{"id":92353,"date":"2025-05-07T19:21:14","date_gmt":"2025-05-07T19:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/92353\/"},"modified":"2025-05-07T19:21:14","modified_gmt":"2025-05-07T19:21:14","slug":"remix-der-romantik-sven-druehl-und-die-rueckkehr-der-landschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/92353\/","title":{"rendered":"Remix der Romantik: Sven Dr\u00fchl und die R\u00fcckkehr der Landschaft"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"metis-img-pixel\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/ad9927dfd71144b9b83d5518e5bbad29.gif\"\/><br \/>\nSven Dr\u00fchl bringt Landschaftsmalerei ins Jetzt \u2013 mit Gaming-\u00c4sthetik, Lack und Theorie. Das Museum Wiesbaden zeigt seinen konzeptuellen R\u00fcckblick.<\/p>\n<p><strong>Von Wiesbaden in die Welt, von den Alpen ins Digitale:<\/strong>\u00a0Was auf den ersten Blick aussieht wie klassische Landschaftskunst, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als hochkomplexe Konzeptarbeit. <strong>Sven Dr\u00fchl<\/strong>, K\u00fcnstler, Kunsthistoriker und einst Mathematiker, demontiert Sehgewohnheiten. Und zwar leise, konzentriert und mit bewundernswerter Konsequenz.<\/p>\n<blockquote class=\"eventblock\"><p>\nMuseum Wiesbaden, kurz gefasst<br \/>\n<strong>Ausstellung\u00a0<\/strong>\u2013\u00a0Sven Dr\u00fchl \u2013 Remix der Romantik<br \/>\n<strong>Wann:<\/strong>\u00a08. Mai bis 28. September 2025<br \/>\n<strong>Wo: <\/strong>Museum Wiesbaden \u2013 Hessisches Landesmuseum f\u00fcr Kunst und Natur, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Im <strong>Museum Wiesbaden<\/strong> zeigt er bis zum 28. September unter dem Titel<strong>\u00a0\u201eSven Dr\u00fchl \u2013 Remix der Romantik\u201c\u00a0<\/strong>eine Ausstellung, die Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen l\u00e4sst. Nicht laut, nicht plakativ \u2013 sondern so, wie Landschaft selbst oft funktioniert: als ruhiger Resonanzraum f\u00fcr Projektionen und Empfindungen.<\/p>\n<p>Kein Ort. Kein Mensch. Kein Zufall.<\/p>\n<p>Sven Dr\u00fchl malt Landschaften \u2013 aber er war noch nie mit einer Staffelei drau\u00dfen unterwegs. Er braucht keine echten Berge. Seine Bildwelten entstehen aus Gem\u00e4lden der Romantik, aus Vektordateien, aus alten Computerspiel-Hintergr\u00fcnden. Was in \u00d6l und Lack auf Leinwand erscheint, basiert auf Samples: visuelle Fragmente von <strong>Kaspar David Friedrich<\/strong>, <strong>Ferdinand Hodler<\/strong>, <strong>Janus la Cour<\/strong> oder aus digitalen Landschaftsgeneratoren. Dr\u00fchl komprimiert, kombiniert, codiert. Seine Bilder sind mehr Komposition als Reproduktion, mehr Idee als Idyll.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist die Abwesenheit von Menschen. Keine Staffage, keine Hirtenkinder, keine historischen Accessoires. <strong>Alles Narrative ist eliminiert<\/strong>. \u201eWenn eine Figur auftaucht, beginnt eine Geschichte\u201c, erkl\u00e4rt der K\u00fcnstler. \u201eUnd ich will keine Geschichte erz\u00e4hlen. Ich will Landschaft zeigen \u2013 und zwar pur.\u201c<\/p>\n<p>Die Technik als Haltung<\/p>\n<p>Seine bevorzugten Materialien sind Lack, \u00d6l und Silikon. Das klingt erst mal nach Baumarkt \u2013 doch was daraus entsteht, ist pr\u00e4zise konstruierte Malerei. Wochenlang maskiert, geschichtet, geschliffen. Die spiegelnden Oberfl\u00e4chen zwingen die Betrachtenden zur Interaktion: Man sieht sich selbst in der Landschaft. Die Realit\u00e4t kippt ins Bild, das Bild spiegelt Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Dr\u00fchls \u201eUndead\u201c-Serie \u2013 monochrome, fast bedrohliche Schwarzt\u00f6ne \u2013 wirken wie Landschaftsbilder aus einer Welt nach dem Licht. Andere Werke zitieren Vulkanausbr\u00fcche, aufgew\u00fchlte See, geologische Br\u00fcche \u2013 nicht als romantische Naturgewalt, sondern als Statement zu Klima, Transformation und Wahrnehmung. Dabei bleibt Dr\u00fchl subtil. Kein politisches Banner, sondern ein Kommentar durch Materialwahl, Ausschnitt und Kontext.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"534\" data-attachment-id=\"129005\" data-permalink=\"https:\/\/wiesbaden-lebt.de\/remix-der-romantik-sven-druehl-und-die-rueckkehr-der-landschaft\/sven-druehl-andreas-hennig\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/wiesbaden-lebt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Sven-Druehl-Andreas-Hennig.jpg?fit=1140%2C760&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1140,760\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Sven-Druehl-Andreas-Hennig\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/wiesbaden-lebt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Sven-Druehl-Andreas-Hennig.jpg?fit=300%2C200&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/wiesbaden-lebt.