{"id":93374,"date":"2025-05-08T04:30:14","date_gmt":"2025-05-08T04:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93374\/"},"modified":"2025-05-08T04:30:14","modified_gmt":"2025-05-08T04:30:14","slug":"ausgestorben-geglaubte-heuschrecke-nach-40-jahren-wiederentdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93374\/","title":{"rendered":"Ausgestorben geglaubte Heuschrecke nach 40 Jahren wiederentdeckt"},"content":{"rendered":"<p>Ausgestorben geglaubte Heuschrecke nach 40 Jahren wiederentdeckt &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a class=\"show-for-sr\" href=\"#main\" id=\"top\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Lazarus-Effekt: Ausgestorben geglaubte Heuschrecke nach 40 Jahren wiederentdeckt<\/p>\n<p>Jahrzehntelang war kein Exemplar der Monte-Gordo-Heuschrecke mehr gesichtet worden. Dann stolpert ein Biologe zuf\u00e4llig auf den Kapverden \u00fcber den Grash\u00fcpfer. Die Freude ist\u00a0gro\u00df.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine braune Heuschrecke sitzt auf einem felsigen, r\u00f6tlichen Untergrund. Die Textur des Felsens ist rau und uneben, was die Tarnung des Insekts unterst\u00fctzt. Die Heuschrecke hat lange Antennen und ist seitlich zu sehen. Es gibt keinen Text im Bild und keine verlinkte URL.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/oo_1314973.jpeg\" title=\"Eine braune Heuschrecke sitzt auf einem felsigen, r\u00f6tlichen Untergrund. Die Textur des Felsens ist rau und uneben, was die Tarnung des Insekts unterst\u00fctzt. Die Heuschrecke hat lange Antennen und ist seitlich zu sehen. Es gibt keinen Text im Bild und keine verlinkte URL.\"\/><\/p>\n<p> Die extrem seltene Monte-Gordo-Heuschrecke (Eyprepocprifas insularis) lebt ausschlie\u00dflich auf der Insel S\u00e3o\u00a0Nicolau vor der Westk\u00fcste Afrikas. <\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt wohl zu den aufregendsten Momenten im Leben eines Biologen: eine Art wiederzuentdecken, die l\u00e4ngst als verloren und ausgestorben galt. Das ist dem niederl\u00e4ndischen Insektenforscher Rob\u00a0Felix und seiner Kollegin Annelies Jacobs im Urlaub auf den Kapverdischen Inseln vor der Westk\u00fcste Afrikas passiert. W\u00e4hrend einer Nachtwanderung auf S\u00e3o\u00a0Nicolau stolperten sie pl\u00f6tzlich \u00fcber eine Heuschrecke. Ihr einzigartiges Aussehen lie\u00df bei Felix direkt die Alarmglocken l\u00e4uten. Und tats\u00e4chlich: Es handelte sich um die extrem seltene Monte-Gordo-Heuschrecke (Eyprepocprifas insularis), die zuletzt im Jahr 1980 gesichtet und deshalb im Jahr 1996 f\u00fcr ausgestorben erkl\u00e4rt worden war. In den folgenden Tagen fanden Felix und Jacobs weitere Exemplare. \u00bbE.\u00a0insularis scheint schon sehr lange dort zu leben und hat den harten \u00f6kologischen Bedingungen widerstanden\u00ab, <a href=\"https:\/\/jor.pensoft.net\/article\/144016\/element\/8\/92921\/\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schreiben die Forscher in ihrer Arbeit, die im \u00bbJournal of Orthoptera Research\u00ab ver\u00f6ffentlicht wurde<\/a>. <\/p>\n<p>Wenn eine ausgestorbene Art wiederentdeckt wird, sprechen Biologen und Pal\u00e4ontologen auch vom Lazarus-Effekt: angelehnt an die biblische Erz\u00e4hlung, in der Jesus den toten Lazarus zum Leben erweckt. F\u00fcr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es mitunter schmerzhaft, zu dem Schluss zu kommen, dass eine Art f\u00fcr immer verloren ist. Daher erkl\u00e4ren sie eine Art, die mehr als zehn Jahre lang nicht offiziell gesichtet wird, manchmal einfach f\u00fcr vor\u00fcbergehend \u00bbverschollen\u00ab oder \u00bbvermisst\u00ab\u00a0\u2013 in der Hoffnung, dass sie irgendwann wiedergefunden wird\u00a0\u2013, anstatt sie ganz aufzugeben. Im Jahr 2023 f\u00fchrte diese Hoffnung zur Wiederentdeckung von Tieren wie dem <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/attenborough-langschnabeligel-nach-60-jahren-wiederentdeckt\/2197896\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Attenborough-Langschnabeligel (Zaglossus attenboroughi)<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/lexikon\/biologie\/goldmulle\/28873\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dem in S\u00fcdafrika lebenden De\u00a0Wintons Goldmull (Cryptochloris wintoni)<\/a> und der mehr als 60\u00a0Jahre lang verschollenen <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/microtus-bavaricus-bayerische-kurzohrmaus-wiederentdeckt\/2207349\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bayerischen Kurzohrmaus (Microtus bavaricus)<\/a>. <\/p>\n<p>Die auf der Insel S\u00e3o\u00a0Nicolau beheimatete Monte-Gordo-Heuschrecke ist ein \u00bblebendes Fossil\u00ab; das bedeutet, dass sie sich seit Millionen von Jahren nicht wesentlich weiterentwickelt und nur wenige oder keine lebenden Verwandten hat. Die Art ist kurzfl\u00fcgelig und damit flugunf\u00e4hig, was m\u00f6glicherweise eine Anpassung an die rauen Umweltbedingungen auf der Insel vulkanischen Ursprungs darstellt. Ihre nur auf die Insel beschr\u00e4nkte Verbreitung in Verbindung mit ihren einzigartigen physiologischen Merkmalen und dem Fehlen naher Verwandter macht die Art wertvoll f\u00fcr die evolutionsbiologische, die \u00f6kologische und die Biodiversit\u00e4tsforschung. <\/p>\n<p>Die Widerstandsf\u00e4higkeit von E.\u00a0insularis zeigt auch, dass die Art in der Lage ist, dem starken \u00f6kologischen Druck standzuhalten, dem die Inselwelt von Kap\u00a0Verde ausgesetzt ist. Die Tiere \u00fcberstehen Zeiten intensiver Trockenheit und starker Winde, die neue Arten vom afrikanischen Kontinent her\u00fcberwehen k\u00f6nnen. Wie sich die Heuschrecke in Verhalten, Stoffwechsel und Fortpflanzungs\u00f6kologie an diese Bedingungen angepasst hat, ist noch ungekl\u00e4rt. Rob\u00a0Felix und Annelies Jacobs pl\u00e4dieren daf\u00fcr, die Art in die Rote Liste aufzunehmen und ein langfristiges \u00dcberwachungsprogramm einzurichten, um die Populationsdynamik der Art zu verfolgen, Umweltbedrohungen zu beurteilen und die Wirksamkeit von Schutzma\u00dfnahmen zu bewerten. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Redakteurin f\u00fcr Physical Sciences und Biologie. <\/p>\n<ul class=\"columns kiosk__bar__categories medium-3 no-bullet small-12\">\n<li class=\"active kiosk__bar__category__digital\">Digitalausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__print\">Printausgaben <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__topseller\">Topseller <\/li>\n<li class=\"kiosk__bar__category__bundle show-for-medium\">Bundles<\/li>\n<\/ul>\n<p> Journal of Orthoptera Research 10.3897\/jor.34.144016, 2025 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1b8726fd47694301a041a99b35427a47.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ausgestorben geglaubte Heuschrecke nach 40 Jahren wiederentdeckt &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltLazarus-Effekt: Ausgestorben geglaubte Heuschrecke nach 40&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":93375,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[5252,10242,5199,29,30,38159,14463,38158,190,189,194,191,193,192],"class_list":{"0":"post-93374","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-artenschutz","9":"tag-biodiversitaet","10":"tag-biologie","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-heuschrecke","14":"tag-insekten","15":"tag-lazarus-effekt","16":"tag-science","17":"tag-science-technology","18":"tag-technik","19":"tag-technology","20":"tag-wissenschaft","21":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114470336845816739","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93374\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}