{"id":931429,"date":"2026-04-08T23:47:16","date_gmt":"2026-04-08T23:47:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/931429\/"},"modified":"2026-04-08T23:47:16","modified_gmt":"2026-04-08T23:47:16","slug":"washington-eskalation-gestoppt-daran-muss-sich-trump-nun-messen-lassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/931429\/","title":{"rendered":"Washington | Eskalation gestoppt: Daran muss sich Trump nun messen lassen"},"content":{"rendered":"<p>Washington (dpa) &#8211; Donald Trump hat die Stopptaste gedr\u00fcckt. Die Einigung auf eine zweiw\u00f6chige Waffenruhe im Iran-Krieg gibt diplomatischen Bem\u00fchungen wieder Raum. Der US-Pr\u00e4sident hat sich damit Zeit verschafft. Ein Ende seines au\u00dfenpolitischen Schlingerkurses, gar ein Ausweg auf dem Krieg mit dem Iran ist damit allerdings noch lange nicht sicher.<\/p>\n<p>Der au\u00dfen- und innenpolitische Druck auf den 79-J\u00e4hrigen war zuletzt von Tag zu Tag gestiegen &#8211; auch unter dem Eindruck schwacher Umfragewerte wenige Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen im November.\u00a0<\/p>\n<p>Die martialischen Drohungen Trumps kurz vor Ablauf seines Ultimatums &#8211; den Iran in die Steinzeit zu bomben und eine ganze Zivilisation untergehen zu lassen, wenn die \u00abverdammte\u00bb (fucking) Stra\u00dfe von Hormus nicht ge\u00f6ffnet werde &#8211; verst\u00e4rkten in den USA Rufe nach einer Absetzung des Pr\u00e4sidenten. Reihenweise forderten Demokraten ein Bekenntnis von Republikanern im Kongress und Trump-Getreuen im Kabinett, gegen den Pr\u00e4sidenten vorzugehen.<\/p>\n<p>Trump verkauft die Waffenruhe als Erfolg. Und was macht Israel? Nur Stunden nach der Vereinbarung begann die Armee, den S\u00fcden Libanons mit heftigen Angriffen zu \u00fcberziehen. Premier Benjamin Netanjahu betont, der Waffenstillstand beziehe sich nicht auf Israels Einsatz gegen die Hisbollah. Aus Protest dagegen erw\u00e4gt der Iran laut Nachrichtenagentur Fars bereits, die Feuerpause wieder aufzuk\u00fcndigen.<\/p>\n<p>Doch selbst wenn sie h\u00e4lt, gibt es f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten weiterhin zentrale Probleme, an deren L\u00f6sung er sich messen lassen muss:<\/p>\n<p>Irans hochangereichertes Uran<\/p>\n<p>Trump nannte diverse Kriegsziele &#8211; eines aber zog sich wie ein Mantra durch: \u00abSie werden nie eine Atomwaffe haben.\u00bb In den USA und auch international wurde daher im Laufe des Kriegs immer wieder eine Frage diskutiert: Was wird aus dem hochangereicherten Uran, das sich tief unter Irans Atomanlagen befinden soll?<\/p>\n<p>Bevor Israel und die USA im Juni vergangenen Jahres Luftangriffe auf den Iran flogen und dabei auch drei Atomanlagen bombardierten, verf\u00fcgte Teheran nach Angaben der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA) \u00fcber mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. F\u00fcr den Bau von Atomwaffen sind mehr als 90 Prozent n\u00f6tig. Nach Einsch\u00e4tzung von IAEA-Chef Rafael Grossi d\u00fcrfte sich das Uran haupts\u00e4chlich in unterirdischen Tunneln und Lagerst\u00e4tten in den Atomanlagen in Isfahan und Natans befinden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Trump d\u00fcrfte es schwer werden, den Ende Februar begonnenen Krieg als Erfolg zu verkaufen, falls es nicht gelingt, dieses Uran aus dem Iran zu schaffen. Dem US-Pr\u00e4sidenten scheint das bewusst zu sein: Am Morgen nach der Verk\u00fcndung der Waffenruhe schrieb er auf der Plattform Truth Social, dass die USA in Zusammenarbeit mit dem Iran das gesamte tief versch\u00fcttete Uran bergen und entfernen w\u00fcrden. Ob der Iran dazu tats\u00e4chlich bereit ist, blieb zun\u00e4chst aber v\u00f6llig unklar.