{"id":915975,"date":"2026-04-02T14:42:16","date_gmt":"2026-04-02T14:42:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/915975\/"},"modified":"2026-04-02T14:42:16","modified_gmt":"2026-04-02T14:42:16","slug":"russland-lehnt-selenskyjs-osterwaffenruhe-als-pr-trick-ab-der-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/915975\/","title":{"rendered":"Russland lehnt Selenskyjs Osterwaffenruhe als PR-Trick ab \u2014 der Freitag"},"content":{"rendered":"<p class=\"bc-article-intro__text u-hyphens\">Pr\u00e4sident Selenskyj fordert eine Osterwaffenruhe, um der Diplomatie eine Chance zu geben. Doch Russland sieht darin lediglich einen PR-Trick und verlangt stattdessen eine umfassende Friedensregelung. Wie realistisch ist eine Waffenruhe?<\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/portrait-200-f64e981e67d1117e9103ede535e7f10c.png\" alt=\"Lutz Herden\" title=\"Lutz Herden\" height=\"200\" width=\"200\" class=\"bo-author__item\"\/><\/p>\n<p>        Ukrainische Soldaten der Luftlandetruppen<\/p>\n<p>Foto: Roman Pilipey\/Getty Images<\/p>\n<p>Wolodymyr Selenskyj hat Russland seine Aufforderung zu einer \u00f6sterlichen Waffenruhe ausgerechnet zu einem Zeitpunkt unterbreitet, da das russische Oberkommando vermeldete, man kontrolliere nun <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/moskau-will-gebiet-luhansk-vollstaendig-eingenommen-haben-massive-russische-drohnenangriffe-104.html\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">den gesamten Oblast Luhansk<\/a>. Die Armee sei damit ihrem Ziel n\u00e4hergekommen, den gesamten Donbass zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Ein ukrainischer Milit\u00e4rsprecher h\u00e4lt dagegen, dass kleinere Gebiete in diesem Raum noch von ukrainischen Streitkr\u00e4ften gesichert w\u00fcrden. Leider seien es \u201enur kleine Territorien, aber dort steht seit Langem die 3. Brigade und verteidigt sich\u201c. Moskau stelle falsche Behauptungen \u00fcber Gebietsgewinne auf, um die US-Seite davon zu \u00fcberzeugen, dass <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/lutz-herden\/die-ukraine-will-den-krieg-nur-beenden-wenn-sie-ihn-dadurch-nicht-verliert\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">ein russischer Sieg in der Ukraine<\/a> unvermeidlich sei.<\/p>\n<p>Witkoff und Kushner k\u00f6nnen nur zuh\u00f6ren<\/p>\n<p>Ob die j\u00fcngsten Operationen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wie erfolgreich sie nun waren \u2013 bereits Teil der erwarteten <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/ukraine-russland-fruehjahrsoffensive-100.html\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">russischen Fr\u00fchjahrsoffensive<\/a> sind, l\u00e4sst sich erst dann verbindlich sagen, wenn sie an Intensit\u00e4t zunehmen und Ziele erkennbar werden. Ein Indikator k\u00f6nnten Vorst\u00f6\u00dfe im Raum Kramatorsk sein, der letzten Gro\u00dfstadt im Oblast Donezk, die von der ukrainischen Armee noch gehalten wird. <\/p>\n<p>Sie gilt als Bastion in Schl\u00fcsselstellung wie <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/nikita-gerasimov\/ukraine-jedes-neue-friedensangebot-kann-fuer-kiew-haerter-sein-als-das-vorherige\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">vor Monaten die Stadt Pokrowsk <\/a>im ostukrainischen Kohlerevier, die Ende 2025 an Russland fiel, oder die Hafenstadt <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/the-guardian\/mariupol-die-zerstoerung-einer-stadt\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Mariupol<\/a>, die bereits im Mai 2022 nach heftigen Gefechten vollst\u00e4ndig erobert war. Selenskyj will mit den <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/nikita-gerasimov\/ukraine-russland-die-fronten-tauen-auf-beguenstigt-das-die-verhandlungen\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">US-Unterh\u00e4ndlern S<\/a><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/nikita-gerasimov\/ukraine-russland-die-fronten-tauen-auf-beguenstigt-das-die-verhandlungen\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">teve Witkoff und Jared Kushner<\/a>, dazu US-Senator Lindsey Graham und NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte, \u00fcber