{"id":917826,"date":"2026-04-03T08:54:34","date_gmt":"2026-04-03T08:54:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/917826\/"},"modified":"2026-04-03T08:54:34","modified_gmt":"2026-04-03T08:54:34","slug":"bei-trump-weiss-man-ja-nie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/917826\/","title":{"rendered":"Bei Trump weiss man ja nie \u2026"},"content":{"rendered":"<p>Bei Trump weiss man ja nie \u2026 | 3. April 2026<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat f\u00fcr die Einfuhr patentgesch\u00fctzter Medikamente in die USA Z\u00f6lle von bis zu 100 Prozent angek\u00fcndigt. F\u00fcr Schweizer Pharmaexporte soll ein reduzierter Zollsatz von 15 Prozent gelten. Der Bundesrat bedauert den Entscheid.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201mz8l\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/gosimg10TZ02c001d5808080b300001201mz8l.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00V112bf0c808080800000001201mz8l.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Die Z\u00f6lle gegen die Schweizer Pharmaprodukte sollen in vier Monaten in Kraft treten \u2013 aber bei Trump weiss man ja nie \u2026\"\/><\/p>\n<p>Die Z\u00f6lle gegen die Schweizer Pharmaprodukte sollen in vier Monaten in Kraft treten \u2013 aber bei Trump weiss man ja nie \u2026Foto: Keystone<\/p>\n<p class=\"pg\">Die Landesregierung bezeichnet die Einf\u00fchrung von US-Zusatzz\u00f6llen auf pharmazeutische Produkte als \u00abeine zus\u00e4tzliche Belastung f\u00fcr die exportierende Schweizer Pharmaindustrie\u00bb, wie es beim Eidgen\u00f6ssischen Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) am Freitag auf Anfrage hiess.<\/p>\n<p class=\"pg\">Die USA hielten sich mit einem l\u00e4nderspezifischen Zusatzzollsatz von maximal 15 Prozent f\u00fcr Pharmazeutika aus der Schweiz an ihre Zusage im Rahmen der gemeinsamen Absichtserkl\u00e4rung vom 14. November 2025. Bis anhin seien indes keine US-Zusatzz\u00f6lle auf pharmazeutische Produkte erhoben worden. \u00abDie zust\u00e4ndigen Departemente analysieren zusammen mit den betroffenen Interessensgruppen die konkreten Auswirkungen dieser Massnahmen\u00bb, so das WBF weiter.<\/p>\n<p class=\"pg\">Der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Interpharma, forderte in einer Stellungnahme auf Linkedin: \u00abDas Ziel muss sein, dass die Pharmaindustrie von Z\u00f6llen m\u00f6glichst befreit wird.\u00bb Die Schweiz m\u00fcsse sich nun darauf konzentrieren, ihre eigenen Rahmenbedingungen zu verbessern. Es brauche umfangreiche Reformen, um den Pharmastandort Schweiz zu sichern.<\/p>\n<p>USA wollen Abh\u00e4ngigkeit mindern<\/p>\n<p class=\"pg\">Die US-Regierung teilte laut einem am Donnerstag vom Weissen Haus ver\u00f6ffentlichten Dekret mit, Ziel der Massnahmen sei es, die inl\u00e4ndische Produktion zu st\u00e4rken, Lieferketten abzusichern und die Abh\u00e4ngigkeit von Importen zu reduzieren.<\/p>\n<p class=\"pg\">F\u00fcr L\u00e4nder mit Handelsvereinbarungen \u2013 dazu z\u00e4hlen die Schweiz, die EU, Japan und S\u00fcdkorea \u2013 gilt der deutlich tiefere Satz von 15 Prozent. Generika und Biosimilars sind vorerst von den Z\u00f6llen ausgenommen, k\u00f6nnten aber zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt ebenfalls einbezogen werden.