{"id":921918,"date":"2026-04-05T00:57:33","date_gmt":"2026-04-05T00:57:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/921918\/"},"modified":"2026-04-05T00:57:33","modified_gmt":"2026-04-05T00:57:33","slug":"wahl-in-ungarn-wie-orbans-hochburgen-in-der-provinz-broeckeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/921918\/","title":{"rendered":"Wahl in Ungarn: Wie Orb\u00e1ns Hochburgen in der Provinz br\u00f6ckeln"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Wer kurz vor der Parlamentswahl wissen will, was in Ungarn in Bewegung geraten ist, sollte in die Provinz fahren. Nach Nagyk\u00f6lked zum Beispiel, im sattgr\u00fcnen \u00e4u\u00dfersten Westen des Landes. Dort weidet Sandor Mester seine Steppenrinder auf einem kleinen St\u00fcck Land. Stolze, wei\u00dfgraue Tiere, die ihre langen, geschwungenen H\u00f6rner in den Himmel recken.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Doch hinter dem kleinen Idyll auf der Wiese zeichnet sich eine dunkle Silhouette ab. Ein Gebirge, das die letzte Baumreihe \u00fcberragt. Bis zu vier Stockwerke hoch stapeln sich alte Autoreifen. F\u00fcnf Millionen sollen es sein, mit Lastwagen in aller Offenheit hierhergeschafft. Und passiert ist \u00fcber Jahre fast nichts. Denn der Mann, der f\u00fcr die illegale Deponie verantwortlich gilt, ist in der Regierungspartei Fidesz bestens vernetzt.<\/p>\n<p>Einmal geriet ein Reifenlager in Brand<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Es gibt viele dieser Beispiele in Ungarn, an denen ein \u00e4hnliches Bild zeichnen l\u00e4sst. Seien es die protzigen Anwesen von Orb\u00e1ns engstem Kreis oder j\u00fcngst der Skandal um die Batteriefabrik in der Kleinstadt G\u00f6d, in der Arbeiter \u00fcber lange Zeit giftigen Substanzen ausgesetzt waren, ohne dass etwas geschah.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">In 16 Jahren fast unbegrenzter Herrschaft hat Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n das Land tiefgreifend ver\u00e4ndert und eine neue Elite an die Macht gebracht, die sich zum Teil schamlos bereichern kann. Der vielleicht wichtigste Hebel im System ist denkbar einfach: die Kontrolle \u00fcber die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden. Wer sich loyal zur Macht verh\u00e4lt, braucht Konsequenzen nicht zu f\u00fcrchten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Der Aktivist Sandor Mester auf der Weide gegen\u00fcber der illegalen Deponie\" height=\"4335\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/der-aktivist-sandor-mester-auf.webp.webp\" width=\"6500\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Der Aktivist Sandor Mester auf der Weide gegen\u00fcber der illegalen DeponieHelena Lea Manhartsberger<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Mester, der Mann mit den Rindern, hatte in seinem Leben schon viele Jobs. Er hat auf \u00f6sterreichischen Baustellen gearbeitet und ist als Fernfahrer durch Europa getourt, bis er sich f\u00fcr seine Rente einen kleinen Hof in Nagyk\u00f6lked kaufen konnte, einem Dorf mit ein paar Dutzend alten Bauernkaten, die sich mit gro\u00dfen G\u00e4rten dahinter die Stra\u00dfe entlangziehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Vor langer Zeit war Mester einmal Feuerwehrmann. Da hatte er mitbekommen, wie ein Lager mit etwa tausend Reifen in Brand geriet. \u201eEs hat Tage gedauert, das zu l\u00f6schen\u201c, sagt er. Und dann sei er vor einigen Jahren nachts aufgewacht und habe sich vorgestellt, was passieren w\u00fcrde, wenn auf der illegalen Deponie neben seinen Rindern die Millionen Reifen Feuer fangen w\u00fcrden. Der pechschwarze Rauch w\u00e4re wohl Hunderte Kilometer weit zu sehen.