{"id":931360,"date":"2026-04-08T23:04:15","date_gmt":"2026-04-08T23:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/931360\/"},"modified":"2026-04-08T23:04:15","modified_gmt":"2026-04-08T23:04:15","slug":"koeln-biberach-neid-am-arbeitsplatz-wie-missgunst-das-team-belastet-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/931360\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln\/Biberach | Neid am Arbeitsplatz: Wie Missgunst das Team belastet"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln\/Biberach (dpa\/tmn) &#8211; Eine Kollegin erh\u00e4lt einen Sonderbonus, ein Teammitglied bekommt ein dickes Lob f\u00fcr ein gelungenes Projekt, der Abteilungsleiter wird Mitarbeiter des Monats: Nicht immer freuen sich in solchen Momenten alle im Team mit. Stattdessen kommen Neid und Missgunst auf. Doch warum ist das so &#8211; und wie l\u00e4sst sich damit umgehen?<\/p>\n<p>\u00abNeid entsteht durch den Vergleich\u00bb, sagt die Wirtschaftspsychologin Saskia B\u00fclow. Viele Besch\u00e4ftigte vergleichen sich st\u00e4ndig mit ihren Kolleginnen und Kollegen, insbesondere in Berufen mit hoher Konkurrenz. Dabei kann schnell das Gef\u00fchl entstehen, selbst gerne das zu haben, was ein anderer hat.<\/p>\n<p>Das allein ist noch kein Problem. \u00abNeid ist aber per se nichts Schlechtes\u00bb, sagt Ralf Winnen, der sich als Business-Coach unter anderem auf das Thema Emotionen spezialisiert hat. Neid sei auch kein Zeichen f\u00fcr einen schlechten Charakter. Entscheidend ist vielmehr, wie man mit diesem Gef\u00fchl umgeht.<\/p>\n<p>Die zwei Seiten des Neids<\/p>\n<p>Wer Neid im Job versp\u00fcrt, sollte Ralf Winnen zufolge in sich gehen und die Ursachen ausloten. Was genau l\u00f6st den Neid aus? Ist es die Aufmerksamkeit, die der andere genie\u00dft? Das Gehalt? Die Jobposition?<\/p>\n<p>Ist die Ursache klar, er\u00f6ffnet sich eine konstruktive Perspektive. Denn der Erfolg anderer kann auch als Ansporn dienen. \u00abDas ist die gutartige Seite des Neids\u00bb, so Winnen.<\/p>\n<p>Doch Neid kann auch kippen. Wenn der st\u00e4ndige Vergleich in Konkurrenzdenken \u00fcbergeht, werden Teammitglieder zu Rivalen. Etwa im Wettbewerb um Bef\u00f6rderungen oder die Gunst der F\u00fchrungskraft. \u00abIn einem solchen Fall wird der Erfolg des anderen als eigener Misserfolg gewertet\u00bb, so Saskia B\u00fclow.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung hat Folgen: Es entsteht Missgunst \u2013 die destruktive Seite des Neids. \u00abMan g\u00f6nnt es dem anderen nicht, versucht ihn auszubremsen und kleinzumachen\u00bb, beschreibt B\u00fclow typische Denk- und Verhaltensmuster. Das belastet nicht nur das Betriebsklima. \u00abAuch die Produktivit\u00e4t leidet\u00bb, so B\u00fclow.<\/p>\n<p>Woran man Missgunst im Team erkennt\u00a0<\/p>\n<p>Und wie zeigt sich Missgunst konkret im Arbeitsalltag? Nicht immer ist sie eindeutig zu erkennen, sagt Ralf Winnen. Dennoch gibt es typische Anzeichen daf\u00fcr, dass Menschen im Beruf um ihren Erfolg beneidet werden. Oft wollen ihnen andere dann schaden:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Sabotage: Informationen werden vorenthalten. Neiderinnen oder Neider halten sich zudem mit Unterst\u00fctzung. \u00abJemand, der immer geholfen hat, zieht sich zur\u00fcck\u00bb, so B\u00fclow.\u00a0<\/li>\n<li>Ausschluss: Unter Umst\u00e4nden werden Teammitglieder, die beneidet werden, bei Besprechungen ignoriert oder bei gemeinsamen Aktivit\u00e4ten wie Kaffeepausen oder Kantinenbesuchen ausgegrenzt.<\/li>\n<li>Feindseligkeit: Sticheleien, schnippische Bemerkungen oder unberechtigte Kritik nehmen zu. \u00abMissg\u00fcnstige k\u00f6nnen etwa auch Halbwahrheiten oder sogar L\u00fcgen \u00fcber eine Person verbreiten, um deren Ruf zu sch\u00e4digen\u00bb, so Winnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Welche Rolle das Arbeitsumfeld spielt<\/p>\n<p>Ob Neid in Missgunst umschl\u00e4gt, h\u00e4ngt aber nicht nur von Einzelpersonen ab. Das Umfeld spielt eine entscheidende Rolle. Manche Unternehmen oder Arbeitspl\u00e4tze f\u00f6rdern ein Klima der Missgunst geradezu. Das ist etwa der Fall, wenn es an Wertsch\u00e4tzung und Kommunikation mangelt oder Entscheidungen nicht transparent getroffen werden.