{"id":912631,"date":"2026-04-01T07:07:28","date_gmt":"2026-04-01T07:07:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/912631\/"},"modified":"2026-04-01T07:07:28","modified_gmt":"2026-04-01T07:07:28","slug":"ukraine-krieg-punkte-fuer-die-toetung-eines-russischen-drohnen-piloten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/912631\/","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg: Punkte f\u00fcr die T\u00f6tung eines russischen Drohnen-Piloten"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Der Gefechtsstand liegt unter der Erde. Eine Wand ist bedeckt mit Bildschirmen, davor sitzen M\u00e4nner mit Kopfh\u00f6rern. Es ist still. Ein Bildschirm zeigt eine Landkarte mit farbigen Symbolen, ein anderer eine Totale des Kampfgebiets aus gro\u00dfer H\u00f6he. Wieder andere sind unterteilt, jedes Segment zeigt das Livebild von der Kamera einer Drohne.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Ein ukrainischer Soldat hat eines der Drohnenvideos angeklickt, jetzt f\u00fcllt es den Bildschirm: ein zerbombtes Dorf von oben. Die D\u00e4cher sind fort, die Drohne sieht in die Zimmer. In den meisten liegt grauer Schutt, nur in einem frische rotbraune Erde. \u201eDas ist aus ihrem Unterstand\u201c, sagt der Soldat. \u201eDas sind sie.\u201c Neben dem Erdhaufen liegt ein St\u00fcck Wellblech. \u201eSchau dir den Rand an\u201c, sagt der Soldat. Unter dem Rand eine dunkle Stelle. \u201eIhr Eingang.\u201c<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"Sonntagszeitung\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/1774641677_96_fas_latest.jpg\"\/><\/p>\n<p>Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/\" class=\"Button\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n         <\/a><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Dann die Explosion. Qualm f\u00fcllt das Bild. Einer der Soldaten hat eine schwere Bomberdrohne \u00fcber das Blech man\u00f6vriert, eine \u201eVampir\u201c. Die kann eine 15 Kilo schwere M\u00f6rsergranate tragen. Einige Hundert Meter \u00fcber der Ruine hat sie angehalten, dann hat sie gezielt und die Granate fallen gelassen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Der Rauch verzieht sich. Das Blech ist noch, wo es war. \u201eDaneben\u201c, sagt der Diensthabende. Ins falsche Zimmer. \u201eWerdet ihr warten, bis sie rauskommen?\u201c, frage ich. \u2013 \u201eDie werden nicht rauskommen. Sie wissen, wenn sie rausgehen, leben sie keine zehn Minuten mehr. Die werden jetzt auf schlechtes Wetter warten. Auf Nebel, damit unsere Drohnen sie nicht sehen. Oder auf Wind, damit wir nicht fliegen k\u00f6nnen. Und bis dahin begraben wir sie unter Bomben.\u201c<\/p>\n<p>Delta ist eine Art Windows f\u00fcr den Krieg<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Drohne ist die t\u00f6dlichste Waffe dieses Krieges. Sch\u00e4tzungsweise 1,2 Millionen Menschen hat Russland nach Sch\u00e4tzung des Center for Strategic and International Studies seit Anfang 2022 durch Tod oder Verletzung verloren, die Ukraine vielleicht halb so viele. Und zuletzt war fast jeder Tote das Opfer eine Drohne.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die F.A.S. hat hinter den Linien mit acht ukrainischen Soldaten gesprochen, die als Piloten oder Kommandeure diesen Drohnenkrieg f\u00fchren. Wir trafen uns an der n\u00f6rdlichen Front bei Charkiw sowie hinter Tschassiw Jar und Pokrowsk im Industriegebiet Donbass.