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrger schrieben der Regierung \u2013 und blitzten ab<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">G\u00e1bor Vam\u00f3s und seine Frau Eva hatten da schon einige Zeit versucht, etwas gegen die st\u00e4ndig wachsende Deponie zu unternehmen. Die beiden haben die alte Bauernkate von G\u00e1bors Gro\u00dfeltern mit viel Herzblut restauriert und h\u00e4tten in dem kleinen Stra\u00dfendorf ihre Rente genie\u00dfen k\u00f6nnen. Als Orb\u00e1n 2010 mit fulminanter Zweidrittelmehrheit zur\u00fcck an die Macht gekommen war, hatte Gabor Vam\u00f3s genau wie Mester noch f\u00fcr den Fidesz gestimmt. Nur Eva war schon damals skeptisch. Danach klang die Begeisterung schnell ab. \u201eAber es gab niemanden, dem ich zugetraut h\u00e4tte, etwas zu ver\u00e4ndern\u201c, sagt Vam\u00f3s. Also gingen sie gar nicht mehr w\u00e4hlen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Doch dann seien immer mehr Lastwagen mit alten Reifen in den Ort gekommen. \u201eW\u00e4hrend der Pandemie hat es richtig angefangen\u201c, erz\u00e4hlt Vam\u00f3s unter der niedrigen Holzdecke in der gepflegten Stube, w\u00e4hrend seine Frau Holundersirup aus dem Garten in gro\u00dfen Flaschen serviert. Eva wirft nur etwas ins Gespr\u00e4ch ein, wenn G\u00e1bor, der in ruhigem Ton kaum ein Detail vergisst, nicht ganz pr\u00e4zise ist. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die drei schrieben also alle erdenklichen Verwaltungsstellen an, bis nach Budapest. Doch nichts passierte. Das Gel\u00e4nde der Deponie geh\u00f6rt eigentlich dem Heizkraftwerk des Komitats. Fr\u00fcher war dort einmal ein legaler Betrieb zur Gummiverarbeitung, doch der wurde l\u00e4ngst abgewickelt. Die beiden Herren stellten sich also selbst an das Rolltor zum Betrieb und fanden heraus, dass die Lastwagen mit Altreifen aus \u00d6sterreich, Slowenien und Kroatien kamen, wo man viel Geld f\u00fcr die \u201eEntsorgung\u201c bekommt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Lieferungen gingen an einen \u00c1d\u00e1m Benk\u0151. Dessen Bruder Tam\u00e1s war damals Staatssekret\u00e4r im Ministerpr\u00e4sidentenamt von Orb\u00e1n. \u00c1d\u00e1m Benk\u0151 sei oft selbst vor Ort gewesen, sagt Mester. \u201eUnd wir wissen von vier weiteren illegalen Reifendeponien, die seine Familie betreibt.\u201c<\/p>\n<p>Nach einer Blockade stoppen die illegalen Lieferungen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Dann geschah, was man in Orb\u00e1ns Ungarn \u00f6fter zu h\u00f6ren bekommt. \u201eWir waren bei der \u00f6rtlichen Polizei, aber die hat nichts unternommen\u201c, sagt Vam\u00f3s. \u201eDie haben gar keine Nachforschungen angestellt.\u201c Einer der Polizisten habe sogar mit Benk\u0151 telefoniert. \u201eKeine Frage nach einer Berechtigung, nach einem Mietvertrag f\u00fcr das Gel\u00e4nde oder irgendwas dergleichen.\u201c Als sie den Katastrophenschutz dazu brachten, die Deponie zu inspizieren, sei Benk\u0151 selbst gekommen und habe sie herzlich empfangen. \u201eDanach geschah wieder nichts.\u201c Bei der Staatsanwaltschaft liege seit vier Jahren ein Verfahren, und obwohl alle Tatsachen auf dem Tisch l\u00e4gen, dass dort illegal M\u00fcll entsorgt w\u00fcrde, gehe nichts vorw\u00e4rts. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Plakate von Magyar und dem lokalen Tisza-Kanditaten N\u00e1ndor Z. Horv\u00e1th in Nagyk\u00f6lked\" height=\"4335\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/plakate-von-magyar-und-dem.webp.webp\" width=\"6500\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Plakate von Magyar und dem lokalen Tisza-Kanditaten N\u00e1ndor Z. Horv\u00e1th in Nagyk\u00f6lkedHelena Lea Manhartsberger<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Einmal, erz\u00e4hlt Mester, sei er einem der Lkw gefolgt, bis es der Fahrer offenbar merkte und mit 90 Sachen durch die D\u00f6rfer raste. Pl\u00f6tzlich sei auch ein gro\u00dfer Gel\u00e4ndewagen hinter ihm aufgetaucht, der ihn beinahe von der Stra\u00dfe gedr\u00e4ngt habe. Irgendwann haben die Deponiegegner einfach versucht, die Einfahrt zu blockieren und das Tor zuzuschwei\u00dfen. \u201eVon da an wurden die Lieferungen offenbar zu den anderen Deponien verlagert\u201c, sagt Vam\u00f3s. Die Reifenberge blieben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Inzwischen gibt es in dem Dorf neue Bewegung. Und das hat vor allem mit