{"id":929323,"date":"2026-04-08T04:04:16","date_gmt":"2026-04-08T04:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/929323\/"},"modified":"2026-04-08T04:04:16","modified_gmt":"2026-04-08T04:04:16","slug":"berlin-brandenburg-rueckkehr-nach-syrien-tv-koechin-mit-hoffnung-arzt-hat-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/929323\/","title":{"rendered":"Berlin &#038; Brandenburg: R\u00fcckkehr nach Syrien? TV-K\u00f6chin mit Hoffnung, Arzt hat Angst"},"content":{"rendered":"<p>Berlin &amp; BrandenburgR\u00fcckkehr nach Syrien? TV-K\u00f6chin mit Hoffnung, Arzt hat Angst<img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Malakeh-Jazmati-eine-aus-dem-arabischen-Fernsehen-bekannte-Koechin-steht-in-ihrem-Restaurant-in-Berl.webp\" alt=\"Malakeh-Jazmati-eine-aus-dem-arabischen-Fernsehen-bekannte-Koechin-steht-in-ihrem-Restaurant-in-Berlin\"\/>TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Beide fliehen 2015 aus Syrien und leben heute in Berlin. Die eine ist Gastronomin &#8211; der andere Oberarzt. Doch w\u00e4hrend die Unternehmerin f\u00fcr die Zukunft Syriens hofft, bangt der Arzt um seine Familie.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Berlin (dpa\/bb) &#8211; Malakeh Jazmati sitzt in ihrem Restaurant in Berlin-Sch\u00f6neberg. Hinter der 39-j\u00e4hrigen Syrerin liegen aufregende Tage. Der syrische \u00dcbergangspr\u00e4sident Ahmed al-Scharaa hatte erstmals Berlin besucht. Und Jazmati, die im arabischen Raum als TV-K\u00f6chin bekannt wurde, hat ihn im Hotel zum Essen mit selbst zubereiteten traditionellen syrischen Gerichten getroffen, berichtet sie.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Frauen in Syrien m\u00fcssen gest\u00e4rkt werden, habe Jazmati dem \u00dcbergangspr\u00e4sidenten gesagt. Al-Scharaa habe daraufhin mehrmals die patriarchale Struktur der syrischen Gesellschaft angesprochen. Der 43-J\u00e4hrige war fr\u00fcher Anf\u00fchrer der Islamistenmiliz HTS, die Ende 2024 den Langzeitherrscher Baschar al-Assad st\u00fcrzte. Gastronomin Jazmati m\u00f6chte die Ursachen des gesellschaftlichen Denkens gegen Frauen ver\u00e4ndern. Daher m\u00f6chte die K\u00f6chin eine Organisation in Syrien gr\u00fcnden, um Gleichberechtigung zu f\u00f6rdern und mehr Zug\u00e4nge zu Bildung zu verschaffen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">2015 kam die Syrerin als Gefl\u00fcchtete nach Deutschland. Zehn Jahre sp\u00e4ter nahm Angela Merkel im Restaurant von Jazmati Platz, als der Westdeutsche Rundfunk (WDR) dort eine Gespr\u00e4chsrunde produzierte. Es ging um eine Bilanz von Merkels vieldiskutiertem Satz: &#8222;Wir schaffen das.&#8220;<\/p>\n<p>R\u00fcckkehr? &#8222;Syrien braucht uns jetzt&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Als eine von mehr als 900.000 Syrern lebt die Unternehmerin in Deutschland. &#8222;Wir m\u00fcssen nach Syrien zur\u00fcckkehren, um unser Land wiederaufzubauen&#8220;, sagt sie. Ein Neustart sei vielen ihrer Landsleute bereits einmal in Deutschland gelungen. Sie ist in diesen Tagen bereits zum sechsten Mal nach Damaskus gereist, um mit Fortbildungen f\u00fcr Hotelpersonal beim Wiederaufbau zu helfen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nun brauche Syrien helfende H\u00e4nde. Doch noch k\u00f6nnten nicht alle gleichzeitig zur\u00fcckkehren, weil viele Teile des Landes weiterhin zerst\u00f6rt seien. Sonst m\u00fcssten sie in Zelten leben. &#8222;Wir m\u00fcssen Schritt f\u00fcr Schritt vorgehen.&#8220; Zudem seien Beamte, die in Ministerien bereits unter dem Assad-Regime gearbeitet haben, manchmal unkooperativ, sagt Jazmati. &#8222;Ich habe al-Scharaa gebeten, das zu unterbinden.&#8220; N\u00f6tig seien Investitionen gro\u00dfer Unternehmen, h\u00f6here Einkommen und weniger Preiserh\u00f6hungen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Sobald Syrien wiederaufgebaut sei, werden viele zur\u00fcckkehren wollen, ohne darum gebeten zu werden, sagt die geb\u00fcrtige Damaszenerin. Ihr Gesch\u00e4ft in Berlin laufe auch ohne ihre Anwesenheit und werde bestehen bleiben.