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Sven-Druehl-Andreas-Hennig.jpg?fit=800%2C534&amp;ssl=1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Sven-Druehl-Andreas-Hennig.jpg\" alt=\"Der K\u00fcnstler Sven Br\u00fchl im Dialog mit Journalisten und Museums-Direktor Dr. Andreas Henning. \u00a92025 Volker Watschounek\" class=\"wp-image-129005\"  \/>Der K\u00fcnstler Sven Br\u00fchl im Dialog mit Journalisten und Museums-Direktor Dr. Andreas Henning. \u00a92025 Volker Watschounek<\/p>\n<p>Kuratiertes Gespr\u00e4ch<\/p>\n<p>Die Ausstellung im Museum Wiesbaden ist mehr als eine Retrospektive. Es ist ein kuratierter Dialog. Neben Dr\u00fchls Werken h\u00e4ngen historische Landschaftsgem\u00e4lde des 19. Jahrhunderts \u2013 teils aus seiner eigenen Sammlung, teils aus dem Depot des Museums. <strong>Peter Forster<\/strong>, Kurator der Schau, hat bewusst nicht gegeneinander geh\u00e4ngt, sondern ineinander. Da trifft die Lackfl\u00e4che auf das fein gemalte Fjordbild. Da begegnet sich Gaming-Berg und romantische Wolkenstimmung.<\/p>\n<p>Oben in der st\u00e4ndigen Sammlung setzt sich der Dialog fort: Dort h\u00e4ngt ein weiteres Werk Dr\u00fchls \u2013 diesmal im Raum mit echten Alten Meistern. Die Linie f\u00fchrt sich fort, vom Zitat zur Referenz, vom Original zur Neuinterpretation.<\/p>\n<p>Remix statt Reproduktion<\/p>\n<p>Dr\u00fchl bezeichnet seine Arbeitsweise als \u201eBastard Pop\u201c. Eine Reminiszenz an die Musik der 1990er, in der DJ-K\u00fcnstler wie Girl Talk Songs von Kraftwerk mit Whitney Houston vermischten. Auch Dr\u00fchl mixt: Kaspar David Friedrichs Horizont trifft auf Hodlers Felsen, dazu die \u00c4ste aus einem Wolfgang-Tillmans-Foto. Es entstehen Werke wie \u201eCEF-BVR-EKSD\u201c \u2013 ein Akronym aus den Initialen der zitierten K\u00fcnstler. Die Titel sind Hinweise, keine Poesie. Kunsthistorische Spurensuche statt romantischer \u00dcberschwang.<\/p>\n<blockquote class=\"infoblock\"><p>\nZur Person Sven Dr\u00fchl<\/p>\n<p>Sven Dr\u00fchl (*1968 in Nassau\/Lahn) ist ein deutscher K\u00fcnstler und promovierter Kunstwissenschaftler. Er studierte Kunst und Mathematik in Essen und lehrte seit 1997 an verschiedenen Hochschulen, unter anderem in Frankfurt, Leipzig und Hangzhou. Dr\u00fchl arbeitet im Bereich konzeptueller Malerei: Er \u201eremixt\u201c Motive aus Kunstgeschichte und Gegenwart, verarbeitet sie in Serien, gro\u00dfformatigen Bildpanoramen, Neonarbeiten und seit 2019 auch in Bronze-Skulpturen. International ausgestellt \u2013 von den USA \u00fcber Asien bis Europa \u2013 ist sein Werk der Appropriation Art und seriellen Kunst verpflichtet. Wissenschaftlich publizierte Dr\u00fchl zahlreiche Themenb\u00e4nde des Kunstforum International und das K\u00fcnstlerkompendium Berlin.Status. 2005 promovierte er \u00fcber K\u00fcnstlerbilder im 20. Jahrhundert. Sven Dr\u00fchl lebt und arbeitet in Berlin und ist Mitglied im Deutschen K\u00fcnstlerbund.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>R\u00fcckkehr mit Perspektive<\/p>\n<p>F\u00fcr Dr\u00fchl ist die Ausstellung in Wiesbaden ein Heimspiel. In der N\u00e4he geboren, als Teenager ins Museum gegangen, jetzt zur\u00fcck als K\u00fcnstler. Und als jemand, der der Malerei zutraut, auch im 21. Jahrhundert noch etwas zu sagen zu haben \u2013 ohne sich anzubiedern.<\/p>\n<p>Landschaft als Genre ist f\u00fcr ihn nicht auserz\u00e4hlt. Im Gegenteil. Seine Werke zeigen, wie stark die Bilder der Romantik im kollektiven Ged\u00e4chtnis verankert sind \u2013 und wie viel Neues darin noch steckt, wenn man die Perspektive \u00e4ndert. Es ist ein Remix. Aber einer mit Haltung.<\/p>\n<p>Bild \u2013 Skulptur von Sven Dr\u00fchl \u00a92025 Volker Watschounek<\/p>\n<p>Weitere Nachrichten aus dem\u00a0<strong>Stadtteil Mitte <\/strong><a href=\"https:\/\/wiesbaden-lebt.de\/tag\/mitte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lesen Sie hier<\/a>.<\/p>\n<p>Mehr zum <strong>Museum Wiesbaden:<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/museum-wiesbaden.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">museum-wiesbaden.de<\/a>.<br \/>Mehr von <strong>Sven Br\u00fchl<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sven Dr\u00fchl bringt Landschaftsmalerei ins Jetzt \u2013 mit Gaming-\u00c4sthetik, Lack und Theorie. 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