dem Erscheinen von P\u00e9ter Magyar zu tun. \u201eSeit wir wieder eine Opposition haben, ist \u00fcberall Bewegung\u201c, sagt Mester und zieht ein breites Grinsen durch sein zerfurchtes Gesicht. Der Oppositionsf\u00fchrer hatte fr\u00fch erkannt, dass er die lange zerstrittenen Orb\u00e1n-Gegner nur einen kann, wenn er alle ideologischen Fragen au\u00dfen vor l\u00e4sst und sich allein auf den Alltagsfrust der Ungarn \u00fcber Korruption, Misswirtschaft und Straflosigkeit im Orb\u00e1n-Reich konzentriert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Seither gibt der Chef der Tisza-Partei den Sorgen der Menschen nicht nur eine Stimme, sondern liefert gleich noch die wirkm\u00e4chtigen Bilder dazu. Aus ganz Ungarn postet Magyar Fotos und Videos von heruntergekommenen Krankenh\u00e4usern, kaputten Schulen und F\u00e4llen wie der illegalen Deponie in Nagyk\u00f6lked.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Magyar kam schon mehrfach in die Gegend. Vor einigen Wochen war er sogar vor dem Tor der Deponie und ver\u00f6ffentlichte sp\u00e4ter ein Video mit Drohnenaufnahmen, auf denen die Dimensionen der schwarzen Reifenberge erst richtig fassbar werden. Seither berichtet auch die nationale Presse \u00fcber den Fall, und der riesige Reifenberg wurde zu einem der vielen kleinen Symbole daf\u00fcr, was in Ungarn schiefl\u00e4uft. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Vor wenigen Wochen stand Ungarns Oppositionsf\u00fchrer P\u00e9ter Magyar auch vor diesem Tor\" height=\"4335\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/vor-wenigen-wochen-stand.webp.webp\" width=\"6500\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Vor wenigen Wochen stand Ungarns Oppositionsf\u00fchrer P\u00e9ter Magyar auch vor diesem TorHelena Lea Manhartsberger<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Schon im vergangenen Herbst hatte die Regierung bemerkt, dass sie reagieren muss. Eine \u201eLex Nagyk\u00f6lked\u201c regelt inzwischen, dass die Reifen der Deponie mit \u00f6ffentlichen Geldern entsorgt werden sollen. Kurz darauf zeigte sich auch der \u00f6rtliche Fidesz-Abgeordnete Zsolt V. N\u00e9meth vor der Deponie, der bei der letzten Parlamentswahl in der Gegend noch 66 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Er verk\u00fcndete, dass der Abtransport der Reifen bald beginnen werde. F\u00fcr G\u00e1bor Vam\u00f3s ist das nur ein weiterer Beleg f\u00fcr die Mechanismen in Orb\u00e1ns Ungarn: \u201eWarum sollen wir Steuerzahler haften, nachdem eine Fidesz-Familie hier reich geworden ist?\u201c, fragt er. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die strukturelle \u00dcbermacht des Fidesz ist in Komitaten wie Vas, wo Orb\u00e1ns Partei lange \u00fcber 60 Prozent erhielt, nicht so leicht zu brechen. Seit Monaten tourt Oppositionsf\u00fchrer Magyar durch das Land und reiht einen Termin an den anderen, inzwischen sind es oft drei Auftritte an einem Tag. Denn Magyar f\u00fchrt zwar in fast allen Umfragen deutlich. Er wei\u00df aber auch, dass ihm die Euphorie seiner Anh\u00e4nger in Budapest wenig hilft, wenn er die Provinz nicht gewinnt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\"> In den 16 Jahren seiner Herrschaft mit Zweidrittelmehrheit hat der Fidesz das Wahlrecht immer weiter zu seinen Gunsten ver\u00e4ndert. 106 der 199 Mandate werden als Direktmandate mit einfacher Mehrheit vergeben. Die Wahlkreise sind so zugeschnitten, dass die l\u00e4ndlichen Gegenden deutlich mehr Gewicht bekommen als die st\u00e4dtischen Zentren. Und auch die Demoskopen wissen, dass Prognosen in den entlegenen Gegenden sehr schwierig sind. <\/p>\n<p>Nicht alle Aktivisten ergreifen Partei f\u00fcr Magyar<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Gerade deshalb sind regionale Ankn\u00fcpfungspunkte wie der Reifenberg von Nagyk\u00f6lked f\u00fcr Magyar besonders wichtig. Auch in der nahe gelegenen Kleinstadt K\u00f6rmend haben viele Menschen von der illegalen Deponie geh\u00f6rt, die noch dazu von der Landstra\u00dfe aus deutlich sichtbar ist und den Leuten in die Augen sticht. Als Magyar im Februar auf einer kleinen B\u00fchne vor dem alten Schloss des St\u00e4dtchens auftrat, kamen einige Hundert Menschen trotz eisigen Wetters. Selbst eingefleischte Orb\u00e1n-W\u00e4hler erz\u00e4hlen hier, dass es in ihrer Familie oder unter den Kollegen durchaus Leute gebe, die mit Magyar und seiner Tisza-Partei lieb\u00e4ugeln. