{"id":917128,"date":"2026-04-03T01:48:15","date_gmt":"2026-04-03T01:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/917128\/"},"modified":"2026-04-03T01:48:15","modified_gmt":"2026-04-03T01:48:15","slug":"usa-zweite-ministerin-gefeuert-trumps-nervositaet-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/917128\/","title":{"rendered":"USA: Zweite Ministerin gefeuert \u2013 Trumps Nervosit\u00e4t steigt"},"content":{"rendered":"<p>Binnen kurzer Zeit schmei\u00dft Donald Trump seine zweite Ministerin aus dem Kabinett. Vor allem ihr Umgang mit den Epstein-Akten st\u00fcrzte Pam Bondi beim US-Pr\u00e4sidenten in Ungnade.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Donald Trump zieht andere Seiten auf. Zum zweiten Mal binnen eines Monats feuert der US-Pr\u00e4sident eine zentrale Ministerin in seinem Kabinett. Anfang M\u00e4rz musste Heimatschutzministerin Kristi Noem ihren Hut nehmen, jetzt Justizministerin Pam Bondi. A<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69cea30fcdf80d124bb0c915\/us-regierung-trump-entlaesst-justizministerin-pam-bondi.html\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69cea30fcdf80d124bb0c915\/us-regierung-trump-entlaesst-justizministerin-pam-bondi.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">m Donnerstagmittag k\u00fcndigte der US-Pr\u00e4sident ihren Abgang auf seiner Plattform Truth Social an<\/a>.<\/p>\n<p>Sowohl Noem als auch Bondi haben in Trumps Augen schwere Fehler begangen: Sie haben ihn schlecht aussehen lassen. Ihr Handeln hat f\u00fcr so viel schlechte Presse gesorgt, dass der Pr\u00e4sident Konsequenzen ziehen musste \u2013 denn es handelte sich jeweils um f\u00fcr seine W\u00e4hlerbasis entscheidende Themen.<\/p>\n<p>Eigentlich wollte Donald Trump sich in seiner zweiten Amtszeit nicht mehr von dem \u00f6ffentlichen Narrativ treiben lassen. \u201eIch feuere niemanden aufgrund von Fake News und Hexenjagden\u201c, sagte er kurz nach Amtsantritt vergangenen Jahres im Interview mit dem Sender NBC. <\/p>\n<p>Seine Regierung befand sich gerade mitten in einem handfesten Skandal. Ein Journalist wurde vom damaligen Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz versehentlich in einen Signal-Chat hinzugef\u00fcgt, in dem unter anderem Verteidigungsminister Pete Hegseth und Vizepr\u00e4sident J.D. Vance das anstehende Bombardement der Huthi-Terroristen im Jemen planten und dabei geheime Informationen teilten. Am Ende musste Waltz seinen Posten r\u00e4umen, wurde daf\u00fcr aber mit dem prestigetr\u00e4chtigen Posten des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen entsch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Pam Bondi hat seit Beginn von Trumps Amtszeit \u00f6ffentliche Kritik auf sich gezogen, auch von der eigenen Basis. So versprach die Justizministerin, eine sogenannte Kundenliste von Jeffrey Epstein zu ver\u00f6ffentlichen. \u201eSie liegt auf meinem Schreibtisch\u201c, sagte sie in einem Fox-News-Interview. Wenig sp\u00e4ter gab sie dann zu Protokoll, dass es eine solche Liste gar nicht gebe. F\u00fcr die MAGA-Basis, die hinter dem Epstein-Skandal ohnehin eine riesige Verschw\u00f6rung der M\u00e4chtigen vermutet, und Trump wegen dessen Transparenzversprechen in dem Fall gefeiert hatte, war das wie ein Verrat.<\/p>\n<p>Als der Kongress im November ein Gesetz verabschiedete, das das Justizministerium zwang, alle Epstein-Akten zu ver\u00f6ffentlichen, zog Bondi auch die Kritik der breiteren \u00d6ffentlichkeit auf sich. Denn ihr Haus nahm gro\u00dfz\u00fcgige Schw\u00e4rzungen vor, vor allem von Namen mutma\u00dflicher Mitbeschuldigter und Mitwisser.<\/p>\n<p>Nicht das erste Mal unzufrieden<\/p>\n<p>Das war jedoch nicht das erste Mal, dass Trump mit Bondis Arbeit unzufrieden war. Im September vergangenen Jahres adressierte er sie in einem Post auf Truth Social direkt: \u201ePam:\u201c, schrieb er, und wies sie an, konsequenter gegen seine ehemaligen Rivalen vorzugehen. \u201eWir d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger z\u00f6gern, das schadet unserem Ruf und unserer Glaubw\u00fcrdigkeit\u201c, so Trump. Er forderte Anklagen gegen den ehemaligen FBI-Direktor James Comey, dem er die Russland-Untersuchung \u00fcbelnimmt, und die New Yorker Staatsanw\u00e4ltin Letitia James, die Anklage gegen die Trump-Organisation wegen Betrugs erhoben hat.