{"id":929821,"date":"2026-04-08T08:50:15","date_gmt":"2026-04-08T08:50:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/929821\/"},"modified":"2026-04-08T08:50:15","modified_gmt":"2026-04-08T08:50:15","slug":"internationale-pressestimmen-zur-waffenruhe-zwischen-instabilitaet-und-rezession","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/929821\/","title":{"rendered":"Internationale Pressestimmen zur Waffenruhe: Zwischen Instabilit\u00e4t und Rezession"},"content":{"rendered":"<p>In der Nacht auf Mittwoch einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiw\u00f6chige Waffenruhe. So kommentiert die internationale Presse die Einigung.<\/p>\n<p>&#8222;Diese schwere Krise im Welthandel, die eine anhaltende extreme Instabilit\u00e4t in der Region zu verursachen droht und die Weltwirtschaft in eine Rezession treiben k\u00f6nnte, muss auf diplomatischem Weg \u00fcberwunden werden. (&#8230;)<\/p>\n<p>Welchen Preis mag Teheran daf\u00fcr verlangen? Geb\u00fchren f\u00fcr die Durchfahrt durch die Meerenge? Die Aufhebung internationaler Sanktionen? Sicherheitsgarantien f\u00fcr den Iran und die Zusage, k\u00fcnftigen amerikanischen und israelischen Aktionen entgegenzutreten? Oder all das und noch mehr?<\/p>\n<p>Es sollte kein Zweifel bestehen: Amerikas Verb\u00fcndete auf der ganzen Welt werden gezwungen sein, sich vor den Iranern zu dem\u00fctigen, weil die USA einen Krieg verloren haben, den diese Nationen abgelehnt hatten, zumindest anfangs. Es ist eine groteske, entsetzliche Situation \u2013 und schuld daran ist US-Pr\u00e4sident Donald Trump. (&#8230;)<\/p>\n<p>Nach seiner j\u00fcngsten wirren Fernsehansprache, die gr\u00f6\u00dftenteils darin bestand, alte Social-Media-Beitr\u00e4ge vorzulesen, ist dies der richtige Moment, um zu betonen, wie katastrophal Pr\u00e4sident Trumps Krieg war und weiterhin ist. Aus der &#8222;Operation Epic Fury&#8220; (Gewaltiger Zorn) ist die &#8222;Operation Epic Fail&#8220; (Gewaltiges Versagen) geworden.&#8220;<\/p>\n<ul>\n<li>The Irish Times (Dublin):<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8222;Pr\u00e4sident Donald Trump hat damit gedroht, dass die USA im Falle eines Scheiterns von Verhandlungen den Iran &#8222;zur\u00fcck in die Steinzeit&#8220; bombardieren und \u00d6lanlagen sowie &#8222;jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart treffen&#8220; werden. Seine \u00c4u\u00dferung, die zu Recht international kritisiert wurde, unter anderem von Irlands Regierungschef Miche\u00e1l Martin, stellt eine emp\u00f6rende Drohung dar, gegen das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht zu versto\u00dfen, insbesondere gegen die Genfer Konventionen. (&#8230;)<\/p>\n<p>&#8222;Das ist nicht unser Krieg&#8220; haben die westlichen Verb\u00fcndeten zu Recht erkl\u00e4rt. An einer Begleitschutzaktion f\u00fcr Schiffe und der R\u00e4umung von Minen in der Stra\u00dfe von Hormus wollen sie sich erst nach dem Ende der Feindseligkeiten beteiligen. Als Reaktion darauf hat Trump seine Schikanen gegen\u00fcber den Verb\u00fcndeten auf ein neues Niveau gehoben und gedroht, aus der NATO auszutreten, da sie sich geweigert habe, seinen Krieg zu unterst\u00fctzen. Seine R\u00fccksichtslosigkeit d\u00fcrfte die Mitgliedstaaten in ihrer \u00dcberzeugung st\u00e4rken, dass die USA unter Trump ein unzuverl\u00e4ssiger &#8211; und gef\u00e4hrlicher &#8211; Partner sind, und dass sie ihre Strategien k\u00fcnftig entsprechend ausrichten m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Dieser so seltsame Pr\u00e4sident (Donald Trump) verfolgt eine ganz klare Kommunikationsstrategie: die absurde Strategie des st\u00e4ndigen S\u00fcndenbocks. Diesen Trick kannten wir bereits aus der Wirtschaft, wo China, Europa und der Rest der Welt f\u00fcr die Schwierigkeiten der Vereinigten Staaten verantwortlich gemacht wurden. In den letzten Tagen wurden Frankreich, Spanien und auch das Vereinigte K\u00f6nigreich ununterbrochen von einem j\u00e4hzornigen Donald Trump ins Visier genommen.