<\/p>\n<p>Trump versicherte in seinem Post zudem: \u00abEs wird keine Urananreicherung geben\u00bb. Diese Aussage verdeutlicht, wie weit die \u00f6ffentlich vorgetragenen Positionen der USA und des Irans auseinanderliegen. Grundlage f\u00fcr die nun anstehenden Verhandlungen \u00fcber ein endg\u00fcltiges Abkommen zum Kriegsende ist laut Trumps Sprecherin Karoline Leavitt ein vom Iran vorgelegter Zehn-Punkte-Vorschlag. Darin beharrt der Iran der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge darauf, Uran anreichern zu d\u00fcrfen. Dass sich die USA und der Iran in dieser Angelegenheit einigen &#8211; geschweige denn innerhalb von zwei Wochen -, scheint aktuell h\u00f6chst fraglich.\u00a0<\/p>\n<p>Der \u00d6lpreis und die Stra\u00dfe von Hormus<\/p>\n<p>Doch der Schuh dr\u00fcckt auch bei einem anderen Problem: Die Energiepreise, die seit Kriegsbeginn nach oben geschossen sind. Wenn die Stra\u00dfe von Hormus nicht dauerhaft und frei befahrbar sein wird, d\u00fcrfte das weiterhin an den Tankstellen zu sp\u00fcren sein und den Kostendruck in vielen Branchen oben halten. Der Iran beh\u00e4lt sich weiterhin eine Kontrolle der f\u00fcr den Energietransport wichtigen Meerenge vor. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Denkfabrik Center for a New American Security, Richard Fontaine, verweist gegen\u00fcber der \u00abNew York Times\u00bb darauf, dass der Iran damit jetzt sogar in einer besseren Position sei als vor dem Krieg. Denn davor habe der Iran keine Kontrolle \u00fcber die Meerenge gehabt.<\/p>\n<p>Trump verwies auf \u00dcberlegungen, dass die Schifffahrt durch die Stra\u00dfe von Hormus gemeinsam von den USA und dem Iran abgesichert werden k\u00f6nnte. Wie genau er sich das vorstellt, blieb zun\u00e4chst offen.\u00a0<\/p>\n<p>Richard Meade von der Plattform Lloyd\u2019s List Intelligence, die auf Analysen und Daten zur Schifffahrt spezialisiert ist, \u00e4u\u00dferte im britischen \u00abGuardian\u00bb Zweifel, ob sich Reedereien \u00fcberhaupt dazu entscheiden w\u00fcrden, in der un\u00fcbersichtlichen und fragilen Lage ihre Schiffe z\u00fcgig die Meerenge passieren zu lassen. Solange Reedereien nicht Klarheit \u00fcber die Bedingungen f\u00fcr eine Durchfahrt h\u00e4tten, w\u00fcrden sie im Grunde abwarten.<\/p>\n<p>Auch andere Experten verweisen darauf, dass es l\u00e4nger dauern k\u00f6nnte, bis der Transport von \u00d6l durch die Meerenge wieder das Vorkriegsniveau erreichen k\u00f6nnte. F\u00fcr Trump, der immer wieder bekr\u00e4ftigt hat, dass es sich bei den gestiegenen Preisen um eine kurzfristige Entwicklung handelt, k\u00f6nnte das zum Problem werden. Viel Zeit bleibt ihm nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Washington (dpa) &#8211; Donald Trump hat die Stopptaste gedr\u00fcckt. 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