{"id":918435,"date":"2026-04-03T14:41:40","date_gmt":"2026-04-03T14:41:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/918435\/"},"modified":"2026-04-03T14:41:40","modified_gmt":"2026-04-03T14:41:40","slug":"trotz-rekordjahr-st-pauli-ruine-mit-7-000-euro-im-minus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/918435\/","title":{"rendered":"Trotz Rekordjahr: St. Pauli Ruine mit 7.000 Euro im Minus"},"content":{"rendered":"<p>Was im vergangenen Jahr mit Schocknachrichten begann, endete mit einem deutlichen Minus f\u00fcr den Verein, der die St. Pauli Ruine mit ehrenamtlichem Amateurtheater bespielt.<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-236703\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/2026-04-03-St-Pauli-Ruine.jpg\" alt=\"St. Pauli Ruine am K\u00f6nigsbr\u00fccker Platz im Hechtviertel - Foto: Anton Launer\" width=\"2400\" height=\"1350\"  \/>St. Pauli Ruine am K\u00f6nigsbr\u00fccker Platz im Hechtviertel \u2013 Foto: Anton Launer\n<\/p>\n<p>\u201eAm Ende der Saison verzeichneten wir 7.000 Euro Minus\u201c, sagt Theaterdirektor J\u00f6rg Berger. Ursache sind vor allem die drastischen K\u00fcrzungen im F\u00f6rderetat. F\u00fcr die Bespielung der Ruine stehen 10.000 Euro weniger zur Verf\u00fcgung: Statt urspr\u00fcnglich 35.000 Euro gibt es nun nur noch 25.000 Euro.\n<\/p>\n<p>Auch die soziokulturelle Arbeit im St.-Pauli-Salon wurde gek\u00fcrzt \u2013 wenn auch durch Nachverhandlungen deutlich abgemildert.\n<\/p>\n<p>Besucherrekord<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt stehen wir mit einem F\u00f6rderminus von 12.500 Euro da\u201c, fasst Berger zusammen. Dass das Defizit dennoch vergleichsweise gering ausf\u00e4llt, liegt am erneuten Besucherrekord: Mehr als 22.000 zahlende G\u00e4ste besuchten die Auff\u00fchrungen und Gastspiele.<\/p>\n<p>Besonders gefragt waren \u2013 wie schon im Vorjahr \u2013 die beiden Monty Python\u2019s St\u00fccke \u201eSpamelot\u201c und \u201eNicht der Messias\u201c. Insgesamt konnte der Verein seine Einnahmen um zehn Prozent steigern. Dem stehen allerdings deutlich gestiegene Kosten gegen\u00fcber.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-236704\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/2026-04-03-St-Pauli-Ruine-Berger.jpg\" alt=\"Theaterdirektor J\u00f6rg Berger vor dem St.-Pauli-Salon in der Hechtstra\u00dfe - Foto: Anton Launer\" width=\"2400\" height=\"1350\"  \/>Theaterdirektor J\u00f6rg Berger vor dem St.-Pauli-Salon in der Hechtstra\u00dfe \u2013 Foto: Anton Launer\n<\/p>\n<p>Das Defizit konnte der Verein aus R\u00fccklagen decken. Dauerhaft tragf\u00e4hig ist das jedoch nicht.\n<\/p>\n<p>Betriebskosten h\u00f6her als F\u00f6rderung<\/p>\n<p>Die Ironie der Situation: Zieht sich die Stadt weiter aus der Finanzierung zur\u00fcck, k\u00f6nnte es f\u00fcr sie am Ende teurer werden. Ein Gro\u00dfteil der F\u00f6rdermittel flie\u00dft in die Betriebskosten der Ruine. Sollte der Verein zahlungsunf\u00e4hig werden, m\u00fcsste die Stadt diese Kosten \u2013 mehr als 50.000 Euro \u2013 wieder selbst tragen. Das ist im Pachtvertrag so festgelegt. Die Folge: mehr Ausgaben und kein Theaterbetrieb mehr.\n<\/p>\n<p>Wie gering das Interesse anderer Tr\u00e4ger ist, zeigte bereits das Jahr 2020. Damals wurde dem Verein gek\u00fcndigt und der Betrieb neu ausgeschrieben \u2013 mit lediglich vier Bewerbungen. Am Ende erhielt erneut der \u201eSt. Pauli Ruine\u201c-Verein den Zuschlag.