{"id":93379,"date":"2025-05-08T04:33:10","date_gmt":"2025-05-08T04:33:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93379\/"},"modified":"2025-05-08T04:33:10","modified_gmt":"2025-05-08T04:33:10","slug":"donald-trump-kurz-vor-merz-anruf-bei-trump-aendert-sich-die-stimmung-in-washington","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/93379\/","title":{"rendered":"Donald Trump: Kurz vor Merz\u2019 Anruf bei Trump \u00e4ndert sich die Stimmung in Washington"},"content":{"rendered":"<p>Merz will am Donnerstag erstmals den US-Pr\u00e4sidenten anrufen. Der Kanzler muss die Grundlage f\u00fcr eine funktionierende Beziehung zu Trump legen. Doch zuvor sorgt dessen Vize, J.D. Vance, mit \u00c4u\u00dferungen f\u00fcr Aufsehen, die auf einen Sinneswandel der USA gegen\u00fcber der Ukraine und Europa hindeuten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Als US-Vizepr\u00e4sident J.D. Vance am Mittwochmorgen das altehrw\u00fcrdige Willard Hotel, nur einen Katzensprung vom Wei\u00dfen Haus entfernt, betrat, war die Nervosit\u00e4t im Raum greifbar. Zur Tagung geladen hatte die M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, die transatlantische Entscheider in Washington zusammengetrommelt hat. Nach Vance\u2018 Schock-Rede auf der Konferenz in M\u00fcnchen im Februar konnte man damit rechnen, dass er seine Kritik an Europa bekr\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Auch Friedrich Merz wird den Auftritt mit Spannung verfolgt haben. Schlie\u00dflich will der Kanzler am Donnerstag mit Donald Trump telefonieren. Es wird das erste Gespr\u00e4ch der beiden sein, sie kennen sich nicht. F\u00fcr Merz steht bei diesem Telefonat viel auf dem Spiel: Es ist die einzige Gelegenheit, die Grundlage f\u00fcr eine gute Arbeitsbeziehung zu Trump zu legen \u2013 und das in einem bisher angespannten Klima zwischen Europa und den USA. <\/p>\n<p>Noch im Februar hatte der US-Vizepr\u00e4sident Europa attestiert, dass die Meinungsfreiheit \u201eauf dem R\u00fcckzug\u201c sei und dass es nichts gebe, \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/plus255443130\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/plus255443130&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">was Amerika f\u00fcr euch tun kann<\/a>\u201c, wenn man Angst vor den eigenen W\u00e4hlern habe.<\/p>\n<p>Am Mittwoch versuchte er, seine \u00c4u\u00dferungen wieder etwas einzufangen, was man vorsichtig als Signal eines Stimmungswandels im Wei\u00dfen Haus interpretieren kann. \u201eIch denke sehr wohl, dass die USA und Europa im selben Team sind\u201c. Es sei \u201ekomplett l\u00e4cherlich\u201c, zu denken, dass man beide auseinander dividieren k\u00f6nne, so Vance. Das hie\u00dfe aber nicht, dass man keine Meinungsverschiedenheiten haben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Fast schon kleinlaut hob Trumps Vize hervor, dass man \u201eein bisschen mehr Lastenverteilung\u201c bei der Verteidigung brauche. Au\u00dferdem sei man \u201eein bisschen zu bequem in der Sicherheitsarchitektur der vergangenen 20 Jahre geworden\u201c, so Vance. Das betreffe aber nicht nur Europa, sondern sei ein Ph\u00e4nomen \u201eauf beiden Seiten des Atlantiks\u201c. Das klang weit weniger absolutistisch und k\u00e4mpferisch als fr\u00fcher. Die Allianz m\u00fcsse sich weiterentwickeln, erkl\u00e4rte der Vizepr\u00e4sident. Aber man m\u00fcsse die gro\u00dfen Fragen \u201ezusammen\u201c diskutieren.