{"id":930899,"date":"2026-04-08T18:44:19","date_gmt":"2026-04-08T18:44:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/930899\/"},"modified":"2026-04-08T18:44:19","modified_gmt":"2026-04-08T18:44:19","slug":"wir-duerfen-das-nicht-hinnehmen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/930899\/","title":{"rendered":"\u201eWir d\u00fcrfen das nicht hinnehmen\u201c \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Leipzig hat am Mittwoch zum f\u00fcnften Mal die Roma-Flagge gehisst. Am Internationalen Tag der Roma m\u00f6chte die Stadt damit ein Zeichen f\u00fcr Zusammenhalt setzen und auf die andauernde Diskriminierung von Roma und Sinti aufmerksam machen. In den Jahren 2023 und 2024 wurden in Sachsen jeweils knapp 150 antiziganistische Vorf\u00e4lle registriert.<\/p>\n<p>Die Zahlen, die w\u00e4hrend der Flaggenhissung auch von Martina M\u00fcnch genannt wurden, stammen aus dem Jahresbericht der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Sachsen. 2023 waren es 141 erfasste Vorf\u00e4lle; im Jahr darauf sieben mehr. Die B\u00fcrgermeisterin f\u00fcr Soziales, Gesundheit und Vielfalt sagte dazu: \u201eWir d\u00fcrfen das nicht hinnehmen.\u201c<\/p>\n<p>Die Roma-Flagge zu hissen, sei mittlerweile eine \u201ekleine Tradition geworden\u201c, sagte M\u00fcnch am Mittwoch vor dem Neuen Rathaus. \u201eDamit zeigen wir: Wir meinen es ernst, wir vergessen nicht.\u201c Selbstverst\u00e4ndlich sei das in Zeiten, in denen die Erinnerungskultur zunehmend unter Druck gerate, nicht mehr.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sintiroma1.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-653278\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sintiroma1-698x465.jpg\" alt=\"\" width=\"698\" height=\"465\"  \/><\/a>Vereinsvertreter Gjulner Sejdi und Vielfaltb\u00fcrgermeisterin Martina M\u00fcnch. Foto: Ren\u00e9 Loch<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/52a14ee286194c7fbb8199f89a243286.gif\" alt=\"\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2026\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/leben\/gesellschaft\/2026\/04\/1\"\/><\/p>\n<p>Laut dem <a href=\"https:\/\/romano-sumnal.de\/aktuelles\/mia-sachsen-jahresbericht-2023-2024-antiziganismus-bleibt-strukturelles-problem\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">im M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichten Jahresbericht<\/a> handelt es sich in mehr als 90 Prozent der antiziganistischen Vorf\u00e4lle um \u201eStereotypisierung\u201c. Das sind unter anderem Schmierereien sowie Reden und Plakate auf Versammlungen, teilweise mit Verwendung des Z-Wortes.<\/p>\n<p>Extreme Gewalt gegen 13-j\u00e4hrige Romni<\/p>\n<p>2024 hat die Meldestelle auch zwei F\u00e4lle \u201eextremer Gewalt\u201c registriert. Einen beschreibt sie so: \u201eEine Gruppe von vier M\u00e4dchen (14 bis 17 Jahre) \u00fcberf\u00e4llt eine 13-j\u00e4hrige geh\u00f6rlose Romni und zerrt sie in ein Abrisshaus. Dort wird das M\u00e4dchen gefesselt und \u00fcber mehrere Stunden festgehalten und mit einem Stock geschlagen und gefilmt. Das Opfer kann sich nach f\u00fcnf Stunden befreien und verletzt fliehen.\u201c Der Vorfall ereignete sich laut Medienberichten in Mei\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Meldestelle wurde vor vier Jahren durch den Leipziger Verein \u201eRomano Sumnal\u201c gegr\u00fcndet. Dessen Vorsitzender Gjulner Sejdi war bei der Flaggenhissung auch anwesend. Er zeigte sich von der Geste \u201eber\u00fchrt\u201c und sagte, dass solche Zeichen manchmal mehr bedeuten k\u00f6nnen als Worte. F\u00fcr musikalische Begleitung sorgten die Violinistin Alma Gr\u00f6ning und der Gitarrist Rodrigo Ruiz.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sintiroma3.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-653280\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/sintiroma3-698x465.jpg\" alt=\"\" width=\"698\" height=\"465\"  \/><\/a>Gjulner Sejdi h\u00e4lt vor Anwesenden eine kurze Rede. Foto: Ren\u00e9 Loch<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Veranstaltung f\u00fchrte die ehemalige Landtagsabgeordnete Petra \u010cagalj Sejdi, mittlerweile Sprecherin des Kreisvorstandes der Leipziger Gr\u00fcnen, circa 20 Interessierte durch die Innenstadt. Dort zeigte sie Orte mit einem historischen Bezug zu Sinti und Roma.<\/p>\n<p>Am Wilhelm-Leuschner-Platz sprach sie \u00fcber den Namensgeber, der einerseits Widerstand gegen die Nazis lieferte, andererseits als hessischer Innenminister den Weg f\u00fcr die Ermordung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus ebnete. Auch die Ethnologie der Universit\u00e4t spielte laut \u010cagalj Sejdi damals eine unr\u00fchmliche Rolle. Der Rundgang f\u00fchrte auch zum Schwanenteich, wo das Denkmal f\u00fcr die deportierten und ermordeten Sinti und Roma steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Leipzig hat am Mittwoch zum f\u00fcnften Mal die Roma-Flagge gehisst. 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