{"id":922054,"date":"2026-04-05T02:21:38","date_gmt":"2026-04-05T02:21:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/922054\/"},"modified":"2026-04-05T02:21:38","modified_gmt":"2026-04-05T02:21:38","slug":"h-264-lizenzen-preise-steigen-bis-aufs-45-fache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/922054\/","title":{"rendered":"H.264-Lizenzen: Preise steigen bis aufs 45-fache"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/H-264-licenses-Prices-increase-up-to-45-times-11245915.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Preisschock beim <a href=\" https:\/\/www.heise.de\/thema\/H.264\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">H.264-Videostandard<\/a>: Bis zu 4,5 Millionen US-Dollar pro Jahr k\u00f6nnen f\u00fcr nutzende Unternehmen k\u00fcnftig f\u00e4llig werden. Das neue Preismodell gilt f\u00fcr diejenigen, die Ende 2025 noch keinen Lizenzvertrag mit der zust\u00e4ndigen Lizenzagentur Via Licensing Alliance hatten. Wer zu diesem Zeitpunkt schon Geb\u00fchren nach dem alten, deutlich g\u00fcnstigeren Modell entrichtete, ist vom Preisanstieg nicht betroffen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der weitverbreitete Videostandard kommt vor allem beim Streaming zum Einsatz, liefert mit seiner effizienten Komprimierung hochwertige Videos mit geringen Bitraten. Sein neues Lizenzmodell unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Lizenznehmern: abonnement- oder werbefinanzierten Streaminganbietern, Social-Media-Plattformen, Cloud-Gaming-Anbietern, Anbietern f\u00fcr Kabel- oder Satelliten-TV und OTA-Anbietern (Over the air). Je nach Kategorie bemessen sich die neuen Geb\u00fchren dann nach jeweils eigenen Abstufungen.<\/p>\n<p>Je mehr Nutzer, desto teurer<\/p>\n<p>Bei den abofinanzierten oder auch Over-The-Top-Streaminganbietern (OTT) orientieren sich die neuen Geb\u00fchren etwa an der Anzahl zahlender Nutzer. Plattformen sind in der h\u00f6chsten Preisstufe Tier 1, wenn sie mindestens 100 Millionen zahlende Nutzer haben \u2013 dann werden f\u00fcr sie die vollen 4,5 Millionen Dollar Jahresgeb\u00fchr f\u00e4llig. In Tier 2 sind Plattformen mit 20 bis unter 100 Millionen zahlenden Nutzern, f\u00fcr sie werden 3,375 Millionen Dollar j\u00e4hrlich f\u00e4llig. In Tier 3 f\u00fcr 5 bis unter 20 Millionen Nutzer sind es 2,25 Millionen Dollar j\u00e4hrlich. Anbieter mit unter 5 Millionen Nutzern zahlen j\u00e4hrlich 100.000 US-Dollar \u2013 den Preis, der zuvor f\u00fcr alle Anbieter, unabh\u00e4ngig ihrer Gr\u00f6\u00dfe, galt.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/0\/5\/7\/7\/8\/1\/Bildschirmfoto_2026-04-04_um_13.30.32-d7cf1e3328d96c14.png\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"867\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1215 \/ 867; object-fit: cover;\" width=\"1215\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Via Licensing Alliance<\/p>\n<p>Hei\u00dft: Ein gro\u00dfer Player wie Netflix zahlt f\u00fcr H.264 k\u00fcnftig das 45-fache, vorausgesetzt er hatte Ende 2025 noch keinen Vertrag mit Via Licensing Alliance. Zu diesem Zeitpunkt wendete sich die Agentur nach eigenen Angaben auch an alle betroffenen Unternehmen mit der Aufforderung, einen Vertrag zu verhandeln, wie sie <a href=\"https:\/\/www.streamingmedia.com\/Articles\/ReadArticle.aspx?ArticleID=173935\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">dem Fachmagazin Streaming Media<\/a> mitteilte. Eine \u00f6ffentliche Bekanntmachung sah Via demnach nicht als notwendig an. Die jetzige Situation ist vor allem f\u00fcr kleine Unternehmen ein harter Schlag, die nicht rechtzeitig einen Vertrag verhandelt haben oder wom\u00f6glich gar nicht kontaktiert wurden.