{"id":914457,"date":"2026-04-02T00:15:21","date_gmt":"2026-04-02T00:15:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/914457\/"},"modified":"2026-04-02T00:15:21","modified_gmt":"2026-04-02T00:15:21","slug":"inklusives-stueck-in-der-kinderoper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/914457\/","title":{"rendered":"Inklusives St\u00fcck in der Kinderoper"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Doch um an die Kugeln zu gelangen, muss er einen Pakt mit dem B\u00f6sen eingehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Aus Carl Maria von Webers ber\u00fchmtester Oper \u201eDer Freisch\u00fctz\u201c wird in der K\u00f6lner Kinderoper in Kooperation mit dem Comedia-Theater ein inklusives Musiktheater f\u00fcr alle Menschen ab acht Jahren: Taube Schauspielerinnen und Schauspieler stehen bei \u201eFreikugeln\u201c gemeinsam mit h\u00f6renden S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern auf der B\u00fchne, und Gesang, Geb\u00e4rdensprache, visuelle Musik und Ger\u00fcche verschmelzen zu einem Gesamtkunstwerk. Premiere feiert das St\u00fcck von Brigitta Gillessen und Rainer M\u00fchlbach am 11. April im Comedia-Theater in der S\u00fcdstadt. Seit vier Wochen laufen daf\u00fcr schon die Proben.<\/p>\n<p>Eine Oper, in der auf der B\u00fchne und im Saal alle gleich sind      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eUm Webers Oper so inszenieren zu k\u00f6nnen, haben wir diese zun\u00e4chst komplett auseinandergenommen und dann wieder so zusammengesetzt, dass die Doppelbesetzung von Max und Agathe mit h\u00f6renden Singenden und Tauben als Darstellenden funktioniert. Die Dialoge haben wir dabei kindgerecht in die heutige, besser verst\u00e4ndliche Sprache \u00fcbersetzt und dabei auch die teils komplexen Szenen vereinfacht und verk\u00fcrzt. Der Freisch\u00fctz eignet sich als Stoff f\u00fcr so ein Projekt, da diese Oper eine alte Legende erz\u00e4hlt, die f\u00fcr die traditionelle Welt steht. Wir \u00fcberf\u00fchren diese in eine Welt, in der auf der B\u00fchne, aber auch im Publikum alle gleich sind, egal ob sie taub sind oder ob sie h\u00f6ren k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert Gillessen \u00fcber das erste Projekt dieser Art in der deutschsprachigen Opernwelt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den Schauspielerpart von Max hat Rafael-Evitan Grombelka \u00fcbernommen, der im Comedia-Theater schon zu dem Ensemble geh\u00f6rte, das das inklusive Theaterst\u00fcck \u201eIn 80 Tagen um die Welt\u201c als geb\u00e4rdetes Abenteuer auf die B\u00fchne gebracht hat. \u201dWir verst\u00e4ndigen uns auf der B\u00fchne untereinander mit \u201aVisual Signs\u2018, die wir vorab so festgelegt haben, sodass wir uns zum Beispiel Zeichen f\u00fcr die jeweiligen Eins\u00e4tze geben k\u00f6nnen. Die Regieanweisung bekommen die H\u00f6renden von der Regisseurin Brigitta Gillessen und wir Taube von unserem ebenfalls tauben Coach Eyk Kauly. So haben wir bei den Proben quasi zwei Regisseure\u201c, erkl\u00e4rt Grombelka, wie die Arbeit auf der Probeb\u00fchne abl\u00e4uft. Zudem sind auch immer zwei Dolmetschende f\u00fcr die Geb\u00e4rdensprache vor Ort.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDiese zu lernen, ist extrem aufwendig und wir wollen hier auch keine kulturelle Aneignung betreiben, wenn wir als H\u00f6rende diese benutzen. Deshalb setzen wir auch aus Respekt vor den Tauben als Kolleginnen und Kollegen auf die Dolmetschende und die \u2018Visual Signs\u2019 f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung zwischen Tauben und H\u00f6renden. F\u00fcr mich als H\u00f6rende ist diese Zusammenarbeit eine h\u00f6chst spannende und inspirierende Erfahrung\u201c, berichtet S\u00e4ngerin Maike Raschke, die zum Ensemble der Kinderoper geh\u00f6rt und die die Rolle von \u00c4nnchen \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>Im Ensemble gibt <br \/>es keine Barieren      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eDas ist auch ein Thema, bei dem die Community der Tauben sehr sensibel ist. Das betrifft auch die Wortwahl von H\u00f6renden, wenn sie \u00fcber uns Taube sprechen. Wir legen Wert darauf, dass man von Tauben und nicht von geh\u00f6rlosen Menschen spricht, da das Wort geh\u00f6rlos ein Defizit impliziert, das wir Taube so nicht empfinden. Hier im Ensemble herrscht dagegen eine gro\u00dfe Offenheit, da gibt es keine Barrieren und alle Menschen sind gleich. Und das ist auch sehr wichtig, denn f\u00fcr viele Menschen gilt die Geb\u00e4rdensprache nicht als gleichwertig und wenn Taube auf der B\u00fchne stehen, wird das oft nur als schm\u00fcckendes Element angesehen. Das ist hier bei \u2018Freikugeln\u2019 aber definitiv nicht der Fall\u201c, sagt Ela Beysun als Agathe im Team der Darstellenden.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eBei der Geb\u00e4rdensprache gibt es sowohl eine allt\u00e4gliche Ebene als auch eine k\u00fcnstlerisch, poetische Ebene, mit der man auf der B\u00fchne Gef\u00fchle ausdr\u00fccken und Akzente setzen kann. Die Musik selbst kann ich nur in ihren tiefen T\u00f6nen wahrnehmen, die hohen T\u00f6ne nicht. Viele Kl\u00e4nge \u00fcbertragen sich wie zum Beispiel Schritte oder Stampfen durch Vibrationen, weshalb wir hier auch ein Holzpodest als B\u00fchne nutzen, da ein Steinboden keine Vibrationen \u00fcbertragen kann. Privat gehe ich daher auch gerne in die Disco, da es dort anst\u00e4ndige B\u00e4sse gibt. Vibrationen wollen wir auch bei den Auff\u00fchrungen im Comedia-Theater f\u00fcr Taube im Publikum nutzen, um so zus\u00e4tzlich Stimmungen \u00fcbertragen zu k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert Grombelka.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">F\u00fcr ihn \u00f6ffnet jetzt die eigene Begegnung mit der Oper eine komplett neue Welt: \u201eIch habe mit Noten nichts am Hut, da ich keine Musik kenne. Das ist wie, wenn man mich fragt, wie die Schokolade vom Planeten Pluto schmeckt. Das ist genauso schwer zu erkl\u00e4ren, wie f\u00fcr mich das H\u00f6ren von Musik. Emotionen kann man genauso mit Geb\u00e4rdensprache darstellen und mit der Mimik und der Gestik noch verst\u00e4rken.\u201c<\/p>\n<p class=\"italic richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Service: Zu erleben ist das St\u00fcck \u201eFreikugeln\u201c der Kinderoper K\u00f6ln vom 11. April bis zum 28. Juni im Comedia-Theater an der Vondelstra\u00dfe in der S\u00fcdstadt. Unter der Woche gibt es vormittags auch zahlreiche Vorstellungen f\u00fcr Schulen. Weitere Informationen und Karten f\u00fcr die neue Opernauff\u00fchrung gibt es online unter:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Doch um an die Kugeln zu gelangen, muss er einen Pakt mit dem B\u00f6sen eingehen. 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