{"id":922102,"date":"2026-04-05T02:53:15","date_gmt":"2026-04-05T02:53:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/922102\/"},"modified":"2026-04-05T02:53:15","modified_gmt":"2026-04-05T02:53:15","slug":"milcherzeuger-weide-oder-nichts-eu-verordnung-bringt-bio-bauern-in-not","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/922102\/","title":{"rendered":"Milcherzeuger: Weide oder nichts? EU-Verordnung bringt Bio-Bauern in Not"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">Alles ist akkurat aufger\u00e4umt, im Offenstall ruhen sich einige der K\u00fche aus, die anderen fressen, einige mustern neugierig die Besucher. Der \u00d6ko-Milchviehbetrieb K\u00fcfner und Neiser in Bindlach nahe Bayreuth l\u00e4sst sich gut und gerne als Vorzeigehof bezeichnen. 160 Milchk\u00fche und viele weitere Jungtiere werden hier gehalten. Seit 1989 wirtschaftet der Betrieb \u00f6kologisch, war damals ein Pionier in der Region. \u00abUnd jetzt will man uns rauskicken\u00bb, sagt Markus K\u00fcfner.\u00a0\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-03\/spanien-schweinemastbetrieb-tierquaelerei-fleischexport-schinken\" data-ct-label=\"Spanischer Schweinemastbetrieb: Das Leid hinter dem Serrano-Schinken\" data-uuid=\"0ff4a737-124b-41f8-b86e-5d30db683d9f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Spanischer Schweinemastbetrieb:<br \/>\n                        Das Leid hinter dem Serrano-Schinken<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2026-03\/duengemittel-preissteigerung-landwirtschaft-gaspreise-energiekrise\" data-ct-label=\"D\u00fcngemittel: Wenn der Irankrieg auf dem deutschen Acker ankommt\" data-uuid=\"87892d13-2e9e-481b-b64c-6a0e1cc5231d\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        D\u00fcngemittel:<br \/>\n                        Wenn der Irankrieg auf dem deutschen Acker ankommt<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2026-03\/mette-frederiksen-daenemark-parlamentswahl-sozialdemokraten-groenland\" data-ct-label=\"Parlamentswahl in D\u00e4nem\u00e4rk: Weder Trump noch die Schweinefrage entscheiden diese Wahl\" data-uuid=\"3a641f8b-228d-4bb4-bb22-7fccf34dc521\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        Z+ (abopflichtiger Inhalt);<\/p>\n<p>    Parlamentswahl in D\u00e4nem\u00e4rk:<br \/>\n                        Weder Trump noch die Schweinefrage entscheiden diese Wahl<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Denn die EU-\u00d6koverordnung sieht vor, dass \u00d6kobetriebe ihren Pflanzenfressern \u2013 also Rindern, Schafen, Ziegen \u2013 Zugang zu einer Weide gew\u00e4hren m\u00fcssen. Das Weiden darf nur aus vor\u00fcbergehenden Gr\u00fcnden eingeschr\u00e4nkt werden.\n<\/p>\n<p>        Es trifft vor allem Betriebe in S\u00fcddeutschland        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Doch seine ganze Herde auf die Weide treiben und zum Melken wieder in den Stall holen? Das funktioniere nicht. Es gebe keine ausreichenden Fl\u00e4chen direkt am Hof, sagt der Landwirt. Es f\u00fchrt direkt eine Bahnstrecke vorbei, davor liegt eine Stra\u00dfe, unweit rauschen die Autos auf der A9 vorbei. \u00abDer Verkehr hier ist das gr\u00f6\u00dfte Problem.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">K\u00fcfner ist kein Einzelfall. Vor allem in S\u00fcddeutschland fehle der verlangte Weidezugang, hei\u00dft es bei der eigens gegr\u00fcndeten Interessengemeinschaft \u00abKein Zwang zur Weide\u00bb. Die Fl\u00e4chen vieler Betriebe in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/bayern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bayern<\/a> oder Baden-W\u00fcrttemberg seien zu weit weg von der Hofstelle, die St\u00e4lle l\u00e4gen oft direkt in Ortschaften. M\u00fcssen sie bald aufgeben?\n<\/p>\n<p>        Bauernverband: \u00ab\u00dcberzogen starre Auslegung\u00bb        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes haben bereits im Vorjahr \u00d6kobetriebe wegen der Vorgabe die Produktion von Biomilch eingestellt &#8211; etwa acht Prozent. Manche Betriebe hoffen demnach noch auf eine regional angepasste L\u00f6sung. Aber das Bild sei eindeutig, betont ein Sprecher: \u00abDie \u00fcberzogen starre Auslegung der Weidepflicht hat zu einem messbaren Verlust an \u00d6kobetrieben gef\u00fchrt.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Henrik Wendorff, \u00d6kobeauftragter des Verbandes, sagt: \u00abBleiben die Vorgaben so starr wie bisher, verharrt die Entwicklung in der \u00f6kologischen Milchviehhaltung bei einem Anteil im einstelligen Prozentbereich zum gesamten Milchviehbestand. Politisch fixierte Ziele mit einem Anteil von 25 oder gar 30 Prozent werden somit unerreichbar.\u00bb\n<\/p>\n<p>        Ministerium im Austausch mit der EU-Kommission        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium hei\u00dft es: \u00abEs kann und darf nicht sein, dass H\u00f6fe, die seit Jahren verantwortungsvoll und \u00f6kologisch wirtschaften und sich um L\u00f6sungen f\u00fcr ihre <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/tiere\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tiere<\/a> bem\u00fchen, am Ende gezwungen sind, aus der \u00d6koerzeugung auszusteigen.