{"id":919114,"date":"2026-04-03T21:01:18","date_gmt":"2026-04-03T21:01:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/919114\/"},"modified":"2026-04-03T21:01:18","modified_gmt":"2026-04-03T21:01:18","slug":"keine-fassadenbeleuchtung-von-april-bis-ende-september","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/919114\/","title":{"rendered":"Keine Fassadenbeleuchtung von April bis Ende September"},"content":{"rendered":"<p>Die Regelung sieht vor, dass Fassaden von Geb\u00e4uden im Sommerhalbjahr grunds\u00e4tzlich vom 1. April bis zum 30. September nicht beleuchtet werden d\u00fcrfen. Im Winterhalbjahr vom 1. Oktober bis zum 31. M\u00e4rz d\u00fcrfen Geb\u00e4udefassaden in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr nicht beleuchtet werden.<\/p>\n<p>Ausnahmen<\/p>\n<p>Vom Verbot ausgenommen sind Beleuchtungen, die \u201eaus Gr\u00fcnden der \u00f6ffentlichen Sicherheit oder der Betriebssicherheit erforderlich oder auf Grund einer Rechtsvorschrift vorgeschrieben\u201c sind. Dar\u00fcber hinaus sind Ausnahmegenehmigungen im Einzelfall aus wichtigem Grund oder zur Vermeidung besonderer H\u00e4rten m\u00f6glich. Die zust\u00e4ndigen Naturschutzbeh\u00f6rden bei den Gro\u00dfen Kreisst\u00e4dten, Stadtkreisen und Landrats\u00e4mtern k\u00f6nnen diese unter Auflagen erteilen. In Betracht kommen zum Beispiel besondere Ereignisse wie Stadtfeste sowie Geb\u00e4ude von herausragender, kultureller, historischer oder architektonischer Bedeutung. Dabei pr\u00fcfen und bewerten die Beh\u00f6rden unter anderem Art und Lage des Geb\u00e4udes, den Umfang der Ausnahme sowie den Einsatz einer nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik besonders insektenfreundlichen Beleuchtung.<\/p>\n<p>Das Verbot gilt seit 2023 f\u00fcr alle Geb\u00e4ude \u2013 neben \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden auch f\u00fcr Wohnh\u00e4user, Firmengeb\u00e4ude und Kirchen. Das Regierungspr\u00e4sidium ruft alle Geb\u00e4udebesitzerinnen und Geb\u00e4udebesitzer auf, die Regelung einzuhalten und so einen Beitrag zur Reduktion von Lichtverschmutzung zu leisten.<\/p>\n<p>Lichtverschmutzung hat gravierende Folgen f\u00fcr die Umwelt<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahrzehnten hat k\u00fcnstliche Beleuchtung stark zugenommen. Zu viel und falsch eingesetztes Licht hat gravierende Folgen: Es schadet Tieren und Pflanzen, beeintr\u00e4chtigt die menschliche Gesundheit, vermindert die Sicht auf den Sternenhimmel und f\u00fchrt zur Verschwendung von Energie und Ressourcen. Betroffen sind vor allem Insekten.<br \/>Als gro\u00dfe Nahrungsquelle im Tierreich erf\u00fcllen sie wichtige Funktionen als Verwerter organischer Stoffe; viele Arten sind in der Landwirtschaft wertvolle N\u00fctzlinge. Vor allem geh\u00f6ren Insekten zu den wichtigsten Pflanzenbest\u00e4ubern.<\/p>\n<p>Damit sind sie unentbehrlich f\u00fcr die menschliche Nahrungsgrundlage. Etwa die H\u00e4lfte aller heimischen Insektenarten ist nachtaktiv. K\u00fcnstliches Licht wirkt f\u00fcr sie vielfach wie eine t\u00f6dliche Falle: Es lockt sie an, sie kreisen stundenlang um die Lichtquelle \u2013 man spricht auch vom \u201eStaubsaugereffekt\u201c. Dabei verlieren sie die Orientierung und sterben h\u00e4ufig durch Ersch\u00f6pfung, verbrennen am Leuchtengeh\u00e4use oder werden leichte Beute f\u00fcr Fressfeinde.<\/p>\n<p>Die Biomasse fliegender Insekten ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 75 Prozent zur\u00fcckgegangen. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich einig, dass Lichtverschmutzung neben anderen Ursachen zu dieser Entwicklung beitr\u00e4gt. Eine Simulation der Universit\u00e4t Hohenheim zeigt, welche Folgen ein weiterer R\u00fcckgang wildlebender Best\u00e4uber um bis zu 90 Prozent bis zum Jahr 2030 haben k\u00f6nnte. Neben Ernteausf\u00e4llen und steigenden Lebensmittelpreisen w\u00e4ren auch Ern\u00e4hrungssicherheit und wirtschaftlicher Wohlstand weltweit gef\u00e4hrdet. Der Schutz der Insekten geht daher alle an.<\/p>\n<p>Aber nicht nur Insekten werden durch k\u00fcnstliches Licht gest\u00f6rt: V\u00f6gel k\u00f6nnen auf n\u00e4chtlichen Zugwegen die Orientierung verlieren. Viele Fledermausarten ziehen ihre Jungtiere an Geb\u00e4uden im Siedlungsbereich gro\u00df und reagieren sehr empfindlich auf Beleuchtung. Dadurch verlieren sie wichtige Jagdgebiete und Flugrouten oder geben im schlimmsten Fall Quartiere auf.<\/p>\n<p>Neben den \u00f6kologischen Auswirkungen kann k\u00fcnstliche Beleuchtung auch die menschliche Gesundheit beeintr\u00e4chtigen: Mit Einsetzen der Dunkelheit sch\u00fcttet der K\u00f6rper das \u201eSchlafhormon\u201c Melatonin aus. Wird es nicht ausreichend dunkel, kann sich das negativ auf das Einschlafen auswirken, die Schlafdauer verk\u00fcrzen und die Schlafqualit\u00e4t mindern. Die Erholung leidet und das Krankheitsrisiko steigt.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt verursacht falsch eingesetzte Beleuchtung einen unn\u00f6tig hohen Energieverbrauch und belastet damit das Klima. Daran \u00e4ndert auch die Umstellung auf energieeffiziente LED-Technik nichts: In der Praxis wird die Effizienz h\u00e4ufig nicht zum Einsparen genutzt. Stattdessen f\u00fchrt der g\u00fcnstige Preis dazu, dass noch mehr Leuchten installiert werden. Neben dem Verbot der Fassadenbeleuchtung gilt daher grunds\u00e4tzlich: Licht nur dort einsetzen, wo es wirklich gebraucht wird \u2013 so wenig wie m\u00f6glich, so viel wie n\u00f6tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Regelung sieht vor, dass Fassaden von Geb\u00e4uden im Sommerhalbjahr grunds\u00e4tzlich vom 1. April bis zum 30. 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