{"id":928255,"date":"2026-04-07T17:48:14","date_gmt":"2026-04-07T17:48:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/928255\/"},"modified":"2026-04-07T17:48:14","modified_gmt":"2026-04-07T17:48:14","slug":"authentizitaetsoffensive-eu-gremien-verbannen-ki-bilder-aus-ihrer-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/928255\/","title":{"rendered":"Authentizit\u00e4tsoffensive: EU-Gremien verbannen KI-Bilder aus ihrer Kommunikation"},"content":{"rendered":"<p>Die Flure der Macht in Br\u00fcssel sollen weitgehend eine Algorithmen-freie Zone bleiben \u2013 zumindest, wenn es um die visuelle Au\u00dfendarstellung geht. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-Studie-Forscher-sehen-durch-Deepfakes-die-Demokratie-gefaehrdet-6224455.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">K\u00fcnstlich generierte Inhalte fluten l\u00e4ngst das Internet<\/a> und verwischen die Grenze zwischen Realit\u00e4t und Fiktion. Die drei Hauptinstitutionen der EU ziehen eine klare Trennlinie. Wie aus internen Richtlinien hervorgeht, haben die Kommission, das Parlament und der Ministerrat ihren Presseteams die Verwendung von vollst\u00e4ndig KI-generierten Videos und Bildern in der offiziellen Kommunikation untersagt.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Mit diesem Schritt wollen die EU-Gremien ein Statement f\u00fcr Authentizit\u00e4t abgeben. Sie sind \u00fcberzeugt, dass ihre Glaubw\u00fcrdigkeit untrennbar mit der Echtheit ihrer bildhaften Au\u00dfendarstellung verkn\u00fcpft ist. Ein Sprecher der EU-Kommission erl\u00e4uterte <a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/brussels-eu-ban-deepfakes-ai-generation-official-messages\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">im Gespr\u00e4ch mit Politico<\/a>, dass das f\u00fcr Journalisten und die \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung gestellte Material frei von KI-Inhalten bleibe. Ziel sei es, das Vertrauen der B\u00fcrger zu f\u00f6rdern, wobei Authentizit\u00e4t oberste Priorit\u00e4t genie\u00dfe. Technische Optimierungen etwa f\u00fcr eine verbesserte Bildqualit\u00e4t blieben aber unter strengen Auflagen zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Transatlantischer Kontrast und nationale Experimente<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Kurs steht im Kontrast zur Praxis in den USA. Dort geh\u00f6rt der Einsatz von KI-Tools schon zum Werkzeugkasten. US-Pr\u00e4sident Donald Trump nutzt regelm\u00e4\u00dfig generierte Inhalte, um seine Botschaften weiter zuzuspitzen. Die Palette reicht von bizarren Videos zu seinen Ambitionen im Gaza-Streifen bis zu KI-Bildern, die ihn im Papst-Gewand zeigen. F\u00fcr den US-Wahlkampf ist KI so <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/US-Vorwahlen-KI-generierter-Joe-Biden-raet-Waehlern-vom-Urnengang-ab-9605320.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zu einer Waffe geworden<\/a>, die Aufmerksamkeit um fast jeden Preis zu erzeugen sucht.<\/p>\n<p>Doch auch in Europa ist die Frontlinie nicht so geschlossen, wie es das Br\u00fcsseler Verbot vermuten l\u00e4sst. Nationale Regierungen experimentieren auch hier mit den neuen M\u00f6glichkeiten. In Deutschland etwa nutzt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Technologie f\u00fcr Bildungszwecke: In einem Instagram-Clip lie\u00df er eine tanzende Deepfake-Version seiner selbst auftreten, um vor Risiken der Technik zu warnen. In Ungarn setzte Premierminister Viktor Orb\u00e1n Deepfakes ein, um politische Gegner im nationalen Wahlkampf und in Br\u00fcssel zu attackieren.<\/p>\n<p>Stillstand oder notwendiger Schutz?<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Entscheidung der EU-Spitze finden nicht alle gut. Experten geben zu bedenken, dass ein Totalverzicht die Br\u00fcsseler Gremien in einer digitalen Welt ins Abseits bef\u00f6rdern k\u00f6nnte. In geopolitischen Krisen, in denen die Deutungshoheit im Netz oft innerhalb von Minuten entschieden werde, k\u00f6nne die EU durch ihren Verzicht auf moderne Werkzeuge gel\u00e4hmt wirken. Renout Van Zandycke, Berater f\u00fcr politische Kommunikation, hob in Politico hervor, das Risiko von Deepfakes d\u00fcrfe nicht dazu f\u00fchren, an der Kommunikationsfront in Schockstarre zu verfallen.<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/AI-Act-beschlossen-Zwischen-vertrauenswuerdiger-KI-und-dystopischen-Technologien-9653984.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">AI Act der EU<\/a> sieht nur vor, dass generierte Inhalte durch Wasserzeichen oder andere Hinweise transparent gemacht werden m\u00fcssen. Der OECD-Berater Walter Pasquarelli sieht in der neuen Auflage eine verpasste F\u00fchrungschance: Die Institutionen m\u00fcssten zeigen, wie transparente politische Kommunikation im KI-Zeitalter funktioniere.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:wpl@heise.de\" title=\"Werner Pluta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wpl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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