"modified":"2026-03-31T21:57:17","modified_gmt":"2026-03-31T21:57:17","slug":"wie-kam-es-ueberhaupt-zur-absage-des-schwimmunterrichts-in-den-weiterfuehrenden-schulen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/911675\/","title":{"rendered":"Wie kam es \u00fcberhaupt zur Absage des Schwimmunterrichts in den weiterf\u00fchrenden Schulen? \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>War\u2019s eine Ente? Ein Durchstecher? Eine Selbsterm\u00e4chtigung? Am 25. M\u00e4rz in der Ratsversammlung wollten die versammelten Stadtr\u00e4tinnen und Stadtr\u00e4te auch gern wissen, wie es zu der letztlich skandal\u00f6sen Meldung hatte kommen k\u00f6nnen, dass der Schwimmunterricht in 33 weiterf\u00fchrenden Schulen von der Verwaltung einfach gecancelt wurde. Irgendetwas war da gr\u00fcndlich schiefgelaufen. Das wurde am 25. M\u00e4rz klar, als Schulb\u00fcrgermeisterin Vicki Felthaus Rede und Antwort stand.<\/p>\n<p>Das Wichtigste: Sie hatte diese Anweisung nicht gegeben. Da wurde die B\u00fcrgermeisterin sehr deutlich. Auch wenn die Ursache f\u00fcr die Absage-Mail, die an 33 Schulen rausging, eine sehr vertraute ist: Denn \u2013 aufgefordert durch die Landesdirektion \u2013 muss Leipzigs Verwaltung s\u00e4mtliche freiwilligen Aufgaben auf den Pr\u00fcfstand stellen und einige zusammenstreichen oder ganz revidieren, um am Ende ein Einsparpaket von vielleicht 100 Millionen Euro zusammenzubekommen. Voraussetzung f\u00fcr einen genehmigungsf\u00e4higen Haushalt.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/e96c4a3a118c4e53be37b83e079e9216.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/03\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2026\/03\/1\" alt=\"\"\/>\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>Aber irgendwo im Schuldezernat hat da jemand voreilig gehandelt und quasi in Eigeninitiative die E-Mail an die Schulen herausgeschickt, dass der Schwimmunterricht f\u00fcr die weiterf\u00fchrenden Schulen gestrichen ist.<\/p>\n<p>Berechtigt hinterfragte CDU-Stadtrat Falk Dossin, ob das denn mit rechten Dingen zuginge und ein \u00fcblicher Vorgang w\u00e4re. War es aber nicht, best\u00e4tigte Vicki Felthaus. Die Mail war ohne ihr Wissen herausgegangen. Wie es \u00fcberhaupt dazu hatte kommen k\u00f6nnen, dazu habe sie eine interne Pr\u00fcfung veranlasst. Vielleicht war es ja wirklich Schusseligkeit oder vorauseilender Gehorsam.<\/p>\n<p>Aber eben einer, der m\u00f6glich ist in einer Zeit, in der sich einige Stadtratsfraktionen heftig mit der Verwaltung dar\u00fcber streiten, wer nun eigentlich \u00fcber diese K\u00fcrzungen entscheiden d\u00fcrfe. Die Linke habe dazu extra einen Antrag geschrieben, der die Beteiligung des Stadtrates sichern sollte, wie Linke-Stadtrat Enrico Stange betonte. Aber die CDU-Fraktion habe ihn damals mit abgelehnt, sodass er nicht umgesetzt wurde.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Streich-Diskussionen kommen noch<\/p>\n<p>Man ahnt schon, dass da noch einige heftige Diskussionen auf die Ratsversammlung zukommen werden, wenn es um tats\u00e4chliche K\u00fcrzungsvorlagen geht. So merkte CDU-Stadtrat Michael Weickert an, dass die CDU-Fraktion nur zu gern die 1 Million Euro f\u00fcr die Schulsozialarbeit gek\u00fcrzt haben wolle. Gleichzeitig betonte er, dass seine Fraktion der Erh\u00f6hung der Kita-Beitr\u00e4ge niemals zustimmen wolle. Da geht es um rund 7 Millionen Euro j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Kein Vergleich mit den etwas mehr als 100.000 Euro, die die Stadt aufbringt, um die Hallenzeiten f\u00fcr den Schwimmunterricht in den weiterf\u00fchrenden Schulen zu sichern. Und insbesondere Linke-Stadtrat Marco G\u00f6tze \u2013 selbst Lehrer von Beruf \u2013 ging auf ein Problem ein, das einige Schulen seit der Corona-Pandemie mitschleppen: F\u00fcr viele Kinder in der Grundschule fiel damals der Schwimmunterricht aus. Und viele haben das bis heute nicht aufholen k\u00f6nnen. Aber auch heute fallen in manchen 2. Klassen die Schwimmlernzeiten noch aus. Die Kinder kommen also an Oberschulen und Gymnasien, ohne schwimmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Interesse der Kinder<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich Pflicht ist der Schwimmunterricht nur in der Grundschule. Wenn die Kinder aber erst in der weiterf\u00fchrenden Schule zum Schwimmenlernen kommen, ist das eine freiwillige Leistung der Stadt, wenn sie die daf\u00fcr notwendigen Hallenzeiten absichert. Erst so konnte irgendwo im zust\u00e4ndigen Amt \u00fcberhaupt erst der Gedanke aufkommen, man k\u00f6nne diese freiwillige Leistung eigentlich streichen.<\/p>\n<p>Nur widerspricht das der Wirklichkeit, in der nach wie vor viele Kinder in weiterf\u00fchrenden Schulen nicht schwimmen k\u00f6nnen. Im Interesse der Kinder und Jugendlichen m\u00fcsse Leipzig zwingend an dieser freiwilligen Aufgabe festhalten, betonte auch OBM Burkhard Jung. Der sich eher Gedanken dar\u00fcber macht, dass einige der von der Stadt bezahlten Hallenstunden dann einfach von den entsprechenden Schulen nicht genutzt w\u00fcrden. Aber das ist eine andere Aufgabe, die anders gel\u00f6st werden muss, nicht in einer generellen Streichung der Hallenzeiten.<\/p>\n<p>Vicki Felthaus jedenfalls will den Vorgang jetzt in ihrem Dezernat aufarbeiten. Irgendwer muss ja die f\u00fcr Aufregung sorgende E-Mail geschrieben haben. Die entsprechenden Schulen h\u00e4tten inzwischen einen R\u00fcckruf der Mail bekommen, so Felthaus. Jetzt m\u00fcsse dezernatsintern gekl\u00e4rt werden, wie es zu diesem mit der zust\u00e4ndigen B\u00fcrgermeisterin nicht abgestimmten Vorpreschen hatte kommen k\u00f6nnen. A<\/p>\n<p>ber auch Burkhard Jung versicherte: Der Schwimmunterricht f\u00fcr die weiterf\u00fchrenden Schulen bleibt. Auch und gerade im Interesse von Gesundheit und Leben der Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"War\u2019s eine Ente? Ein Durchstecher? Eine Selbsterm\u00e4chtigung? Am 25. 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