{"id":93270,"date":"2025-05-08T03:35:10","date_gmt":"2025-05-08T03:35:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93270\/"},"modified":"2025-05-08T03:35:10","modified_gmt":"2025-05-08T03:35:10","slug":"moskau-kiew-washington-doch-keine-feuerpause-ukraine-und-russland-melden-angriffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93270\/","title":{"rendered":"Moskau\/Kiew\/Washington | Doch keine Feuerpause? Ukraine und Russland melden Angriffe"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Moskau\/Kiew\/Washington (dpa) &#8211; Die von Kremlchef Wladimir Putin verk\u00fcndete Feuerpause vor dem Weltkriegsgedenken in Moskau scheint in der Nacht von russischer und ukrainischer Seite missachtet worden zu sein. Eigentlich sollten gem\u00e4\u00df Putins Ank\u00fcndigung ab Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ am Mittwoch) die Waffen schweigen. Doch auch danach meldete die ukrainische Luftwaffe weitere Lenkbomben-Abw\u00fcrfe russischer Flugzeuge \u00fcber der Region Sumy. Umgekehrt habe es im westrussischen Lipezk Drohnenalarm und n\u00e4chtliche Angriffe gegeben, teilte Gouverneur Igor Artamonow auf Telegram mit. Die Angaben beider Seiten lie\u00dfen sich nicht unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Putin wollte mit der dreit\u00e4gigen Feuerpause bis Samstag die Feiern zum Gedenken an den sowjetischen Sieg \u00fcber Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg vor 80 Jahren sch\u00fctzen. H\u00f6hepunkt der Festlichkeiten wird eine gro\u00dfe Milit\u00e4rparade in Moskau vor ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten am Freitag sein. Die Ukraine hatte den Vorsto\u00df des Kremlchefs aber zur\u00fcckgewiesen und erkl\u00e4rt, sie k\u00f6nne die Sicherheit der Besucher bei der Parade nicht garantieren.\u00a0<\/p>\n<p>Zwar wurde die deutsche Kapitulation am 7. Mai 1945 in Reims unterzeichnet und trat am 8. Mai in Kraft. Doch folgte in der Nacht darauf auf sowjetischen Wunsch eine zweite Unterzeichnung in Berlin-Karlshorst, weshalb Russland den 9. Mai als Tag des Sieges feiert.<\/p>\n<p>Ukraine will nicht 3, sondern 30 Tage Feuerpause<\/p>\n<p>In Kiew wird &#8211; \u00e4hnlich wie in Washington &#8211; Putins Angebot einer kurzen Feuerpause nicht als ernst gemeinter Einstieg in eine m\u00f6gliche Friedensregelung betrachtet. Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj bekr\u00e4ftigte den weitergehenden Vorschlag einer Waffenruhe von 30 Tagen. \u00abWir ziehen diesen Vorschlag nicht zur\u00fcck, der der Diplomatie eine Chance geben k\u00f6nnte\u00bb, sagte er in seiner Videobotschaft vom Mittwochabend.<\/p>\n<p>Die ukrainische Armee hatte zuletzt fast zwei Tage lang den zivilen Flugverkehr um die russische Hauptstadt Moskau mit Drohnenangriffen lahmgelegt. Dutzende Flugzeuge konnten aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht starten oder landen oder mussten auf andere Flugh\u00e4fen ausweichen. Nach Medienberichten waren etwa 60.000 Passagiere betroffen. Auch in der Nacht zu Donnerstag gab es Einschr\u00e4nkungen: Der Flughafen der Millionenstadt Nischni Nowgorod wurde vor\u00fcbergehend f\u00fcr Starts und Landungen gesperrt, wie die Luftfahrtbeh\u00f6rde Rosawiazija mitteilte.<\/p>\n<p>Russland hatte die Ukraine den ganzen Mittwoch \u00fcber mit Raketen und Drohnen angegriffen. In der Hauptstadt Kiew brach ein Brand aus, der zwei Menschen das Leben kostete. Bis zum Abend gab es der Luftwaffe zufolge auch Gleitbomben-Angriffe \u00fcber den Gebieten Donezk, Saporischschja und Dnipropetrowsk. Ob m\u00f6glicherweise die K\u00e4mpfe am Boden nachlassen, war in der Nacht unklar.