eine Feuerpause zu Ostern gesprochen haben, die ihm zuh\u00f6ren, jedoch nicht erm\u00f6glichen k\u00f6nnen, was er sich vorstellt. <\/p>\n<p>Die russischen Streitkr\u00e4fte scheinen davon wenig zu halten. Am helllichten Tag haben sie mit mehr als 700 Drohnen \u2013 viele davon sollen vom iranischen Typ \u201eShahed\u201c gewesen sein \u2013 Teile der West- und Zentralukraine angegriffen. Laut Selenskyj h\u00e4tten sich die Operationen gegen den Energiesektor und die Infrastruktur der betroffenen Region gerichtet. Er habe ungeachtet dessen mit den US-Emiss\u00e4ren \u201e\u00fcber M\u00f6glichkeiten zur Verbesserung der Diplomatie\u201c gesprochen. \u201eEin Schweigen der Waffen \u00fcber Ostern k\u00f6nnte genau das Signal sein, das allen zeigt, dass Diplomatie erfolgreich sein kann.\u201c<\/p>\n<p>Die Sondierungen mit Moskau stecken fest<\/p>\n<p>Allerdings wirkte eine ukrainische Diplomatie der Unbeweglichkeit in den vergangenen Wochen gegen\u00fcber den USA wie Russland alles andere als \u00fcberzeugend. Selenskyj selbst musste einr\u00e4umen, dass ihn die US-Regierung unter Druck gesetzt habe, Zugest\u00e4ndnisse zu machen, damit der Konflikt nach dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran schnell beendet werden k\u00f6nne. Die Sondierungen mit Moskau stecken in der Frage der Gebietsabtretungen fest. Kiew weigert sich, nach wie vor, die \u00f6stliche Region Donbass komplett abzutreten.<\/p>\n<p>Entsprechend wies das russische Au\u00dfenministerium Selenskyjs \u201eOsterfrieden\u201c als \u201ePR-Gag\u201c zur\u00fcck. Eine befristete Feuerpause ersetze keine umfassende Friedensregelung, die prinzipiell daf\u00fcr sorge, dass man zu keinerlei Kampfhandlungen zur\u00fcckkehre. Inwieweit diese Position durchsetzbar ist, wird sich zeigen. <\/p>\n<p>Allerdings zeichnet sich ab, dass Kiew schlechte Karten hat, wenn die USA ihre Absicht zum Austritt aus der NATO nur oft genug wiederholen. Der mit der westlichen Allianz verbundenen Abschreckungsdoktrin ist das wenig zutr\u00e4glich. Der politische Wille zum Ausstieg der USA ist durch den Iran-Krieg nicht im Geringsten abgeschw\u00e4cht worden, im Gegenteil. Hat Donald Trump keine Exit-Strategie f\u00fcr den Iran, so m\u00f6glicherweise f\u00fcr die NATO.<\/p>\n<p>Nicht die sicherste Bank<\/p>\n<p>Auf die heikle Frage der Sicherheitsgarantien nach einem Ende des Ukraine-Krieges kann das nicht ohne Einfluss bleiben. Zuletzt hat ein EU-Gipfel sich nicht darauf einigen k\u00f6nnen, der Ukraine einen Hilfskredit von 90 Milliarden Euro zukommen zu lassen. Nicht allein die Blockade Ungarns war daf\u00fcr ma\u00dfgebend. <\/p>\n<p>Als der <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/lutz-herden\/eu-gipfel-friedrich-merz-hat-sich-wieder-einmal-zu-weit-aus-dem-fenster-gelehnt\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Rat diese Alimentierung Mitte Dezember beschloss<\/a>, hatten sich auch die Slowakei und Tschechien davon distanziert und erkl\u00e4rt, sie w\u00fcrden f\u00fcr diese Kapitalanleihe weder haften noch sich an der Zinszahlung beteiligen. Mit welchen Differenzen wird dann erst zu rechnen sein, wenn die EU-Milit\u00e4rkontingente aufstellen und entsenden will, um der Ukraine Sicherheitsgarantien zu verschaffen? Zumal die USA als Garantiemacht eines solchen Peacekeepings nicht die sicherste Bank sind.<\/p>\n<p>\n    \u00fcber Gebietsgewinne auf, um die US-Seite davon zu \u00fcberzeugen, dass ein russischer Sieg in der Ukraine unvermeidlich sei.Witkoff und Kushner k\u00f6nnen nur zuh\u00f6renOb die j\u00fcngsten Operationen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, wie erfolgreich sie nun waren \u2013 bereits Teil der erwarteten russischen Fr\u00fchjahrsoffensive sind, l\u00e4sst sich erst dann verbindlich sagen, wenn sie an Intensit\u00e4t zunehmen und Ziele erkennbar werden. Ein Indikator k\u00f6nnten Vorst\u00f6\u00dfe im Raum Kramatorsk sein, der letzten Gro\u00dfstadt im Oblast Donezk, die von der ukrainischen Armee noch gehalten wird. Sie gilt als Bastion in Schl\u00fcsselstellung wie vor Monaten die Stadt Pokrowsk im ostukrainischen Kohlerevier, die Ende 2025 an Russland fiel, oder die Hafenstadt Mariupol, die