<\/p>\n<p>Arzt: &#8222;Mein Vater wurde im Haus erschossen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr eine R\u00fcckkehr fehlt dem Berliner Neurologen Tameem Alhammoud in Syrien dagegen die Sicherheit, wie der deutsche Staatsb\u00fcrger klarmacht. Das Haus seiner Eltern sei zerst\u00f6rt. Alhammoud geh\u00f6rt zur drusischen Minderheit. Er habe mehrere Tage nicht schlafen k\u00f6nnen, nachdem sein 75 Jahre alter Vater im Juli 2025 von Regierungstruppen in seinem eigenen Haus mit einem Kopfschuss get\u00f6tet worden sei. Damals sei das Dorf Thaala, aus dem er kommt, gest\u00fcrmt worden. Es liegt in der mehrheitlich von Drusen bewohnten Provinz Suweida im S\u00fcden Syriens.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 kam es in Syrien immer wieder zu Gewaltwellen mit Hunderten Toten \u2013 betroffen waren Minderheiten wie Alawiten und Drusen. Anfang des Jahres gab es schwere K\u00e4mpfe zwischen Regierungstruppen und kurdisch dominierten Kr\u00e4ften. Fachleute warnen auch vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz &#8222;Islamischer Staat&#8220; (IS).<\/p>\n<p>Berliner Neurologe: &#8222;Deutsche und europ\u00e4ische Politik ist super naiv&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit Blick auf den \u00dcbergangspr\u00e4sidenten al-Scharaa sagt er: &#8222;Es kann nicht sein, dass ein Mann, der jahrelang Dschihadist war, der richtige Mann f\u00fcr den \u00dcbergang ist.&#8220; In seinen Augen ist die deutsche, amerikanische und europ\u00e4ische Politik naiv, weil sie zu stark auf eine Zentralregierung setze. Es mache ihn w\u00fctend, dass Menschenrechte und insbesondere die Rechte von Frauen dabei wenig Beachtung f\u00e4nden. Das seien Werte, f\u00fcr die Europa stehe und derentwegen viele Menschen dort Zuflucht suchten.<\/p>\n<p>Ist der \u00dcbergangspr\u00e4sident eine Chance oder ein Risiko?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Um die Zukunft von Minderheiten wie Drusen oder Kurden macht sich Unternehmerin Jazmati dagegen wenig Sorgen. Einige ihrer Verwandten in Syrien geh\u00f6rten der christlichen Minderheit an \u2013 andere der Bev\u00f6lkerungsmehrheit sunnitischer Muslime. Zu der geh\u00f6rt auch Jazmati selbst. &#8222;Unser Ziel muss sein, alle Probleme zwischen uns Syrern zu \u00fcberwinden. Syrien als Ganzes muss k\u00fcnftig an erster Stelle stehen.&#8220; Ruhig und sichtlich ger\u00fchrt ist die Syrerin, wenn sie \u00fcber ihre gr\u00f6\u00dfere Familie in Syrien spricht. &#8222;Es ist mehr als ein Traum, weil ich dachte, das Assad-Regime w\u00fcrde ewig bleiben. Jetzt ist alles einfach. Wenn ich sie vermisse, kann ich einfach hinfliegen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr den 39-j\u00e4hrigen Arzt ist es furchtbar, seine Familie nicht besuchen zu k\u00f6nnen. Seine Mutter, Schwestern und Nichten lebten noch in Syrien. Er k\u00f6nne sie lediglich finanziell unterst\u00fctzen. &#8222;Mit der Angst geht es ihnen schlecht.&#8220; Seine Nichte habe ihren Architektur-Studienplatz verloren, weil sie der Minderheit der Drusen angeh\u00f6re. Die allm\u00e4hliche Radikalisierung in Syrien sei besorgniserregend, sagt Alhammoud. Dadurch fehle auch die n\u00f6tige Sicherheit f\u00fcr Investoren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die R\u00fcckkehrdebatte h\u00e4lt Alhammoud f\u00fcr polemisch. Es gelte zwischen Straft\u00e4tern oder Islamisten und gef\u00e4hrdeten Minderheiten zu unterscheiden. Von den Drusen, die er in Berlin kenne, traue sich niemand zur\u00fcckzugehen. Vielmehr unterst\u00fctzen sie ihre Heimatprovinzen mit einem Verein aus Deutschland heraus. &#8222;Ich w\u00fcnsche mir, dass ich in Deutschland eine sichere Zukunft habe.&#8220; Und dazu geh\u00f6re eine Bek\u00e4mpfung von Radikalismus.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin &amp; BrandenburgR\u00fcckkehr nach Syrien? 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