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">\u00dcberall zeigte sich: Die Ukraine nutzt an allen Frontabschnitten f\u00fcr das t\u00e4gliche Gefecht ein einheitliches Computersystem namens Delta. Delta kann vieles auf einmal, es ist eine Art Windows f\u00fcr den Krieg. Auch die Monitore in dem unterirdischen Gefechtsstand sind mit Delta verbunden. Gerade zeigt der Diensthabende ein weites Landschaftsbild von einer hoch fliegenden Drohne: der Frontabschnitt seiner Einheit, vier Kilometer breit, zehn tief. Sein Teil der \u201eKill-Zone\u201c, also des \u201egl\u00e4sernen Schlachtfeldes\u201c, auf dem sich heute, wie ein Soldat sagt, \u201ekeine Maus mehr bewegen kann\u201c.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Manche schaffen es trotzdem, sich einzugraben. Sie nutzen Nebel oder Wind, r\u00fccken in Zweiertrupps vor und ducken sich f\u00fcr Wochen in irgendein Versteck. Der Diensthabende sch\u00e4tzt, dass sich in seinem Abschnitt 80 bis 100 Russen so eingegraben haben \u2013 in winzigen L\u00f6chern, bereit, die n\u00e4chsten paar Hundert Meter vorzur\u00fccken, wenn die Sicht wieder schlecht ist.<\/p>\n<p>Ein Icon f\u00fchrt zum Chatroom der Brigade<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auf einem anderen Monitor zeigt Delta die Landkarte mit den bunten Symbolen: eigene und feindliche Stellungen, Stra\u00dfen mit Angaben \u00fcber Zustand und Befahrbarkeit, Gr\u00e4ben, Minen, Stacheldraht. Mit einem Klick werden H\u00fcgel und T\u00e4ler sichtbar, wichtig f\u00fcr die Route einer Drohne oder den Standort einer Gefechtsfeldkamera. F\u00fcr jede Position kann das System das Schussfeld eines Maschinengewehrs errechnen, je nach Reichweite und Gel\u00e4ndeform. Eigene St\u00f6rsender k\u00f6nnen ebenso abgerufen werden wie versteckte Mikrofone.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Delta kann in Gefechtsst\u00e4nden genutzt werden, aber auch auf einem Smartphone drau\u00dfen. F\u00fcr die Front gibt es eine Version mit beschr\u00e4nktem Zugang \u2013 f\u00fcr den Fall, dass die Russen einen Soldaten gefangen nehmen und das Handy erbeuten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Mit einem Klick geht ein Men\u00fc auf. Ein Icon f\u00fchrt zu Wikipedia, damit Soldaten sich \u00fcber die Waffen des Feindes informieren k\u00f6nnen. Ein zweites f\u00fchrt zu einzelnen Brigaden und Kompanien, ihren Gefechtsauftr\u00e4gen und dem Stand der Erf\u00fcllung. Ein drittes ist der Chatroom der Brigade. Ein viertes Icon \u00f6ffnet ein Schachbrett von Flugbildern: Livestreams aller Drohnen am Himmel, abrufbar in voller Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Brigaden bekommen Punkte f\u00fcr jede erf\u00fcllte Mission<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Das Unterprogramm \u201eAnalytics\u201c speichert Statistisches: Anzahl erf\u00fcllter Missionen, Anzahl und Art getroffener Ziele, jeweils dokumentiert durch Videobeweis. Die Treffer werden dann mit einem Programm namens E-Baly verbunden, zu Deutsch etwa E-Punkte. F\u00fcr jede erf\u00fcllte Mission bekommt die Brigade hier Punkte, je nach dem Wert des Zieles. Die Evakuierung von Verletzten bringt besonders hohe Guthaben. Weil sich Sanit\u00e4ter in der Todeszone nicht mehr bewegen k\u00f6nnen, geschieht die oft mithilfe von ferngesteuerten Landfahrzeugen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">F\u00fcr ihre Punkte bekommt die Einheit dann Geld, um auf dem freien R\u00fcstungsmarkt zu kaufen, was sie gerade braucht: die neuesten Drohnenmodelle, Generatoren, Computer. Starke