{"id":916573,"date":"2026-04-02T20:20:17","date_gmt":"2026-04-02T20:20:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/916573\/"},"modified":"2026-04-02T20:20:17","modified_gmt":"2026-04-02T20:20:17","slug":"folgen-des-iran-kriegs-wo-weitere-engpaesse-drohen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/916573\/","title":{"rendered":"Folgen des Iran-Kriegs: Wo weitere Engp\u00e4sse drohen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/hafen-202.jpg\" alt=\"Container stehen im Duisburger Hafen am Kai\" title=\"Container stehen im Duisburger Hafen am Kai | Oliver Berg\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 02.04.2026 \u2022 21:22 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus wirkt sich nicht nur auf die Spritpreise aus. Der Krieg hat auch Folgen f\u00fcr die Lieferketten weiterer Produkte: Droht nun auch bei Computerchips und Medikamenten ein Engpass? <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Iran-Krieg hat massive Folgen f\u00fcr die Weltwirtschaft und die Verbraucher. Ein Liter Diesel kostet so viel wie nie zuvor &#8211; trotz der gerade erst in Kraft getretenen Spritpreisbremse.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die gestiegenen Kosten f\u00fcr \u00d6l und Gas wirken sich auf die Lieferketten vieler Produkte aus, was wiederum die Bef\u00fcrchtung von Kettenreaktionen befeuert. Welche Bereiche besonders betroffen sind:<\/p>\n<p>    Helium f\u00fcr Computerchips und Medikamente<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Iran-Krieg k\u00f6nnte die weltweite Chip-Versorgung gef\u00e4hrden, weil Lieferengp\u00e4sse bei Erdgas und Helium drohen. Helium wird bei der Produktion von Computerchips unter anderem zur K\u00fchlung eingesetzt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Herstellung des Edelgases wurde nach Angriffen auf Anlagen in Katar gedrosselt, teilweise sogar eingestellt. Aus dem Emirat kommt etwa ein Drittel des weltweiten Heliums.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von den Lieferengp\u00e4ssen sind auch Taiwan und S\u00fcdkorea betroffen, wo die weltweit wichtigsten Chipproduzenten sitzen. Wenn Helium ausfallen w\u00fcrde, h\u00e4tten die beiden L\u00e4nder Vorr\u00e4te f\u00fcr nur drei Monate, so Jochen Stanzl von der Consorsbank. &#8222;Danach m\u00fcssen sie die Produktion einstellen, weil Helium bei der K\u00fchlung der Maschinen nicht ersetzt werden kann.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Gas findet auch in anderen Bereichen Verwendung, etwa in der Medizintechnik. So wird Helium beispielsweise f\u00fcr Qualit\u00e4tskontrollen eingesetzt, die Voraussetzung daf\u00fcr sind, dass Arzneimittel auf den Markt gebracht werden d\u00fcrfen. Auch MRT-Scanner brauchen Helium, um den Magneten zu k\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Branchenangaben ist Deutschland fast vollst\u00e4ndig auf Importe angewiesen. Der Iran-Krieg sei noch nicht in den Regalen der Apotheken angekommen. &#8222;Doch in den Laboren und Werken der deutschen Arzneimittelhersteller steigt die Sorge, je l\u00e4nger die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus dauert&#8220;, sagte Dorothee Brakmann, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Pharma Deutschland. Helium kommt dar\u00fcber hinaus in der R\u00fcstungsindustrie und der Weltraumforschung zum Einsatz.<\/p>\n<p>    Aluminium f\u00fcr Autos und Flugzeuge<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bei iranischen Angriffen wurden die Anlagen zweier wichtiger Aluminiumproduzenten in Bahrain und den Arabischen Emiraten besch\u00e4digt. Das k\u00f6nnte zu Lieferausf\u00e4llen f\u00fchren, die laut Experten selbst bei einer Entspannung der weltpolitischen Lage fortbestehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zwischen acht und neun Prozent der weltweiten Aluminiumherstellung entfallen auf den Persischen Golf. Schon zuvor war die Versorgungslage angespannt, weil auch Aluminium durch die Stra\u00dfe von Hormus verschifft wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Beeintr\u00e4chtigungen bei der Produktion beunruhigen die Auto-, Luft- und Raumfahrtindustrie. Das Leichtmetall ist seit Kriegsbeginn bereits \u00fcber neun Prozent teurer geworden. Und die weltweiten Lagerbest\u00e4nde gelten als gering, wodurch der Markt kaum Puffer f\u00fcr weitere Ausf\u00e4lle hat.<\/p>\n<p>    Zutaten f\u00fcr Kunststoffe<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Hersteller von Kunststoffverpackungen und Folien klagen \u00fcber historische Engp\u00e4sse bei erd\u00f6lbasierten Rohstoffen. Die Unternehmen seien mit massiven Problemen bei der Beschaffung konfrontiert, teilte der Branchenverband Industrievereinigung Kunststoffverpackungen mit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dadurch k\u00f6nnten Produkte wie Einwegbesteck, Getr\u00e4nkeflaschen oder M\u00fclls\u00e4cke in den kommenden Wochen deutlich teurer werden, sagte Patrick Penfield, Professor f\u00fcr Supply-Chain-Praxis an der Syracuse University.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Etwa 99 Prozent der weltweiten Kunststoffe werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt. Steigende Energiepreise sorgen somit nicht nur f\u00fcr h\u00f6here Herstellungskosten, sondern auch f\u00fcr steigende Preise bei den Materialien selbst, vor allem Polyethylen und Polypropylen.<\/p>\n<p>    Schwefel f\u00fcr D\u00fcngemittel<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Krieg trifft auch den Markt f\u00fcr D\u00fcngemittel. Fast ein Viertel des weltweiten Ammoniaks und Schwefels wird in der Golfregion produziert. Viele Anlagen stehen still.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Preise sind dadurch teilweise um 40 Prozent angestiegen. F\u00fcr Landwirte hei\u00dft das: Entweder teurer d\u00fcngen, oder weniger d\u00fcngen. Und das wiederum bedeutet am Ende weniger Ernte &#8211; und teureres Essen. Die Welthungerhilfe warnt vor versch\u00e4rften Ern\u00e4hrungskrisen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Schwefel wird jedoch nicht nur f\u00fcr D\u00fcngemittel gebraucht. 70 Prozent des Schwefels, der haupts\u00e4chlich als Abfallprodukt der Erd\u00f6lraffination gewonnen wird, dient zur Herstellung von Schwefels\u00e4ure, hie\u00df es von der franz\u00f6sischen Beobachtungsstelle f\u00fcr mineralische Ressourcen in der Industrie (Ofremi). Und diese wiederum sei unentbehrlich f\u00fcr die Produktion von Batterien und E-Autos.&#8220;Ersatzm\u00f6glichkeiten? Quasi keine&#8220;, erkl\u00e4rte Ofremi.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Mit Informationen von Heidi Radvilas, Bettina Seidl und Detlev Landmesser<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.04.2026 \u2022 21:22 Uhr Die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus wirkt sich nicht nur auf die Spritpreise&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":916574,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,114251,30,13,186871,6969,14,15,12],"class_list":["post-916573","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-de","tag-deutschland","tag-engpaesse","tag-germany","tag-headlines","tag-iran-krieg","tag-lieferketten","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116336973282508765","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/916573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=916573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/916573\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/916574"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=916573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=916573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=916573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}