{"id":920791,"date":"2026-04-04T13:36:25","date_gmt":"2026-04-04T13:36:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/920791\/"},"modified":"2026-04-04T13:36:25","modified_gmt":"2026-04-04T13:36:25","slug":"new-space-boom-in-deutschland-wie-die-buerokratie-weltraum-startups-bremst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/920791\/","title":{"rendered":"&#8222;New Space&#8220;-Boom in Deutschland: Wie die B\u00fcrokratie Weltraum-Startups bremst"},"content":{"rendered":"<p> &#8222;New Space&#8220;-Boom in DeutschlandWie die B\u00fcrokratie Weltraum-Startups bremst<\/p>\n<p>04.04.2026, 13:10 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(07:21 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Der-Teststart-der-Spectrum-Rakete-des-deutschen-Herstellers-Isar-Aerospace-im-Maerz-Das-Unternehmen-.webp\" alt=\"Der-Teststart-der-Spectrum-Rakete-des-deutschen-Herstellers-Isar-Aerospace-im-Maerz-Das-Unternehmen-hat-die-Testphase-seiner-Rakete-noch-nicht-abgeschlossen-aber-bereits-kommerzielle-Auftraege-erhalten\"\/>In Norwegen f\u00fchrt Isar Aerospace Tests mit seiner &#8222;Spectrum&#8220;-Rakete durch. Der erste Flug ins All musste mehrfach verschoben werden. (Foto: picture alliance\/dpa\/Isar Aerospace)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Mehr als 100 Startups in Deutschland wollen den Weltraum erobern. Das Budget f\u00fcr ihre F\u00f6rderung ist gro\u00df, doch die H\u00fcrden f\u00fcr die jungen Unternehmen bleiben hoch.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Weltraumpionier Wernher von Braun soll einst gesagt haben, westliche B\u00fcrokratie habe dazu beigetragen, dass die Sowjetunion den USA 1957 zuvorkam und als Erste einen Satelliten in die Umlaufbahn brachte. Rund 70 Jahre sp\u00e4ter sehen sich junge deutsche Raumfahrtfirmen bei der Erschlie\u00dfung des Zukunftsmarkts Weltraum offenbar mit \u00e4hnlichen H\u00fcrden konfrontiert.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Die \u00f6ffentlichen Auftraggeber m\u00fcssen vermehrt dazu \u00fcbergehen, L\u00f6sungen zu kaufen, anstatt Spezifikationen bis ins kleinste Detail vorzuschreiben&#8220;, fordert Andreas Kanstein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Centrums f\u00fcr Satellitennavigation Hessen (Cesah). Die Organisation soll die Entwicklung von Raumfahrttechnologien beschleunigen und dient als Ansprechpartner f\u00fcr Unternehmensgr\u00fcnder. &#8222;Wir brauchen europ\u00e4ische Champions. Hierzu muss der Staat verst\u00e4rkt als Erstkunde auftreten und eventuelle Fehlschl\u00e4ge in Kauf nehmen.&#8220; Nur so kann Europa nach einhelliger Expertenmeinung in dem milliardenschweren Markt mitmischen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bei der Auftragsvergabe durch staatliche Stellen liegt der Schwerpunkt meist auf Risiko-Minimierung: Bewerber m\u00fcssen testierte Bilanzen vorweisen, zudem drohen hohe Vertragsstrafen. Da sich der Staat oft exklusive Nutzungsrechte sichert, bremst er das Wachstum der Startups, die ihre Technologien dann nicht anderweitig vermarkten d\u00fcrfen. Auch die Forschungsf\u00f6rderung ist komplex: Unternehmen m\u00fcssen aus Tausenden Programmen mit eigenen Kriterien das passende finden. Die Bewilligung dauert oft Monate, zudem m\u00fcssen Projekte meist vorfinanziert werden. Ein kleines Startup wie The Plasma Rocket Company, das Man\u00f6vriertriebwerke f\u00fcr Satelliten entwickelt, stellt dies vor Probleme: &#8222;Der Staat k\u00f6nnte als Ankerkunde aktiver sein. Das w\u00fcrde es mir erleichtern, an Kredite zu kommen&#8220;, sagt Gr\u00fcnder Danny Kirmse, der zur Absicherung seines Lebensunterhalts einen Teilzeitjob bei einem Material- und Messtechnik-Unternehmen hat.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Bund unterst\u00fctzt nach eigener Einsch\u00e4tzung Startups bereits umfassend. Es gebe zahlreiche spezielle F\u00f6rderprogramme, betont das Bundesforschungsministerium. Zudem pr\u00fcfe die Agentur f\u00fcr Sprunginnovation Sprind weitere Weltraumprojekte. Der Staat trete teils bereits als Ankerkunde auf.<\/p>\n<p>Am Geld mangelt es nicht<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Sch\u00e4tzungen zufolge sind in Deutschland mehr als 100 &#8222;New Space&#8220;-Unternehmen aktiv. Darunter verstehen Experten Startups, die das Weltall als Wirtschaftsraum erschlie\u00dfen wollen. Dem Branchendienst Spacenexus zufolge lag das weltweite Volumen dieses Sektors 2025 bei etwa 380 Milliarden Dollar. Der Markt werde auf absehbare Zeit um j\u00e4hrlich sieben bis neun Prozent wachsen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Jonas Kellner, Sprecher der Rocket Factory Augsburg (RFA), blickt daher optimistisch in die Zukunft: &#8222;Der Bedarf an souver\u00e4nem, unabh\u00e4ngigem Zugang zum Weltraum ist sehr viel gr\u00f6\u00dfer als noch vor ein paar Jahren.