bereits im Mai 2022 nach heftigen Gefechten vollst\u00e4ndig erobert war. Selenskyj will mit den US-Unterh\u00e4ndlern Steve Witkoff und Jared Kushner, dazu US-Senator Lindsey Graham und NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte, \u00fcber eine Feuerpause zu Ostern gesprochen haben, die ihm zuh\u00f6ren, jedoch nicht erm\u00f6glichen k\u00f6nnen, was er sich vorstellt. Die russischen Streitkr\u00e4fte scheinen davon wenig zu halten. Am helllichten Tag haben sie mit mehr als 700 Drohnen \u2013 viele davon sollen vom iranischen Typ \u201eShahed\u201c gewesen sein \u2013 Teile der West- und Zentralukraine angegriffen. Laut Selenskyj h\u00e4tten sich die Operationen gegen den Energiesektor und die Infrastruktur der betroffenen Region gerichtet. Er habe ungeachtet dessen mit den US-Emiss\u00e4ren \u201e\u00fcber M\u00f6glichkeiten zur Verbesserung der Diplomatie\u201c gesprochen. \u201eEin Schweigen der Waffen \u00fcber Ostern k\u00f6nnte genau das Signal sein, das allen zeigt, dass Diplomatie erfolgreich sein kann.\u201cDie Sondierungen mit Moskau stecken festAllerdings wirkte eine ukrainische Diplomatie der Unbeweglichkeit in den vergangenen Wochen gegen\u00fcber den USA wie Russland alles andere als \u00fcberzeugend. Selenskyj selbst musste einr\u00e4umen, dass ihn die US-Regierung unter Druck gesetzt habe, Zugest\u00e4ndnisse zu machen, damit der Konflikt nach dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran schnell beendet werden k\u00f6nne. Die Sondierungen mit Moskau stecken in der Frage der Gebietsabtretungen fest. Kiew weigert sich, nach wie vor, die \u00f6stliche Region Donbass komplett abzutreten.Entsprechend wies das russische Au\u00dfenministerium Selenskyjs \u201eOsterfrieden\u201c als \u201ePR-Gag\u201c zur\u00fcck. Eine befristete Feuerpause ersetze keine umfassende Friedensregelung, die prinzipiell daf\u00fcr sorge, dass man zu keinerlei Kampfhandlungen zur\u00fcckkehre. Inwieweit diese Position durchsetzbar ist, wird sich zeigen. Allerdings zeichnet sich ab, dass Kiew schlechte Karten hat, wenn die USA ihre Absicht zum Austritt aus der NATO nur oft genug wiederholen. Der mit der westlichen Allianz verbundenen Abschreckungsdoktrin ist das wenig zutr\u00e4glich. Der politische Wille zum Ausstieg der USA ist durch den Iran-Krieg nicht im Geringsten abgeschw\u00e4cht worden, im Gegenteil. Hat Donald Trump keine Exit-Strategie f\u00fcr den Iran, so m\u00f6glicherweise f\u00fcr die NATO.Nicht die sicherste BankAuf die heikle Frage der Sicherheitsgarantien nach einem Ende des Ukraine-Krieges kann das nicht ohne Einfluss bleiben. Zuletzt hat ein EU-Gipfel sich nicht darauf einigen k\u00f6nnen, der Ukraine einen Hilfskredit von 90 Milliarden Euro zukommen zu lassen. Nicht allein die Blockade Ungarns war daf\u00fcr ma\u00dfgebend. Als der Europ\u00e4ische Rat diese Alimentierung Mitte Dezember beschloss, hatten sich auch die Slowakei und Tschechien davon distanziert und erkl\u00e4rt, sie w\u00fcrden f\u00fcr diese Kapitalanleihe weder haften noch sich an der Zinszahlung beteiligen. Mit welchen Differenzen wird dann erst zu rechnen sein, wenn die EU-Milit\u00e4rkontingente aufstellen und entsenden will, um der Ukraine Sicherheitsgarantien zu verschaffen? Zumal die USA als Garantiemacht eines solchen Peacekeepings nicht die sicherste Bank sind.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Pr\u00e4sident Selenskyj fordert eine Osterwaffenruhe, um der Diplomatie eine Chance zu geben. Doch Russland sieht darin lediglich einen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":915976,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-915975","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116335644112496755","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915975","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=915975"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915975\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/915976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=915975"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=915975"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=915975"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}