{"id":920326,"date":"2026-04-04T09:12:15","date_gmt":"2026-04-04T09:12:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/920326\/"},"modified":"2026-04-04T09:12:15","modified_gmt":"2026-04-04T09:12:15","slug":"wolfsangriff-in-hamburg-ein-ausnahmefall-oder-doch-nicht-so-harmlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/920326\/","title":{"rendered":"Wolfsangriff in Hamburg \u2013\u00a0ein Ausnahmefall oder doch nicht so harmlos?"},"content":{"rendered":"<p>Erstmals seit der Wiederansiedlung hat ein Wolf in Deutschland einen Menschen angegriffen. Ein Experte sieht darin auch die Folge eines verfehlten Naturschutzes. Warum wir zu keinem Tier ein so widerspr\u00fcchliches Verh\u00e4ltnis haben \u2013 und was wirklich hinter \u201eRotk\u00e4ppchen\u201c steckt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Am Samstag, den 28. Februar, wurde das Tier erstmals gesehen, in Hamburg-Blankenese, im Sven-Simon-Park und auch am Falkensteiner Ufer. Am Sonntagvormittag gingen bei der Polizei Meldungen vom S-Bahnhof Othmarschen ein. Es folgten Fotos und Videos, die zeigten, wie es \u00fcber Z\u00e4une sprang, und durch G\u00e4rten der Elbvororte streifte. Ein <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/trends\/article69b9782dfc05063917a4eb42\/promis-diese-haustiere-sprengen-jede-vorstellung-und-gehoerten-weltstars.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/trends\/article69b9782dfc05063917a4eb42\/promis-diese-haustiere-sprengen-jede-vorstellung-und-gehoerten-weltstars.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hund<\/a>, so die besorgten B\u00fcrger, sei das nicht. Ein Wolf?<\/p>\n<p>Keine \u00f6ffentliche Reaktion. Keine Warn-App. Keine Infos an die Medien. Keine Aufforderung, Kinder nicht unbeaufsichtigt drau\u00dfen spielen zu lassen. Erst am Montag meldete sich die Hamburger Umweltbeh\u00f6rde und gab in einer Pressemitteilung bekannt: Ein Wolf ist in der Stadt. Ein Wildtierexperte habe das nach Auswertung der Aufnahmen best\u00e4tigt. <\/p>\n<p>Mit hoher Wahrscheinlichkeit handele es sich um einen Welpen, der sich in der Abwanderungsphase von seinem Rudel auf der Suche nach einem eigenen Revier verirrt und jetzt Probleme habe, den Weg in die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/iconist\/service\/article251112906\/Oder-Adonisroeschen-fantastische-Naturschauspiel-weckt-Erinnerungen-an-den-Zweiten-Weltkrieg.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/iconist\/service\/article251112906\/Oder-Adonisroeschen-fantastische-Naturschauspiel-weckt-Erinnerungen-an-den-Zweiten-Weltkrieg.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Natur<\/a> zu finden. Im Falle einer Begegnung mit dem scheuen Tier sei durchaus Vorsicht geboten. Klatschen. Abstand halten. Ansonsten: Hunde anleinen und nur die Ruhe bewahren. Von dem Tier, so hie\u00df es, \u201egeht nach derzeitigem Stand keine Bedrohung aus.\u201c<\/p>\n<p>Wenige Stunden sp\u00e4ter \u00fcberschlugen sich die Ereignisse \u2013 und die Emotionen.<\/p>\n<p>Der Wolf, der ungest\u00f6rt bis in die Innenstadt wandern konnte, tauchte am Abend des 30. M\u00e4rz in einem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article69ce8272cdf80d124bb0c691\/nach-wolf-angriff-wir-arbeiten-intensiv-an-einer-loesung-fuer-die-zukunft-des-tieres.