Brigaden werden so belohnt, schw\u00e4chere m\u00fcssen aufholen. Und weil jede Brigade weitgehend ohne Eingriffe von oben entscheidet, was sie von welchem R\u00fcstungs-Start-up kaufen will, entsteht ein dynamischer Wettbewerb, auf dem sich die Technologie durchsetzt, die gerade am besten und am billigsten ist. Vom Gro\u00dfunternehmen bis zur Garagenwerkstatt suchen Produzenten Kontakt zur Truppe, um schnell zu verstehen, welche Neuerungen gerade im Kommen sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ukrainische Soldaten tragen eine Abfangdrohne durch den Schnee.\" height=\"4494\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ukrainische-soldaten-tragen.webp.webp\" width=\"6741\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Ukrainische Soldaten tragen eine Abfangdrohne durch den Schnee.AFP<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">So hilft E-Baly, im technischen Wettlauf mit den Russen mitzuhalten, aber auch von Fehlfunktionen ist die Rede. Wenn die Administratoren es vers\u00e4umen, die Bedeutung eines neuen Kampfmittels zu erkennen, und es im Punktesystem zu niedrig bewerten, kann es geschehen, dass Einheiten im Feld die falschen Ziele bek\u00e4mpfen. \u2013 Nicht die, welche objektiv am wichtigsten sind, sondern die, welche mehr \u201eBaly\u201c bringen.<\/p>\n<p>Am Ende kommt die \u201eVampir\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die meisten Drohnen sind kleine, billige Quadkopter. Sie arbeiten nach dem FPV-Prinzip: \u201eFirst Person View\u201c. Dabei sieht der Pilot das Bild der Bordkamera live und steuert die Drohne wie in einem Computerspiel. Die Ukrainer verwenden dabei oft Varianten der chinesischen Drohnen Mavic oder Matrice \u2013 kleine Ger\u00e4te mit relativ kurzer Reichweite, die feindliche Autos oder einzelne Soldaten anfliegen und dann explodieren. Weil der Feind oft wochenlang in Erdl\u00f6chern sitzt, wird dabei auf den Moment gewartet, an dem ein Trupp einen anderen abl\u00f6st und die Soldaten ins Freie m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Daneben gibt es Aufkl\u00e4rungsdrohnen mit speziellen Kameras. Die fliegen hoch \u00fcber der \u201eKill-Zone\u201c, und wenn sie in einem bestimmten Abschnitt neue Fahrzeugspuren oder Fu\u00dfpfade sehen, werden die kleineren FPV-Drohnen im Tiefflug losgeschickt, um die betreffende Waldung oder Ruine aus n\u00e4chster N\u00e4he abzusuchen. Wenn die dann ein verd\u00e4chtiges Loch entdecken, wird die Vampir geholt. In so einem Fall wird dann die Artillerie um Unterst\u00fctzungsfeuer gebeten. Die ist zwar wegen ihrer ausgeleierten Rohre zu ungenau f\u00fcr Punkttreffer, wenn sie zu arbeiten beginnt, traut sich der Feind aber nicht ins Freie. So kann er erstens nicht fliehen, wenn am Ende die schwere Vampir kommt, zweitens kann er auch nicht raus, um sie mit Schrotgewehren abzuschie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">F\u00fcr die Bomberdrohnen ist das wichtig, denn sie sind verletzlich. Sie schwirren nicht frei herum, wie die kleineren FPVs, sondern m\u00fcssen \u00fcber dem Ziel ein paar Sekunden anhalten, um genau zu treffen. Im Einsatz werden die Bomber deshalb oft von kleineren Drohnen begleitet, die das Feuer des Feindes auf sich ziehen. Am Ende sieht die Kamera der Vampir dann die Granate hinabtaumeln. Qualm wirbelt auf, und wenn er abzieht, liegen Tote am Boden.