<\/p>\n<p>\u201eEs mag sein, dass nicht jedem unser Programm gef\u00e4llt. Aber wir bieten der Stadt eine sehr preiswerte Bespielung dieser besonderen Ruine \u2013 das sollte den Stadtr\u00e4ten bewusst sein\u201c, so Berger.\n<\/p>\n<p>45.000 Euro F\u00f6rderung geplant<\/p>\n<p>Die Aussichten f\u00fcr dieses Jahr bleiben angespannt. Die geplante F\u00f6rderung f\u00fcr Salon und Ruine wurde erneut um 2.500 Euro gek\u00fcrzt.\n<\/p>\n<p>\u201eOb wir damit hinkommen, ich wei\u00df es nicht\u201c, sagt Berger. Hoffnung macht der Kartenvorverkauf, der bereits jetzt deutlich \u00fcber dem Vorjahresniveau liegt. Gleichzeitig zeigt sich ein Trend: Immer weniger Besucher*innen kaufen spontan an der Abendkasse, sondern sichern sich ihre Tickets im Voraus.\n<\/p>\n<p>Die Eintrittspreise will der Verein vorerst stabil halten. 20 Euro f\u00fcr ein Amateurtheater seien bereits ein anspruchsvoller Preis. Weitere Erh\u00f6hungen k\u00f6nnten sich negativ auf die Besucherzahlen auswirken.\n<\/p>\n<p>Zwei eigene Premieren und viele G\u00e4ste<\/p>\n<p>Die Saison startet am Mittwoch mit dem St\u00fcck \u201eGeld oder Leben\u201c nach einer bitterb\u00f6sen Vorlage von Georg Kreisler (Theaterkritik im <a href=\"https:\/\/www.neustadt-ticker.de\/196756\/alltag\/kultur\/kreislers-david-trifft-kaisers-geld-mittels-traumlos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neustadt-Gefl\u00fcster am 21. Juli 2023<\/a>).<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-196762\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Theaterruine_GeldLeben03_Verlobung_FOTO_PR-scaled.jpg\" alt=\"Erstes St\u00fcck am Mittwoch &quot;Geld oder Leben.&quot; - nach Georg Kreisler - Foto: PR\/St. Pauli Ruine\" width=\"2560\" height=\"1792\"  \/>Erstes St\u00fcck am Mittwoch \u201eGeld oder Leben.\u201c \u2013 nach Georg Kreisler \u2013 Foto: PR\/St. Pauli Ruine\n<\/p>\n<p>Danach folgt ein dichtes Programm. Neben den Eigenproduktionen stehen unter anderem auf dem Plan: das Jubil\u00e4umskonzert des \u201eVokalwerks\u201c, die Lange Nacht der Theater mit Monty Python\u2019s Ausz\u00fcgen, das gro\u00dfe St.-Pauli-Theaterfest am 1. Mai mit Karaoke-Show sowie InkluBeat mit Rollstuhltanz am 9. Mai.\n<\/p>\n<p>Tom Quaas gastiert mehrfach mit Soloprogrammen, auch Stilbruch &amp; Freunde treten wieder auf. Am 16. Mai spielt ein Streichquartett um den Cellisten Jean-Guihen Queyras \u2013 eine Verbindung von Klassik und Jazz im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele.\n<\/p>\n<p>Die beiden Eigenpremieren folgen in der zweiten Jahresh\u00e4lfte.\n<\/p>\n<p>Den Auftakt macht voraussichtlich im September \u201eVorhang auf!\u201c von Peter Quilter: F\u00fcnf Frauen erben \u00fcberraschend ein marodes Theater und versuchen, die heruntergekommene Spielst\u00e4tte zu retten \u2013 mit viel Chaos zwischen k\u00fcnstlerischem Anspruch und organisatorischem Scheitern.\n<\/p>\n<p>Die zweite Premiere tr\u00e4gt den Arbeitstitel \u201eDer Selbstm\u00f6rder\u201c. Im Zentrum steht ein Mann, der zu Lebzeiten kaum beachtet wurde \u2013 bis er seinen Suizid ank\u00fcndigt. Pl\u00f6tzlich wollen alle ihn f\u00fcr ihre Zwecke instrumentalisieren. Die schwarze Kom\u00f6die von Nikolai Erdman entstand in den 1920er Jahren, wurde von Stalin verboten und erst 1969 in G\u00f6teborg uraufgef\u00fchrt. Die Inszenierung \u00fcbertr\u00e4gt den Stoff in die Gegenwart. Geplant ist der Start im Juli.