{"id":913232,"date":"2026-04-01T12:35:16","date_gmt":"2026-04-01T12:35:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/913232\/"},"modified":"2026-04-01T12:35:16","modified_gmt":"2026-04-01T12:35:16","slug":"neue-kampfdrohne-fuer-deutschland-was-die-ghost-bat-wirklich-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/913232\/","title":{"rendered":"Neue Kampfdrohne f\u00fcr Deutschland? Was die Ghost Bat wirklich kann"},"content":{"rendered":"<p>Kampfjet ohne Pilot: Die Ghost Bat soll Deutschlands Luftwaffe st\u00e4rken. Wie die Drohne funktioniert und warum sie strategisch wichtig ist.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/mq28_ghost_bat-e1775045367711-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"MQ-28 Ghost Bat\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Rheinmetall bringt die Ghost Bat zur Bundeswehr: Autonome Kampfdrohne soll bis 2029 einsatzbereit sein. Rheinmetall AG<\/p>\n<p>Foto: Rheinmetall AG<\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie moderne Luftstreitkr\u00e4fte operieren, steht vor einem massiven Umbruch. Weg von teuren, rein bemannten Formationen, hin zu hybriden Modellen. In diesem Szenario spielen unbemannte Begleiter eine zentrale Rolle. Rheinmetall und Boeing Australia haben nun eine strategische Partnerschaft geschlossen, um genau diese Technologie nach Deutschland zu bringen.<\/p>\n<p>Im Fokus steht die MQ-28 Ghost Bat. Rheinmetall und Boeing positionieren die Plattform als L\u00f6sung f\u00fcr eine geplante Beschaffung sogenannter Collaborative Combat Aircraft (CCA) durch die Bundeswehr bis 2029. Dabei handelt es sich um unbemannte Kampfflugzeuge, die im Verbund mit bemannten Jets operieren. Eine endg\u00fcltige Beschaffungsentscheidung ist damit jedoch noch nicht gefallen. <\/p>\n<p>Ein neuer Teamplayer f\u00fcr die Luftwaffe<\/p>\n<p>Die MQ-28 Ghost Bat ist kein herk\u00f6mmliches unbemanntes Luftfahrzeug. Sie ist als sogenannter \u201eLoyal Wingman\u201c konzipiert. Das bedeutet, sie fliegt an der Seite bemannter Kampfflugzeuge oder fliegender F\u00fchrungsplattformen. Typische Referenzplattformen sind etwa F-35, F\/A-18 oder E-7-Systeme. Die Partnerschaft zwischen Rheinmetall und Boeing zielt darauf ab, diese ausgereifte L\u00f6sung f\u00fcr die geplanten Beschaffungen der Bundeswehr anzubieten.<\/p>\n<p>Rheinmetall \u00fcbernimmt dabei die Rolle des Systemmanagers. Das Unternehmen \u00fcberwacht die Integration in bestehende F\u00fchrungs- und Waffensysteme. Zudem stellt Rheinmetall die Wartung und die logistische Unterst\u00fctzung sicher.<\/p>\n<p>Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG, ordnet die Zusammenarbeit ein:<br \/>\u201eMit Boeing Defence Australia als Partner legen wir den Grundstein, um die MQ-28 optimal auf die Anforderungen der Bundeswehr zuzuschneiden. Als Systemintegrator stellen wir sicher, dass Integration, Betrieb und Weiterentwicklung aus einer Hand erfolgen und st\u00e4rken gleichzeitig die industrielle Wertsch\u00f6pfung in Form eines industriellen Hubs in Deutschland und Europa.\u201c<\/p>\n<p>Lesen Sie dazu: <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/automation\/paris-air-show-zeigt-es-wingman-drohnen-im-vormarsch\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paris Air Show zeigt es: Wingman-Drohnen im Vormarsch<\/a><\/p>\n<p>Technische Details der Ghost Bat<\/p>\n<p>Die MQ-28 hat bereits \u00fcber 150 Testfl\u00fcge absolviert. Sie wurde in Australien entwickelt und ist das erste dort seit \u00fcber 50 Jahren entworfene Milit\u00e4rflugzeug. Die Drohne ist 11,7 m lang und erreicht Geschwindigkeiten im hohen Unterschallbereich. Damit ist sie f\u00fcr den Einsatz im Verbund mit modernen Kampfflugzeugen ausgelegt, ohne deren Leistungsprofil vollst\u00e4ndig zu erreichen.<\/p>\n<p>Die folgende Tabelle gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die wichtigsten technischen Spezifikationen:<\/p>\n<tr>\n<td>Parameter<\/td>\n<td>Spezifikation<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>L\u00e4nge<\/td>\n<td>11,7 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Spannweite (Block 3)<\/td>\n<td>7,3 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gewicht<\/td>\n<td>ca. 3175 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Maximale Reichweite<\/td>\n<td>\u00fcber 3700 km<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Antrieb<\/td>\n<td>Williams FJ33 Turbofan-Triebwerk<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dienstgipfelh\u00f6he<\/td>\n<td>\u00fcber 12.192 m<\/td>\n<\/tr>\n<p>Ein besonderes Merkmal ist die modulare Nase. Dieser 2,6 m lange Abschnitt l\u00e4sst sich schnell austauschen. So k\u00f6nnen Teams am Boden die Drohne je nach Mission neu konfigurieren. Mal tr\u00e4gt sie Sensoren f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung, mal