<\/p>\n<p>Beide Seiten nutzen mittlerweile Drohnen am Glasfaserkabel<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Lange hatten Drohnen eine gro\u00dfe Schw\u00e4che: Weil sie per Funk gesteuert wurden, konnten St\u00f6rsender sie stoppen. Seit 2024 setzten deshalb zuerst die Russen, dann auch die Ukrainer, auf eine Neuerung: Drohnen am Glasfaserkabel. Das l\u00e4uft im Flug von einer Spule und ist immun gegen St\u00f6rfunk. Die Ukrainer sagen, Russland habe hier einen Vorsprung von eins zu zehn, aber man hole auf.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Glasfaserdrohne hat noch weitere Vorteile. Sie h\u00e4lt auch dann Verbindung, wenn etwa ein H\u00fcgel sich zwischen sie und den Piloten schiebt. Sie kann sich in einem Graben am Stra\u00dfenrand verstecken und warten, bis der Feind vorbeikommt. Im Gefechtsstand zeigt ein Video, wie das geht: Ein Laster kommt, die Drohne l\u00e4sst ihn vorbei. Dann hebt sie ab, fliegt hinterher. Das Heck kommt n\u00e4her, f\u00fcllt den Bildschirm. Dann graues Flimmern: Ende der Mission.<\/p>\n<p>In 16 Eins\u00e4tzen hat die HX-2 nur einmal ihr Ziel verfehlt<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Gegen besonders wertvolle Ziele wird eine weitere Drohnenart benutzt, die im Milit\u00e4renglisch \u201eLoitering Munition\u201c hei\u00dft. Damit sind Langstreckendrohnen gemeint, die nicht wie Hubschrauber fliegen, sondern wie Flugzeuge. Sie k\u00f6nnen \u00fcber dem Feind kreisen, ihr Ziel erkennen und dann gleich angreifen. Sie sind wesentlich teurer, aber auch schneller und schlagkr\u00e4ftiger als FPV-Quadkopter und werden zum Beispiel gegen Kommandofahrzeuge und Radare benutzt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Zu den Typen, welche die Ukraine benutzt, geh\u00f6rt die HX-2 des deutschen Herstellers Helsing, die von einem Gummikatapult startet. Erste Exemplare kamen offenbar im Herbst in die Ukraine. Die F.A.S. sprach im Hinterland von Pokrowsk mit drei Truppf\u00fchrern, die diese Waffe benutzen. Ihre Bewertung war fast durchweg positiv. Ihnen zufolge ist die HX-2 mit 240 Kilometern pro Stunde vergleichsweise schnell und mit Abwehrdrohnen oder Schrotgewehren schwer zu treffen. Die Reichweite von etwa 75 Kilometern ist offenbar gut \u2013 jedenfalls drei- bis viermal gr\u00f6\u00dfer als die von Glasfaserdrohnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Nach den Glasfaserdrohnen scheint jetzt die K\u00fcnstliche Intelligenz zu kommen. Zum Beispiel mit der deutschen Kamikaze-Drohne HX-2.\" height=\"2017\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/nach-den-glasfaserdrohnen.webp.webp\" width=\"3000\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Nach den Glasfaserdrohnen scheint jetzt die K\u00fcnstliche Intelligenz zu kommen. Zum Beispiel mit der deutschen Kamikaze-Drohne HX-2.dpa<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Soldaten berichten, in 16 Eins\u00e4tzen mit der HX-2 habe ihr Trupp nur einmal sein Ziel verfehlt, und vielleicht habe das am Piloten gelegen. Insgesamt sei diese Drohne \u201ef\u00fcr eine Waffe der ersten Generation sehr erfolgreich\u201c. Ihr Preis liege im unteren f\u00fcnfstelligen Euro-Bereich und k\u00f6nne mit ukrainischen Produkten mithalten. Erste Schwierigkeiten mit dem Gummikatapult, das anfangs manchmal bei Frost riss, seien behoben, der Hersteller liefere beheizte Katapulte. Helsing reagiere schnell auf Probleme und entwickle die Waffe st\u00e4ndig weiter.