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/hamburg\/article69ce8272cdf80d124bb0c691\/nach-wolf-angriff-wir-arbeiten-intensiv-an-einer-loesung-fuer-die-zukunft-des-tieres.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Einkaufszentrum<\/a> in Hamburg-Altona auf. Wie Polizei und Augenzeugen berichten, fiel er eine 65-j\u00e4hrige Frau an, die dem ver\u00e4ngstigten Tier, das immer wieder gegen eine Glasscheibe lief, helfen wollte, den Weg nach drau\u00dfen zu finden. Dabei wurde sie verletzt. Der Wolf st\u00fcrzte sich auf die Frau, riss sie zu Boden und biss ihr ins Gesicht. Lebensgef\u00e4hrlich war die Verletzung nicht. Noch am selben Abend konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen. <\/p>\n<p>Bedenklich bleibt: Die blutige Begegnung im Einkaufszentrum von Hamburg-Altona gilt als erster Wolfsangriff auf einen Menschen seit der Wiederansiedlung des Raubtieres in Deutschland 1998. Gut 150 Jahre lang galt er bei uns als ausgerottet. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen die ersten Tiere \u00fcber Polen nach Deutschland zur\u00fcck. Heute leben in 282 Wolfsterritorien 219 Rudel, 48 Paare und 15 Einzeltiere. Insgesamt wurden zuletzt 1636 Tiere gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Der Vorfall in Hamburg hat die Debatte \u00fcber das Zusammenleben von Mensch und Wolf wie kein anderes Ereignis befeuert. Dass W\u00f6lfe sich menschlichen Siedlungen n\u00e4hern, ist l\u00e4ngst nicht mehr au\u00dfergew\u00f6hnlich. Erst im Dezember verfolgte die Polizei einen Wolf durch L\u00fcdenscheid. Irgendwann war das Tier verschwunden. So wie bisher all seine Artgenossen auf Stippvisite in menschlichen Siedlungen. Der jetzige Fall aber f\u00fchrte schockartig vor Augen, was es tats\u00e4chlich bedeuten kann, wenn instinktgetriebene Natur und Zivilisation aufeinander prallen. <\/p>\n<p>Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne) zeigte sich auf einer Pressekonferenz sichtlich betroffen. Die Vorstellung, der Wolf w\u00e4re auf einen Schulhof oder in eine Kita gelaufen \u2013 \u201edas ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen w\u00fcrde\u201c, sagte sie. In den sozialen Medien kursieren indes Theorien, die der Ehrenrettung des Wolfs dienen sollen. Danach soll die Frau gar nicht gebissen, sondern nur gekratzt worden sein. Der Wolf habe sie auch nicht angefallen, sondern umgerannt.<\/p>\n<p>Wie sch\u00e4tzen Experten die Situation ein? \u201eDer Hamburger Fall ist zun\u00e4chst einmal f\u00fcr die Betroffene eine sehr unangenehme Situation\u201c, sagt Sven Herzog, Leiter des Lehrstuhls f\u00fcr Wild\u00f6kologie und Jagdwirtschaft an der TU Dresden. Sollte sich alles so zugetragen haben, wie mit Berufung auf die Polizei aktuell berichtet wird, dann h\u00e4tte die Reaktion des Tieres \u201eetwas relativ Normales\u201c. <\/p>\n<p>Ein Wolf, der sich in die Ecke gedr\u00e4ngt f\u00fchlt, der in Panik ger\u00e4t, der werde sich verteidigen und wie ein Hund zubei\u00dfen. Daraus w\u00fcrde Herzog erst einmal keinen R\u00fcckschluss auf eine erh\u00f6hte Gefahr f\u00fcr den Menschen durch W\u00f6lfe ziehen. Bei dem Ereignis in Hamburg best\u00e4tige sich aber auch, was Wildbiologen wie er seit 25 Jahren immer wieder bekr\u00e4ftigen: \u201eGro\u00dfe <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/article69452d05f6fc544dba9ad60c\/aggressive-raubtiere-die-wahre-geschichte-hinter-der-wende-in-der-wolfspolitik.