{"id":913807,"date":"2026-04-01T17:53:23","date_gmt":"2026-04-01T17:53:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/913807\/"},"modified":"2026-04-01T17:53:23","modified_gmt":"2026-04-01T17:53:23","slug":"90-milliarden-kredit-wackelt-und-orban-ist-laengst-nicht-das-einzige-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/913807\/","title":{"rendered":"90-Milliarden-Kredit wackelt und Orb\u00e1n ist l\u00e4ngst nicht das einzige Problem"},"content":{"rendered":"<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Der Besuch von <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/kaja-kallas-geopolitische-krise-guter-moment-fuer-alkohol-li.10014243\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kaja Kallas in Kiew<\/a> sollte eigentlich ein starkes Signal europ\u00e4ischer Geschlossenheit senden. Doch am Ende ihrer Reise gab es \u2013 mal wieder f\u00fcr die Ukrainer \u2013 nur eine bemerkenswert ern\u00fcchternde Botschaft. Beim geplanten EU-Kredit in H\u00f6he von 90 Milliarden Euro gibt es weiterhin keine Fortschritte. \u201eEs gibt keine guten Nachrichten\u201c, wird die EU-Au\u00dfenbeauftragte von den gro\u00dfen ukrainischen Medien zitiert. Kallas Ausf\u00fchrungen sorgen in der ukrainischen Hauptstadt f\u00fcr sp\u00fcrbare Unruhe; bisherige Erwartungshaltungen in den europ\u00e4isch-ukrainischen Beziehungen werden generell zunehmend infrage gestellt.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Denn im politischen Kiew hatte sich \u00fcber Monate hinweg die \u00dcberzeugung verfestigt, dass vor allem Ungarns Regierungschef <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/viktor-orban\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Viktor Orb\u00e1n<\/a> das zentrale Hindernis f\u00fcr die Freigabe der Mittel sei. Entsprechend gro\u00df ist die Hoffnung am Dnjepr, dass sich das Problem mit einem Machtwechsel in Budapest in weniger als zwei Wochen quasi von selbst erledigen k\u00f6nnte. Umso bemerkenswerter ist es, dass Kallas den ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten in diesem Zusammenhang mit keinem Wort erw\u00e4hnt. Genau das n\u00e4hrt nun Spekulationen, dass die Blockade innerhalb der EU deutlich tiefer reicht und struktureller Natur ist.<\/p>\n<p>Ukraine-Kredit: Orb\u00e1n ist nicht das einzige Hindernis<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Vieles deutet darauf hin, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa seit Beginn des <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/iran\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Iran-Kriegs<\/a> ver\u00e4ndert haben. Die sich zuspitzende Energiekrise erh\u00f6ht den Druck auf viele EU-Mitgliedstaaten. Parallel dazu gewinnen innerhalb der Union Stimmen an Gewicht, die zumindest \u00fcber eine partielle Wiederaufnahme energiepolitischer Beziehungen zu Russland nachdenken. Dass in Br\u00fcssel die Pr\u00e4sentation eines Plans zum vollst\u00e4ndigen Verzicht auf russisches Gas zuletzt verschoben wurde, gilt als erstes sichtbares Zeichen dieser Entwicklung. In einem solchen Umfeld wird ein milliardenschweres Hilfspaket f\u00fcr die Ukraine politisch schwieriger durchsetzbar.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Hinzu kommt, dass auch Pr\u00e4sident <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/topics\/wolodymyr-selenskyj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolodymyr Selenskyj<\/a> selbst unter zunehmendem Druck aus Br\u00fcssel steht. \u201eIn einem Schreiben an den Sprecher des ukrainischen Parlaments vom 30. M\u00e4rz skizzierte die EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos elf Reformen, die die Ukraine bis zum Ende des Jahres 2025 nicht fristgerecht umgesetzt hatte\u201c, schreibt der englischsprachige Kyiv Independent. Unter anderem die Bereiche Justiz, Verwaltung und Infrastruktur, blieben hinter dem Zeitplan zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Die Konsequenz k\u00f6nnte den ukrainischen Staat heftig ins Mark treffen. Mehrere Milliarden Euro an bereits zugesagten Hilfen k\u00f6nnten sich verz\u00f6gern. Ein EU-Vertreter formulierte es auf einer Thinktank-Podiumsdiskussion unmissverst\u00e4ndlich: Fortschritte seien zwingend notwendig, andernfalls werde sich auch die Finanzierung weiter verz\u00f6gern. Das wiederum k\u00f6nne sich die Ukraine in Anbetracht der aktuellen Kriegslage schlicht nicht leisten.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">F\u00fcr Selenskyj und sein Team ergibt sich daraus eine heikle strategische Lage. Der ausbleibende EU-Kredit w\u00fcrde n\u00e4mlich nicht nur die finanziellen Probleme versch\u00e4rfen. Der unmittelbare Kriegsverlauf k\u00f6nne sich negativ f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/selenskyj-verspottet-rheinmetall-chef-papperger-drohnenstreit-eskaliert-li.10027848\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> auswirken, so jedenfalls der Tenor in ukrainischen Sicherheitskreisen. Sollte gleichzeitig auch aus den USA zus\u00e4tzlicher Druck entstehen \u2013 die Amerikaner haben aktuell andere Priorit\u00e4ten als den Krieg in Osteuropa, Pr\u00e4sident Donald Trump forciert deshalb wiederholt territoriale Zugest\u00e4ndnisse \u2013, k\u00f6nnte Kiew in eine Situation geraten, in der grundlegende Positionen \u00fcberdacht werden m\u00fcssen. Eine ausbleibende europ\u00e4ische Finanzierung w\u00fcrde den ohnehin angespannten Staatshaushalt massiv belasten und den Handlungsspielraum der ukrainischen F\u00fchrung deutlich einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ\">Zwar wird in Br\u00fcssel weiterhin nach Alternativen gesucht. Im Gespr\u00e4ch sind unter anderem kleinere Finanzierungsmodelle einzelner Mitgliedstaaten, etwa aus Nord- und Osteuropa, die auch ohne Einstimmigkeit innerhalb der EU realisiert werden k\u00f6nnten. Doch solche L\u00f6sungen w\u00fcrden deutlich hinter dem urspr\u00fcnglich geplanten Umfang zur\u00fcckbleiben und k\u00f6nnten die strukturellen Probleme allenfalls kurzfristig abfedern.<\/p>\n<p class=\"article_paragraph__hXYKJ article_paragraph_end-of-article-icon__tzjPO\">Insgesamt zeigt der Besuch von Kallas in Kiew damit vor allem eines: Die Unterst\u00fctzung der Ukraine durch die EU ist mit den vergangenen Monaten komplexer und fragiler geworden, als es lange den Anschein hatte. Die Hoffnung, mit einem politischen Kurswechsel in Ungarn w\u00fcrden sich alle ukrainischen Probleme l\u00f6sen, erweist sich zunehmend als tr\u00fcgerisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Besuch von Kaja Kallas in Kiew sollte eigentlich ein starkes Signal europ\u00e4ischer Geschlossenheit senden. 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