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz bringt die Drohne auch ohne Piloten zum Ziel<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Allerdings weisen die Soldaten auch auf M\u00e4ngel hin: Anders als bei K\u00e4ufen von konkurrierenden Herstellern h\u00e4tten sie die HX-2 noch nicht \u201eim System\u201c bekommen, also samt Transportfahrzeug, Generator, St\u00f6rsender, Batterien und Starlink-Terminal. Eine zweite Kritik: Die Kamera der HX-2 sei nicht so gut wie die von spezialisierten Aufkl\u00e4rungsdrohnen. Deshalb falle es ihr schwer, aus gro\u00dfer Entfernung Details eines Zieles zu erkennen. Gegenw\u00e4rtig setze man sie deshalb lieber zusammen mit Aufkl\u00e4rungsdrohnen ein. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Eine Besonderheit der HX-2 ist dabei, dass sie K\u00fcnstliche Intelligenz benutzen kann. Dann steuert ein Pilot die Drohne, bis das Ziel in der Ferne auftaucht. Die Drohne speichert das Ziel, der Pilot gibt sie frei, und die K\u00fcnstliche Intelligenz h\u00e4lt auch dann noch Kurs, wenn in der letzten Flugphase ein St\u00f6rsender sie vom Piloten trennt. Der Feind kann dann kaum entkommen. Auch wenn er Haken schl\u00e4gt, folgt die Drohne jeder Kurve. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Hinter der Front holen ukrainische Piloten ihre HX-2 aus dem Kofferraum.\" height=\"3088\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/hinter-der-front-holen.webp.webp\" width=\"4633\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Hinter der Front holen ukrainische Piloten ihre HX-2 aus dem Kofferraum.Oleksandr Techynskyi<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Manche FPV-Drohnen benutzen ebenfalls KI, zum Beispiel die amerikanische Bumblebee. Allerdings berichten Soldaten, die automatische Zielverfolgung k\u00f6nne bei diesen auf Wendigkeit und schnelle Reaktion ausgelegten Waffen den Piloten noch nicht richtig ersetzen. Anders als die HX-2 sind sie eben nicht dazu da, gro\u00dfe Ziele aus gro\u00dfer Entfernung anzugreifen. Sie m\u00fcssen Waldpfaden folgen und dann aus n\u00e4chster N\u00e4he Ziele ausw\u00e4hlen, die sie erst im letzten Moment erkennen: Generatoren, Sch\u00fctzenl\u00f6cher, Soldaten. Das k\u00f6nne nur ein Mensch. <\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Erfolg ist die T\u00f6tung eines russischen Piloten<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Neben KI bestimmt ein weiterer Trend den Krieg dieser Tage: das Duell der Piloten. Weil die t\u00f6dlichste aller Waffen die Drohne ist, sind die M\u00e4nner dahinter Ziel Nummer eins, und auf E-Baly liegt die T\u00f6tung eines russischen Piloten ganz oben auf der Ertragsskala.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Im Gefechtsstand erl\u00e4utert ein Soldat die Pilotenjagd. Am einfachsten ist sie, wenn eine Drohne mit altmodischem Analogfunk angreift. Dann ist es leicht, sich in ihre Kamera einzuhacken, ihr gesendetes Bild und damit ihre Route mitzuverfolgen. Daraus kann dann die Startposition abgeleitet werden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Wenn allerdings Glasfaserdrohnen fliegen, oder wenn der Feind verschl\u00fcsselten Digitalfunk nutzt, geht das nicht. Manchmal kann man die Position des Feindes dann nur aus seinen Angriffszielen ableiten. Man kennt die Reichweite seiner Drohnen, und deshalb kann man auf der Karte aus mehreren Angriffspunkten eine Startregion ableiten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Dann z\u00e4hlt man: Wie viele Granaten zu 15 Kilo haben uns getroffen? 