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/article69452d05f6fc544dba9ad60c\/aggressive-raubtiere-die-wahre-geschichte-hinter-der-wende-in-der-wolfspolitik.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Raubtiere<\/a> in der Kulturlandschaft haben immer ein Restrisiko. Ein Wolf ist kein Kuscheltier.\u201c<\/p>\n<p>\u201eProblemwolf\u201c zerrt Kind in den Wald<\/p>\n<p>Herzog, der in seinem Buch \u201eDie Sache mit dem Wolf\u201c (Kosmos) aus wissenschaftlicher Sicht Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein langfristig gelingendes Miteinander von Mensch und Wolf macht, betont im Gespr\u00e4ch: \u201eWir haben in Deutschland im Wolfsmanagement Fehler gemacht, die zu einer Situation wie in Hamburg gef\u00fchrt haben.\u201c Der Wolf habe f\u00fcr mehr als zwei Jahrzehnte \u201eunter nahezu bedingungslosem Totalschutz\u201c gestanden, sodass die Tiere \u00fcber die Generationen gelernt haben, dass Menschen harmlos sind. <\/p>\n<p>Die Auswirkungen, so Herzog, werden von Jahr zu Jahr gravierender. Wie weit sie reichen k\u00f6nnen, zeige der Wolfsangriff, der sich im vergangenen Jahr in den Niederlanden ereignete: Bei einem Familienausflug zur Pyramide von Austerlitz wurde ein Sechsj\u00e4hriger beim Spielen pl\u00f6tzlich von einem Wolf gepackt und in den Wald gezogen. <\/p>\n<p>\u201eIm Gegensatz zu dem aktuellen Fall in Hamburg wurde der Vorfall relativ wenig beachtet, man kann auch sagen: unter den Teppich gekehrt\u201c, sagt Herzog. Diesen Angriff h\u00e4lt er bei der Frage nach dem weiteren Umgang mit dem Wolf f\u00fcr wesentlich bedenklicher. Zwei M\u00e4nner konnten das Tier vertreiben und so das Kind retten, das mit Sch\u00fcrfwunden, Krallen- und Bissverletzungen im Krankenhaus behandelt werden musste. <\/p>\n<p>Anders als bei dem Tier in Hamburg, handele es sich bei dem aggressiven Exemplar in den Niederlanden um einen sogenannten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus192480299\/Woelfe-in-Deutschland-Wie-die-Angst-nach-Deutschland-zurueckkehrt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus192480299\/Woelfe-in-Deutschland-Wie-die-Angst-nach-Deutschland-zurueckkehrt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Problemwolf<\/a>, \u201eder bis zum Exzess genau das gelernt hat, was die meisten W\u00f6lfe gerade lernen: Menschen sind harmlos.\u201c Diese Tiere w\u00fcrden die N\u00e4he zu Menschen suchen, um sich Nahrung zu verschaffen.<\/p>\n<p>Als sich die ersten W\u00f6lfe wieder in Deutschland ansiedelten, gab es eine Reihe von Wissenschaftlern, die das Narrativ verbreiteten, der Wolf werde sich nie in die N\u00e4he des Menschen begeben. Herzog sagt, dass damals einige Experten eine Deutungshoheit f\u00fcr sich beansprucht h\u00e4tten, die nicht neutral, sondern teilweise aktivistisch pro Wolf agierten. Und deren Erfahrungen mit W\u00f6lfen eher begrenzt war. <\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Herzog und den anderen Wissenschaftlern von der Abteilung Wild\u00f6kologie an der TU Dresden. \u201eWir sind seit Langem im Austausch mit Kollegen in Polen und Russland und haben sehr fr\u00fch darauf hingewiesen, dass es anders kommen wird\u201c, sagt Herzog, \u201edass sich der Wolf auf Dauer nicht von der Zivilisation fernhalten wird.