<\/p>\n<p>Bondi folgte der Aufforderung, jedoch enthielten die Anklagen erhebliche handwerkliche Fehler, dass sie jeweils von Gerichten abgewiesen wurden. Lange wehrte sich Trump gegen den Gedanken, Bondi zu feuern. Schlie\u00dflich wollte er sich nicht dem \u00f6ffentlichen Druck beugen. Doch besonders in der Epstein-Aff\u00e4re regte sich in der \u00d6ffentlichkeit zu viel Unmut. 60 Prozent der Amerikaner sind unzufrieden damit, wie mit den Dokumenten umgegangen wird, ergab eine Umfrage des Instituts <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/navigatorresearch.org\/americans-are-angry-about-epstein-and-they-want-accountability\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/navigatorresearch.org\/americans-are-angry-about-epstein-and-they-want-accountability\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Navigator<\/a> im Februar. Unter republikanischen W\u00e4hlern sind es 28 Prozent. <\/p>\n<p>Auch die ehemalige Heimatschutzministerin Kristi Noem st\u00fcrzte in Ungnade, nachdem ihre Politik negativ auf den Pr\u00e4sidenten zur\u00fcckgefallen war. Nach den Sch\u00fcssen von Beamten der Einwanderungsbeh\u00f6rde ICE auf zwei Amerikaner in Minneapolis im Januar, zog das Vorgehen der Beamten massive Kritik auf sich. Zwei Drittel der Amerikaner waren daraufhin laut einer Umfrage des Instituts <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.pbs.org\/newshour\/politics\/poll-nearly-two-thirds-of-americans-say-ice-has-gone-too-far-in-immigration-crackdown\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.pbs.org\/newshour\/politics\/poll-nearly-two-thirds-of-americans-say-ice-has-gone-too-far-in-immigration-crackdown&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Marist<\/a> der Ansicht, dass ICE zu weit gegangen ist. Noem selbst hat sich zum Gesicht des harten Vorgehens gegen illegale Einwanderer gemacht, indem sie beispielsweise Videos von sich im Gef\u00e4ngnis von El Salvador ver\u00f6ffentlichte. Trump bem\u00fchte sich um Schadensbegrenzung und beauftragte seinen Vertrauten, den Grenz-Zar Tom Homan, die Situation in Minneapolis zu deeskalieren. <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69a9d01ee07b7d1ac7d3a77e\/kristi-noem-donald-trump-entlaesst-heimatschutzministerin-maga-krieger-uebernimmt.html\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article69a9d01ee07b7d1ac7d3a77e\/kristi-noem-donald-trump-entlaesst-heimatschutzministerin-maga-krieger-uebernimmt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Anfang M\u00e4rz feuerte er Noem schlie\u00dflich.<\/a><\/p>\n<p>Sowohl Noem als auch Bondi taten, was der Pr\u00e4sident von ihnen erwartete \u2013 sie setzten seine Politik um. Doch angesichts der schlechten Umfragewerte steigt im Wei\u00dfen Haus die Nervosit\u00e4t. Denn es sind mittlerweile nicht mehr nur die Themen Einwanderung und Epstein, bei denen Trump Kritik erntet. Der Iran-Krieg und die schlechte wirtschaftliche Lage kommen nun hinzu. Bei Ersteren hat Trump nun die Schuld auf seine Minister abgew\u00e4lzt.<\/p>\n<p>Ob Bondis Interims-Nachfolger, Trumps ehemaliger pers\u00f6nlicher Anwalt Todd Blanche, im Epstein-Fall die erhoffte Transparenz schaffen kann, bleibt offen. Bislang hatte er Bondis Linie vertreten, Schw\u00e4rzungen verteidigt und Vorw\u00fcrfe der Vertuschung zur\u00fcckgewiesen. <\/p>\n<p>Im Fall einer Nominierung und einer dann n\u00f6tig werdenden Anh\u00f6rung vor dem Senat d\u00fcrfte die Aufmerksamkeit vor allem auf sein Treffen mit Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell fallen. Blanche traf die verurteilte Sexualstraft\u00e4terin im Juli vergangenen Jahres und im Anschluss erhielt sie eine Hafterleichterung. Bislang ist unklar, was die beiden besprochen haben.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/gregor-schwung\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/gregor-schwung\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Gregor Schwung<\/b><\/a><b> berichtet als au\u00dfenpolitischer Korrespondent \u00fcber transatlantische Beziehungen, internationale Entwicklungen und geopolitische Umbr\u00fcche mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Ukraine und die USA.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Binnen kurzer Zeit schmei\u00dft Donald Trump seine zweite Ministerin aus dem Kabinett. 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