<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnlicher Schritt<\/p>\n<p>Die Lizenzgeb\u00fchren verg\u00fcten die zahlreichen Patentinhaber, deren Entwicklungen in den Standard mit eingeflossen sind. F\u00fcr Patente, die in Standards flie\u00dfen, gilt der Grundsatz, dass Lizenzen zu fairen, vern\u00fcnftigen und nichtdiskriminierenden Bedingungen (FRAND: fair, reasonable and non-discriminatory) anzubieten sind. Was genau darunter zu verstehen ist, ist aber nicht explizit festgelegt. Der US-Anwalt f\u00fcr Lizenzrecht Jim Harlan gab gegen\u00fcber Streaming Media eine Einsch\u00e4tzung der Situation ab, ob man die jetzige Preiserh\u00f6hung noch \u201efair and reasonable\u201c (fair und angemessen) im Sinne von FRAND bezeichnen kann. Wichtige Faktoren seien \u201evergleichbare Lizenzen auf dem Markt, die technische Bedeutung der verbleibenden Patente, die Frage, ob diese Patente weiterhin Kernmerkmale der Umsetzung abdecken, die verbleibende Laufzeit der Patente sowie die allgemeine St\u00e4rke und der Umfang des Portfolios im Vergleich zu fr\u00fcheren Lizenzierungsma\u00dfst\u00e4ben.\u201c<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Zwar sind viele Patente, die in einer H.264-Lizenz enthalten sind, mittlerweile abgelaufen. Doch der Standard ist mathematisch hochkomplex und wurde \u00fcber lange Zeit von etlichen verschiedenen Stellen weiterentwickelt. Einen schnellen Ersatz gibt es also nicht f\u00fcr H.264, welcher noch immer extrem verbreitet ist. Preise allein aufgrund der Tatsache zu erh\u00f6hen, dass ein Standard veraltet ist, sei so nicht \u00fcblich \u2013 es gebe keine vergleichbaren Beispiele. \u201eWas manchmal geschieht, ist eine Umstrukturierung der Lizenzmodelle oder eine Umverteilung der Lizenzgeb\u00fchren auf verschiedene Produkte oder Dienstleistungen\u201c, erkl\u00e4rt Harlan. Ein starker Preisanstieg gegen Ende des Lebenszyklus, der nicht durch die St\u00e4rke des Lizenzportfolios, die verbleibende Patentlaufzeit oder vergleichbare Lizenzen gest\u00fctzt wird, w\u00fcrde laut Harlan im Rahmen einer FRAND-Analyse eher einer genauen Pr\u00fcfung unterzogen. Er macht aber auch auf ein h\u00e4ufiges Missverst\u00e4ndnis aufmerksam: Dass die Patente f\u00fcr einen Standard abgelaufen sind, bedeutet nicht, dass daf\u00fcr keine Lizenzgeb\u00fchren mehr f\u00e4llig werden.<\/p>\n<p>Der regelrechte Patentdschungel hinter den Videostandards sorgt auch immer wieder f\u00fcr rechtliche Streitigkeiten. So mussten hierzulande die PC-Hersteller Acer und Asus den Verkauf ihrer Laptops einstellen, nachdem Nokia klagte. Der Netzwerkausr\u00fcster f\u00fchrt seit geraumer Zeit <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Prime-Video-und-Fire-TVs-Nokia-und-Amazon-einigen-sich-im-Patentstreit-10334240.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Patentstreitigkeiten gegen verschiedene Hardware-Hersteller<\/a>, um Lizenzgeb\u00fchren f\u00fcr seine Videotechnologien durchzusetzen. Es geht um das <a href=\"https:\/\/patents.google.com\/patent\/EP2375749\/en\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Patent EP2375749<\/a>. Aufgrund desselben Patents setzte Nokia 2024 bereits einen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Amazon-stoppt-Verkauf-der-meisten-Fire-TV-Sticks-in-Deutschland-9976432.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Verkaufsstopp gegen Amazons Fire-TV-Sticks<\/a> durch. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Prime-Video-und-Fire-TVs-Nokia-und-Amazon-einigen-sich-im-Patentstreit-10334240.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Im M\u00e4rz 2025 einigten sich beide Firmen<\/a>.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nen@heise.de\" title=\"Niklas Jan Engelking\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nen<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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