<\/p>\n<p>Putin empf\u00e4ngt Chinas Staatschef Xi<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Moskau die letzten Vorbereitungen auf die gro\u00dfe Milit\u00e4rparade auf dem Roten Platz laufen, trifft sich Putin bereits mit ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten, die zu den Feierlichkeiten angereist sind. Am Donnerstag stehen bilaterale Gespr\u00e4che mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping an, dem wichtigsten Gast.<\/p>\n<p>Erwartet wird der Abschluss mehrerer Vertr\u00e4ge zwischen Russland und China, die einander als strategische Partner sehen. Nach Kreml-Angaben soll es um den Bau einer lange geplanten zweiten Leitung f\u00fcr Gasexporte nach China gehen. Energieminister Sergej Ziwiljow d\u00e4mpfte indes Erwartungen, dass es schon zu einer Einigung kommen k\u00f6nnte. Weitere Themen sind der Krieg in der Ukraine und die Wiederaufnahme von Gespr\u00e4chen zwischen Russland und den USA.<\/p>\n<p>Russland erwartet zum Tag des Sieges nach Kreml-Z\u00e4hlung 29 ausl\u00e4ndische Delegationen. Wegen Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine sind die fr\u00fcheren westlichen Alliierten nicht vertreten; die meisten G\u00e4ste kommen aus fr\u00fcheren Sowjetrepubliken oder sind B\u00fcndnispartner Russlands. Dazu z\u00e4hlen Staatschef Nicol\u00e1s Maduro aus Venezuela, Kubas Pr\u00e4sident Miguel D\u00edaz-Canel sowie der brasilianische Staatschef Luiz In\u00e1cio Lula da Silva und Pal\u00e4stinenserpr\u00e4sident Mahmud Abbas.<\/p>\n<p>USA unzufrieden mit Verlauf der Friedensbem\u00fchungen<\/p>\n<p>Die US-Regierung \u00e4u\u00dferte sich unzufrieden \u00fcber mangelnde Fortschritte bei ihren Friedensbem\u00fchungen und h\u00e4lt russische Vorbedingungen f\u00fcr \u00fcberzogen. \u00abDie Russen stellen im Moment eine Reihe von Forderungen\u00bb, sagte Vizepr\u00e4sident JD Vance bei einer Veranstaltung der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz in der US-Hauptstadt Washington. \u00abWir denken, dass sie zu viel verlangen.\u00bb Er trat f\u00fcr direkte Gespr\u00e4che zwischen Moskau und Kiew ein. \u00abWir kommen an einen Punkt, an dem einige Entscheidungen getroffen werden m\u00fcssen. Ich bin nicht zufrieden damit\u00bb, sagte auch Pr\u00e4sident Donald Trump.<\/p>\n<p>US-Beauftragter: Kiew schl\u00e4gt Pufferzone vor<\/p>\n<p>Trumps Ukraine-Sondergesandter Keith Kellogg berichtete unterdessen von angeblichen Vorschl\u00e4gen der ukrainischen Seite f\u00fcr einen Waffenstillstand &#8211; dazu geh\u00f6re eine entmilitarisierte Zone entlang der Front. Die Ukraine sei dazu bereit, die K\u00e4mpfe in den derzeitigen Positionen einzufrieren und eine 30 Kilometer breite Pufferzone einzurichten, sagte der Ex-General dem US-Sender Foxnews.\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorschlag sei, dass europ\u00e4ische L\u00e4nder wie etwa Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Deutschland den Luftraum westlich des Flusses Dnipro \u00fcberwachen sollten. Aus der Ukraine gab es f\u00fcr diese Angaben keine Best\u00e4tigung. In Moskau sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, Russland habe von den Amerikanern nichts zu einem solchen ukrainischen Vorschlag geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Parlament in Kiew stimmt \u00fcber Rohstoffabkommen ab<\/p>\n<p>In Kiew soll das Parlament \u00fcber das j\u00fcngst unterzeichnete Rohstoffabkommen mit den USA abstimmen. Die Partner planen einen gemeinsamen Investitionsfonds, der Geld f\u00fcr den Wiederaufbau des kriegszerst\u00f6rten Landes erwirtschaften soll. Daf\u00fcr bekommen die USA Zugang zu Bodensch\u00e4tzen in der Ukraine.