{"id":921320,"date":"2026-04-04T18:41:28","date_gmt":"2026-04-04T18:41:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/921320\/"},"modified":"2026-04-04T18:41:28","modified_gmt":"2026-04-04T18:41:28","slug":"das-auenentwicklungskonzept-soll-es-nun-2027-geben-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/921320\/","title":{"rendered":"Das Auenentwicklungskonzept soll es nun 2027 geben \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich ist bei der Rettung des Leipziger Auwalds Eile angesagt. Jedes Jahr Trockenheit sch\u00e4digt die Baumbest\u00e4nde weiter. Dem Auwald fehlt das Wasser. Und eigentlich sollte er es mit einem gro\u00dfangelegten Auenentwicklungskonzept in den n\u00e4chsten Jahren nach und nach wiederbekommen. Doch auch das Auenentwicklungskonzept versp\u00e4tet sich. Eigentlich sollte es schon im Fr\u00fchjahr 2025 vorliegen. Aber die Erarbeitung hat dann doch etwas l\u00e4nger gedauert. Aber 2026 k\u00f6nnte es nun endlich so weit sein, dass es \u00f6ffentlich wird.<\/p>\n<p>Immerhin stecken \u00fcber f\u00fcnf Jahre Arbeit drin. Einer, der sich immer sehr intensiv damit besch\u00e4ftigt hat, wollte jetzt von der Verwaltung wissen, wo das Konzept denn nun geblieben ist: J\u00fcrgen Kasek.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/5498b4cc52f2454cbb04954c6a1fbe52.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/04\/1\"\/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029140&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2191557\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">In seiner Einwohneranfrage<\/a> formulierte er das Problem: \u201eDer Stadtrat hat neben einem Auenentwicklungskonzept auch ein Kommunikationskonzept beschlossen, ersteres sollte zumindest f\u00fcr die Nordwestaue zun\u00e4chst bis Anfang 2025, dann bis Ende 2025 vorliegen. Gleichwohl liegt ein solches, bislang nicht vor.<\/p>\n<p>Da erst mit dem Beschluss zum Konzept in der Nordwestaue, die Arbeiten im S\u00fcden folgen sollten, stellen sich dazu Fragen. Hinzu kommt, dass ebenfalls angedacht war, die Schutzgebietsfestlegungen etwa f\u00fcr das NSG Elster-Plei\u00dfe Auwald im Zuge der Bearbeitung des Auenentwicklungskonzepts anzupassen und auch zu pr\u00fcfen, ob das NSG ausgeweitet werden kann.<\/p>\n<p>Der Zustand des Auwaldes ist bedenklich, ohne dass der Eindruck entsteht, dass auf die alarmierende Situation angemessen reagiert wird.\u201c<\/p>\n<p>Auwald unter Trockenstress<\/p>\n<p>Und dazu kommt: Die Gesamtniederschlagsmenge in Leipzig ist seit Jahren r\u00fcckl\u00e4ufig. Der Grundwasserspiegel ist gesunken und erholt sich kaum noch. Und der Auwald als gro\u00dfer Wasserspeicher f\u00e4llt praktisch aus, weil er noch immer mit Deichen von Elster, Nahle und Neuer Luppe abgeschottet ist.<\/p>\n<p>\u201eWeiterhin kommt hinzu, dass durch das Fehlen der nat\u00fcrlichen \u00dcberschwemmungen und mithin einer charakteristischen Auendynamik im Unterholz des Waldes der Bergahorn, der urspr\u00fcnglich nicht heimisch ist, dominiert und damit den charakteristischen Auwaldb\u00e4umen zus\u00e4tzlich das Leben schwermacht. Damit einher geht auch ein dramatischer Verlust an Biodiversit\u00e4t. Hinzu treten Pathogene und nichtheimische Tier- und Pflanzenarten\u201c, betonte Kasek in seiner Anfrage.<\/p>\n<p>Das alles ist nicht neu. Das wurde schon 2018\/2019, in den beiden D\u00fcrrejahren, wieder einmal deutlich. 2019 stellten dann die Gr\u00fcnen einen Antrag, endlich ein Konzept aufzustellen, wie der Leipziger Auwald wieder ans Wasser kommt. Beschlossen wurde das dann 2020 in einer Variante der Linksfraktion.