<\/p>\n<p>Im Fall der Stra\u00dfe von Hormus k\u00f6nnen die Europ\u00e4er leicht entgegnen, dass sie weder zu der iranischen Operation konsultiert noch daran beteiligt wurden. Sie tragen keinerlei Schuld an der Blockade dieser Durchfahrtsroute, die verheerende wirtschaftliche Folgen hat. (&#8230;) Sie sind keine blo\u00dfen Handlanger dessen, der sie Tag und Nacht beleidigt.<\/p>\n<p>Dennoch muss die NATO-Frage mit Fingerspitzengef\u00fchl behandelt werden. Washington hat den Finger auf den wunden Punkt gelegt: das Ungleichgewicht zwischen den Verteidigungsanstrengungen der Europ\u00e4er zur Verteidigung ihres eigenen Territoriums und denen der Vereinigten Staaten. Eine Neugewichtung findet derzeit in rasantem Tempo statt, doch der Alte Kontinent ist vorerst noch auf das Engagement von Uncle Sam angewiesen. Trump Widerstand leisten, ohne die Br\u00fccken nach Washington abzubrechen: ein kompliziertes, aber notwendiges Gleichgewicht.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sollen wir Europ\u00e4er nachgeben und (US-Pr\u00e4sident Donald) Trump helfen, um die Reste der NATO-Partnerschaft zu retten? Wohl eher nicht. (&#8230;) Dass er die europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten vor dem Angriff nicht konsultierte, lie\u00dfe sich noch akzeptieren. Ein gr\u00f6\u00dferes Problem ist, wie die Trump-Regierung nicht einmal versucht, vertrauensw\u00fcrdig die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Angriff zu erkl\u00e4ren oder seine Ziele zu definieren.<\/p>\n<p>Nicht dass keine Erkl\u00e4rungen genannt werden: Regimewechsel, Demokratisierung, Aufhalten des Atomprogramms und Einstellen der iranischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr radikale Gruppen in der Region. Doch die Art, wie die Operation durchgef\u00fchrt wird, f\u00fchrt zu keinem einzigen dieser Ergebnisse. In einigen F\u00e4llen wie der Liberalisierung des Regimes bewirkt sie sogar das Gegenteil. (&#8230;)<\/p>\n<p>Eine europ\u00e4ische Unterst\u00fctzung w\u00e4re ein Blankoscheck f\u00fcr einen unberechenbaren Partner. Europa kann in einen langen, teuren und riskanten Konflikt hineingezogen werden, auf dessen Verlauf und Ende es keinen Einfluss hat. (&#8230;) Trumps USA suchen keine Verb\u00fcndeten, sondern erzwingen Vasallengehorsam. Sie brauchen die europ\u00e4ischen Flugh\u00e4fen, Infrastruktur, Kriegsschiffe und vielleicht auch einen intensiveren milit\u00e4rischen Einsatz &#8211; aber einen Platz am Tisch, an dem \u00fcber Verlauf und Ziele der Aktion entschieden wird, bieten sie nicht an. (&#8230;)<\/p>\n<p>Und die bisherigen Erfahrungen mit Donald Trump zeigen, dass eine europ\u00e4ische Hilfe keine Vorbeugung gegen k\u00fcnftige transatlantische Verwerfungen ist. Der gegenw\u00e4rtige US-Pr\u00e4sident neigt dazu, jedes Nachgeben als Ausdruck der Schw\u00e4che wahrzunehmen und noch mehr zu verlangen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der Nacht auf Mittwoch einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiw\u00f6chige Waffenruhe. 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