{"id":925326,"date":"2026-04-06T12:11:15","date_gmt":"2026-04-06T12:11:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/925326\/"},"modified":"2026-04-06T12:11:15","modified_gmt":"2026-04-06T12:11:15","slug":"nach-angriff-in-hamburger-einkaufscenter-hamburger-wolf-wieder-ausgewildert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/925326\/","title":{"rendered":"Nach Angriff in Hamburger Einkaufscenter: Hamburger Wolf wieder ausgewildert"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach dem spektakul\u00e4ren Vorfall Ende M\u00e4rz in Hamburg ist der Wolf, der mehrfach in der Stadt gesichtet worden war und dabei eine Frau verletzt hatte, wieder ausgewildert worden. Am Abend des Ostersonntags wurde das Tier mit einem Sender ausgestattet und in die Freiheit entlassen. Seitdem wird es im Rahmen des europaweiten \u201eLIFE Wild Wolf\u201c-Projekts l\u00e4nder\u00fcbergreifend \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Beh\u00f6rde f\u00fcr Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) ist der Aufenthaltsort des Wolfs jederzeit nachvollziehbar. Sollte sich das Tier erneut Siedlungen n\u00e4hern, k\u00f6nnen J\u00e4ger kurzfristig eingreifen. Zum genauen Standort macht die Beh\u00f6rde aus Gr\u00fcnden des Tierschutzes keine Angaben. Die Auswilderung erfolgte demnach unter strengen Auflagen und gilt als Ma\u00dfnahme \u201eauf Bew\u00e4hrung\u201c.<\/p>\n<p>Der Entscheidung war eine intensive Pr\u00fcfung verschiedener Optionen vorausgegangen. Die BUKEA hatte nach eigenen Angaben bundes- und europaweit Expertinnen und Experten konsultiert. Eine dauerhafte Unterbringung in einem Wildgehege sei aus rechtlichen und praktischen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich gewesen, eine T\u00f6tung des Tieres habe ebenfalls nicht zur Debatte gestanden.<\/p>\n<p>Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne) sprach von einer \u201erechtssicheren L\u00f6sung\u201c, die sowohl die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung als auch das Tierwohl ber\u00fccksichtige. Durch die Besenderung sei gew\u00e4hrleistet, dass im Ernstfall unmittelbar reagiert werden k\u00f6nne, etwa wenn sich der Wolf erneut in Richtung bebauter Gebiete bewege.<\/p>\n<p>Der Wolf war zwischen dem 28. und 30. M\u00e4rz mehrfach im Hamburger Westen gesichtet worden. Nach Einsch\u00e4tzung der BUKEA wurde er in Klein Flottbek vermutlich durch einen \u00e4u\u00dferen Reiz \u2013 etwa ein Auto oder ein anderes Tier \u2013 in Stress versetzt und rannte daraufhin durch mehrere Stadtteile. Am 30. M\u00e4rz verirrte er sich in der Gro\u00dfen Bergstra\u00dfe in eine schmale Einkaufspassage, wo es zu dem Kontakt mit einer Passantin kam. Die Frau wurde verletzt, konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung jedoch wieder verlassen.<\/p>\n<p>Das \u201eLIFE Wild Wolf\u201c-Projekt, in dessen Rahmen das Tier weiter \u00fcberwacht wird, hat den langfristigen Erhalt der Wolfspopulationen in Europa zum Ziel. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Umgang mit kritischen Situationen in von Menschen gepr\u00e4gten Landschaften. Beh\u00f6rden sollen besser in die Lage versetzt werden, Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu l\u00f6sen und k\u00fcnftig zu vermeiden.<\/p>\n<p>Am Sonntagnachmittag hatten sich nach Veranstalterangaben rund 150 Tierfreunde bei einer Mahnwache am Hamburger Jungfernstieg f\u00fcr die Freilassung des Tieres eingesetzt. Beobachter sch\u00e4tzten die Zahl eher auf 100. Einige von ihnen brachten ihre Hunde mit, andere trugen Schilder mit der Aufschrift \u201eLasst ihn zur\u00fcck in seine Freiheit\u201c, \u201eIch bin keine Troph\u00e4e\u201c oder \u201eDer Wolf soll bleiben\u201c. Der Wolf war an der Stelle am vergangenen Montag von der Polizei aus der Binnenalster gefischt worden. <\/p>\n<p>Zeugenaussage s\u00e4t Zweifel<\/p>\n<p>Natursch\u00fctzer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe. Die Textilh\u00e4ndlerin mit eigenem Gesch\u00e4ft in der Passage sagte dem \u201eHamburger Abendblatt\u201c: \u201eEs sah eher so aus, als h\u00e4tte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht getroffen.\u201c Au\u00dferdem argumentieren die Natursch\u00fctzer: Es sei unwahrscheinlich, dass das Opfer bei einem Wolfsbiss h\u00e4tte lediglich ambulant im Universit\u00e4tsklinikum Eppendorf behandelt werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Sollte der Wolf tats\u00e4chlich zugebissen haben, w\u00e4re dies der erste derartige Angriff seit Jahrzehnten. \u201eEs gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998\u201c, hatte eine Sprecherin des Bundesamts f\u00fcr Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur gesagt. F\u00fcr Umweltsenatorin Fegebank ist das auch wichtig f\u00fcr die Bewertung, wie mit dem Wolf k\u00fcnftig umgegangen werden soll.<\/p>\n<p>Fegebank besorgt: \u201eTut er das wieder?\u201c<\/p>\n<p>\u201eEr hat das einmal getan, tut er das wieder?\u201c, hatte Fegebank am Dienstag gesagt. Vorstellbar sei eine Situation, in der der Wolf auf einen Schulhof oder in eine Kita hineinlaufe. \u201eDas ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen w\u00fcrde\u201c, sagte Fegebank. \u201eW\u00f6lfe sind Raubtiere.\u201c Aus ihrer Sicht gibt es nun drei Optionen: auswildern &#8211; mit der Gefahr, dass das Tier wieder in eine Stadt laufe &#8211; einschl\u00e4fern oder ihn in einen Wildpark bringen.<\/p>\n<p>Wolfsexperten wie Norman Stier von der TU Dresden oder der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Wildparks Schwarze Berge, Arne Vaubel, halten die Integration des Wolfs in ein Rudel in einem Wildpark f\u00fcr unm\u00f6glich. \u201eDa gibt es Erfahrungen von Hybridf\u00e4ngen aus der Anfangs-Wolfswiederbesiedlung aus der Lausitz, die auch in sehr gro\u00dfen Gehegen trotzdem qualvoll zugrunde gegangen sind\u201c, sagte Stier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach dem spektakul\u00e4ren Vorfall Ende M\u00e4rz in Hamburg ist der Wolf, der mehrfach in der Stadt gesichtet worden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":925327,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[2724,29,30,692,8923,45,1886,3367,14446],"class_list":["post-925326","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-altona","tag-deutschland","tag-germany","tag-hamburg","tag-lauterbach-joern","tag-texttospeech","tag-tiere","tag-tierschutz","tag-woelfe"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116357699034054596","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/925326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=925326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/925326\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/925327"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=925326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=925326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=925326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}