{"id":926494,"date":"2026-04-06T23:56:37","date_gmt":"2026-04-06T23:56:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/926494\/"},"modified":"2026-04-06T23:56:37","modified_gmt":"2026-04-06T23:56:37","slug":"wolf-nach-angriff-in-hamburg-auf-bewaehrung-ausgewildert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/926494\/","title":{"rendered":"Wolf nach Angriff in Hamburg &#8222;auf Bew\u00e4hrung&#8220; ausgewildert"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Der Wolf ist wieder frei. Knapp eine Woche nach dem Angriff auf eine Frau in einer Hamburger Einkaufspassage hat das Jungtier seine Gefangenschaft in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im nieders\u00e4chsischen Landkreis Schaumburg hinter sich gelassen. Der Wolf sei am Ostersonntag ausgewildert worden. Wo das Tier jetzt ist, sagt die Umweltbeh\u00f6rde &#8222;im Sinne des Tierschutzes&#8220; nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Wolf beginnt ein neues Leben<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">&#8222;Mit der Auswilderung beginnt f\u00fcr den Wolf nun ein neues Leben \u2013 hoffentlich abseits der Stadt in der Natur, wo er sich wohlf\u00fchlt&#8220;, sagt Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Gr\u00fcne). Sie stellt aber auch klar: &#8222;Es ist eine Auswilderung auf Bew\u00e4hrung.&#8220;<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">Denn der Wolf sei nun mit einem Sender ausgestattet und der Standort des Tieres den Beh\u00f6rden zu jeder Zeit bekannt. J\u00e4ger k\u00f6nnten somit im Zweifel unmittelbar eingreifen, wenn er sich beispielsweise wieder einer Siedlung n\u00e4here. Nach Beh\u00f6rdenangaben wird der Wolf im Rahmen des LIFE Wild Wolf-Projekts l\u00e4nder\u00fcbergreifend \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xSmxoRm05STd6MjR5bHpYS01HTVRMRGIvaE9yL1lMWmhZazQ4SVhxSWp4T0Z4ejBlZFAwM0FuSWRiUHRLOWJISHRSWmVSYWV2ZlFGOVlWV1FaTEp2YzNMUk5pYUxIQ0F6MDVCdTdaWHdPSGd5VVUyZmxpL2R6NWpmTnBneXJ2aUM\/260406-1546-urn-newsml-dpa-com-20090101-260406-935-1263323.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Nach Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 150 Menschen an der Mahnwache f\u00fcr den Wolf teil.\" data-glightbox=\"type: image; description: Nach Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 150 Menschen an der Mahnwache f\u00fcr den Wolf teil.  | \u00a9 Markus Klemm\/dpa \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/260406-1546-urn-newsml-dpa-com-20090101-260406-935-1263323.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Nach Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 150 Menschen an der Mahnwache f\u00fcr den Wolf teil. - \u00a9 Markus Klemm\/dpa\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Nach Angaben der Veranstalter nahmen bis zu 150 Menschen an der Mahnwache f\u00fcr den Wolf teil.<br \/>\n                                    | \u00a9 Markus Klemm\/dpa<\/p>\n<p>Ganz wohl war der Senatorin offensichtlich nicht<\/p>\n<p class=\"em_text\">So ganz wohl war der Senatorin zun\u00e4chst bei dem Gedanken offensichtlich nicht, den Wolf einfach wieder laufen zu lassen. So hatte sie bereits vergangene Woche gesagt: &#8222;Er hat das einmal getan, tut er das wieder?&#8220;. Vorstellbar sei eine Situation, in der der Wolf auf einen Schulhof oder in eine Kita hinein laufe. \u00abDas ist eine Situation, die ich mir nicht verzeihen w\u00fcrde\u00bb, sagte Fegebank.<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Zum Thema: <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/nachrichten\/wissenschaft\/24302659_Wolf-verletzt-Frau-in-Einkaufspassage-Tier-untergebracht.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wolf verletzt Frau in Einkaufspassage &#8211; Tier untergebracht<\/a><\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Was war \u00fcberhaupt passiert? Der Wolf war erstmals am letzten M\u00e4rzwochenende im Westen der Stadt gesichtet worden. Am folgenden Montagabend (30.3.) hatte er sich dann in eine kleine, wenige Meter breite Einkaufspassage an der Gro\u00dfen Bergstra\u00dfe im Stadtteil Altona-Altstadt verirrt und dort eine etwa 60 Jahre alte Frau verletzt. Anschlie\u00dfend rannte der Wolf mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schlie\u00dflich in die Binnenalster, wo ihn die Polizei einfangen und zun\u00e4chst in das Wildgehege Kl\u00f6vensteen bringen konnte.