\n<\/p>\n<p>Dauerbrenner: Monty Python\u2019s St\u00fccke<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-225047\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/2025-04-10-RitterinderRuine.jpg\" alt=\"&quot;Nicht der Messias&quot; -Darsteller: Michael Hochmuth, Ilko Tschiedel und Jens D\u00f6ring \u2013 Foto: Archiv Anton Launer\" width=\"2400\" height=\"1350\"  \/>\u201eNicht der Messias\u201c -Darsteller: Michael Hochmuth, Ilko Tschiedel und Jens D\u00f6ring \u2013 Foto: Archiv Anton Launer<\/p>\n<p>Als Publikumsmagneten d\u00fcrften sich erneut die beiden Monty Python\u2019s St\u00fccke \u201eSpamalot\u201c und \u201eNicht der Messias\u201c erweisen. In der vergangenen Saison waren sie die meistbesuchten Produktionen \u2013 mit leichtem Vorsprung f\u00fcr den \u201eMessias\u201c (ausf\u00fchrliche Beschreibung im <a href=\"https:\/\/www.neustadt-ticker.de\/211404\/aktuell\/das-leben-des-brian-in-der-theaterruine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neustadt-Gefl\u00fcster vom 7. August 2024<\/a>).\n<\/p>\n<p>Spielplan &amp; Tickets<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-236702\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/2026-04-03-St-Pauli-Ruine2.jpg\" alt=\"\u00dcberdachte Ruine mit Turmstumpf - Foto: Anton Launer\" width=\"2400\" height=\"1350\"  \/>\u00dcberdachte Ruine mit Turmstumpf \u2013 Foto: Anton Launer<br \/>\nHintergrund und Geschichte<\/p>\n<p> Die St.-Pauli-Kirche wurde 1889 errichtet und orientiert sich an fr\u00fchgotischen Formen. Urspr\u00fcnglich bot sie Platz f\u00fcr bis zu 1.000 Menschen, der Turm war 78 Meter hoch.\n<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Bombenangriffe auf Dresden am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche schwer besch\u00e4digt. Erhalten blieben nur der Turmstumpf und die Au\u00dfenmauern.\n<\/p>\n<p>1996 sicherte die Stesad die Ruine, 2011\/2012 wurde sie mit st\u00e4dtischen Mitteln in H\u00f6he von 2,7 Millionen Euro saniert (<a href=\"https:\/\/www.neustadt-ticker.de\/14571\/aktuell\/nachrichten\/st-pauli-ruine-bekommt-glasdach\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ein Glasdach f\u00fcr die Ruine<\/a>).\n<\/p>\n<p>Die Stesad verf\u00fcgt auf Grundlage eines 1996 f\u00fcr 50 Jahre geschlossenen Erbbaurechtsvertrags mit dem Kirchlehn zu St. Pauli in Dresden \u00fcber das Gel\u00e4nde. Heute ist die Ruine eine etablierte Spielst\u00e4tte f\u00fcr Amateurtheater, Konzerte und stadtteilbezogene Kulturangebote.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was im vergangenen Jahr mit Schocknachrichten begann, endete mit einem deutlichen Minus f\u00fcr den Verein, der die St.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":918436,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1835],"tags":[3364,29,2386,30,76843,4229,859,200977],"class_list":["post-918435","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-dresden","tag-de","tag-deutschland","tag-dresden","tag-germany","tag-hechtviertel","tag-neustadt","tag-sachsen","tag-st-pauli-ruine"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116341302308923773","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/918435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=918435"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/918435\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/918436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=918435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=918435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=918435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}