{"id":929315,"date":"2026-04-08T04:00:13","date_gmt":"2026-04-08T04:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/929315\/"},"modified":"2026-04-08T04:00:13","modified_gmt":"2026-04-08T04:00:13","slug":"immobilienflut-durch-boomer-kann-ich-mir-bald-eigentum-leisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/929315\/","title":{"rendered":"Immobilienflut durch Boomer: Kann ich mir bald Eigentum leisten?"},"content":{"rendered":"<p>Babyboomer k\u00f6nnten in den n\u00e4chsten zehn bis zwanzig Jahren den Immobilienmarkt mit ihrem Wohneigentum fluten. Denn: Die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge zwischen 1946 und 1964 besitzen viel im Freistaat: 29,8 Prozent aller Eigentumsimmobilien in Bayern sind nach Angaben der <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/leben-wissen\/mein-geld-finanzportal\/es-geht-um-millionen-haeuser-babyboomer-lassen-immobilienmarkt-beben-69b2b8a0ee2a063baa58413f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Immobilienplattform Jacasa in Babyboomer-Besitz<\/a> [externer Link, m\u00f6glicherweise Bezahlinhalt]. Bundesweit kommt Jacasa im sogenannten &#8222;Silver Tsunami Index&#8220; auf 32 Prozent.  Der Begriff &#8222;Silver Tsunami&#8220; wird f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen zwar genutzt, aber zugleich auch von Immobilienexperten kritisiert, da es sich nicht um den einen Schockmoment handele, sondern sich der Effekt \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum strecke.<\/p>\n<p>Mit zunehmendem Alter werden viele H\u00e4user und Wohnungen frei. Das k\u00f6nnte das Angebot auf dem Markt deutlich erh\u00f6hen, l\u00f6st aber auch Unbehagen aus, wie bei einer 29-j\u00e4hrigen Passantin in M\u00fcnchen: &#8222;Es ist interessant, wie sich das anh\u00f6rt, weil meine Eltern zu dieser Generation geh\u00f6ren, und man damit ein St\u00fcck weit auf das Ableben der eigenen Eltern wartet.&#8220;<\/p>\n<p>Eigentum in bayerischen St\u00e4dten: F\u00fcr viele kaum bezahlbar<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t auf dem Immobilienmarkt ist f\u00fcr junge Menschen ern\u00fcchternd. Hohe Preise und ein knappes Angebot pr\u00e4gen vor allem die gro\u00dfen St\u00e4dte. Viele haben das Gef\u00fchl, dass Wohneigentum beispielsweise in M\u00fcnchen kaum noch realistisch ist \u2013 insbesondere f\u00fcr Familien. &#8222;Wenn man sich hier in der Stadt was kaufen m\u00f6chte, das sind ja utopische Preise&#8220;, berichtet Lehrerin Bianca Schindler. Der 35-j\u00e4hrige Patrick Gressung erz\u00e4hlt, er und seine Partnerin w\u00fcrden beide in gesicherten Jobs arbeiten und trotzdem sei Eigentum in dem Viertel, in dem sie aktuell wohnen, nicht finanzierbar.   <\/p>\n<p>Eine andere Frau schildert, sie k\u00f6nne mittlerweile an einer Hand abz\u00e4hlen, wer in der Situation mit einem kleinen Kind noch in M\u00fcnchen wohnt. Trotzdem ist der Wunsch nach den eigenen vier W\u00e4nden da: Die 19-j\u00e4hrige Studentin Carlotta Keyserlingk sagt BR24, ein Traum sei es schon und sie denke auch dar\u00fcber nach, dass es ganz sch\u00f6n w\u00e4re, etwas Eigenes in der Landeshauptstadt zu haben. In M\u00fcnchen w\u00fcrde sie sehr gerne bleiben, dort sei sie auch aufgewachsen. <\/p>\n<p>Der gleichalte Gregor St\u00f6hr ist allerdings nicht zuversichtlich, dass das realistisch ist: &#8222;Wenn man sich vor allem in M\u00fcnchen mal die M\u00f6glichkeiten anguckt: schwer.&#8220; Dabei tr\u00e4umt auch er von Wohnraum, der ihm selbst geh\u00f6rt, den er selber gestalten kann, Unabh\u00e4ngigkeit von Vermietern.<\/p>\n<p>Experten d\u00e4mpfen Erwartungen<\/p>\n<p>Dass <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/war-der-wohnungskauf-fuer-babyboomer-wirklich-einfacher,V5ovys2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Immobilien der Babyboomer<\/a> die Preise in den St\u00e4dten deutlich senken werden, halten Fachleute f\u00fcr unwahrscheinlich. Der Wirtschaftswissenschaftler Michael Voigtl\u00e4nder vom Institut der deutschen Wirtschaft sieht zwar eine leichte Entspannung durch mehr Angebot, aber keinen Preiseinbruch. Die Nachfrage in St\u00e4dten wie M\u00fcnchen, N\u00fcrnberg oder Augsburg sei weiterhin so hoch, dass maximal mit einer Verlangsamung der Preissteigerung zu rechnen sei \u2013 wenn \u00fcberhaupt. <\/p>\n<p>Professor Tobias Just von der Stiftung f\u00fcr Immobilienwirtschaft IREBS an der Universit\u00e4t Regensburg ist etwas optimistischer: &#8222;Es ist davon auszugehen, zus\u00e4tzliches Angebot wirkt preisd\u00e4mpfend, vielleicht sogar preissenkend.