<\/p>\n<p>Beh\u00f6rde: Wolf hat Frau gebissen<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Nach Angaben der Umweltbeh\u00f6rde hatte der Wolf die Frau gebissen, als diese mutma\u00dflich auf das in der Passage gefangene und panische Tier zugegangen sei, um es durch die gl\u00e4sernen Automatikt\u00fcren nach drau\u00dfen zu lassen. Das Bundesamt f\u00fcr Naturschutz sprach danach vom ersten Angriff eines Wolfs gegen einen Menschen in Deutschland seit der Wiederansiedlung der Tiere 1998. Auch angesichts dieser Tragweite gab es f\u00fcr die Senatorin danach nicht nur die Option freilassen, sondern auch t\u00f6ten oder dauerhaft wegsperren.<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Das brachte aber umgehend Natursch\u00fctzer auf den Plan, die bezweifeln, dass der Wolf die Frau \u00fcberhaupt gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau nur angesprungen habe. Die Textilh\u00e4ndlerin mit eigenem Gesch\u00e4ft in der Passage sagte dem &#8222;Hamburger Abendblatt&#8220;: &#8222;Es sah eher so aus, als h\u00e4tte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht getroffen.&#8220; Au\u00dferdem argumentieren die Natursch\u00fctzer: Es sei unwahrscheinlich, dass das Opfer bei einem Wolfsbiss h\u00e4tte lediglich ambulant behandelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mahnwache f\u00fcr den Wolf am Ostersonntag<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Unterst\u00fctzer des Wolfs machten sich daher am Ostersonntagnachmittag bei einer Mahnwache an dem Ort f\u00fcr die Freilassung des Wolfs stark, an dem er eingefangen worden war. Nach Veranstalterangaben kamen bis zu 150 Tierfreunde, einige von ihnen brachten ihre Hunde mit, andere trugen Schilder mit der Aufschrift &#8222;Lasst ihn zur\u00fcck in seine Freiheit&#8220;, &#8222;Ich bin keine Troph\u00e4e&#8220; oder &#8222;Der Wolf soll bleiben&#8220;.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">&#8222;Mit der Auswilderung haben wir f\u00fcr diesen Wolf nun eine rechtssichere L\u00f6sung gefunden, die die Sicherheit der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und das Tierwohl ber\u00fccksichtigt&#8220;, sagt Fegebank. Vor einer Entscheidung seien mit Expertinnen und Experten s\u00e4mtliche Optionen abgewogen worden. Die Beh\u00f6rde erkl\u00e4rt, den Wolf zu t\u00f6ten, sei aus rechtlichen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich und eine Unterbringung in einem Wildgehege scheitere auch an praktischen Dingen &#8211; was zuvor auch schon mehrere Wolfexperten gesagt hatten.<\/p>\n<p>Schafz\u00fcchter emp\u00f6rt: Entscheidung politisch motiviertes Wegsehen<\/p>\n<p id=\"absatz12\" class=\"em_text\">Scharfe Kritik kommt dagegen vom F\u00f6rderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS). &#8222;Ein Wolf verletzt einen Menschen mitten in der Stadt \u2013 und die Antwort des Staates ist, ihn wieder freizulassen und zu beobachten&#8220;, sagt der FDS-Vorsitzende Wendelin Schm\u00fccker. Das sei kein verantwortungsvolles Wildtiermanagement, &#8222;das ist politisch motiviertes Wegsehen&#8220;.<\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"em_text\">Aus seiner Sicht w\u00e4re das T\u00f6ten des Wolfs rechtlich m\u00f6glich gewesen. Stattdessen werde sehenden Auges ein weiteres Risiko in Kauf genommen. Offenbar m\u00fcsse erst noch mehr passieren, bevor gehandelt werde. &#8222;Das ist gegen\u00fcber der Bev\u00f6lkerung nicht vermittelbar \u2013 und gegen\u00fcber den Tierhaltern schon lange nicht mehr.&#8220; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Wolf ist wieder frei. 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