\u00bb Es bed\u00fcrfe \u00abpraxisnaher und fairer L\u00f6sungen, damit \u00d6koerzeugung in ganz Deutschland m\u00f6glich bleibt \u2013 f\u00fcr kleine wie gro\u00dfe H\u00f6fe, im Dorfkern wie im Au\u00dfenbereich\u00bb, teilt ein Sprecher mit.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Man stehe mit der Europ\u00e4ischen Kommission im intensiven Austausch. Die Kommission wolle in K\u00fcrze im Fragenkatalog zum \u00d6ko-Landbau eine Klarstellung ver\u00f6ffentlichen.\n<\/p>\n<p>        20 Prozent weniger Bio-Milch in Bayern?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter bef\u00fcrchtet, dass bei Durchsetzung der strengen Regelung allein in Bayern die Biomilch-Menge um 20 Prozent zur\u00fcckgehen wird. Man ben\u00f6tige eine Flexibilisierung, fordert Manfred Gilch aus dem Bundesvorstand. \u00abAuch wir pl\u00e4dieren f\u00fcr die Weide &#8211; da, wo es m\u00f6glich ist.\u00bb\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Alternativen w\u00e4ren, dass nur eine Tiergruppe auf der Weide steht, die anderen Zugang zu einem Freigel\u00e4nde haben. Tierwohl bedeute, dass das Tier selbst entscheide, ob es jeweils Au\u00dfen- oder Stallklima brauche. \u00abGerade im Sommer erleben wir, dass die Tiere oft den k\u00fchleren Stall bevorzugen.\u00bb Immerhin: Der Verband findet, es tut sich was; bei dem Thema sei \u00abviel in der Schwebe\u00bb.\u00a0\n<\/p>\n<p>        \u00abWir m\u00fcssen die Menschen ern\u00e4hren k\u00f6nnen\u00bb        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch Jens Keim von der Interessengemeinschaft sagt: \u00abDa ist Bewegung drin.\u00bb Es gehe f\u00fcr etliche Familienbetriebe um die Existenz. \u00abEs w\u00e4re fatal, wenn wir hier nicht eine L\u00f6sung hinbek\u00e4men.\u00bb Gerade angesichts der Weltlage werde das Thema Ern\u00e4hrungssicherheit und -souver\u00e4nit\u00e4t immer wichtiger, \u00abwir m\u00fcssen die Menschen ern\u00e4hren k\u00f6nnen\u00bb. Praxisferne Regelungen seien hier falsch.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Thomas Lang, Vorstand Landwirtschaft beim Bund \u00d6kologische Lebensmittelwirtschaft, betont, dass \u00abBio und Weidehaltung\u00bb zusammengeh\u00f6ren. In vielen Regionen seien \u00d6ko-Landwirtinnen und -Landwirte die Ersten gewesen, die ihre K\u00fche konsequent weiden lie\u00dfen. Der Verband fordert \u00abFlexibilit\u00e4t\u00bb und auch Planungssicherheit f\u00fcr die Betriebe.\n<\/p>\n<p>        Was ist der Bio-Grundgedanke?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Landwirte wie K\u00fcfner oder auch Jens Keim von der Interessengemeinschaft wollen zeigen, dass es den K\u00fchen im modernen, luftigen Stall auch gut geht. \u00abDie Tiere k\u00f6nnen sich frei bewegen\u00bb, erkl\u00e4rt K\u00fcfner. Sie bek\u00e4men Sonne und Regen ab, genau wie auf der Weide. Jedes Rind habe einen Fress- und Liegeplatz, von Fr\u00fchjahr bis Herbst gebe es frisch gem\u00e4htes Gras zum Fressen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Bio-Gedanke bedeute seit Jahrzehnten: kein Minerald\u00fcnger, kein Pflanzenschutz, mehr Platz f\u00fcr die Tiere. All das werde auf seinem Betrieb umgesetzt, sagt K\u00fcfner. \u00abUnd das ist auch bei Verbrauchern der Grundgedanke von Bio.\u00bb Er k\u00f6nne nicht verstehen, dass er nur wegen des Weidethemas wom\u00f6glich bald konventionell produzieren m\u00fcsse. Die \u00f6kologische Landwirtschaft sei fest verankert auf dem Betrieb und in seiner Familie.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Dazu k\u00e4me die momentane Preiskrise auf dem Markt f\u00fcr konventionelle Milch. W\u00fcrden viele Biobetriebe zur Umstellung gezwungen, bedeute das noch mehr Milch auf dem Markt.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260405-930-907206\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Alles ist akkurat aufger\u00e4umt, im Offenstall ruhen sich einige der K\u00fche aus, die anderen fressen, einige mustern neugierig&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":922103,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3933],"tags":[331,332,513,1634,772,5899,15198,548,663,158,3934,3935,13,201751,201750,14,15,201752,12,21136,1886],"class_list":["post-922102","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-auto","tag-baden-wuerttemberg","tag-bayern","tag-bayreuth","tag-bindlach","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-europe","tag-european-union","tag-headlines","tag-markus-kuefner","tag-milcherzeuger","tag-nachrichten","tag-news","tag-offenstall","tag-schlagzeilen","tag-sueddeutschland","tag-tiere"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116349842540222987","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/922102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=922102"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/922102\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/922103"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=922102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=922102"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=922102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}