<\/p>\n<p class=\"pg\">Die nun angek\u00fcndigten Zoll-Massnahmen sollen in 120 Tagen f\u00fcr grosse Unternehmen und in 180 Tagen f\u00fcr kleinere Firmen in Kraft treten. Die genauen Auswirkungen f\u00fcr die Schweizer Pharmabranche waren zun\u00e4chst unklar. Die USA sind der wichtigste Absatzmarkt f\u00fcr Schweizer Pharmafirmen.<\/p>\n<p class=\"pg\">Unternehmen k\u00f6nnen die Z\u00f6lle den Angaben zufolge reduzieren oder ganz vermeiden, wenn sie \u2013 wie bereits fr\u00fcher durch Trump angek\u00fcndigt \u2013 Produktionskapazit\u00e4ten in den USA aufbauen und Preisvereinbarungen mit den Beh\u00f6rden abschliessen. In solchen F\u00e4llen k\u00f6nnen die Abgaben vor\u00fcbergehend entfallen oder deutlich gesenkt werden \u2013 teils bis Anfang 2029.<\/p>\n<p class=\"pg\">Die US-Regierung hat bereits mit mehr als einem Dutzend grosser Pharmafirmen entsprechende Vereinbarungen getroffen. Diese verpflichteten sich, Medikamentenpreise in den USA st\u00e4rker an internationale Vergleichsniveaus anzupassen und im Gegenzug Investitionen in Milliardenh\u00f6he in den USA zu t\u00e4tigen. Insgesamt summieren sich die zugesagten Investitionen laut US-Regierung auf mehrere hundert Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>Roche und Novartis mit Deal<\/p>\n<p class=\"pg\">Bereits im Dezember 2025 hatten die Schweizer Pharmariesen Roche und Novartis eine entsprechende Einigung mit der US-Regierung erzielt. Dabei verpflichtete sich etwa die Roche-Tochter Genentech, den Preis f\u00fcr ihr Grippemedikament Xofluza f\u00fcr Direktk\u00e4ufer \u00fcber die staatliche Plattform von 168 auf 50 US-Dollar zu senken. Novartis wiederum reduzierte den Preis f\u00fcr sein Multiple-Sklerose-Medikament Mayzent f\u00fcr entsprechende Patienten von 9987 auf 1137 Dollar.<\/p>\n<p class=\"pg\">Im Gegenzug wurde beiden Konzernen eine Befreiung von Z\u00f6llen auf Pharmaprodukte in den USA f\u00fcr drei Jahre in Aussicht gestellt. Gleichzeitig k\u00fcndigte Roche Investitionen von rund 50 Milliarden Dollar an, w\u00e4hrend Novartis in den kommenden f\u00fcnf Jahren etwa 23 Milliarden Dollar in den Ausbau von Forschung und Produktion in den USA investieren will.<\/p>\n<p class=\"pg\">Die neuen Pharmaz\u00f6lle sind Teil einer breiter angelegten, zunehmend sektorspezifischen Handelspolitik der USA. Ein Jahr nach der grossen Zoll-Offensive versch\u00e4rft die Regierung damit den Druck auf internationale Unternehmen, ihre Produktion in die Vereinigten Staaten zu verlagern. Beobachter erwarten, dass dies mittelfristig zu Anpassungen globaler Lieferketten und Investitionsstr\u00f6me f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Stahlz\u00f6lle: US-Regierung will Einnahmen erh\u00f6hen<\/p>\n<p class=\"pg\">Auch wurden Neuerungen bei Stahl, Aluminium und Kupfer angek\u00fcndigt: Bei Stahlbalken und \u00e4hnlichen Produkten soll der Zollsatz von 50 Prozent k\u00fcnftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den Preis, der am amerikanischen Markt f\u00e4llig wird. Die US-Regierung will damit ihre Einnahmen deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n<p class=\"pg\">F\u00fcr andere Produkte wie Waschmaschinen k\u00f6nnte der Zollsatz hingegen sogar fallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei Trump weiss man ja nie \u2026 | 3. 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