\u00a0<\/p>\n<p>Selenskyj rief die Abgeordneten auf, dem lange umstrittenen Vertrag zuzustimmen. \u00abAmerikas strategische Vision ist es, neue Wirtschaftspartnerschaften zu bilden\u00bb, sagte er. \u00abDies wird der Verteidigung der Ukraine und unserer Verteidigungszusammenarbeit zugutekommen.\u00bb<\/p>\n<p>EU-Staaten arbeiten an neuem Sanktions-Paket<\/p>\n<p>In der EU wird wegen des anhaltenden Angriffskriegs ein 17. Paket mit Sanktionen gegen Russland vorbereitet. Nach dpa-Informationen diskutieren Vertreter der 27 Mitgliedstaaten seit Mitte dieser Woche \u00fcber neue Vorschl\u00e4ge der Europ\u00e4ischen Kommission, die eine weitere Versch\u00e4rfung des Vorgehens gegen die sogenannte russische Schattenflotte f\u00fcr den Transport von \u00d6l und \u00d6lprodukten vorsehen. Zudem ist geplant, Dutzende weitere Unternehmen zu bestrafen, die an der Umgehung von bestehenden Sanktionen beteiligt sind oder die russische R\u00fcstungsindustrie unterst\u00fctzen. Darunter sind neben russischen etwa auch t\u00fcrkische und chinesische Firmen.<\/p>\n<p>Erste Gespr\u00e4che \u00fcber die Sanktionsvorschl\u00e4ge auf politischer Spitzenebene k\u00f6nnte es bereits heute bei einem informellen EU-Au\u00dfenministertreffen in der polnischen Hauptstadt Warschau geben, zu dem auch der neue Bundesau\u00dfenminister Johann Wadephul (CDU) angereist ist. Im Idealfall sollen die neuen Sanktionen in knapp zwei Wochen bei einem regul\u00e4ren EU-Au\u00dfenministertreffen beschlossen werden. Das bislang letzte Paket der EU mit Russland-Sanktionen war im Februar beschlossen worden.<\/p>\n<p>Zum Abschluss des zweit\u00e4gigen Au\u00dfenminister-Treffens in Warschau soll es neben dem Krieg auch um die schwierigen Beziehungen der EU zur neuen US-Regierung gehen und ein Arbeitsessen mit Vertretern aus L\u00e4ndern geben, die EU-Beitrittskandidaten sind. Dazu geh\u00f6ren neben den Westbalkan-Staaten auch die Ukraine, deren westlicher Nachbar Moldau und die T\u00fcrkei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Moskau\/Kiew\/Washington (dpa) &#8211; Die von Kremlchef Wladimir Putin verk\u00fcndete Feuerpause vor dem Weltkriegsgedenken in Moskau scheint in der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":93271,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,227,13,8221,4046,14,15,4043,4044,850,307,12,317,64],"class_list":{"0":"post-93270","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-china","11":"tag-headlines","12":"tag-konflikte","13":"tag-krieg","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-russia","17":"tag-russian-federation","18":"tag-russische-foederation","19":"tag-russland","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-ukraine","22":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114470120613075669","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93270"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93270\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93271"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}