<\/p>\n<p>Und eine Gefahr sieht Kasek, die sogar gewachsen ist: \u201eHinsichtlich des so dringend notwendigen Auenentwicklungskonzepts ist das Ineinandergreifen von unterschiedlichen Ebenen, da f\u00fcr die Gew\u00e4sser der ersten Ordnung bekanntlich der Freistaat zust\u00e4ndig ist, der in der aktuellen Legislaturperiode nicht hat erkennen lassen, dass er den in der letzten Legislaturperiode eingeschlagenen Weg weiterhin fortsetzen will, notwendig.<\/p>\n<p>Wir haben viel Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass es viele dr\u00e4ngende Fragen in herausfordernden Zeiten f\u00fcr die Stadt und Verwaltung gibt, gerade in Zeiten knapper Kassen.<\/p>\n<p>Aber der Erhalt des Auwaldes, als gr\u00fcne Lunge der Stadt und seiner vielf\u00e4ltigen Nutzung, sollte Priorit\u00e4t haben, zumal die Folgekosten eines Verlustes von Biodiversit\u00e4t und Baumbestand, weit jenseits dessen liegen, was an Mitteln jetzt aufzubringen w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p>Wir haben intensiv dran gearbeitet<\/p>\n<p>Vielleicht hat er aufgeatmet, als er zur letzten Ratsversammlung am 25. M\u00e4rz <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2029376&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">die Antwort aus dem Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser<\/a> bekam: Das Konzept ist tats\u00e4chlich endlich in der finalen \u00c4mterrunde angekommen.<\/p>\n<p>\u201eSeit den Beschl\u00fcssen der Ratsversammlung (<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=1015326&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">VI-DS-02029-DS-02<\/a> und <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=1016030&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">VII-A-00516-\u00c4A-02-NF-01<\/a>) wird intensiv an der Erstellung eines gesamtr\u00e4umlichen, integrierten Auenentwicklungskonzepts (AEK) gearbeitet\u201c, meldet das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser zum aktuellen Arbeitsstand f\u00fcr das Konzept. Ein erster Teil ist sogar schon seit 2024 fertig, wurde aber noch nicht ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>\u201eIm August 2024 wurde das Auenentwicklungskonzept f\u00fcr die Elster-Luppe-Aue (Nordwestaue) erfolgreich erarbeitet und im Fachausschuss Umwelt, Klima und Ordnung sowie den beteiligten Akteuren vorgestellt. Im zweiten Teilraum, der Elster-Plei\u00dfe-Aue (S\u00fcdaue), werden derzeit die L\u00f6sungsans\u00e4tze konkretisiert und f\u00fcr die hydraulische Modellierung durch die LTV vorbereitet, die f\u00fcr eine \u00dcberpr\u00fcfung der L\u00f6sungsans\u00e4tze bzw. ihrer Wirkr\u00e4ume erforderlich ist.<\/p>\n<p>Die Erarbeitung des Auenentwicklungskonzepts f\u00fcr die S\u00fcdaue erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Fachstellen des Landes, insbesondere mit der Landestalsperrenverwaltung, und mit Beteiligung von Akteuren aus Beh\u00f6rden, der Wissenschaft und den Umweltverb\u00e4nden. Die intensiven Abstimmungen legen die Grundlage f\u00fcr die sp\u00e4tere Umsetzung der erarbeiteten L\u00f6sungsans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Abh\u00e4ngig vom zeitlichen Abschluss der hydraulischen Modellierung soll das Konzept f\u00fcr die Elster-Plei\u00dfe-Aue (S\u00fcdaue) bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Daran ankn\u00fcpfend wird das Auenentwicklungskonzept f\u00fcr die Elster-Plei\u00dfe-Luppe-Aue (Gesamtaue) abgeschlossen und im Anschluss der Ratsversammlung zum Beschluss vorgelegt.\u201c<\/p>\n<p>Baubeginn wohl 2029<\/p>\n<p>Hei\u00dft im Klartext: Stadtrat und \u00d6ffentlichkeit bekommen das komplette Auenentwicklungskonzept erst 2027 zu Gesicht. Und da wird dann trotzdem noch nicht los- oder r\u00fcckgebaut, wie das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser mitteilt: \u201eDas Auenentwicklungskonzept bildet die Grundlage f\u00fcr den Pflege- und Entwicklungsplan des von den St\u00e4dten Leipzig und Schkeuditz beantragten Naturschutzgro\u00dfprojekts\u00a0 (<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2015383&amp;refresh=falsen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">VII-DS-09803<\/a>).