\u201c<\/p>\n<p>Wolfsangriffe auf Menschen lie\u00dfen sich generell in drei Kategorien einteilen. Neben Erkrankungen wie der mittlerweile sehr unwahrscheinlichen Tollwut sind es Paniksituationen, die ein Tier aggressiv machen. Ein nach dem Zusammensto\u00df mit einem Auto am Stra\u00dfenrand liegendes Tier k\u00f6nne ebenso aufgrund seines ver\u00e4ngstigten Zustands angreifen wie ein Wolf, der sich in einer Einkaufspassage verirrt hat. <\/p>\n<p>Daneben stehe der heute extrem seltene Fall, dass ein Wolf im Menschen eine Beute entdecke. Dass das bei dem Angriff in den Niederlanden der Fall war, dar\u00fcber besteht f\u00fcr Herzog kein Zweifel. Der Wolf hat das Kind an der Schulter gepackt und weggezogen. Das spreche eindeutig f\u00fcr ein Pr\u00e4dationsverhalten, f\u00fcr ein Erbeuten, nicht f\u00fcr ein \u00e4ngstliches Verteidigungsverhalten.<\/p>\n<p>Dennoch pl\u00e4diert Herzog daf\u00fcr, die Gefahren f\u00fcr den Menschen ins Verh\u00e4ltnis zu setzen: \u201eWenn wir uns alle Risiken angucken, sind die viel, viel geringer, als wenn wir beim Br\u00f6tchenholen mit dem E-Bike oder beim Wechseln einer Gl\u00fchbirne verungl\u00fccken.\u201c<\/p>\n<p>Als sich in den vergangenen Jahren Tiere fl\u00e4chendeckend \u00fcber Europa ausbreiteten, war die Gefahr fraglos eine andere. Der Heidelberger Rechtshistoriker Andreas Deutsch, der seit Jahren das Zusammenleben von Mensch und Wolf erforscht, hat die dramatischen Ausma\u00dfe herausgearbeitet. \u201eSolange die Anzahl der Tiere durch Bejagung und Fallen begrenzt war, gab es durchaus eine friedliche Koexistenz von Mensch und Wolf\u201c, sagt er. <\/p>\n<p>Schwierig wurde es, wenn die Population \u00fcberhandnahm. Das war vor allem in Kriegszeiten der Fall, wenn die Bev\u00f6lkerung von den Kriegshandlungen und deren Folgen zu stark beansprucht war, um die Population zu begrenzen. Die Folge waren Wolfsplagen, die eine andere Tatsache bef\u00f6rderten: Durch die Toten auf den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article203791442\/Furcht-vor-Woelfen-Allmaehlich-gewoehnten-sie-sich-an-Menschenfleisch.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article203791442\/Furcht-vor-Woelfen-Allmaehlich-gewoehnten-sie-sich-an-Menschenfleisch.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlachtfeldern<\/a> und am Stra\u00dfenrand h\u00e4tten die Tiere ein \u00fcbergro\u00dfes Nahrungsangebot gehabt \u2013 und sich an den Geschmack von Menschenfleisch gew\u00f6hnt. <\/p>\n<p>Die Folge waren vermehrte Angriffe auf Menschen, vor allem auf Kinder. Als Beispiel nennt er die Wolfsattacken im Winter 1814\/15 in Posen, in dem historischen Aufzeichnungen zufolge 28 Kinder durch W\u00f6lfe zu Tode kamen. Damals zogen die Reste von Napoleons Grande Arm\u00e9e bei ihrem R\u00fcckzug aus Russland durch Europa, gefolgt von zahlreichen W\u00f6lfen. <\/p>\n<p>Deutsch vermutet, dass in das \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kolumnen\/zippert_zappt\/article69cbaf7d5d64d6420618011e\/zippert-zappt-rotkaeppchen-koennen-nur-noch-unter-polizeischutz-das-haus-verlassen.html?icid=search.product.onsitesearch#Comments\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kolumnen\/zippert_zappt\/article69cbaf7d5d64d6420618011e\/zippert-zappt-rotkaeppchen-koennen-nur-noch-unter-polizeischutz-das-haus-verlassen.html?icid=search.product.onsitesearch#Comments&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rotk\u00e4ppchen<\/a>\u201c-M\u00e4rchen reale Ereignisse