&#8220; RFA plant f\u00fcr Herbst 2026 den ersten Testflug einer\u00a0Rakete\u00a0f\u00fcr niedrige Umlaufbahnen. Konkurrent HyImpulse aus Neuenstadt am Kocher will in den kommenden Monaten eine verbesserte Version seiner\u00a0Rakete\u00a0&#8222;SR75&#8220; ebenfalls vom britischen Weltraumbahnhof SaxaVord starten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nach mehrfachen Verz\u00f6gerungen steht die\u00a0Tr\u00e4gerrakete\u00a0&#8222;Spectrum&#8220; der M\u00fcnchener Isar Aerospace kurz vor dem Start. Sie soll Kleinsatelliten ins All bef\u00f6rdern. K\u00fcrzlich begutachtete Bundeskanzler Friedrich Merz die Startvorbereitungen des Unternehmens im norwegischen Andoya. &#8222;Die Politik hat erkannt, wie wichtig unsere Branche ist&#8220;, sagt HyImpulse-Chef Christian Schmierer. &#8222;Von g\u00fcnstigen Satellitenstarts profitieren auch staatliche Institutionen oder die Bundeswehr.&#8220;<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Unabh\u00e4ngigkeit f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Aus sicherheitspolitischer Sicht wird die Unabh\u00e4ngigkeit von au\u00dfereurop\u00e4ischen Weltraumfirmen wichtiger. Der Ukraine-Krieg verdeutlicht die Bedeutung von Satelliten f\u00fcr Kommunikation, Navigation und Erdbeobachtung. Der Bund hat daher ein 35 Milliarden Euro schweres Aufr\u00fcstungsprogramm f\u00fcr den Weltraum aufgelegt. Davon sollen zehn Milliarden Euro in ein nationales Satelliten-Netzwerk flie\u00dfen, das die R\u00fcstungsschmiede Rheinmetall, der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus und der Satellitenbauer OHB liefern sollen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Startups fehlten bislang jedoch Details zur Umsetzung der R\u00fcstungspl\u00e4ne, bem\u00e4ngelt Victor Maier, Deutschland-Chef von The Exploration Company. Das Unternehmen aus Planegg bei M\u00fcnchen entwickelt wiederverwendbare Raumkapseln, um Fracht zu Weltraumstationen zu bef\u00f6rdern. Es ben\u00f6tigt dabei alternative Tr\u00e4gersysteme zu den\u00a0SpaceX-Raketen\u00a0des umstrittenen US-Milliard\u00e4rs Elon Musk. Die Frachtkapsel Nyx sei zu schwer f\u00fcr aktuelle deutsche\u00a0Raketen\u00a0und der Transport mit der europ\u00e4ischen &#8222;Ariane 6&#8220; zu teuer, so Maier.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Walter Ballheimer, der Chef des Berliner Satellitenbauers Reflex Aerospace, dringt auf ein eigenes \u00d6kosystem f\u00fcr die Branche. Von der\u00a0Rakete\u00a0bis zum Satelliten m\u00fcssten mehrere heimische Anbieter gef\u00f6rdert werden, um Ausf\u00e4lle abzufedern. &#8222;Nur so stellen wir sicher, dass wir in Zukunft nicht vor denselben Abh\u00e4ngigkeiten stehen wie heute.&#8220; Dazu m\u00fcsse das Vergabeverfahren umgekrempelt werden. &#8222;Die bisherigen Ausschreibungen sind so komplex, dass sich meist nur Gro\u00dfkonzerne darauf bewerben k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Verteidigungsministerium verweist auf Reformen im Beschaffungswesen, die Startups zugutek\u00e4men. So sollen k\u00fcnftig Startkapazit\u00e4ten bei\u00a0Raketenbauern\u00a0verbindlich gebucht werden. Die Produkte junger Firmen seien jedoch oft nicht kurzfristig verf\u00fcgbar. &#8222;Kritische, milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten setzen zudem einen Nachweis der technologischen Zuverl\u00e4ssigkeit voraus, der nicht immer von Startups geleistet werden kann.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dennoch klafft eine Finanzierungsl\u00fccke zu US-Wettbewerbern. Laut der Risikokapitalfirma Seraphim floss 2025 zwar die Rekordsumme von 12,4 Milliarden Dollar in den Sektor, heimische Startups erhielten aber nur ein F\u00fcnftel davon. Europa m\u00fcsse nachlegen, fordert Daiva Rakauskaite von der Wagniskapitalfirma Aneli, die sich auf die Finanzierung von Startups in der Fr\u00fchphase spezialisiert hat. &#8222;Die kommenden Jahre sind entscheidend, um politische Ambitionen in industriellem Ma\u00dfstab zu verwirklichen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, Hakan Ersen, rts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;New Space&#8220;-Boom in DeutschlandWie die B\u00fcrokratie Weltraum-Startups bremst 04.04.2026, 13:10 Uhr Artikel anh\u00f6ren(07:21 min) In Norwegen f\u00fchrt Isar&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":920792,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,171,174,426,173,172,1172,55],"class_list":{"0":"post-920791","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-raumfahrt","16":"tag-unternehmen","17":"tag-unternehmen-maerkte","18":"tag-weltraum","19":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116346708854772980","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/920791","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=920791"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/920791\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/920792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=920791"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=920791"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=920791"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}