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Sandor Mester macht aus seiner Unterst\u00fctung f\u00fcr Magyars Partei keinen Hehl.\" height=\"4335\" loading=\"lazy\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sandor-mester-macht-aus-seiner.webp.webp\" width=\"6500\" class=\"sm:w-content-sm w-full\" tabindex=\"0\"\/>Sandor Mester macht aus seiner Unterst\u00fctung f\u00fcr Magyars Partei keinen Hehl.Helena Lea Manhartsberger<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Trotzdem gibt es viele, die weiter an Orb\u00e1n glauben: Dass er Familie und Traditionen sch\u00fctze, das Land sicher gemacht und \u201evor den Migranten\u201c gesch\u00fctzt habe, all das h\u00f6rt man in vielen Gespr\u00e4chen. Und Korruption? Die gebe es doch anderswo auch. Je kleiner die D\u00f6rfer, desto schwieriger wird es ohnehin f\u00fcr die Opposition, zumal Orb\u00e1ns Partei Radio, Fernsehen und Lokalzeitungen weitgehend kontrolliert. Und immer h\u00e4ufiger ist der Vorwurf zu h\u00f6ren, der Fidesz setze Gruppen wie die Roma unter Druck, Orb\u00e1n zu w\u00e4hlen, oder kaufe schlicht deren Stimmen. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Auch in Nagyk\u00f6lked ist die Lage alles andere als eindeutig. Mester, der Mann mit seinen Rindern, ist Feuer und Flamme f\u00fcr Magyar und hat sich fr\u00fch in der lokalen Tisza-\u201eInsel\u201c engagiert. So werden jene Graswurzelstrukturen genannt, die Magyar \u00fcberall im Land ins Leben rief, um Strukturen in der tiefen Provinz aufzubauen. Im Dorf und vor seinem Hof hat Mester Plakate aufgeh\u00e4ngt, die Magyar gemeinsam mit dem \u00f6rtlichen Kandidaten zeigen. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Sein Mitstreiter Gabor Vam\u00f3s ist zur\u00fcckhaltender. Er habe sich \u00fcber den Besuch von P\u00e9ter Magyar bei der Reifendeponie sehr gefreut. \u201eAber die Sache sollte nicht zur Parteipolitik werden\u201c, meint er, die Worte w\u00e4gend. \u201eDas k\u00f6nnte uns sonst schaden.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-8b7c0cff=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Er wei\u00df, wovon er spricht. Anfangs h\u00e4tten sie viele Unterst\u00fctzer im Dorf gehabt, die anriefen, wenn wieder ein Lkw kam, und gegen die Deponie unterschrieben. \u201eAber dann meinten pl\u00f6tzlich einige, wir sollten nicht zu viel Aufsehen machen \u2013 man wolle doch den guten Ruf des Dorfes nicht gef\u00e4hrden!\u201c Und als sie einmal ein Logo der Tisza auf ein Flugblatt druckten, h\u00e4tten die Leute nach der Kirche gesagt, sie wollten mit Politik lieber nichts zu tun haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer kurz vor der Parlamentswahl wissen will, was in Ungarn in Bewegung geraten ist, sollte in die Provinz&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":921919,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,15,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-921918","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-news","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-topmeldungen","15":"tag-topnews","16":"tag-welt","17":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116349386866994954","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/921918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=921918"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/921918\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/921919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=921918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=921918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=921918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}