&#8220; Seiner Ansicht nach wirkt der silberne Tsunami auf jeden Fall entspannend, weil er ein zus\u00e4tzlicher Effekt sei. Er rechnet vor, dass es sich um etwa vier bis f\u00fcnf Millionen Immobilien handele, die in den n\u00e4chsten zwei Jahrzehnten ver\u00e4u\u00dfert werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Viele Immobilien bleiben in der Familie<\/p>\n<p>Viele Objekte k\u00f6nnten allerdings gar nicht erst auf den freien Markt kommen. Stattdessen werden sie innerhalb der Familie vererbt. Einige junge Menschen bef\u00fcrchten deshalb, ohne entsprechende Kontakte kaum Chancen auf Eigentum zu haben, egal ob auf dem Land oder in der Stadt. <\/p>\n<p>Ann-Christin Krepp, Angestellte im Einkauf, vermutet: &#8222;Auch wenn es irgendwie interessant ist, ins L\u00e4ndliche zu ziehen, hat man eigentlich gar keine Chance, da irgendwie ranzukommen, weil alles \u00fcber Generationen hinweg weggegeben wird. Das Gleiche ist auch mit den Immobilien, die auch im st\u00e4dtischen Bereich frei werden und vielleicht auch wirklich preislich noch interessant sind, die werden alle unter der Hand weitergegeben.&#8220; Die 20-j\u00e4hrige Wirtschaftspsychologiestudentin Emma Lindhofer bef\u00fcrchtet au\u00dferdem, dass die Stadt viele Wohnungen abgreifen k\u00f6nnte, wenn die Babyboomer-Generation &#8222;das Zeitliche segnet&#8220;.<\/p>\n<p>Der Inhaber des Lehrstuhles f\u00fcr Immobilienwirtschaft Just berichtet allerdings von einer dynamischeren Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten. Kinder w\u00fcrden sehr h\u00e4ufig nicht mehr am selben Ort wie die Eltern wohnen und das bedeute: Sie werden die Immobilien nicht einfach neu bewohnen, weil sie ja nicht am selben Ort sind. Neben Vermietung h\u00e4lt er es deshalb f\u00fcr wahrscheinlich, dass m\u00f6glicherweise doch verkauft wird. Das durchschnittliche Erwerbsalter liegt laut dem Regensburger Wissenschaftler um die 40 Jahre. <\/p>\n<p>L\u00e4ndliche Regionen profitieren st\u00e4rker<\/p>\n<p>Just warnt aber auch: Der Effekt werde regional sehr unterschiedlich ausfallen. W\u00e4hrend in Ballungsr\u00e4umen der Einfluss gering bleibe, k\u00f6nnten l\u00e4ndliche Regionen st\u00e4rker profitieren. Wer flexibel ist, hat dort bessere Chancen auf g\u00fcnstigere Immobilien. Martin Voigtl\u00e4nder vom Institut f\u00fcr Deutsche Wirtschaft geht noch weiter und spricht von einer zunehmenden Spaltung zwischen Stadt und Land: &#8222;Meine Einsch\u00e4tzung ist, es gibt mehr Vererbungen auf dem Land, in l\u00e4ndlichen Regionen, und viele Menschen, auch junge Menschen, wollen aber eher in die St\u00e4dte ziehen. Das hei\u00dft, wir werden tendenziell ein gr\u00f6\u00dferes Angebot in l\u00e4ndlichen Regionen sehen und eine st\u00e4rkere Nachfrage in den St\u00e4dten mit entsprechenden weiteren Preisverschiebungen. Also auch das zahlt darauf ein, dass sich die Preisdifferenzen noch erweitern.&#8220;<\/p>\n<p>Traum vom Eigenheim lebt weiter, aber nicht mehr entscheidend<\/p>\n<p>Trotz aller Herausforderungen bleibt der Wunsch nach den eigenen vier W\u00e4nden bei vielen jungen Menschen bestehen. Auch in M\u00fcnchen geben sie die Hoffnung nicht auf \u2013 so wie B\u00e4ckereiverk\u00e4ufer Leonel Manana Veloso, der f\u00fcr seine Familie mit einj\u00e4hrigem Sohn auf ein Eigenheim spart. &#8222;Ich glaube, ich kann das schaffen&#8220;, sagt der 33-J\u00e4hrige. Gleichzeitig erz\u00e4hlt ein Passant, dass die Hemmschwelle in seinem Umfeld gesunken ist, weiter in Miete zu wohnen. Dadurch sei man flexibler, umzuziehen, was seiner Meinung nach ein gr\u00f6\u00dferes Bed\u00fcrfnis geworden sei, als zu kaufen. Auf den Silver-Tsunami-Effekt zu warten, dazu raten die Experten Just und Voigtl\u00e4nder jedenfalls nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Babyboomer k\u00f6nnten in den n\u00e4chsten zehn bis zwanzig Jahren den Immobilienmarkt mit ihrem Wohneigentum fluten. 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