<\/p>\n<p>Wolfgang Ischinger sieht Chancen f\u00fcr neue Beziehung zu Trump<\/p>\n<p>\u201eIch bin erleichtert\u201c, sagte Wolfgang Ischinger, der Pr\u00e4sident des Stiftungsrats der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, der das Interview mit Vance f\u00fchrte, im Nachgang. \u201eDer heutige Tag war eine Einladung an Europa, zusammen zu arbeiten\u201c. Das sei vor allem f\u00fcr Merz eine gute Nachricht. Vance\u2018 Worte \u201ebieten eine atmosph\u00e4rische Verbesserung f\u00fcr die neue deutsche Regierung\u201c, so der Ex-Diplomat. Der neue Kanzler habe die \u201egro\u00dfartige M\u00f6glichkeit, frei von bisherigen Problemen, eine neue Beziehung zu Donald Trump aufzubauen\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Mit Erleichterung kann Merz auch Vance\u2018 \u00c4u\u00dferung zur Ukraine wahrnehmen. Erstmals kritisierte der Vizepr\u00e4sident deutlich das Gebaren von Russlands Diktator Wladimir Putin. \u201eDie Russen fordern zu viel\u201c, sagte er mit Blick auf die Friedensverhandlungen.<\/p>\n<p>Damit ver\u00e4nderte sich die Haltung des Wei\u00dfen Hauses signifikant. Bisher hat Trump viel Zeit damit zugebracht, den Druck auf Kiew zu erh\u00f6hen, ohne Vergleichbares gegen\u00fcber Moskau zu tun. Stets hie\u00df es in Washington, dass es die Ukraine sei, die nicht gen\u00fcgend Verhandlungsbereitschaft zeige. Vance war die treibende Kraft hinter der rhetorischen Eskalation beim Besuchs Selenskyjs im Wei\u00dfen Haus Ende Februar.<\/p>\n<p>Die \u00c4u\u00dferungen von Trump und Vance deuten darauf hin, dass in Washington die Erkenntnis Einzug h\u00e4lt, dass es in Wahrheit die Russen sind, die nicht verhandeln wollen. \u201eDie Ukraine ist zu einer 30-t\u00e4gigen Waffenruhe bereit\u201c, sagte Vance. \u201eWir sch\u00e4tzen das\u201c. Man sehe, dass Russland dazu nicht bereit ist.<\/p>\n<p>Damit bekr\u00e4ftigte er Trumps j\u00fcngste Aussagen, die darauf hindeuten, dass Washington die Geduld mit Putin ausgeht. Nach seinem Treffen mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj in Rom fragte Trump auf Truth Social, ob Putin ihn hinhalte und \u00fcberhaupt einen Frieden wolle. <\/p>\n<p>Bei den versammelten transatlantischen Funktionstr\u00e4gern war das kollektive Aufatmen sp\u00fcrbar. \u201eIch war mit allem, was er sagte, zufrieden\u201c, sagte sogar die ehemalige demokratische Sprecherin des Repr\u00e4sentantenhauses und st\u00e4ndige Kritikerin der Trump-Regierung, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article254439426\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article254439426&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nancy Pelosi<\/a>.<\/p>\n<p>Auch Ischinger attestierte der US-Regierung einen vorsichtigen Sinneswandel. \u201eWashington bewegt sich langsam in die Richtung, in der sie den Russen sagt, dass die westliche und amerikanische Geduld endlich ist\u201c, sagte er. F\u00fcr Friedrich Merz ist das eine willkommene Positionsverschiebung.<\/p>\n<p>Der US-Pr\u00e4sident Donald Trump habe seine \u201evolle Unterst\u00fctzung\u201c, wenn es darum gehe, \u201eein Ende des Krieges herbeizuf\u00fchren und das T\u00f6ten in der Ukraine zu beenden\u201c, sagte Merz am Mittwoch bei seinem Antrittsbesuch bei Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron. Oberste Priorit\u00e4t des Kanzlers wird sein, dass Trump der Ukraine keinen Diktatfrieden aufzwingt \u2013 und Europa im Prozess miteinbezieht. Die j\u00fcngsten T\u00f6ne aus Washington sind ein leichter Hoffnungsschimmer, dass beides etwas wahrscheinlicher ist als zuvor.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/gregor-schwung\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/autor\/gregor-schwung\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><b>Gregor Schwung <\/b><\/a><b>berichtet f\u00fcr WELT seit 2025 als US-Korrespondent aus Washington, D.C. Zuvor war er als Redakteur in der Au\u00dfenpolitik-Redaktion in Berlin f\u00fcr die Ukraine zust\u00e4ndig.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Merz will am Donnerstag erstmals den US-Pr\u00e4sidenten anrufen. 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