\u201c<\/p>\n<p>Das hei\u00dft: Auch 2028 wird noch kein Eingriff in die Auenverdeichung gestartet. Das wird fr\u00fchestens 2029 der Fall sein, erkl\u00e4rt das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser: \u201eDer Pflege- und Entwicklungsplan ist das Ergebnis der ersten Projektphase (geplanter Abschluss: 2029) und Basis f\u00fcr die Umsetzung von Ma\u00dfnahmen in der daran anschlie\u00dfenden Projektphase II.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-490379\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/burgaue.jpg\" alt=\"Der Burgauenbach in der Nordwestaue. Foto: Ralf Julke\" width=\"1500\" height=\"1000\"  \/>Der Burgauenbach in der Nordwestaue. Foto: Ralf Julke<\/p>\n<p>Weiterarbeiten wird man derweil <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2023\/11\/lebendige-luppe-auenrevitalisierung-564759\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">im Gebiet des Burgauenbaches,<\/a> der in den letzten Jahren schon in wesentlichen Abschnitten revitalisiert wurde: \u201eIm Sinne einer weiteren Sofortma\u00dfnahme zur Auenrevitalisierung sollen bereits in der Planungsphase des Naturschutzgro\u00dfprojekts in der Burgaue zus\u00e4tzliche Rinnen und trockengefallene Altl\u00e4ufe an den Burgauenbach angeschlossen werden. Daneben sind die Entwicklung von Auengr\u00fcnland und die F\u00f6rderung der Stieleiche geplant sowie Pflegema\u00dfnahmen an den Lachengew\u00e4ssern.\u201c<\/p>\n<p>Und das Kommunikationskonzept?<\/p>\n<p>Wo aber steckt das dazugeh\u00f6rige\u00a0 Kommunikationskonzept gerade und wann bekommt man es zu sehen, wollte Kasek wissen.<\/p>\n<p>\u201eDas Auenkommunikationskonzept wurde im vergangenen Jahr final erarbeitet und zu Jahresbeginn Vertreterinnen und Vertretern der Umweltverb\u00e4nde und der Wissenschaft vorgestellt\u201c, erwiderte das Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser. \u201eDie Ergebnisse dieses Termins flie\u00dfen in die Informationsvorlage f\u00fcr den Stadtrat ein, die derzeit in Erarbeitung ist.\u201c<\/p>\n<p>Das klingt so ein bisschen nach Zielgerade. Und parallel passiert noch etwas, das j\u00fcngst <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/brennpunkt\/2026\/03\/motorboote-auf-dem-cospudener-see-grune-fraktion-erstaunliche-zustimmung-amt-umweltschutz-650441\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">bei der Diskussion um die Allgemeinverf\u00fcgung zum Cospudener See \u00f6ffentlich wurde<\/a>: Wenn der Auwald schon zu einem Naturschutzgro\u00dfprojekt wird, dann muss auch sein Status hochgestuft werden \u2013 vom Landschaftsschutzgebiet, das der Leipziger Auwald heute ist, zum Naturschutzgebiet, wo dann deutlich strengere Regeln gelten.<\/p>\n<p>Im Wortlaut aus dem Amt f\u00fcr Stadtgr\u00fcn und Gew\u00e4sser klingt das so: \u201eDie Schutzgebietsanpassungen f\u00fcr das NSG \u201aElster-Plei\u00dfe Auwald\u2018 werden gepr\u00fcft, sobald die Ma\u00dfnahmen des Auenentwicklungskonzepts S\u00fcdaue und der sich daraus ergebende Wirkungsraum hydraulisch modelliert und r\u00e4umlich abgegrenzt sind.\u201c<\/p>\n<p>Und zum s\u00fcdlichen Auwald geh\u00f6rt nun einmal auch der komplette S\u00fcdteil des Cospudener Sees. Aber f\u00fcr diese Neueinordnung des Schutzgebietes hat das ASG noch kein Zieldatum genannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich ist bei der Rettung des Leipziger Auwalds Eile angesagt. Jedes Jahr Trockenheit sch\u00e4digt die Baumbest\u00e4nde weiter. 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