eingeflossen sind. So sind etliche F\u00e4lle von Bauernm\u00e4dchen \u00fcberliefert, die auf dem Heimweg nach einem abendlichen Treffen zum Handarbeiten von W\u00f6lfen get\u00f6tet wurden. Davon zeugen bis heute Gedenkkreuze. <\/p>\n<p>\u201eDie genaue Zahl der von W\u00f6lfen attackierten Menschen l\u00e4sst sich f\u00fcr das von Kleinstaaterei gepr\u00e4gte Deutschland nicht nachweisen\u201c, sagt Deutsch. F\u00fcr das zentralistische Frankreich konnten 10.000 Wolfsangriffe auf Menschen nachgewiesen werden. Da das historische Deutschland in etwa der Fl\u00e4che Frankreichs entsprach, k\u00f6nnte von \u00e4hnlichen Zahlen ausgegangen werden.<\/p>\n<p>Heute sind vor allem Weidetiere bedroht. Die Zahl der Risse ist von 40 im Jahr 2006 auf rund 4300 Tiere im Jahr 2024 gestiegen. Wild\u00f6lologe Herzog verweist auf die damit auch verbundenen Tierschutzprobleme: W\u00f6lfe fressen ihre Opfer oft bei lebendigem Leib. <\/p>\n<p>F\u00fcr den Herdenschutz gebe es effektive Ma\u00dfnahmen wie Z\u00e4une oder Hunde. Er sei aber auch wichtig, aktiv die Scheu vor Menschen zu bef\u00f6rdern, beispielsweise mit nicht-t\u00f6dlichen Gummigeschossen zur Verschreckung der Tiere. Seiner Ansicht nach sei auch die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus199173841\/Jaegerinnen-Frauen-die-wilde-Tiere-toeten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/plus199173841\/Jaegerinnen-Frauen-die-wilde-Tiere-toeten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bejagung<\/a> ein Management-Instrument. Der Wolf sei in einem g\u00fcnstigen Haltungszustand, W\u00f6lfe breiten sich aus. \u201eEs spricht also nichts dagegen, sie auf Basis strenger Nachhaltigkeitskriterien und lokal auch zu bejagen.\u201c<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz stimmte der Bundesrat dar\u00fcber ab, den Wolf l\u00e4nder\u00fcbergreifend ins <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/regionales\/niedersachsen\/article69cfad16a4886afd5c99956b\/jagd-auf-woelfe-schafhalter-reagieren-enttaeuscht.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/regionales\/niedersachsen\/article69cfad16a4886afd5c99956b\/jagd-auf-woelfe-schafhalter-reagieren-enttaeuscht.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jagdrecht<\/a> aufzunehmen. \u201eOb man hinterher dann definitiv in der Fl\u00e4che W\u00f6lfe bejagt oder nicht, wird man sehen\u201c, sagt Herzog. Er w\u00fcrde das schon allein deshalb bef\u00fcrworten, um illegale Absch\u00fcsse zu vermeiden. In Italien sei es l\u00e4ngst \u00fcblich, die Probleme mit den W\u00f6lfen so zu l\u00f6sen. Tierschutz- und tierwohlgerecht seien die Methoden nicht unbedingt.<\/p>\n<p>Der Wolf, der nach der Attacke im Einkaufszentrum floh und schlie\u00dflich aus der Alster gezogen wurde, ist vorerst in einer Wildtierauffangstation untergebracht. F\u00fcr ein Tier, das die Freiheit kennt, ist das eine Qual. Noch ist nicht entschieden, ob der Wolf, mit einem Sender versehen, in die Natur entlassen \u2013 oder erschossen wird. Vielleicht w\u00e4re er nie in die Situation geraten, wenn ein gezielteres Wolfsmanagement daf\u00fcr gesorgt h\u00e4tte, dass er sich von Wohnsiedlungen fernh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erstmals seit der Wiederansiedlung hat ein Wolf in Deutschland einen Menschen angegriffen. 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