100? Dann wiegen die zusammen 1500 Kilo. Wie viel Treibstoff f\u00fcr die Generatoren, wie viel Proviant f\u00fcr die Soldaten braucht man, um die ins Ziel zu bringen? \u2013 Die Rechnung ergibt eine Zahl von Pick-ups, die zur Versorgung der Piloten n\u00f6tig sind, und daraus folgt, welche Feldwege der Feind wohl nutzt. Nach solchen Wegen sucht dann die Aufkl\u00e4rungsdrohne.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Wenn einer im richtigen Gebiet an einen passenden Ort f\u00fchrt, mit guter Deckung und hoher Lage, um beim Start die Batterie zu schonen, hei\u00dft das: Hier k\u00f6nnten die Piloten sein. Dann werden die FPVs losgeschickt. Ein Video zeigt, wie eine davon im Schritttempo einem Pfad durchs Geb\u00fcsch folgt. Am Ende sieht sie ein Erdloch. Sie fliegt hinein, der Bildschirm wird grau.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Ein Soldat sagt, bei solchen Eins\u00e4tzen gebe es vier Grade von Erfolg. Der h\u00f6chste: T\u00f6tung der russischen Piloten. Der zweite: ihre Stellung so besch\u00e4digen, dass sie fortm\u00fcssen. Der dritte: m\u00f6glichst viel von ihrem Material vernichten, also Generatoren oder Treibstofflager. Das Minimalziel besteht darin, den Feind wenigstens f\u00fcr ein paar Stunden an der Arbeit zu hindern.<\/p>\n<p>Videos der T\u00f6tungen werden online gepostet<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Weil aber auch die Russen feindliche Drohnenpiloten jagen, ist Abwehr ebenso wichtig wie Angriff. \u201eWir lassen keinen M\u00fcll liegen, wir verwischen unsere Spuren, und wir r\u00e4umen die Glasfasern weg, die zu uns f\u00fchren\u201c, sagt ein Drohnenpilot. \u201eUnd wenn wir nur Drohnen mit Analogfunk haben, halten wir das Funksignal zuerst so schwach wie m\u00f6glich. Dann k\u00f6nnen die Russen sich erst in unsere Kamera einw\u00e4hlen, wenn unsere Drohne schon weit von uns weg ist, und sehen nicht gleich den Weg zu unserem Versteck.\u201c <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Piloten selbst sind abgebr\u00fchte Leute. Wenn sie Feinde jagen, zeigt der Bildschirm ihnen die letzten Sekunden im Leben ihres Opfers aus n\u00e4chster N\u00e4he. Sie sehen dann Gesichter, die von Anstrengung, von Wut oder von Todesangst verzerrt sind, oder solche, die nur fassungslos erstarren. Manchmal sehen sie jemanden, der im Zickzack flieht, manchmal jemanden, der einfach stehen bleibt, als k\u00f6nne er nicht glauben, dass dies das Ende ist. Manche kauern sich wie verschreckte Kinder in Gr\u00e4ben oder Ruinen zusammen, andere versuchen den Tod mit dem Stiefel abzuwehren. Wieder andere fallen auf die Knie. Am Ende graues Flimmern. Die Drohne ist explodiert, der Feind ist tot.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auf die Frage, ob dieses t\u00e4gliche Sterben am Bildschirm ihn nicht traumatisiere, sagt ein ukrainischer Drohnenpilot, seine Traumata habe er sich schon geholt, als er am Anfang des Krieges selbst unter russischem Feuer gewesen sei.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Weil Ukrainer ebenso wie Russen diese Filme ins Netz stellen, kann jeder beim Sterben zusehen. Das Publikum ist gro\u00df. Erfolgreiche Kommandeure pr\u00e4sentieren ihre T\u00f6tungsvideos mit Musik, mal opernhaft triumphal, mal cool gerappt. Auf dem Weg vom Schlachtfeld zum Smartphone wird der Tod zur Show.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Gefechtsstand liegt unter der Erde. Eine Wand ist bedeckt mit Bildschirmen, davor sitzen M\u00e4nner mit Kopfh\u00f6rern. 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