Systeme f\u00fcr die elektronische Kampff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Die Evolution: Von Block 1 zu Block 3<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Ghost Bat erfolgt in sogenannten \u201eBl\u00f6cken\u201c. Dies erlaubt eine schnelle Anpassung an neue Erkenntnisse. W\u00e4hrend die erste Phase der Erprobung der Flugdynamik diente, konzentriert sich der aktuelle Fokus auf die Einsatzf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Die kommende Version, Block 3, bringt entscheidende Neuerungen. Sie verf\u00fcgt \u00fcber interne Waffensch\u00e4chte. Dies ist wichtig, um die Radarsignatur gering zu halten. Werden Waffen au\u00dfen angebracht, ist das Flugzeug f\u00fcr gegnerische Radarsysteme leichter zu entdecken. Zudem w\u00e4chst die Spannweite auf 7,3 m, was etwa 30% mehr Treibstoffkapazit\u00e4t erm\u00f6glicht. Das erh\u00f6ht die Reichweite deutlich.<\/p>\n<p>Autonomie statt Fernsteuerung<\/p>\n<p>Das Herzst\u00fcck der MQ-28 ist nicht das Triebwerk, sondern die k\u00fcnstliche Intelligenz. Die Drohne ben\u00f6tigt keinen dedizierten Fernpiloten, der jede Bewegung steuert. Stattdessen operiert sie mit einer \u201e\u00fcberwachten Autonomie\u201c. Eine Person an Bord eines bemannten Flugzeugs gibt lediglich Befehle auf hoher Ebene.<\/p>\n<p>Ein Meilenstein war der Test \u201eTrial Kareela\u201c im Dezember 2025. Dabei zerst\u00f6rte eine MQ-28 autonom ein Luftziel mit einer Rakete. Das Zusammenspiel funktionierte wie folgt:<\/p>\n<ol start=\"1\" class=\"wp-block-list\">\n<li>Eine F\/A-18 Super Hornet identifizierte das Ziel.<\/li>\n<li>Ein Operator in einer E-7A Wedgetail autorisierte den Angriff.<\/li>\n<li>Die Ghost Bat berechnete eigenst\u00e4ndig den Abfangkurs und feuerte die Rakete ab.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dieses Vorgehen entlastet die Pilotinnen und Piloten in den bemannten Jets. Sie m\u00fcssen sich nicht um die Mikromanagement-Details des Drohnenflugs k\u00fcmmern. Die KI \u00fcbernimmt die Flugbahnoptimierung und die Identifizierung von Bedrohungen. Der operative Nutzen h\u00e4ngt jedoch stark von stabilen Datenverbindungen, resilienter Software und klar definierten Entscheidungsregeln ab.<\/p>\n<p>Wirtschaftlichkeit und \u201eAffordable Mass\u201c<\/p>\n<p>Warum investiert die Bundeswehr in solche Systeme? Ein Grund ist die Wirtschaftlichkeit. Ein moderner Kampfjet der f\u00fcnften Generation kostet rund 88 Millionen US-Dollar in der Anschaffung. Die Betriebskosten pro Stunde sind enorm. Eine MQ-28 liegt preislich sch\u00e4tzungsweise zwischen 10 und 15 Millionen US-Dollar.<\/p>\n<p>Man spricht hier von skalierbarer, kosteng\u00fcnstiger Kampfkraft. In einem Konflikt k\u00f6nnen Drohnen verloren gehen, ohne dass dies einen strategischen oder menschlichen Totalverlust bedeutet. Der Verlust einer unbemannten Plattform wiegt deutlich weniger schwer als der eines bemannten Kampfflugzeugs samt Besatzung. Wenn ein bemanntes Flugzeug von vier Ghost Bats begleitet wird, vervierfacht das die Anzahl der Sensoren und Waffen in der Luft \u2013 zu einem Bruchteil der Kosten.<\/p>\n<p>Nationale Souver\u00e4nit\u00e4t und Wertsch\u00f6pfung<\/p>\n<p>F\u00fcr Deutschland ist die Partnerschaft auch industriepolitisch relevant. Rheinmetall plant den Aufbau eines industriellen Hubs. Expertinnen und Experten aus Deutschland und Australien sollen in einer digitalen Umgebung gemeinsam an Software- und Hardware-Innovationen arbeiten.<\/p>\n<p>Dr. Brendan Nelson, President von Boeing Global, betont die Bedeutung der Kooperation:<br \/>\u201eDies ist nicht nur eine Partnerschaft zwischen unseren Unternehmen, sondern zwischen zwei gro\u00dfen L\u00e4ndern \u2013 Deutschland und Australien \u2013 die \u00e4hnliche Strategien zur Integration von Kampfflugzeugen in ihre Luftstreitkr\u00e4fte verfolgen.\u201c<\/p>\n<p>Die offene Systemarchitektur stellt sicher, dass die Bundeswehr nationale Anforderungen eigenst\u00e4ndig umsetzen kann. Das sichert die Versorgungssicherheit und die technologische Souver\u00e4nit\u00e4t. Rheinmetall sieht in diesem Projekt ein Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.<\/p>\n<p>Konkurrenz und offene Fragen<\/p>\n<p>Die Ghost Bat ist nicht die einzige Plattform in diesem Segment. Auch andere Anbieter \u2013 darunter europ\u00e4ische und US-amerikanische Programme \u2013 arbeiten an vergleichbaren CCA-Konzepten.<\/p>\n<p>Ob sich die Bundeswehr letztlich f\u00fcr die MQ-28 entscheidet, ist offen. Die aktuelle Partnerschaft ist vor allem eine strategische Positionierung in einem entstehenden Markt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kampfjet ohne Pilot: Die Ghost Bat soll Deutschlands Luftwaffe st\u00e4rken. 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