<\/p>\n<p>Auch F\u00fchrungskr\u00e4fte, die nur \u00abSieger\u00bb f\u00f6rdern, verst\u00e4rken Konkurrenzdenken und beg\u00fcnstigen Konflikte im Team. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: der Eindruck von Bevorzugung. Wenn einzelne Mitarbeitende h\u00e4ufiger spannende Aufgaben erhalten oder mehr Kontakt zur F\u00fchrungskraft haben, kann das Unmut ausl\u00f6sen. \u00abWer nicht zu den Bevorzugten geh\u00f6rt, f\u00fchlt sich schnell benachteiligt\u00bb, so Wirtschaftspsychologin Saskia B\u00fclow.<\/p>\n<p>Was gegen Neid und Missgunst hilft<\/p>\n<p>In einer solchen von Neid gepr\u00e4gten Atmosph\u00e4re zu arbeiten, ist anstrengend. Doch was l\u00e4sst sich konkret tun, wenn Missgunst den Arbeitsalltag belastet? Was hilft Menschen, denen Kolleginnen und Kollegen aus Neid schaden wollen? Vier Schritte:<\/p>\n<ul class=\"list-normal\">\n<li>Lage beobachten: \u00abWichtig ist, dass diejenigen, die Neid und Missgunst erleben, erst einmal genau ihr Arbeitsumfeld beobachten\u00bb, sagt B\u00fclow. Handelt es sich um einen einmaligen Vorfall oder wiederholt sich das Verhalten? Einzelne Situationen sollten nicht \u00fcberbewertet werden.<\/li>\n<li>Fakten ansprechen: Zeigt sich jemand dauerhaft weniger hilfsbereit oder \u00e4u\u00dfert wiederholt unberechtigte Kritik, sollte das Gespr\u00e4ch gesucht werden. B\u00fclow r\u00e4t, sachlich und konstruktiv nach den Gr\u00fcnden f\u00fcr das Verhalten zu fragen und um ein gutes Miteinander zu bitten.\u00a0<\/li>\n<li>Grenzen setzen: Bleibt das Verhalten bestehen, ist es wichtig, klar zu reagieren. \u00abDabei dann auch unmissverst\u00e4ndlich Grenzen setzen und klare Regeln einfordern\u00bb, sagt Winnen.\u00a0<\/li>\n<li>F\u00fchrungskraft einbeziehen: Wenn die Situation die eigene Arbeit oder das Teamklima beeintr\u00e4chtigt, sollten Besch\u00e4ftigte die F\u00fchrungskraft einbeziehen. \u00abDann m\u00fcssen alle gemeinsam nach guten L\u00f6sungen suchen\u00bb, so Winnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcbrigens: In einer <a href=\"https:\/\/psycnet.apa.org\/record\/2019-11196-001\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Studie<\/a>, f\u00fcr die verschiedene Experimente im Unternehmermilieu durchgef\u00fchrt wurden, zeigte sich: Wer neben Erfolgen auch eigene R\u00fcckschl\u00e4ge oder Misserfolge offenlegt, kann missg\u00fcnstigen Neid deutlich abschw\u00e4chen. Dadurch wirken erfolgreiche Personen sympathischer und nahbarer, was negative Reaktionen reduziert und die Beziehung zu anderen verbessert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln\/Biberach (dpa\/tmn) &#8211; Eine Kollegin erh\u00e4lt einen Sonderbonus, ein Teammitglied bekommt ein dickes Lob f\u00fcr ein gelungenes Projekt,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":931361,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1828],"tags":[1140,630,4941,29,20875,7830,30,1710,1420,203484,203483,1209,13353,624,172190],"class_list":["post-931360","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-koeln","tag-arbeit","tag-beruf","tag-cjab","tag-deutschland","tag-emotionen","tag-erfolg","tag-germany","tag-karriere","tag-koeln","tag-missgunst","tag-neid","tag-nordrhein-westfalen","tag-psychologie","tag-ratgeber","tag-tmn0360"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116371591575452496","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/931360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=931360"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/931360\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/931361"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=931360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=931360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=931360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}